{"id":19243,"date":"2023-07-13T15:12:21","date_gmt":"2023-07-13T13:12:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07918-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:21","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:21","slug":"07918-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07918-01\/","title":{"rendered":"Energie- und CO2-Reduktionsanalysen f\u00fcr den Geb\u00e4udebestand der Kirchengemeinde in K\u00f6penick"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel der Machbarkeitsstudie war die Feststellung des Interesses der K\u00f6penicker Kirchengemeinden an dem geplanten kumenischen Energiesparprojekt, die Ermittlung von Rahmendaten (einzubeziehende Geb\u00e4ude, Energieverbrauch, CO2-Emissionen), die Absch\u00e4tzung des Aufwandes und die Erstellung eines Umsetzungskonzeptes.<br \/>\nAnla\u00df war das Interesse von K\u00f6penicker Kirchenvertretern, im Rahmen des K\u00f6penicker Modells zur Erstellung und Umsetzung einer lokalen Agenda 21, an dessen Zustandekommen die Ortskirchen einen Anteil haben, durch die Reduzierung ihres Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen einen praktischen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Eine Grundlage f\u00fcr das Herangehen bildete die<br \/>\nEKD-Studie Energisch Energie Sparen. Neu waren der fl\u00e4chendeckende und der \u00f6kumenische Ansatz.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Interesse der Gemeinden und die Rahmendaten wurden in Gespr\u00e4chen mit Gemeindevertretern anhand eines daf\u00fcr entwickelten Fragebogens erfa\u00dft. Die Geb\u00e4ude- und Verbrauchsdaten wurden in einer Datenbank abgelegt, welche die Grundlage f\u00fcr den im Hauptprojekt zu erstellenden Kataster bildet.<br \/>\nDie Daten wurden ausgewertet und den Gemeinden Vorschl\u00e4ge f\u00fcr in die Energieanalysen einzubeziehende Geb\u00e4ude unterbreitet. Zur Vorbereitung der Energieanalysen wurden den Gemeinden Energieordner \u00fcbergeben mit der Bitte, alle energierelevanten Unterlagen zu erg\u00e4nzen.<br \/>\nF\u00fcr die geplanten Analysen und die Umsetzung von Energiesparma\u00dfnahmen wurde ein Umsetzungskonzept erarbeitet.<br \/>\nMit den Bau\u00e4mtern der katholischen und der evangelischen Landeskirche wurden Gespr\u00e4che \u00fcber eine Zusammenarbeit gef\u00fchrt.<br \/>\nDie Ergebnisse der Machbarkeitsstudie wurden auf einer \u00f6ffentlichen Veranstaltung des \u00d6kumenischen Forums K\u00f6penick vorgestellt.<br \/>\nUm verbindliche Aussagen \u00fcber die Beteiligung der Gemeinden an dem geplanten Projekt zu erhalten, wurde eine Beschlu\u00dfvorlage entworfen und die Gemeinden gebeten, auf dieser Grundlage eine entsprechende Entscheidung zu treffen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>An der Beantwortung der Fragebogen haben sich 15 der 19 K\u00f6penicker Kirchengemeinden beteiligt. Zwei Gemeinden haben erkl\u00e4rt, sich nicht zu beteiligen.<br \/>\nInsgesamt wurden 53 Geb\u00e4ude gez\u00e4hlt, von denen 47 f\u00fcr die Einbeziehung in das Energiemanagement (Verbrauchs\u00fcberwachung und -bilanzierung) und 14 bis 28 f\u00fcr Energieanalysen vorgeschlagen wurden.<br \/>\nF\u00fcr den Energieverbrauch wurden folgende Werte ermittelt (gerundet, teilweise auf der Basis von Sch\u00e4tzungen): Erdgas: 2.500.000 kWh\/a, Strom: 200.000 kWh\/a, Prim\u00e4renergie: 3.100.000 kWh\/a, CO2-Emissionen: 600.000 kg\/a, Energiekosten: 300.000 DM\/a.<br \/>\nNeben der Ermittlung von Rahmendaten diente der Fragebogen auch zur Ermittlung des Interesses der Gemeinden an verschiedenen Einzelma\u00dfnahmen. Dabei ist herauszuheben, da\u00df die Mehrzahl der Gemeinden f\u00fcr eine Diskussion \u00fcber die Festlegung einer Zielvorgabe zur CO2-Reduktion offen ist und da\u00df gro\u00dfes Interesse an der Einrichtung von Energiebeauftragten bzw. einer kirchlichen Energieagentur besteht. Bei der j\u00e4hrlichen Bilanzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen w\u00fcrden sich alle Gemeinden beteiligen. Verhaltener ist das Interesse an nichtinvestiven Energiesparma\u00dfnahmen, welche auf dem Weg der Nutzerschulung erschlossen werden k\u00f6nnen, sowie an Informationsmaterial und Erfahrungsaustausch zum Thema Energiesparen.