{"id":19252,"date":"2023-07-13T15:10:49","date_gmt":"2023-07-13T13:10:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05591-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:51","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:51","slug":"05591-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05591-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Erprobung EDV-gest\u00fctzter Freiraumplanung am Beispiel des Landkreises Osnabr\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die nachhaltige Sicherung und Entwicklung von Freir\u00e4umen innerhalb von Verdichtungsr\u00e4umen erfordert insbesondere im Zuge ansteigender Versiegelung und Inanspruchnahme durch Industrie\/Gewerbe, Wohnraum und Verkehr gezielte Ma\u00dfnahmen im Rahmen regionaler Vorsorge. Hierzu sind geeignete Methoden und planerische Werkzeuge zu erarbeiten und praxisorientiert einzusetzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt wird in drei Arbeitsphasen durchgef\u00fchrt. In der konzeptionellen Phase erfolgen die theoretischen Analysen und Modellbildungen f\u00fcr die fachlichen Anforderungen in einer GIS (Geographisches Informations-System)-Anwendung. In der Realisierungsphase erfolgt die Programmierung der Anwendung und die Datenbankanwendung an das bestehende GIS-System. In der dritten Phase wird die Erprobung der Anwendung im Echteinsatz im Testgebiet des Landkreises Osnabr\u00fcck durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Methodisch wird ein Indikatorenkonzept erarbeitet, welches die Eigenschaften einer Funktion zur Pr\u00e4gung eines Freiraumes beschreibt. Die Merkmale werden innerhalb eines Aggregationsschemas bewertet, gewichtet und als (Teil-)Ergebniskarten aufbereitet.<\/p>\n<p>Die technische Unterst\u00fctzung und Erprobung erfolgt mit Hilfe eines Geographischen Informationssystems, in dem insbesondere die Indikatoren digital erfa\u00dft und aggregiert werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der im Rahmen dieser Untersuchung entwickelte und angewendete methodische Ansatz zur besseren Fundierung und Erh\u00f6hung der Begr\u00fcndungsqualit\u00e4t bei der Ausweisung von Vorranggebieten f\u00fcr Freiraumfunktionen ist hinsichtlich der Vielzahl der Kriterien und der Aggregationsregeln ohne EDV-Unterst\u00fctzung kaum leist-bar. Dies gilt um so mehr, wenn zuk\u00fcnftig weitere Grundlagendaten in einzelnen Freiraumfunktionsbereichen zur Verf\u00fcgung stehen.<br \/>\nDer Charakter des Planelementes Vorranggebiet f\u00fcr Freiraumfunktionen ist multifunktional, so da\u00df nicht nur eine rein additive Zusammenfassung der im Raum vorzufindenden einzelnen Freiraumfunktionen ausreichend ist, sondern eine nach ihrer Bedeutung zu differenzierende Einstufung der jeweiligen Funktionsbereiche einschl. der einzelnen Kriterien notwendig ist. Somit ergeben sich relativ komplexe Rechenoperationen innerhalb der Aggregationsvorschriften, die effizient nur noch mit Hilfe entsprechender Geographischer Informationssysteme (GIS) m\u00f6glich sind. Als beispielhafte Freiraumfunktionsbereiche seien hier die Bereiche Natur und Landschaft, Landwirtschaft oder Wasserwirtschaft genannt, die \u00fcber fachspezifische Indikatoren (z.B. Biotopentwicklungspotential, Naturschutzgebiete, ackerbauliches Ertragspotential, \u00dcberschwemmungsgebiete) erfa\u00dft und bewertet werden. Die Indikatoren werden hinsichtlich ihrer Wertigkeit innerhalb von Kern- und Erg\u00e4nzungsbereiche nochmals in Priorit\u00e4tsstufen I und II unterschieden. Auf der Grundlage von festgelegten Aggregationsregeln k\u00f6nnen sehr wertvolle Freiraumbereiche, wertvolle Freiraumbereiche oder weitere Freiraumbereiche berechnet und graphisch erzeugt werden. Beispielhaft besteht ein sehr hoher Freiraum, wenn die Kombination von folgenden Indikatoren vorliegt: Bedeutsamer Boden (KI), Biotopentwicklungspotential (KI), Landschaftsschutzgebiet (KII),Gebiet mit besonderer Bedeutung f\u00fcr Erholung (KII).Durch die Kombination 2 * KI + 2 * KII wird der ermittelte Teilraum als sehr wertvoller Freiraum eingestuft.