{"id":19260,"date":"2024-11-27T10:32:18","date_gmt":"2024-11-27T09:32:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/00783-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:19","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:19","slug":"00783-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/00783-01\/","title":{"rendered":"Entsiegelungswirkung verschiedener Oberbauarten modellhaft an einem Parkplatz in Abh\u00e4ngigkeit vom Witterungsverlauf"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anla\u00df des Vorhabens:<br \/>\n\u00c4nderung der WHG des Bundes und der L\u00e4nder sowie Entwurf des BBodSchG; Auflagen in Bebauungspl\u00e4nen Niederschlagswasser innerhalb einer Liegenschaft zu bewirtschaften.<br \/>\nZielsetzung des Vorhabens:<br \/>\nErg\u00e4nzung des Grundwassers mit sauberem Sickerwasser (Nachweis durch chemische Untersuchungen); Reduzierung der Vorfluterbelastung bei der Erstellung von Verkehrsfl\u00e4chen (z.B. verkehrsberuhigte Wohnstra\u00dfen oder Parkplatzfl\u00e4chen, private Verkehrsfl\u00e4chen); Kostenreduzierung durch Verringerung der Baukosten f\u00fcr Entw\u00e4sserungssysteme f\u00fcr Anlieger und Kommunalverwaltungen bzw. Reduzierung der Abwassergeb\u00fchren.<br \/>\nZielsetzung soll erreicht werden durch die Verwendung wasserdurchl\u00e4ssiger Wegefl\u00e4chen.<br \/>\nBis zu Beginn des Forschungsvorhabens lagen nur Untersuchungen zu Einzelaspekten bzw. Laborversuche vor. Ziel des Vorhabens ist die Untersuchung derartiger Verkehrsfl\u00e4chen unter praxisbezogenen Nutzungsbedingungen und nat\u00fcrlicher Witterung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenErstellung der Modellversuchsfl\u00e4che (ca. 2000 m\u00b2) mit den notwendigen Messeinrichtung (41 verschiedene Versuchsfl\u00e4chen mit unterschiedlicher Abdichtung zum Baugrund, unterschiedlicher Querneigung und unterschiedlicher Ausbildung der Trag-, Bettungs- und Deckschichten).<br \/>\nZeitgleiche Registrierung des Oberfl\u00e4chen- und Planumsabflusses der Verkehrsfl\u00e4chen mit den Klimadaten in der Messzentrale vor Ort (Fern\u00fcberwachung durch das LfT der FH Osnabr\u00fcck per Modem).<br \/>\nErmittlung der zeit- und mengenbezogenen Parameter des Abflussverhaltens der Versuchsfl\u00e4chen in 30 Sekunden-Intervallen.<br \/>\nBewertung der Abflussparameter durch eine exemplarische Auswahl der Regenereignisse der Jahre 1995 bis 1998 sowie f\u00fcnf unterschiedlich starke k\u00fcnstliche Beregnungen mit je drei Wiederholungen.<br \/>\nUntersuchung der Nutzbarkeit der eingebauten Materialien durch Baustoffanalysen in den Jahre 1994 und 1998 sowie regelm\u00e4\u00dfige Messungen der Ebenheit der Fl\u00e4chen.<br \/>\nBestimmung verschiedener chemischer Leitsubstanzen in unterschiedlichen Baustoffen und Horizonten der Parkplatzbefestigungen bei der Herstellung der Versuchsfl\u00e4chen und zum Abschluss des Projekts.<br \/>\nQuantitative Analytik der verschiedenen Oberfl\u00e4chen- und Planumsabfl\u00fcsse.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Bauweisen zeigen eine deutliche Reduzierung des Gesamtabflusses &#8211; entweder durch Versickerung oder durch R\u00fcckhalt im Oberbau. Dabei nimmt der R\u00fcckhalt eine dominante Position ein: sogar von Starkregenereignissen k\u00f6nnen bis zu 52 % des Niederschlags im Aufbau einer wasserdurchl\u00e4ssigen Verkehrsfl\u00e4che zur\u00fcckgehalten werden, bei schw\u00e4cheren Regenereignissen bis 100 %. Die Versickerung des Niederschlagswassers nimmt im Gegensatz dazu einen deutlich geringeren Stellenwert ein, der nur bis zu 14 % der Niederschlagsmenge eines Starkregenereignisses ausmacht.