{"id":19294,"date":"2023-07-13T15:14:07","date_gmt":"2023-07-13T13:14:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10640-14\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:09","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:09","slug":"10640-14","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10640-14\/","title":{"rendered":"\u00d6kologische Siedlungsplanung Kupferheide, Bielefeld (Programm des Kuratoriums zur \u00f6kologisch orientierten Siedlungsplanung, hier Kategorie Mischgebiet)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen der EXPO 2000 wird die Regionalbahnstrecke Bielefeld &#8211; Dissen\/Bad Rothenfelde modernisiert und erh\u00e4lt eine erhebliche Aufwertung insbesondere im Bereich der Haltepunkte. Im Bielefelder Stadtteil Quelle wird im Bereich Kupferheide der einzige Haltepunktneubau an der Strecke entstehen. F\u00fcr die Siedlung Kupferheide sollen in einem kooperativen Verfahren besondere Ziele, Planungsmethoden und Realisierungsstrategien zur Erh\u00f6hung der \u00f6kologischen Potentiale in der Rahmenplanung erarbeitet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Instrument der Rahmenplanung erm\u00f6glicht eine Formulierung von Zielen und L\u00f6sungsans\u00e4tzen, die \u00fcber die durch das Planverfahren in ihrem Spielraum begrenzten formalen Planarten hinausgehen. Zeitgleich werden die f\u00fcr die Aufstellung eines Bebauungsplans notwendigen formalen Schritte eingeleitet.<br \/>\nF\u00fcr dieses Verfahren wurde zun\u00e4chst eine Arbeitsgruppe aus Planungsamt, Klimaschutzbeauftragtem, Planungsb\u00fcro und Stadtwerke eingerichtet, die entsprechend der Erfordernisse des Verfahrens erweitert wird. Die einzelnen Arbeitsschritte orientieren sich an der HOAI und am BauGB. Es zeigt sich, dass es in der Arbeit neben der r\u00e4umlichen Planung, besonders um Modelle und Strategien zur Umsetzung und Sicherung gesetzter Ziele geht.<br \/>\nIm Hinblick auf die Erh\u00f6hung \u00f6kologischer Potentiale und die damit verbundene komplexe Aufgaben-stellung sind Methoden zur Optimierung des Planungsprozesses und die Einbindung von Organisationsmodellen (z.B. Mobilit\u00e4t ohne eigenes Auto, Betreibermodelle f\u00fcr Nahw\u00e4rmenetze usw.) n\u00f6tig. Hier wird Neuland betreten, es k\u00f6nnen aber Erfahrungen des Planungsb\u00fcros z. B. mit der Siedlung Waldquellenweg einflie\u00dfen. Das kooperative Verfahren soll insbesondere die fr\u00fchzeitige und zielorientierte Einbindung von Fachbeh\u00f6rden und Entscheidungstr\u00e4gern erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Beratung und die erbrachten besonderen Planungsleistungen haben zu einem Siedlungskonzept gef\u00fchrt, das die Stadt Bielefeld in dieser Form nicht aus eigener Kraft erstellt h\u00e4tte. Im Vergleich zur konventionellen Vorgehensweise sind durch das Projekt erhebliche Chancen f\u00fcr eine nachhaltige Siedlungs-Entwicklung er\u00f6ffnet worden.<br \/>\n1. Die Zusammenarbeit der Fachbereiche Umwelt und Verkehr mit dem Bereich Bauen und Einwohner-Service in einem Projektteam hat dazu gef\u00fchrt, dass die Belange des Klimaschutzes durch direkte Beteiligung des Klimaschutzbeauftragten st\u00e4rker als bisher in Bielefeld praktiziert und in die Planungs-Abl\u00e4ufe der Siedlungsentwicklung eingeflossen sind.<br \/>\n2. Durch die gef\u00f6rderten Beratungsleistungen konnte aktive Hilfestellung geleistet werden, die Siedlung als Solarsiedlung bei der Landesinitiative Zukunftsenergien in NRW anzumelden. Durch die Moderation der Arbeitsgruppe Kupferheide ist es gelungen, Vertreter der Stadt und der Stadtwerke in einem positiven Dialog zusammenzubringen und die notwendigen Schritte zur Realisierung einer Solar-Siedlung einzuleiten.<br \/>\n3. Beratung und Planungsleistungen haben die Basis f\u00fcr eine Investorenausschreibung geliefert, mit der die \u00d6kobausteine als Planungsziel verankert und vertraglich abgesichert wurden.