<\/p>\n<p>Die Anwendung spezifischer, auf die jeweilige Planungsaufgabe ausgerichteter methodischer Konzepte und hierauf angepa\u00dfte Geographische Informationssysteme k\u00f6nnen nicht nur zur Effektivierung und besseren Transparenz der Planungsarbeit und somit zu einer Verfahrensbeschleunigung beitragen, sondern leisten einen nicht unerheblichen Beitrag zur St\u00e4rkung von Umweltvorsorgeaspekten in der r\u00e4umlich-koordinierenden Gesamtplanung.<\/p>\n<p>Die Entwicklung und Anwendung dieser GIS-gest\u00fctzten Freiraumplanung ist nicht nur auf den Untersuchungsraum Osnabr\u00fcck beschr\u00e4nkt. Zumindest die Regionalplanungstr\u00e4ger in Niedersachsen k\u00f6nnten weitgehend ohne gr\u00f6\u00dfere Modifikationen diesen Ansatz f\u00fcr die Ausweisung von Vorranggebieten f\u00fcr Freiraumfunktionen in ihren Regionalen Raumordnungsprogrammen \u00fcbernehmen. Das methodische Konzept ist offen gegen\u00fcber Erweiterungen um zus\u00e4tzliche Kriterien und auch bez\u00fcglich einer unterschiedlichen Gewichtung von Indikatoren.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist eine \u00dcbertragbarkeit in die Regionalplanung anderer Bundesl\u00e4nder sowie die Anwendung bei zus\u00e4tzlichen Planungsaufgaben auf den verschiedenen Ebenen denkbar. Hierzu sind allerdings spezifische Modifikationen des Konzeptes erforderlich, die die landes- bzw. regionsspezifischen Rahmenbedingungen mit ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Die Untersuchung hat jedoch auch deutlich gemacht, da\u00df es sachlogisch nicht zu begr\u00fcnden ist, auf Grundlage der vorliegenden Ergebnisse, die auf einer nach formalen Regeln durchgef\u00fchrten Methodik beruhen, direkt Ausweisungen regionalplanerischer Vorranggebiete abzuleiten. Die vorliegenden Ergebnisse stellen nur eine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Planungsakteure dar. Der planerische Sachverstand und die Beurteilungsf\u00e4higkeit sowie die Hinzuziehung weiterer f\u00fcr die Planung relevanter Aspekte sind auch weiterhin unverzichtbar.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Arbeit sollen in der Studienreihe des Osnabr\u00fccker Landes ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Einbeziehung der erarbeiteten Methoden und Programmteile in das Kommunale raumbezogene Informationssystem (KRIS) beim Landkreis Osnabr\u00fcck haben gezeigt, da\u00df f\u00fcr komplexe raumplanerische Bewertungen eine fundierte Basis erarbeitet werden kann. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen die planerischen Grundlagen f\u00fcr weitergehende Diskussionen transparenter und nachvollziehbarer gemacht werden.<br \/>\nDabei darf nicht \u00fcbersehen werden, da\u00df entsprechende Systeme die eigentliche Planungsaufgabe und die hiermit implizierte Abw\u00e4gung nicht ersetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die nachhaltige Sicherung und Entwicklung von Freir\u00e4umen innerhalb von Verdichtungsr\u00e4umen erfordert insbesondere im Zuge ansteigender Versiegelung und Inanspruchnahme durch Industrie\/Gewerbe, Wohnraum und Verkehr gezielte Ma\u00dfnahmen im Rahmen regionaler Vorsorge. Hierzu sind geeignete Methoden und planerische Werkzeuge zu erarbeiten und praxisorientiert einzusetzen. 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