{"id":19237,"date":"2023-07-13T15:09:08","date_gmt":"2023-07-13T13:09:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02980-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:10","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:10","slug":"02980-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02980-01\/","title":{"rendered":"Herrichtung eines Besucherbergwerkes f\u00fcr eine Ausstellung zur Umweltgeschichte des Bergbaus durch die Beseitigung von Umweltsch\u00e4den"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch Eindringen von Schlammassen waren der historische Hasestollen und Teile des Haseschachtes am Piesberg seit einigen Jahrzehnten nicht mehr begehbar. Die zur ehemaligen Zeche Piesberg geh\u00f6renden Grubenbauten sollten vom Schlamm befreit &#8211; aufgew\u00e4ltigt- und somit wieder begehbar gemacht werden. Bei der Zeche handelte es sich um das n\u00f6rdlichste Steinkohlenbergwerk Deutschlands, s\u00e4mtliche Bauten der Zeche stehen unter Denkmalschutz. Ziel des Projektes ist die Herrichtung des Stollens als begehbares Exponat mit einer Ausstellungssequenz, die die Umweltgeschichte der Zeche, insbesondere die Grubenwasserproblematik und die daraus resultierende Verschmutzung des Haseflusses zum Gegenstand hat.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Aufw\u00e4ltigung des Stollens erfolgte vom Stollenmundloch aus bis zu einen Bruchbereich, der 122 m nach dem Mundloch gefallen war. Der Abtransport des Schlammes erfolgte durch ein Ladefahrzeug. Der gefallene Bruch wurde von \u00fcber Tage beseitigt, der Stollen in diesem Bereich in seiner alten Form wieder hergestellt und von au\u00dfen mit einer Betonabdeckung versehen. Aufgrund der nach dem Bruch immer feuchter werdenden Schlammassen musste die F\u00f6rderung eingestellt werden. Pumpversuche schlugen fehl, so dass die Aufw\u00e4ltigung vom Haseschacht aus fortgesetzt werden musste. Durch den Einsatz eines kleineren Ladeger\u00e4tes konnte am F\u00fcllort des Schachtes ein erster Ansatzpunkt hergestellt werden, von hier aus kam wiederum ein gr\u00f6\u00dferes Ladeger\u00e4t zum Einsatz. Um ein Nachdr\u00fccken des an-stehenden Schlammes zu verhindern, erfolgte der Bau eines Sicherheitsdammes, der diesen Abschnitt des Grubenbaues gegen das Eindringen von Wasser- und Schlammassen aus den n\u00f6rdlichen Bereichen des Piesberges zu sch\u00fctzen hat. Die Aufw\u00e4ltigung des Stollens wurde nach dieser Ma\u00dfnahme fortgesetzt. Unebenheiten und gr\u00f6\u00dfere Vertiefungen in der Stollensohle erforderten permanent ein Auff\u00fcllen mit von \u00fcber Tage eingebrachten Wasserbausteinen. Zum Abschluss erhielt der Schacht auf dem Ni-veau des Hasestollens eine Betonabdeckung mitsamt Unterfahrt f\u00fcr die Fahrstuhlanlage.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Angesichts erster \u00dcberlegungen und der Einsch\u00e4tzung von Fachleuten, die davon ausgingen, den Hasestollen auf aufwendige Art und Weise von \u00dcber-Tage aus insgesamt zu sichern, z.B. Injizieren von Beton oder Kunststoff, um die geringe \u00dcberdeckung zu verst\u00e4rken, hat sich trotz erheblicher Schwierigkeiten das gew\u00e4hlte Verfahren bew\u00e4hrt. Die weitaus h\u00f6her veranschlagten Kosten konnten somit vermieden werden. Der Stollen hat sich bislang als standsicher erwiesen, ein Standsicherheitsgutachten muss