{"id":19269,"date":"2023-07-13T15:09:45","date_gmt":"2023-07-13T13:09:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03964-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:47","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:47","slug":"03964-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03964-01\/","title":{"rendered":"Konzepte f\u00fcr eine umweltgerechte Landnutzung und Regionalentwicklung am Beispiel des Landkreises Meiningen-Schmalkalden (Th\u00fcringen) und des Saalkreises (Sachsen-Anhalt)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die sehr unterschiedlichen Zielvorstellungen f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Landwirtschaft und die Widerspr\u00fcche der derzeit praktizierten F\u00f6rderpolitik verdeutlichen, da\u00df Agrarumweltpolitik nicht als isolierter Handlungsbereich gesehen werden kann. Eine Auseinandersetzung mit den weiteren, die Landwirtschaft und l\u00e4ndliche Entwicklung betreffenden Zielen und Zielkonflikten ist somit unumg\u00e4nglich. Hauptintention der Untersuchung war es, am Beispiel von Regionen mit unterschiedlichen Ausgangsbedingungen, Konzepte f\u00fcr die Verbindung wirtschaftlicher und \u00f6kologischer Leistungen in landwirtschaftlichen Betrieben verschiedener Gr\u00f6\u00dfe, Struktur und Wirtschaftsweise zu entwickeln und praktische M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine F\u00f6rderung von aus Umwelt- und Naturschutzsicht w\u00fcnschenswerten einzelbetrieblichen Anpassungen aufzuzeigen. Wichtige Teilziele waren somit: die Ableitung von konkreten, regionsspezifischen Anforderungen an Art, Umfang und Intensit\u00e4t der Landbewirtschaftung, die Identifizierung von Hindernissen, die einer umweltgerechten Landwirtschaft entgegenstehen und die Ableitung praktischer Handlungsans\u00e4tze, die zu einer einer breiten Einf\u00fchrung umweltgerechter Wirtschaftsweisen beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEntsprechend der Vielschichtigkeit der Fragestellung lag der Studie ein ganzheitlicher, i.e. integrativer und multidisziplin\u00e4r ausgerichteter Analyse- und Entwicklungsansatz zugrunde. Deutlich wird dies in der umfassend angelegten Bestandsaufnahme, die an den Handlungskonzepten der Landwirte und der zust\u00e4ndigen Institutionen ankn\u00fcpft. Schwerpunkt der Analysen waren der Einzelbetrieb und die Frage der Definition von Mindeststandards zur Wirtschaftsweise. Gleichzeitig wurde am konkreten Beispiel ausgew\u00e4hlter Regionen gefragt, welche Anforderungen an die Landbewirtschaftung aus der Sicht des Umwelt- und Naturschutzes jeweils zu stellen sind, welche einzelbetrieblichen Anpassungen erforderlich sind und wie diese in Zusammenarbeit mit den Landwirten und unter Ausnutzung der aktuell vorhandenen agrar- und umweltpolitischen F\u00f6rderprogramme herbeigef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Untersuchungsregionen waren die Lkr. Schmalkalden-Meiningen (Th\u00fcringen), der Saalkreis (Sachsen-Anhalt) sowie der Wetterau- und der Vogelsbergkreis (Hessen). Mit den Regionen wird ein Spektrum von besten nat\u00fcrlichen Standortbedingungen, gro\u00dfbetrieblichen Agrarstrukturen und g\u00fcnstiger Marktanbindung bis hin zu benachteiligten Futterbaustandorten mit kleinb\u00e4uerlicher Struktur und marktferner Lage abgedeckt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In den Handlungsans\u00e4tzen zur Verwirklichung einer umweltgerechten Landnutzung werden drei verschiedene Handlungsebenen betrachtet: einzelbetriebliche Ans\u00e4tze, regionale bzw. landschaftsbezogene Ans\u00e4tze und die weiteren Rahmenbedingungen (Bund, EU, GATT\/WTO).<br \/>\nDie Handlungsans\u00e4tze auf der Ebene des Betriebes umfassen als ein zentrales Anliegen die Ableitung von Mindestanforderungen an die Wirtschaftsweise. Kritisch beleuchtet wird in diesem Zusammenhang die Frage der sog. guten fachlichen Praxis, die in den geltenden rechtlichen und f\u00f6rderpolitischen Rahmensetzungen als Ma\u00dfstab dienen soll, in Wirklichkeit jedoch kaum Orientierung bieten kann, da bisher weder Klarheit \u00fcber den Inhalt des Begriffes noch ad\u00e4quate Ans\u00e4tze f\u00fcr eine Konkretisierung bestehen. Vor diesem Hintergrund werden drei Bereiche ausf\u00fchrlich behandelt: geeignete Indikatoren f\u00fcr die Beschreibung des Grades der Umweltvertr\u00e4glichkeit (UV) von Betriebs- und Produktionssystemen; naturr\u00e4umliche Kenndaten zu Standortempfindlichkeit und Regenerierbarkeit, die f\u00fcr die Festlegung von Grenzwerten herangezogen werden k\u00f6nnen; Einsatz dieser Indikatoren und Grenzwerte in der Gestaltung agrarumweltpolitischer Ma\u00dfnahmen &#8211; als Entscheidungskriterium \u00fcber Ausgleichszahlungen (\u00f6kologische Mindestsicherung), zur Bemessung eines Entgeltes f\u00fcr besondere \u00f6kologische Leistungen, als langfristige Orientierung (Leitbildfunktion), als Beratungsinstrument. Mit REPRO und KUL werden beispielhafte Ans\u00e4tze zur Bestimmung der UV aufgezeigt und die Kennzeichen einer umweltgerechten Wirtschaftsweise am Beispiel der Untersuchungsbetriebe und -regionen pr\u00e4zisiert.