{"id":19246,"date":"2024-11-27T10:32:21","date_gmt":"2024-11-27T09:32:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01150-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:22","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:22","slug":"01150-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01150-01\/","title":{"rendered":"Einsatz nichtradioaktiver Markierungsverfahren zur Pr\u00fcfung zellul\u00e4rer Immunreaktionen in-vitro"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In-vitro-Messungen immunologischer Leistungen z\u00e4hlen zu essentiellen Bestandteilen der experimentellen und klinischen Immunologie bei Mensch und Tier. So ist z. B. die Messung des Aktivierungspotentials von Immunzellen, wie Phagozyten, T-Lymphozyten, B-Lymphozyten, f\u00fcr die Immundiagnostik und f\u00fcr die Grundlagenforschung gleicherma\u00dfen von Bedeutung. Hierdurch k\u00f6nnen regelhaft ablaufende, aber auch abweichende Reaktionen des Immunsystems, z. B. Immunsuppressionen, ermittelt werden. Vielen dieser Verfahren liegt als Markierungsprinzip f\u00fcr die Messung der Zellaktivit\u00e4t (Blastogenese, Zellteilung) der Einsatz von Isotopen zugrunde, wobei radioaktiv markierte DNA-Base \/z. B. 3H-Thymidin) in-vitro in die zellul\u00e4re DNA eingebaut wird. Die resultierenden Einbauraten k\u00f6nnen dahingehend interpretiert werden, da\u00df zellul\u00e4re immunologische Leistungen regelhaft ablaufen oder gest\u00f6rt sind.<br \/>\nSo sehr sich diese Verfahren bew\u00e4hrt haben, setzen sie hochspezialisierte Laboratorien mit entsprechend aufwendiger apparativer Ausstattung voraus und stellen besondere Anforderungen an Ma\u00dfnahmen zur Personal- und Laborsicherheit (Strahlenschutzverordnung). Insbesondere wird die Entsorgung des anfallenden radioaktiven Materials notwendig. Um diese Problematik zu umgehen, ist gerechtfertigt, Alternativen zu diesen Verfahren zu pr\u00fcfen. Daher ist beabsichtigt, an Leukozytenfraktionen des Huhns in-vitro zu pr\u00fcfen, inwieweit bei Anwendung nicht-radioaktiver Markierungsmethoden (Tetrazoliumsalz MTT) zellul\u00e4re Immunreaktionen mit gleicher Pr\u00e4zision gemessen werden k\u00f6nnen wie mit herk\u00f6mmlichen Methoden, die unter Verwendung von Isotopen durchgef\u00fchrt werden.<br \/>\nSomit haben die geplanten Untersuchungen zum einen Modellcharakter, zum anderen sollen sie neue Perspektiven der veterin\u00e4rmedizinischen Immundiagnostik mit erh\u00f6hter Labor- und Personalsicherheit und Minderung der Entsorgungsproblematik aufzeigen. Damit soll es den risikoarmen Einsatz eines immundiagnostischen Verfahrens erm\u00f6glichen, das sowohl in der Pathogeneseforschung multifaktorieller, infekti\u00f6ser und nichtinfekti\u00f6ser Erkrankungen des Gefl\u00fcgels als auch in der angewandten Immundiagnostik applizierbar ist.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEntsprechend dem in der Antragstellung formulierten Arbeitsprogramm wurde der Lymphozyten-Transformationstest (LTT) zun\u00e4chst im konventionellen Verfahren unter Verwendung von 3H-Thymidin etabliert, wobei  die Mitogene Concanavalin A (Con A) und Phytoh\u00e4magglutinin (PHA) zur Anwendung gelangten. Parallel hierzu wurden entsprechende Vorversuche zur Optimierung des Einsatzes des Tetrazoliumsalzes MTT (3 (4,5-Dimethyl-Thiazoyl-2-yl) 2,5 Diphenyl-Tetrazolium-Bromide) durchgef\u00fchrt, das als Alternative zum Einsatz des 3H-Thymidin dienen sollte. Im Rahmen dieser vorbereitenden Experimente wurden gleichzeitig die Verfahren der Leukozytengewinnung und -kultivierung, Inkubationsdauer, spektralphotometrische Me\u00dfverfahren, Auswertungsverfahren sowie statistische Verfahren auf ihre Eignung hin untersucht. Die erzielten methodischen Ergebnisse gelangten anschlie\u00dfend an drei Tiergruppen, bestehend aus