{"id":19279,"date":"2026-02-01T10:32:03","date_gmt":"2026-02-01T09:32:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09626-01\/"},"modified":"2026-02-01T10:32:03","modified_gmt":"2026-02-01T09:32:03","slug":"09626-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09626-01\/","title":{"rendered":"Sustainable Development und Umweltbildung im Spannungsfeld von Individuen, Umwelt und Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das zentrale inhaltliche Anliegen des Projektes ist die Erg\u00e4nzung des traditionellen Ansatzes der Umweltbildung mit seinem individualisierenden Zugriff auf die Umweltproblematik um eine sozial\u00f6konomische Problemperspektive. Dazu sollen neben der F\u00f6rderung individueller Verhaltens-bereitschaften die Anreizstrukturen in den Blick genommen werden. Dabei soll gepr\u00fcft werden, ob sich der eine solche Problemsicht nahelegende sozial\u00f6konomische Ansatz der Umweltbildung in einem internationalen Lernarrangement auch handlungsorientiert erarbeiten l\u00e4sst. Die Ziele des Projektes liegen in dem Aufbau eines europ\u00e4ischen Netzwerkes von an Umweltproblemen arbeitenden Schulen und in der Erarbeitung von f\u00fcr die Umweltbildung zentralen f\u00e4cherverbindenden Curriculumelementen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGem\u00e4\u00df den Zielen des Projektes lassen sich im Projektablauf zwei Arbeitsphasen unterscheiden: Die erste Phase war gepr\u00e4gt von der L\u00f6sung organisatorischer Probleme. Hier standen die Zusammenf\u00fchrung der Projektpartner, der formale Aufbau der internationalen Kooperation, die Entwicklung einer EDV-Infrastruktur und Verabredungen \u00fcber Verfahren der Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Die zweite Phase war dann st\u00e4rker gepr\u00e4gt von Fragen der inhaltlichen Zusammenarbeit.<br \/>\nAm Beginn der Arbeit an den Schulen stand eine sch\u00fcleraktive Erarbeitung einer Vorstellung der eigenen Stadt und Schule . Daran schloss sich die Durchf\u00fchrung einer Befragung an, in der Daten zum Verkehrsverhalten und Einstellungen gegen\u00fcber verschiedenen Ma\u00dfnahmen zur Verringerung verkehrsbedingter Umweltprobleme erhoben wurden. Diese dienten als Ausgangspunkt f\u00fcr vertiefende Fragestellungen, die im weiteren Projektverlauf international kooperativ bearbeitet wurden.<br \/>\nDie in diesem Projekt verfolgte Arbeit an den kooperierenden Schulen unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von herk\u00f6mmlichen Unterrichtsreihen. W\u00e4hrend diese i.d.R. mit einer Lerngruppe in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum eine Problembeschreibung, eine Ursachenanalyse und eine Diskussion von L\u00f6sungsans\u00e4tzen sowie &#8211; idealiter &#8211; von Durchsetzungshemmnissen vornehmen, war in diesem Projekt angestrebt worden, \u00fcber einen Zeitraum von zwei Jahren mit verschiedenen Lerngruppen Bausteine zu den verschiedenen Problemdimensionen zusammenzutragen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Aufbau eines internationalen Kooperationsverbundes von Schulen erwies sich bereits im Vorlauf als \u00fcberaus zeitaufwendig und &#8211; aufgrund der angestrebten gemeinsamen finanziellen F\u00f6rderung &#8211; bis in viele Details hinein abspracheintensiv. Dies gilt ebenso f\u00fcr die Phase der sich konstituierenden Kooperation. Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig waren hier Fragen der zu investierenden Arbeitszeit, der M\u00f6glichkeiten virtueller Treffen (Chats), des Zugangs zu den netzf\u00e4higen Rechnern an den Schulen, die schulinterne Zusammenarbeit verschiedener Lehrkr\u00e4fte etc. W\u00fcnschenswert w\u00e4re es, die hierzu notwendigen Absprachen m\u00f6glichst vor der f\u00fcr die inhaltliche Arbeit vorgesehen Projektlaufzeit vereinbaren zu k\u00f6nnen. Wir m\u00f6chten daher eine &#8211; m\u00f6glicherweise auch institutionelle &#8211; Trennung von organisatorischer Vorfeldarbeit und inhaltlicher Betreuung eines derartigen Projektes empfehlen.<br \/>\nMit den elf thematisch zusammenarbeitenden Schulen konnte in diesem Projekt ein Netzwerk von europ\u00e4ischen Schulen aufgebaut werden. Diese hohe Anzahl erwies sich f\u00fcr eine inhaltlich aufeinander abgestimmte Arbeit als bereits zu gro\u00df. Wir empfehlen daher, die Zahl der direkt miteinander kooperierenden Schulen auf maximal f\u00fcnf zu begrenzen.