{"id":19277,"date":"2023-07-13T15:13:13","date_gmt":"2023-07-13T13:13:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09248-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:16","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:16","slug":"09248-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09248-01\/","title":{"rendered":"Umweltfreundliche Entzunderung und Beschichtung von Drahtvormaterial"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>\u00dcblicherweise wird Drahtvormaterial vor dem Ziehen in B\u00e4dern aus Minerals\u00e4uren, z. B. Schwefels\u00e4ure, Salzs\u00e4ure, Phosphors\u00e4ure oder Salpeters\u00e4ure, entzundert und in L\u00f6sungsmitteln entfettet. Anschlie\u00dfend wird die Oberfl\u00e4che f\u00fcr die nachfolgenden Umformverfahren in Tauchb\u00e4dern mit Schmiermitteltr\u00e4gerstoffen beschichtet.<br \/>\nDiese herk\u00f6mmlichen na\u00dfchemischen Verfahren sind nicht nur wegen des hohen Energie- und Sp\u00fclwasserbedarfs umweltbelastend, sondern auch wegen der gro\u00dfen Mengen an Sonderabf\u00e4llen bei der Entsorgung von Beizen, Schmiermittelr\u00fcckst\u00e4nden und Neutralisationsschl\u00e4mmen.<br \/>\nZielsetzung des Entwicklungsvorhabens war deshalb, die na\u00dfchemische Vorbehandlung durch eine trockene mechanische Entzunderung im Durchlauf zu substitutieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Vorhaben wurde in 2 Phasen durchgef\u00fchrt:<br \/>\nPhase 1: Entwicklung des Verfahrens<br \/>\nPhase 2: Umsetzung bei einem Pilotanwender<br \/>\nDie Entwicklung erfolgte in folgenden Arbeitsschritten:<br \/>\n&#8211;\tAufbau eines Versuchsfeldes<br \/>\n&#8211;\tEntwicklung der einzelnen Teilbehandlungsschritte f\u00fcr die Drahtvorbehandlung<br \/>\n&#8211;\tVersuche zur Drahtumformung im Durchlauf im Versuchsfeld<br \/>\nUmsetzung beim Pilotanwender Fa. Drahtwerk Finsterwalde:<br \/>\nBeim Pilotanwender wurde eine Bearbeitungslinie im Hinblick auf die technischen Anforderungen des Durchlaufverfahrens umgebaut und unter produktionsgerechten Bedingungen getestet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ziele des Vorhabens konnten unter Produktionsbedingungen beim Pilotanwender erfolgreich umgesetzt werden. Bezogen auf die Qualit\u00e4tsstufe Kaltstauchdraht ist die mechanische Entzunderung der herk\u00f6mmlichen chemischen Entzunderung in qualitativer Hinsicht gleichwertig, so dass am fertig gezogenen Draht keine Qualit\u00e4tsunterschiede mehr nachweisbar sind.<br \/>\nDieser Erfolg wird auch dadurch dokumentiert, dass der Pilotanwender die mechanische Entzunderung zuk\u00fcnftig bei der Vorbehandlung von Kaltstauchmaterial konsequent einsetzen will. Die bestehenden Produktionslinien sollen entsprechend umger\u00fcstet werden.<br \/>\nDie Reinigungsergebnisse werden als so erfolgversprechend eingestuft, dass die mechanische Entzunderung auch f\u00fcr die Vorbehandlung h\u00f6herwertiger Drahtqualit\u00e4ten weiterentwickelt werden soll.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die mechanische Vorbehandlung wurde auf Symposien und Workshops der Drahtindustrie als umweltfreundliches und zukunftstr\u00e4chtiges Verfahren vorgestellt und fand bei Experten und Praktikern gro\u00dfes Interesse.<br \/>\nWeiterhin wurde die neue Technologie auf einem Gemeinschaftsstand der Bundesstiftung Umwelt auf der ENVITEC 98 vorgestellt. Die Teilnahme an den f\u00fchrenden Fachmessen der Drahtindustrie ist fest eingeplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Nachdem die mechanische Entzunderung unter produktionsnahen Bedingungen erfolgreich erprobt wurde, l\u00e4sst sich feststellen, dass die Entwicklungsziele des Vorhabens voll erf\u00fcllt wurden. Bei der Vorbehandlung von Kaltstauchdraht ist die mechanische Entzunderung der herk\u00f6mmlichen chemischen Entzunderung gleichwertig. Am fertig gezogenen Draht sind praktisch keine Qualit\u00e4tsunterschiede mehr nachweisbar.<br \/>\nAufgrund der ausgezeichneten Reinigungsergebnisse mit dem optimierten Anlagenkonzept Zwillingsb\u00fcrste in Modulbauweise soll nun die mechanische Entzunderung auch f\u00fcr die Vorbehandlung h\u00f6herwertiger Drahtqualit\u00e4ten anwendbar gemacht werden. Deshalb ist die zielgerichtete Weiterentwicklung des Verfahrens in einem Nachfolgeprojekt geplant. Hierzu soll erneut eine Zuwendung der Bundesstiftung Umwelt beantragt werden.<br \/>\nDie Anwendung der mechanischen Entzunderung bei Rohren oder B\u00e4ndern erscheint aussichtsreich. Praktische Versuche wurden bereits an profilierten Drahtquerschnitten erfolgreich durchgef\u00fchrt. Die Entwicklung eines technisch leistungsf\u00e4higen und wirtschaftlichen Verfahrens soll gepr\u00fcft und bei hinreichender Erfolgswahrscheinlichkeit gemeinsam mit einem geeigneten Pilotanwender durchgef\u00fchrt wer-den.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens \u00dcblicherweise wird Drahtvormaterial vor dem Ziehen in B\u00e4dern aus Minerals\u00e4uren, z. B. Schwefels\u00e4ure, Salzs\u00e4ure, Phosphors\u00e4ure oder Salpeters\u00e4ure, entzundert und in L\u00f6sungsmitteln entfettet. Anschlie\u00dfend wird die Oberfl\u00e4che f\u00fcr die nachfolgenden Umformverfahren in Tauchb\u00e4dern mit Schmiermitteltr\u00e4gerstoffen beschichtet. 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