Legehybriden, zur Anwendung. Hierbei wurde die Eignung der entwickelten Verfahren in Kurzzeitversuchen und in zwei Langzeitversuchen (21-28 Lebenswochen bzw. 67-75 Lebenswochen) im Sinne der Versuchsthematik gepr\u00fcft. Die Ergebnisse dieser Vorversuche ermutigten, den Einsatz dieses Verfahrens auch auf andere Vogelspezies zu erweitern, die zum einen von kommerziellem Interesse f\u00fcr die Lebensmittelproduktion (Puten, Masth\u00e4hnchen, Enten) sind, zum anderen als Bioindikatoren mariner \u00d6kosysteme (M\u00f6wen) gelten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach Erprobung verschiedener Versuchsvariablen wurden immundiagnostische Testsysteme f\u00fcr die Pr\u00fcfung der afferenten Phase zellvermittelter Immunreaktion in-vitro erarbeitet, die nunmehr an verschiede-nen Nutzgefl\u00fcgelspezies und dar\u00fcber hinaus an M\u00f6wen, die als Bioindikatoren f\u00fcr marine \u00d6kosysteme gelten, Anwendung finden k\u00f6nnen. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass der LTT unter Einsatz von MTT im Vergleich zum LTT unter Verwendung von 3H-Thymidin eine Alternative zur Messung der Zellproliferation ist und unter den o. g. Versuchsbedingungen dazu verwendet werden kann, Proliferationen peripherer Blutleukozyten und damit immunologisch relevanter Zellen zu  messen. Durch dieses Verfahren wird ein Beitrag zur Reduzierung des Einsatzes von Isotopen geleistet. Indem diese Methode &#8211; in Abweichung von bisherigen Verfahren &#8211; auch intra vitam durchf\u00fchrbar ist, entf\u00e4llt die T\u00f6tung von Ver-suchstieren. \u00dcberdies konnte gezeigt werden, dass dieses Verfahren erfolgreich auf andere Vogelspe-zies \u00fcbertragen werden konnte. Aus statistischer Sicht sollten aufgrund der individuellen starken Schwankungen die jeweiligen Stichprobengr\u00f6\u00dfen 10 Tiere nicht unterschreiten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die erzielten Ergebnisse wurden im Rahmen einer Dissertation und wissenschaftlicher Fachvortr\u00e4ge anl\u00e4sslich der Tagung der International Avian Immunology Research Group 1994 und 1995 vorgetragen. \u00dcber die Projektlaufzeit hinaus finden die erarbeiteten Verfahren im Rahmen von Forschungsarbeiten f\u00fcr Dissertationen und anderen Projekten Anwendung. Au\u00dferdem wurden externe Untersucher im Rahmen von Hospitationen an der Klinik f\u00fcr Gefl\u00fcgel der Tier\u00e4rztlichen Hochschule in diese Verfahren eingearbeitet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Rahmen dieses Projekts erzielten Ergebnisse zeigen, dass der LTT unter Verwendung von MTT im Sinne der Antragstellung f\u00fcr immundiagnostische Zwecke und f\u00fcr Fragestellungen der Pathogeneseforschung sowie im Rahmen der Pr\u00fcfung zur Unsch\u00e4dlichkeit von Impfstoffen geeignet ist. Insofern wurde ein Beitrag zur Minderung der Entsorgungsproblematik umweltrelevanter Chemikalien erzielt. Dar\u00fcber hinaus wurde dieses Verfahren im Sinne des Tierschutzes f\u00fcr die Applikation in-vitro entwickelt, so dass die T\u00f6tung von Versuchstieren entf\u00e4llt und ein kontinuierliches Monitoring zellvermittelter immunologischer Leistungen m\u00f6glich ist. Zuk\u00fcnftigen Untersuchungen soll vorbehalten bleiben, ob als Alternative zu MTT der Farbstoff XTT und Alamar blue Verwendung finden k\u00f6nnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In-vitro-Messungen immunologischer Leistungen z\u00e4hlen zu essentiellen Bestandteilen der experimentellen und klinischen Immunologie bei Mensch und Tier. So ist z. B. die Messung des Aktivierungspotentials von Immunzellen, wie Phagozyten, T-Lymphozyten, B-Lymphozyten, f\u00fcr die Immundiagnostik und f\u00fcr die Grundlagenforschung gleicherma\u00dfen von Bedeutung. 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