<br \/>\nDie Nutzung der neuen Kommmunikationsmedien spielte in diesem Projekt eine zentrale Rolle. Ohne diese w\u00e4re eine inhaltliche Kooperation zwischen Sch\u00fclern aus f\u00fcnf europ\u00e4ischen Staaten nicht m\u00f6glich gewesen. Dennoch gilt: Auch im Zeitalter der elektronischen Kommunikation erwiesen sich die pers\u00f6nlichen Treffen der Lehrkr\u00e4fte und die dort hergestellten Kontakte als unverzichtbar. Erst hier entfalteten sich unverzichtbare Selbstbindungen gegen\u00fcber den Projektpartnern, hier konnten gemeinsame inhaltliche Absprachen getroffen werden und auch eventuell aufgetretene Missverst\u00e4ndnisse in der Kooperation (etwa \u00fcber den Umfang der geleisteten Arbeit) ausger\u00e4umt werden. Rein virtuelle Kooperationsverb\u00fcnde werden diese traditionelleren Formen der Zusammenarbeit nicht ersetzen k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Projektarbeit an den Schulen konnte in vieler Hinsicht handlungsorientiert, d.h. also problemorientiert und sch\u00fcleraktiv gestaltet werden: Mit dem Thema verkehrsbedingte Umweltprobleme konnten sich Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit realen Problemen ihrer eigenen Lebens- und Erfahrungswelt befassen. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler f\u00fchrten die Umfrage durch, sie werteten die Ergebnisse aus und bereiteten diese f\u00fcr eine Pr\u00e4sentation im Internet auf. Die Gestaltung der Seiten lag dabei weitgehend in der Hand der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler.<br \/>\nVielfach haben Sch\u00fcler au\u00dferschulische Lernorte aufgesucht. Dies gilt selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Umfrage, daneben hatten die Lernenden zahlreiche Erkundungsaufgaben: So wurden Beh\u00f6rden und Betriebe aufgesucht und Gespr\u00e4che mit verantwortlichen Politikern durchgef\u00fchrt. Auf diese Weise konnte die reale Welt in den Unterricht heriengeholt werden wie auch gleichzeitig die Arbeit und die Ergebnisse des Projektes nach au\u00dfen getragen werden. Dar\u00fcber hinaus kam es zwischen Rheine und Salzburg wie auch zwischen Rheine und Ussel zum Sch\u00fcleraustausch, bei dem die gemeinsame inhaltliche Arbeit am Projekt im Mittelpunkt stand.<br \/>\nSchwierigkeiten gab es mit dem angestrebten f\u00e4cherverbindenden Prinzip des Projektes. Hier zeigte sich, dass ein f\u00e4cherverbindender Zugriff nicht \u00fcber die Schulgrenzen hinweg m\u00f6glich war. Jedoch gelang es, innerhalb der Schulen sowohl naturwissenschaftlich-\u00f6kologische als auch soziale und \u00f6konomische Dimensionen der Problematik zu untersuchen, wenn das Projekt entsprechend von Lehrkr\u00e4ften mehrerer Disziplinen getragen wurde. \u00dcber die gemeinsame Internetplattform konnten so auch verschiedene Kurse einer Schule zusammenarbeiten und ihre Ergebnisse den Mitsch\u00fclern zur Verf\u00fcgung stellen. Auf diese Weise entstand wiederum f\u00fcr Dritte ein durchaus komplexes Bild der dort vor Ort untersuchten Situation.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt und seine jeweiligen Teilergebnisse wurden und werden im Internet unter der Adresse www.uni-muenster.de\/Umweltbildung\/ zweisprachig (deutsch und englisch) pr\u00e4sentiert. Dar\u00fcber hinaus berichteten lokale Medien \u00fcber die Arbeit der teilnehmenden Schulen. Kontakte zu Beh\u00f6rden und Verb\u00e4nden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen, dass das gew\u00e4hlte Lernarrangement einer internationalen themengebundenen Kooperation von Schulen gut geeignet ist, eine Umweltbildung zu f\u00f6rdern, die eher als der traditionelle Ansatz geeignet ist, den didaktischen Anspr\u00fcchen des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung gerecht zu werden. Freilich bedarf die Organisation und die Durchf\u00fchrung derartiger Kooperationen zahlreicher organisatorischer und technischer Voraussetzungen an den Schulen. Das Projekt zeigt, dass die Arbeit f\u00fcr einzelne Lehrkr\u00e4fte &#8211; stets neben der \u00fcblichen Verpflichtungen &#8211; kaum zu bew\u00e4ltigen ist. Derartige Projekte sollten daher das Anliegen der gesamten Schule sein und durch mehrere Lehrkr\u00e4fte unterschiedlicher Aufgabenfelder getragen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das zentrale inhaltliche Anliegen des Projektes ist die Erg\u00e4nzung des traditionellen Ansatzes der Umweltbildung mit seinem individualisierenden Zugriff auf die Umweltproblematik um eine sozial\u00f6konomische Problemperspektive. Dazu sollen neben der F\u00f6rderung individueller Verhaltens-bereitschaften die Anreizstrukturen in den Blick genommen werden. 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