<br \/>\nIm Anschlu\u00df an die einzelbetrieblichen UV-Analysen wird im Rahmen \u00f6konomisch-\u00f6kologischer Analysen f\u00fcr dieselben Betriebe untersucht, welche Faktoren die Wirtschaftsweise und den Grad der UV be-stimmen. Einzelbetriebliche Anpassungsm\u00f6glichkeiten und betriebswirtschaftliche Kosten- und Ertragsspielr\u00e4ume werden diskutiert. Um die komplexen Zusammenh\u00e4nge zwischen Rahmenbedingungen, Betriebsorganisation und Wirtschaftsweise auf der Ebene einzelner Betriebstypen zu beleuchten, wird das PC-gest\u00fctzte Planungs- und Bewertungskonzept MSBB eingesetzt.<br \/>\nDie unter dem Oberbegriff regionale Ans\u00e4tze diskutierten Ansatzpunkte zur Verwirklichung einer umweltgerechten Landwirtschaft gehen bewu\u00dft \u00fcber die Dimension des einzelnen Betriebes hinaus. Unter dem Stichwort \u00f6kologische Gesamtkonzepte zur Entwicklung l\u00e4ndlicher R\u00e4ume wird die Notwendigkeit umfassender Entwicklungsprogramme er\u00f6rtert. Um die Synergieeffekte zwischen den sehr unterschiedlichen, die l\u00e4ndliche Entwicklung ber\u00fchrenden Politikbereichen zu verst\u00e4rken, wird gefordert alle einzel- und \u00fcberbetrieblichen Ma\u00dfnahmen in wirtschaftliche und \u00f6kologische Gesamtkonzepte einzubetten. Raumordnung, Landnutzungspolitik, Naturschutzpolitik und sozio\u00f6konomische Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raumes sollten, in diesem Sinn, als Einheit angesehen werden.<br \/>\nAuf der dritten Handlungsebene, der Anpassung der agrar(umwelt)politischen, \u00f6konomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, werden als wichtigste Ansatzpunkte er\u00f6rtert: die Weiterentwicklung von Agrarreform (GAP) und GATT im Sinne der VO (EWG) 2078\/92; die Verminderung der Nutzungsintensit\u00e4t durch Verteuerung kritischer Betriebsmittel statt Fl\u00e4chenstillegung; die Notwendigkeit der Internalisierung der externen Kosten nach dem Verursacherprinzip; die M\u00f6glichkeit der Verg\u00fctung nicht-marktg\u00e4ngiger Leistungen nach dem \u00d6kopunktemodell, der VO 2078\/92 und\/oder einer st\u00e4rkeren F\u00f6rderung der Vermarktung von Erzeugnissen aus \u00f6kologischem Anbau; und schlie\u00dflich, ordnungspolitische Regelungen und Vorschriften, um extreme (eindeutige) Belastungen und Belastungsursachen abzufangen. Im Hinblick auf die Konzipierung von neuen Forschungs- und Entwicklungsprojekten wird gefordert, st\u00e4rker danach zu fragen, wie die vorhandenen, jedoch meist abstrakten, natur- und sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse und Modelle f\u00fcr die L\u00f6sung praktischer, umweltpolitischer Probleme effektiver genutzt werden k\u00f6nnen. Umgekehrt kann nur durch die R\u00fcckkopplung mit der Praxis zus\u00e4tzlicher Forschungsbedarf sinnvoll aufgezeigt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Einzelergebnisse der Untersuchung wurden in einer Vielzahl von Vortr\u00e4gen und Publikationen in Fachzeitschriften vorgestellt. Eine Zusammenschau der Ergebnisse erscheint als Buchver\u00f6ffentlichung im Peter Lang Verlag, Frankfurt\/M. unter dem Titel Praktische Ans\u00e4tze zur Verwirklichung einer umweltgerechten Landnutzung (Hrsg. K. Knickel und H. Priebe). Eine Kurzfassung wurde im Internet publiziert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Agrarumweltpolitische Entscheidungen setzen einen umfassenden und koh\u00e4renten Bezugsrahmen voraus, welcher der Problematik multipler Ziele Rechnung tr\u00e4gt und die erforderlichen Zielabw\u00e4gungen erm\u00f6glicht. Kennzeichnend ist die Frage der Festlegung von Bereichen kritischer Belastung, die nicht nur vom Erkenntnisstand und der Solidit\u00e4t naturwissenschaftlicher Aussagen, sondern vor allem auch von Abw\u00e4gungen und Bewertungen abh\u00e4ngt. In den Grenzwerten spiegelt sich die Bereitschaft wider, h\u00f6here Produktionskosten (Kurzfrist\u00f6konomie) in Kauf zu nehmen um so ein Mehr an Umweltvorsorge und\/oder &#8211; im umfassenden Sinn &#8211; \u00f6konomischer, \u00f6kologischer und sozialer Nachhaltigkeit zu erreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die sehr unterschiedlichen Zielvorstellungen f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Landwirtschaft und die Widerspr\u00fcche der derzeit praktizierten F\u00f6rderpolitik verdeutlichen, da\u00df Agrarumweltpolitik nicht als isolierter Handlungsbereich gesehen werden kann. Eine Auseinandersetzung mit den weiteren, die Landwirtschaft und l\u00e4ndliche Entwicklung betreffenden Zielen und Zielkonflikten ist somit unumg\u00e4nglich. 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