<br \/>\nEbenso findet eine deutliche Senkung des Spitzenabflusses statt. Die zeitliche Verschiebung zwischen dem Beginn des Regens und dem des intensivsten Abflusses nimmt bei wasserdurchl\u00e4ssigen Verkehrsfl\u00e4chen im Gegensatz zu undurchl\u00e4ssigen Fl\u00e4chen zu. Damit ist eine nicht zu vernachl\u00e4ssigende Verz\u00f6gerung des Abflusses erreicht. Die bei Starkregen auftretende Verschiebung des Abflu\u00dfendes gegen\u00fcber dem Regenende verz\u00f6gert und verringert die Belastung der Entw\u00e4sserungseinrichtungen weiterhin sp\u00fcrbar. Die Schwankungsbreite der einzelnen Untersuchungsparameter bezogen auf die Bauweisen als auch auf die Regensituation ist betr\u00e4chtlich. Dabei lassen sich Baustoffe und Bauweisen eindeutig positiven bzw. negativen Auswirkungen zuordnen.<br \/>\nDie technische Nutzbarkeit der Pflasterbauweisen weicht von den \u00fcblichen Bauweisen nur gering ab. Sofern die verkehrlichen Anspr\u00fcche nicht zu hoch sind, kann durch wasserdurchl\u00e4ssige Wegebel\u00e4ge in Abstimmung auf die Baugrundverh\u00e4ltnisse eine Abflussreduzierung erreicht werden.<br \/>\nBei den wasserdurchl\u00e4ssigen Bauweisen kommt es unter Realnutzung zu einer Kontamination des Sickerwassers. Die h\u00e4ufigsten \u00dcberschreitungen von Grenzwerten nach Trinkwasserverordnung werden erwartungsgem\u00e4\u00df unter den durchl\u00e4ssigsten Versuchsfl\u00e4chen festgestellt. Angesichts der Zuf\u00e4lligkeiten der Realnutzung und des damit verbundenen Schadstoffeintrags ist eine quantitative Bewertung f\u00fcr die unterschiedlichen Bauweisen nicht m\u00f6glich.<br \/>\nDennoch ist festzustellen, dass die Infiltration von Schadstoffen in den Unterbau von Verkehrsfl\u00e4chen infolge wasserdurchl\u00e4ssiger Bauweisen im Betrachtungszeitraum keine ungew\u00f6hnlichen Belastungen bewirkte. Dies belegen Vergleiche mit Schadstoffkonzentrationen in Bodenproben, die unterhalb extensiv genutzter Gr\u00fcnfl\u00e4chen in unmittelbarere N\u00e4he der Modellversuchsfl\u00e4che gewonnen wurden.<br \/>\nDie gewonnenen Erkenntnisse lassen, sinnvoll in Beziehung gesetzt, die Entwicklung einer optimalen Bauweise f\u00fcr wasserdurchl\u00e4ssige Verkehrsfl\u00e4chen zu.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>St\u00e4ndige \u00d6ffentlichkeitsarbeit erfolgt in den \u00f6rtlichen und \u00fcberregionalen Medien sowie der Fachpresse (z. B. Neue Landschaft, Taspo, Bericht von Radio Niedersachsen, NDR 1);<br \/>\nVortr\u00e4ge auf dem FLL-Symposium in Pforzheim, auf dem Baum- und Bodenseminar 96 in Jena, auf der Umwelt 97 in Osnabr\u00fcck, auf den Baumpflegetagen 97 in Osnabr\u00fcck, auf dem Baum- und Bodenseminar 99 in Jena, sowie zahlreichen hausinternen Seminaren des LfT. Die Forschungsergebnisse sind in die Lehre an der Fachhochschule Osnabr\u00fcck wie auch in Empfehlungen und Regelwerke f\u00fcr den Garten- und Landschaftsbau selbstverst\u00e4ndlich eingeflossen.<br \/>\nDas Forschungsvorhaben ist als Untervorhaben des OBE-Projekts Faszination Boden als Projekt aus Stadt und Region bei der Weltausstellung EXPO 2000 registriert und soll mindestens bis zum Ende der Weltausstellung weitergef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die angestrebten Untersuchungen m\u00fcssen weiter erg\u00e4nzt und ggf. verfeinert werden, auch unter Ber\u00fccksichtigung neuer Baustoffe, damit zur EXPO 2000 zeitnahe Daten vorgetragen werden k\u00f6nnen.<br \/>\nEine Weiterf\u00fchrung der hydraulischen und bautechnisch-bodenmechanischen Untersuchungen konnte durch den Erhalt des Arbeitsplatzes der Forschungsingenieurin an der Fachhochschule Osnabr\u00fcck im Rahmen des Nieders\u00e4chsischen Assistentenprogramms gesichert werden.<br \/>\nDie Ergebnisse m\u00fcssen in die langfristige Planung der Kommunen fr\u00fchzeitig eingebracht werden, damit Entsiegelungsma\u00dfnahmen, z. B. in neuen Baugebieten, rechtzeitig bedacht werden. Den Verantwortlichen in den Verwaltungen muss klar werden, dass die Baugrundverh\u00e4ltnisse f\u00fcr den Einsatz von was-serdurchl\u00e4ssigen Verkehrsfl\u00e4chen entscheidend sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anla\u00df des Vorhabens: \u00c4nderung der WHG des Bundes und der L\u00e4nder sowie Entwurf des BBodSchG; Auflagen in Bebauungspl\u00e4nen Niederschlagswasser innerhalb einer Liegenschaft zu bewirtschaften. 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