<br \/>\n4. Es wurde ein Siedlungsbetreibermodell entwickelt, das auf die speziellen Belange der Stadt Bielefeld und die (teilweise kontraproduktiven) politischen W\u00fcnsche abgestimmt war.<br \/>\n5. In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bielefeld und dem Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe wurde ein Mobilit\u00e4tskonzept erarbeitet, das sicherlich als einzigartig gelten kann. Das Konzept daf\u00fcr wurde als Planungsleistung im Rahmen des Projekts erbracht.<br \/>\n6. Durch das Projekt sind komplexe Zusammenh\u00e4nge nachhaltiger Siedlungsentwicklung deutlich geworden und haben einen Gro\u00dfteil der Projektbeteiligten f\u00fcr zuk\u00fcnftige Aufgaben sensibilisiert. Nachhaltige Siedlungsentwicklung ist mittlerweile als \u00f6ffentliche Aufgabe gesellschaftlich angenommen worden. Die Arbeit mit der Stadt Bielefeld hat aber deutlich gezeigt, dass die Kommune mit dieser Aufgabe erheblich \u00fcberfordert war. Das liegt zum einen in der inneren Struktur einer hierarchischen Ordnung der Fach\u00e4mter, die zum Teil schlicht entscheidungsunf\u00e4hig waren. Diese Unsicherheit kann meist nur ausger\u00e4umt werden, wenn man die Vorteile fundiert deutlich machen kann und einen F\u00fcrsprecher gewinnt, der das Vertrauen des Gespr\u00e4chspartners genie\u00dft. Wenn man weiterhin den Kommunen als gesellschaftliche Kraft einen besonderen Stellenwert f\u00fcr den Anschub einer nachhaltigen Entwicklung einr\u00e4umt, ist es erforderlich Hilfestellung zu geben, so dass sie strukturell, personell und fachlich in die Lage versetzt werden, dieser Aufgabe erfolgreich nachzukommen. Neben der F\u00f6rderung von besonderen Planungsleistungen und Beratung wie in diesem Fall, sollte darauf geachtet werden, dass die Arbeitsweise der Kommune geordnet und zielgerichtet abl\u00e4uft und neben den architektonisch\/st\u00e4dtebaulich\/technischen Aspekten auch die wirtschaftlichen und juristischen Aspekte gleichberechtigt betrachtet werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im November 1998 wurde eine Informationsveranstaltung f\u00fcr Verwaltung, Politik, Bautr\u00e4ger und Architekten durchgef\u00fchrt. Es erfolgte die Aufnahme des Projekts in die Presse und \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Verkehrsverbunds Ostwestfalen (VVOWL) zum EXPO Projekt Haller Willem, Aufnahme des Pro-jekts mit dem Titel Wohnen plus  in die Brosch\u00fcre RegionalStationZukunft &#8211; Wohnquartiere am Haller Willem des Ministeriums f\u00fcr Bauen und Wohnen NRW.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die mit dem Projekt formulierten Ziele und Ergebnisse w\u00e4ren ohne die F\u00f6rderung und die damit verbundene Beratung durch das Planungsb\u00fcro nicht erreicht worden. Das Projekt zeichnet sich besonders durch das neuartige Betreibermodell mit dem Ziel der Solarsiedlung und durch das Mobilit\u00e4tskonzept aus. Diese Bausteine konnten nur mit der F\u00f6rderung erarbeitet werden.<\/p>\n<p>Projekterschwerend und zum Teil behindernd haben sich die teilweise erheblichen Informationsdefizite innerhalb von Politik und Verwaltung ausgewirkt. Insbesondere \u00f6konomische Zusammenh\u00e4nge von Entscheidungen einzelner Fach\u00e4mter waren nicht erkennbar. Vorteilhaft f\u00fcr das Gelingen des Projekts war die aufgeschlossene Kooperation der Stadtwerke Bielefeld, sowohl im Energie- als auch im Verkehrsbereich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen der EXPO 2000 wird die Regionalbahnstrecke Bielefeld &#8211; Dissen\/Bad Rothenfelde modernisiert und erh\u00e4lt eine erhebliche Aufwertung insbesondere im Bereich der Haltepunkte. Im Bielefelder Stadtteil Quelle wird im Bereich Kupferheide der einzige Haltepunktneubau an der Strecke entstehen. 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