<br \/>\nAuf der Grundlage der in den Gespr\u00e4chen mit den Gemeinden ermittelten Daten und Informationen wurde ein Umsetzungskonzept f\u00fcr das geplante Energiesparprojekt erstellt. Dabei wird nicht mehr (wie urspr\u00fcnglich geplant) von einer fl\u00e4chendeckenden Analyse aller Geb\u00e4ude der Gemeinden ausgegangen, da bei vielen Geb\u00e4uden der zu erwartende Nutzen den Aufwand kaum rechtfertigen w\u00fcrde. Deshalb wurde bereits im Rahmen der Machbarkeitsstudie der energetische Sanierungsbedarf der Geb\u00e4ude anhand von Verbrauchsdaten und z.T. Energie-kennzahlen abgesch\u00e4tzt und den Gemeinden entsprechende Vorschl\u00e4ge zur Einbeziehung von Geb\u00e4uden in die geplanten Energieanalysen und das Energiemanagement unterbreitet. Um den unterschiedlichen Bed\u00fcrfnissen der ein-zelnen Gemeinden gerecht zu werden, wurde folgendes Stufenmodell f\u00fcr ihre Beteiligung an dem geplanten Vorhaben vorgeschlagen:<br \/>\nStufe 1: Einbeziehung in das Energiemanagement (Verbrauchserfassung und -\u00fcberwachung, Angebote zur Schulung der Bediener und Nutzer) und in die Bilanzierung des Energieverbrauchs und der Umweltbelastungen in einem j\u00e4hrlich zu erstellenden Klimabericht (f\u00fcr alle Gemeinden)<br \/>\nStufe 2: Durchf\u00fchrung von Energie- und CO2-Reduktionsanalysen (f\u00fcr die vorgeschlagenen Objekte auf der Basis der Beschl\u00fcsse der Gemeinden)<br \/>\nStufe 3: Umsetzung von Energiesparma\u00dfnahmen auf der Grundlage der Energieanalysen<br \/>\nDas Umsetzungskonzept enth\u00e4lt au\u00dferdem ein detailliertes Leistungsangebot f\u00fcr das geplante Energiesparprojekt sowie Vorstellungen zur Finanzierung und zum Zeitplan.<br \/>\nDen \u00fcbrigen &#8211; nicht den Gemeinden unterstehenden &#8211; kirchlichen Einrichtungen wurde die Beteiligung an dem Projekt angeboten. Nach der \u00f6ffentlichen Pr\u00e4sentation der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie auf dem \u00d6kumenischen Forum wurden die Gemeinden gebeten, einen verbindlichen Beschlu\u00df \u00fcber ihre weitere Teilnahme an dem geplanten Vorhaben und die \u00dcbernahme des festgesetzten finanziellen Eigenanteils zu fassen. F\u00fcr die evangelischen Gemeinden hat das landeskirchliche Bauamt die \u00dcbernahme des Eigenanteils f\u00fcr die zu erstellenden Energieanalysen zugesagt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit fand zum einen durch die Pr\u00e4senz in den Gremien des K\u00f6penicker Modells zur Erstellung und Umsetzung der lokalen Agenda &#8211; dem Forum Umwelt und Entwicklung und der dazu geh\u00f6rigen Arbeitsgruppe Energie und Ressourcen &#8211; statt. Innerhalb der Kirchen\u00f6ffentlichkeit wurde \u00fcber den Stand und die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie auf den \u00d6kumenischen Foren in K\u00f6penick berichtet. In diesem Rahmen fand auch die \u00f6ffentliche Pr\u00e4sentation am 6. Mai 1996 statt.<br \/>\n\u00dcber das Projekt wurde au\u00dferdem im UfU-Informationsbrief und in den Briefen des Kirchlichen Forschungsheims Wittenberg informiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie wird als positiv eingesch\u00e4tzt, was dazu veranla\u00dft, das Projekt mit dem Unabh\u00e4ngigen Institut f\u00fcr Umweltfragen weiter zu verfolgen. Die Zusammenarbeit auf der \u00f6kumenischen Ebene hat in dem neu geschaffenen Projektbeirat und dem \u00d6kumenischen Forum gut funktioniert. Positiv zu vermerken ist auch das Interesse der kirchlichen Bau\u00e4mter. G\u00fcnstig hat sich auch die Einbindung in den Lokale-Agenda-Proze\u00df in K\u00f6penick bemerkbar gemacht. Kritisch zu bemerken ist, da\u00df die einzelnen  Gemeinden dem Vorhaben sehr unterschiedlich gegen\u00fcberstehen. W\u00e4hrend die Mehrheit der Gemeinden das Projekt unterst\u00fctzt, gibt es auch F\u00e4lle von Ablehnung und Skepsis bez\u00fcglich des Nutzens. Die Motivierung einzelner Gemeinden war mit einem gro\u00dfen zeitlichen Aufwand verbunden.<br \/>\nHinsichtlich der Projektdurchf\u00fchrung ist noch Einvernehmen bez\u00fcglich der<br \/>\n&#8211; verbindliche Erkl\u00e4rungen m\u00f6glichst vieler Gemeinden zu ihrer weiteren Beteiligung,<br \/>\n&#8211; Einigung der Vertreter der Ortskirchen \u00fcber die gemeinsame Projektdurchf\u00fchrung und<br \/>\n&#8211; Einigung \u00fcber die Projektfinanzierung<br \/>\nherzustellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel der Machbarkeitsstudie war die Feststellung des Interesses der K\u00f6penicker Kirchengemeinden an dem geplanten kumenischen Energiesparprojekt, die Ermittlung von Rahmendaten (einzubeziehende Geb\u00e4ude, Energieverbrauch, CO2-Emissionen), die Absch\u00e4tzung des Aufwandes und die Erstellung eines Umsetzungskonzeptes. 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