{"id":19264,"date":"2023-07-13T15:12:21","date_gmt":"2023-07-13T13:12:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07937-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:22","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:22","slug":"07937-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07937-01\/","title":{"rendered":"Modellprojekt Umweltmanagement in der Stadtverwaltung Wuppertal"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Stadt Wuppertal hat im Rahmen einer grundlegenden Verwaltungsreform das Amt f\u00fcr Umweltschutz und Umweltdezernat zu Gunsten einer Organisationsl\u00f6sung Umweltschutz als Gemeinschaftsaufgabe in Verbindung mit der Einf\u00fchrung eines Umweltmanagementsystems (UMS) aufgel\u00f6st. Das angestrebte und z.T. eingerichtete UMS entspricht in Grundz\u00fcgen den Anforderungen der EMAS-VO und der DIN\/ISO Serie 14000. Die Umsetzung und Wirkungsweise des neu eingef\u00fchrten UMS soll im Rahmen des Modellvorhabens analog zu den Vorgaben der EMAS-VO und DIN\/ISO 14000 gepr\u00fcft und festgestellte Schwachstellen behoben werden. Das UMS soll mit Durchf\u00fchrung des Vorhabens f\u00fcr die gesamte Stadtverwaltung transparenter gemacht und dessen Verankerung in alle Bereiche des Verwaltungshandelns mittel- und langfristig sichergestellt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Audit wird exemplarisch f\u00fcr den Verwaltungsbetrieb an zwei ausgew\u00e4hlten Ressorts \/ Stadtbetrieben (internes Audit) und f\u00fcr den Bereich der kommunalen Aufgaben (externes Audit) anhand ausgew\u00e4hlter Aufgabenbereiche (Bauleitplanung, Bodenschutz und Flie\u00dfgew\u00e4sserschutz) durchgef\u00fchrt. Zun\u00e4chst werden f\u00fcr das externe und interne Audit der genaue Ablauf und die Schwerpunktsetzungen des Audits geplant. Die Umweltwirkungen der ausgew\u00e4hlten Verwaltungsbereiche werden mit Frageb\u00f6gen und in Workshops mit den Besch\u00e4ftigten erfa\u00dft und mit rechtlichen Anforderungen und Beispielen aus anderen St\u00e4dten verglichen (Umweltpr\u00fcfung). Die bisher existierenden Organisationsformen und Zielsetzungen in den ausgew\u00e4hlten internen\/externen Verwaltungsbereichen werden mit den Anforderungen der EMAS-VO und DIN\/ISO 14001 verglichen und entsprechend weiterentwickelt. Die Ergebnisse werden in einem Managementprogramm dargestellt. Das Umweltmanagementsystem und insbesondere die Aufbau und Ablauforganisation in den internen\/externen Bereichen werden in einem Managementhandbuch zusammengefa\u00dft. In Arbeitssitzungen wird die \u00dcbertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Verwaltungsbereiche der Stadt Wuppertal und andere Kommunen gepr\u00fcft. Die (Teil-)Ergebnisse des Vorhabens werden mit einem externen Informationsnetzwerk abgestimmt, welches sich aus Vertretern anderer St\u00e4dte zusammensetzt, und in einem Praxisratgeber f\u00fcr andere Kommunen aufbereitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Wesentliches Ziel des Modellvorhabens war die \u00dcberpr\u00fcfung und Weiterentwicklung des (im Zuge einer Strukturreform geschaffenen) Umweltmanagementsystems gem\u00e4\u00df den Anforderungen der EG-\u00d6ko-Audit-Verordnung und der DIN EN ISO 