{"id":19286,"date":"2023-07-13T15:12:09","date_gmt":"2023-07-13T13:12:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07602-02\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:10","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:10","slug":"07602-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07602-02\/","title":{"rendered":"\u00d6kologischer und kosteng\u00fcnstiger Wohnungsbau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>\u00d6kologisches, \u00f6konomisches und soziales Bauen im Rahmen des \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten Wohnungsbaus. Reduzierung des Ressourcen- und Energieverbrauchs beim Bewohnen des Hauses um 50%. Beteiligung der f\u00fcr Sozialhilfe zust\u00e4ndigen Stellen wie Stadt und Landkreis an den erh\u00f6hten Investitionskosten f\u00fcr \u00f6kol. Ma\u00dfnahmen. Beeinflussung des Mieterinnenverhaltens durch gezielte Beratungen auf dem Energie- und M\u00fcllsektor. Einsparungen der Mieterinnen bei den Nebenkosten werden nicht zu 100% an die Mieterinnen weitergegeben, sondern zur teilweisen Refinanzierung der \u00f6kol. Ma\u00dfnahmen verwendet.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00d6kologisches Bauen wird erreicht durch bevorzugte Verwendung von Recyclingmaterialien, nachwachsende und recyclingbare Baustoffe. Die Produktion des Baustoffes, sein Transport zum Einsatzort, die dortige Verarbeitung und die dabei anfallende Abfallentsorgung werden auf Umweltbelastung und Energieverbrauch hin gepr\u00fcft.<br \/>\nDer Energieverbrauch bei der Nutzung des Geb\u00e4udes wird drastisch verringert durch Niedrigenergiebauweise mit kontrollierter L\u00fcftung \u00fcber Fenstersteuerung, Nutzung passiver Sonnenenergie, Einbau einer Niedertemperaturheizung mit einer Gas-Brennwerttherme, Ausstattung der Wohnungen mit Gasherden und besonders energiesparenden Elektroger\u00e4ten sowie Sonnenkollektoren zur Warmwassererw\u00e4rmung. Das Wasserkonzept sieht die Nutzung von Regenwasser zur Gartenbew\u00e4sserung und f\u00fcr Gemeinschaftswaschmaschinen sowie die Belassung des Regenwassers auf dem Grundst\u00fcck durch Mulder-Rigolen-Versickerung vor. Eine Schilfbeetkl\u00e4ranlage s\u00e4ubert Grauwasser f\u00fcr die WC-Sp\u00fclung. Wenn das Wasser aus der Kl\u00e4ranlage nicht ausreicht oder wenn die Schilfbeetkl\u00e4ranlage defekt ist, wird Regenwasser aus der Zisterne verwendet.<br \/>\nBeratung der Mieterinnen bez\u00fcglich der Geb\u00e4udenutzung (L\u00fcften, Kochen, Waschen, M\u00fcll etc.) Erarbeitung von Mietvertr\u00e4gen unter dem Gesichtspunkt des energiesparenden  Wohnens. Erstellung von Gebrauchsanweisungen f\u00fcr die Wohnungen.<br \/>\n\u00d6konomisches Bauen der 10 Wohnungen und Gemeinschaftsfl\u00e4chen wird erreicht durch Verzicht auf ein Kellergeschoss, Auswahl von kosteng\u00fcnstigen Baustoffen und Konstruktionen mit Standarddetails (Holzrahmenbau), Vergabe der Gewerke nach Festpreisangeboten, Beteiligung des Architekten bei Unterschreitung der vereinbarten Gesamtkosten des Projektes an den Einsparungen des Bauherrn. <\/p>\n<p>Verhandlungen des Bauherrn mit den \u00f6rtlichen Tr\u00e4gern der Sozialhilfe, um zu vermitteln, dass die erh\u00f6hten Investitionen in \u00f6kolog. Ma\u00dfnahmen j\u00e4hrliche Einsparungen bei den Nebenkosten zur Folge haben. Soziales Bauen wird verwirklicht durch Beteiligung der Zielgruppe an den Planungen, Gemeinschaftsr\u00e4ume, flexible Grundrisse der Wohnungen, g\u00fcnstige Erst- und Zweitmiete, gesundes Wohnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Verhandlungen mit den Darlehensgebern f\u00fcr den \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten Wohnungsbau f\u00fchrten dazu, dass wegen der mit h\u00f6heren Kosten verbundenen, konsequenten \u00f6kolog. Bauweise h\u00f6here zinsg\u00fcnstige Darlehen gew\u00e4hrt wurden. Die Beteiligung der Mieterinnen an der Refinanzierung der \u00f6kologischer Ma\u00dfnahmen ist rechtlich nur \u00fcber eine um 0,50 DM pro m2 erh\u00f6hte Miete zul\u00e4ssig. Der Ersparnis der 10 Mietparteien in 1998 von tats\u00e4chlich 14.834 DM\/a bei den Nebenkosten f\u00fcr Gas, Wasser und Strom, stehen so erh\u00f6hte Mieteinnahmen von nur 3.300 DM\/a j\u00e4hrlich gegen\u00fcber. Aus Bauherrensicht k\u00f6nnen damit die \u00f6kologischen Mehrausgaben nicht hinreichend refinanziert werden.<br \/>\nTrotz der noch aufgetretenen St\u00f6rungen bei der Geb\u00e4udetechnik wurde das Projektziel der Halbierung des Ressourcenverbrauchs und der Nebenkosten bereits im Messjahr 1998 erreicht.<br \/>\nGasverbrauch: nur 143 kWh\/m2\/a f\u00fcr 592 DM j\u00e4hrlich pro Wohneinheit statt 215\/m2\/a f\u00fcr 1124DM. Wasserverbrauch: nur 63 Liter pro Person und Tag f\u00fcr 519 DM j\u00e4hrlich pro Wohneinheit statt 128 Liter t\u00e4glich f\u00fcr 832,- DM.<br \/>\nStromverbrauch: nur 1868 kWh\/a pro Wohnung f\u00fcr 621,60 DM j\u00e4hrlich statt 4124 kWh f\u00fcr 1260,- DM. Die Mieterinnen zahlen durchschnittlich 1732,60 DM j\u00e4hrlich an Nebenkosten und sparen somit im Vergleich pro Mietpartei 1483,40 j\u00e4hrlich ein. <\/p>\n<p>Schwierigkeiten gab es beim elektrischen Fenster\u00f6ffnungssystem. Die Einzelprogrammierung, Zuglufterscheinungen und das Versagen der versuchsweise in einer Wohnung installierten Feuchtigkeitsf\u00fchler f\u00fchrten zu Problemen. Die Mieterinnen nutzen die Ger\u00e4te z. T. als elektrische Fenster\u00f6ffner. Insgesamt werden die \u00f6kologischen Ma\u00dfnahmen von den Mieterinnen angenommen.<br \/>\nDie Verkn\u00fcpfung von sozialen und \u00f6kologischen Zielen macht die Villa Kunterbunt zu einem Agenda 21-Projekt, das neben dem schonenden Umgang mit Ressourcen auch zur Armutsbek\u00e4mpfung dient.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine umfassende 24-seitige Dokumentation in deutscher und englischer Sprache kann beim Projekttr\u00e4ger bestellt werden (Schutzgeb\u00fchr von 5,- DM und 2,- DM Porto).<br \/>\nDie Villa Kunterbunt ist bereits heute einer gr\u00f6\u00dferen \u00d6ffentlichkeit bekannt. \u00dcber Radiosendungen, Filme und das Internet wird informiert. Die Hannoversche Landeskirche sieht die Villa Kunterbunt als kirchliches Expo-Projekt. Bei folgenden Wettbewerben und Veranstaltungen stellten wir das Projekt vor:<br \/>\n\u00b7 \u0082Familie und Wohnen (Karl K\u00fcbel Stiftung f\u00fcr Kind und Familie, 1996)<br \/>\n\u00b7 Nachhaltige Siedlungsentwicklung in Niedersachsen (Nileg Niedersachsen, 1998)<br \/>\n\u00b7 \u0082Innovatio  (Wettbewerb der Kirche; das innovativste diakonische Projekt wird gesucht, 1998)<br \/>\n\u00b7 Europ\u00e4ische Konferenz Solarenergie in Architektur und Stadtplanung (Mai 1998)<br \/>\n\u00b7 Aufnahme des Projektes in die \u0082Sympathiekampagne zur Agenda 21 des Landes Niedersachsens (September 1999)<br \/>\n\u00b7 Gewinn des ersten \u0082F\u00f6rderpreises der Hannoverschen Landeskirche im November 1999 und damit verbunden eine erh\u00f6hte Medienaufmerksamkeit<br \/>\n\u00b7 Angestrebt ist die Aufnahme in die \u0082KLEXkursionen. Gef\u00fchrte Besuchergruppen k\u00f6nnen w\u00e4hrend der EXPO im Jahr 2000 Klimaschutzprojekte in der Region Hannover besichtigen.<br \/>\nAngestrebt im Jahr 2000: Verkauf von \u0082Sonnenanleihen zur Finanzierung der PV-Anlage als Beteiligungsm\u00f6glichkeit von Gemeindegliedern an dem \u00d6kologieprojekt<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ziele, kosteng\u00fcnstig und \u00f6kologisch zu bauen, sowie die Halbierung des Naturverbrauches beim Bau und beim Bewohnen des Hauses wurden erreicht. Nicht erreicht wurde das Ziel, die Mieterinnen an der Refinanzierung der \u00f6kologischen Ma\u00dfnahmen angemessen zu beteiligen. Im Rahmen des \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten Wohnungsbaus und seinen Gesetzen bleibt \u00d6kologie zum gr\u00f6\u00dften Teil dem Idealismus des Bauherren \u00fcberlassen. \u00d6kologie in Verbindung mit \u00f6ffentlich gef\u00f6rdertem Wohnungsbau erweist sich zudem f\u00fcr alle am Projekt Beteiligten als sehr arbeitsintensiv.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens \u00d6kologisches, \u00f6konomisches und soziales Bauen im Rahmen des \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten Wohnungsbaus. Reduzierung des Ressourcen- und Energieverbrauchs beim Bewohnen des Hauses um 50%. Beteiligung der f\u00fcr Sozialhilfe zust\u00e4ndigen Stellen wie Stadt und Landkreis an den erh\u00f6hten Investitionskosten f\u00fcr \u00f6kol. Ma\u00dfnahmen. Beeinflussung des Mieterinnenverhaltens durch gezielte Beratungen auf dem Energie- und M\u00fcllsektor. 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