14001 (Umweltmanagementsysteme &#8211; Spezifikationen mit Anleitung zur Anwendung). Dabei konnte speziell in Wuppertal auf konkrete Erfahrungen mit zur EMAS analogen Syste-melementen zur\u00fcckgegriffen werden, die im Zuge der Verwaltungsstrukturreform eingef\u00fchrt wurden. Besonders hervorzuheben sind hier f\u00fcr den Bereich des betrieblichen Umweltschutzes (Verwaltungsbetrieb) die Existenz von Leitf\u00e4den in den Bereichen<br \/>\n\u00a7 umweltfreundliche Beschaffung,<br \/>\n\u00a7 betriebliche Abfallwirtschaft,<br \/>\n\u00a7 \u00f6kologisches Bauen und Sanieren,<br \/>\n\u00a7 Energieeinsparung und<br \/>\n\u00a7 betriebsinduzierter Verkehr (Verkehrsaufkommen durch Besch\u00e4ftigte).<br \/>\nParallel zur Erarbeitung und Verabschiedung dieser Leitf\u00e4den wurde an der Entwicklung eines Controllingsystems gearbeitet. Die zum Projektstart wesentlichen identifizierten Systemschwachstellen lagen in der unzureichenden Kommunikation \u00fcber Ziele und Anforderungen der Leitf\u00e4den und der darin enthaltenen Zielsetzungen und in der unzureichenden Datenlage zu den einzelnen Wirkungsbereichen. Au\u00dferdem bestanden Motivationsprobleme bei der Umsetzung der bis dahin entwickelten Ziele und Ma\u00dfnahmen und Unklarheiten bei Verantwortlichkeiten f\u00fcr die Umsetzung. Weiterhin wurde ein Defizit in den unzureichende Steuerungsm\u00f6glicheiten durch z.T. fehlende Me\u00dfgr\u00f6\u00dfen und Kennziffern gesehen.<br \/>\nIn dem Projekt wurden basierend auf den o.g. Schwachstellen folgende wesentliche Weiterentwicklungen des Managementsystems erreicht:<br \/>\n\u00a7 Me\u00dfgr\u00f6\u00dfen f\u00fcr Abfall- und Energiewirtschaft, Beschaffung und betriebsinduzierten Verkehr<br \/>\n\u00a7 \u00dcbersicht \u00fcber rechtliche Grundlagen und Bewertung der Umsetzung f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Bereiche der Verwaltung<br \/>\n\u00a7 Zusammenstellung und Weiterentwicklung vorhandener Ziele in ausgew\u00e4hlten Dienstleistungsbereichen<br \/>\n\u00a7 Verfahrensbeschreibungen im Verwaltungsbetrieb<br \/>\n\u00a7 Beispielhafte Verfahrensbeschreibung f\u00fcr die Entwicklung von umweltbezogenen Zielen und Ma\u00dfnahmen und deren Abstimmung mit der Politik (Bereiche Bauleitplanung und Gew\u00e4sserschutz) in einem Managementhandbuch<br \/>\nWesentliche schriftliche Ergebnisse sind<br \/>\n\u00a7 chronologische Dokumentation des Projekts<br \/>\n\u00a7 Praxisratgeber zur Entwicklung kommunaler Umweltmanagementsysteme<br \/>\n\u00a7 Managementhandbuch<br \/>\n\u00a7 Bericht zu den Ergebnissen der Umweltpr\u00fcfung<br \/>\n\u00a7 Zusammenstellung der rechtlichen Anforderungen in ausgew\u00e4hlten Verwaltungsbereichen<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Fachaufs\u00e4tze:<br \/>\n\u00a7 Bloser, Marcus\/ Gleim, Christian: Modellvorhaben Umweltmanagement der Stadtverwaltung Wuppertal, in: UVP-Report, Nr. 4+5\/ 1997, S. 199ff.<br \/>\n\u00a7 Bloser, Marcus\/ Gleim, Christian: Modellvorhaben Umweltmanagement, in: Kommunale \u00d6kologische Briefe, Nr.18\/ 03.09.1997, S. Iff.<br \/>\nVeranstaltungen:<br \/>\n\u00a7 Vortrag im April 1997 auf einem hausinternen Seminar der Stadt Rostock zum kommunalen \u00d6ko-Audit<br \/>\n\u00a7 Vortrag im April 1997 auf den 10. Herner Umweltgespr\u00e4chen zur Vorstellung des Projekts<br \/>\n\u00a7 Workshop mit externen St\u00e4dtevertretern bei der Stadt Wuppertal am 04.06.1997 zur Diskussion der Vorgehensweise und der Ergebnisse der Umweltpr\u00fcfung<br \/>\n\u00a7 Workshop mit externen St\u00e4dtevertretern bei der Stadt Wuppertal am 27.01.1998 zur Abstimmung des Praxisratgebers und zur Diskussion der Projektergebnisse<br \/>\n\u00a7 geplant: Vortrag am 28.05.1998 zu den Projektergebnissen auf einer Tagung des Umweltinstituts Offenbach zum Thema Kommunales \u00d6ko-Audit<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Folgende wesentliche Erkenntnisse konnten aus dem Modellvorhaben abgeleitet werden:<br \/>\n\u00a7 Das Managementverst\u00e4ndnis der EMAS und der DIN ISO 14001 ist neu f\u00fcr Kommunalverwaltungen. Hier sind insbesondere Probleme bei der Einf\u00fchrung transparenter und zielbezogener Steuerungssysteme erkennbar.<br \/>\n\u00a7 Die EMAS ist grunds\u00e4tzlich auf Kommunen \u00fcbertragbar. Problematisch ist jedoch die bisher enge Definition des Standortbegriffs der EMAS, der f\u00fcr jeden Verwaltungsstandort eigene Managementsysteme verlangt. Dies w\u00fcrde zu einem nicht leistbaren Aufwand bei gr\u00f6\u00dferen Kommunen f\u00fchren.<br \/>\nDie interne Kommunikation und Information \u00fcber Philosophie und Anforderungen von Managementsystemen und deren Anpassung an existerende Verwaltungsabl\u00e4ufe ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Einf\u00fchrung von Managementsystemen. Nicht so sehr die Strukturen, sondern vielmehr eine gemeinsam akzeptierte  Zielorientierung und die Schaffung entsprechend klarer Verbindlichkeiten f\u00fcr die Umsetzung, auch in Abstimmung mit der Politik, sind aus unserer Sicht weiter wichtige Umsetzungsvoraussetzungen f\u00fcr ein effektives Umweltmanagement.<br \/>\nNachdem im Februar 1998 die Erweiterungsverordnung zum Umwelt-Audit-Gesetz (UAG) g\u00fcltig wurde, ist jetzt eine Zertifizierung von kommunalen Verwaltungen nach EMAS m\u00f6glich. Daurch wird das Interessen in Kommunen an der Entwicklung von UMweltmanagmentsystemen zunehmen.<br \/>\nIn der BRD laufen parallel zu dem hier vorgestellten Projekt Aktivit\u00e4ten zur Entwicklung kommunaler Umweltmanagmentsysteme in anderen Kommunen (Hannover, Rostock, N\u00fcrnberg, Erlangen, Modellprojekt in Baden-W\u00fcrttemberg und Hessen u.a.) Bisher fehlt eine synoptische Auswertung der dort gemachten Erfahrungen und eine Analyse der \u00dcbertragbarkeit. Weiterhin ist ein Mangel an Erfahrungsaustausch mit dem Ziel der Erstellung von \u00fcbertragbaren Empfehlungen an andere Kommunen feststellbar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Stadt Wuppertal hat im Rahmen einer grundlegenden Verwaltungsreform das Amt f\u00fcr Umweltschutz und Umweltdezernat zu Gunsten einer Organisationsl\u00f6sung Umweltschutz als Gemeinschaftsaufgabe in Verbindung mit der Einf\u00fchrung eines Umweltmanagementsystems (UMS) aufgel\u00f6st. Das angestrebte und z.T. eingerichtete UMS entspricht in Grundz\u00fcgen den Anforderungen der EMAS-VO und der DIN\/ISO Serie 14000. 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