noch erstellt werden. Festzuhalten ist an dieser Stelle, dass es wom\u00f6glich zu der Realisierung dieses Projektes aufgrund zu hoher Kosten nicht gekommen w\u00e4re, wenn man eines der von den Experten vorgeschlagenen Verfahren gew\u00e4hlt h\u00e4tte. <\/p>\n<p>Die Grundvoraussetzung, dass der vorgefundene Zustand des Stollens nur bedingt Voraussagen in technischer und organisatorischer Hinsicht zulie\u00df, brachte es mit sich, dass auf Hindernisse und St\u00f6rungen nur jeweils unmittelbar vor Ort reagiert werden konnte. M\u00f6gliche \u00c4nderung des Verfahrens wurden immer wieder diskutiert und &#8211; sofern praktikabel &#8211; auch vorgenommen. Zu konstatieren ist allerdings, dass das f\u00fcr Bergleute ungew\u00f6hnliche Material den R\u00fcckgriff auf bekannte Techniken nur zum Teil zulie\u00df. Hinzugezogene Fachleute der Preussag\/Ibbenb\u00fcren konnten das best\u00e4tigen. Schlie\u00dflich ist dem Museum aufgrund der beobachteten Verfahren und entsprechender Bedingungen auf unkomplizierte Weise gelungen, einen Teilbereich des Unter-Tage-Bereiches selbst aufzuw\u00e4ltigen, der aus Kostengr\u00fcnden vorerst nicht aufgew\u00e4ltigt werden sollte.          <\/p>\n<p>F\u00fcr die gef\u00f6rderte Ma\u00dfnahme, bei der es sich um die Vorbereitung f\u00fcr die Herrichtung eines Besucher-Bergwerkes f\u00fcr eine Ausstellung zur Umweltgeschichte des Bergbaus handelt, stellt sich dieser Schritt nun allerdings als au\u00dferordentlich vorteilhaft heraus. Die freigelegte Wassersaige dokumentiert eindringlich die Probleme der Zeche mit den \u00fcberaus gro\u00dfen und zudem belasteten Grubenwassern. Die Was-sersaige wurde nachtr\u00e4glich angelegt um die Wassermassen bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. In dem dort entdeckten Absetzbecken sind Spuren des eisenoxydhaltigen Wassers und Ocker &#8211; Ablagerungen zu finden. Eine Verbindung mit der historischen Wasserhaltungsanlage, deren Ausguss in eben diese Wassersaige erfolgte, ist gegeben. Zudem bietet dieser Stollenabschnitt als begehbares Exponat, seitlich des Hauptstollens, ideale M\u00f6glichkeiten das Thema auf vielf\u00e4ltige Weise darzustellen. Neben der im Hauptstollen integrierten Klanginstallation, die eine kleine akustische Geschichte des Bergbaus inszeniert, bieten sich hier die M\u00f6glichkeit einer weiteren medialen Umsetzung des Themas.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ma\u00dfnahme ist kontinuierlich von der Lokalpresse begleitet worden und fand eine entsprechende Resonanz in der Bev\u00f6lkerung. Mehrfach wurde im H\u00f6rfunk (Norddeutschland) berichtet, das Fernsehen brachte zwei Beitr\u00e4ge ,davon einen Beitrag in der NDR-Sendung DAS von sieben Minuten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Trotz erheblicher Schwierigkeiten konnte das Projekt der Antragstellung gem\u00e4\u00df abgeschlossen werden. Die spezielle Situation lie\u00df gezielte Planungsvorl\u00e4ufe nur bedingt zu. Das tonig-klebrige Schlammmaterial erwies sich aus bergm\u00e4nnischer Sicht als \u00e4u\u00dferst schlecht handhabbar, dennoch lie\u00dfen sich keine erfolgstr\u00e4chtigere oder kosteng\u00fcnstigere L\u00f6sungen finden. Als begehbares Exponat f\u00fcr eine Ausstellung zur Umweltgeschichte des Bergbaus durch die Beseitigung von Umweltsch\u00e4den ist der freigelegte Grubenbau vorz\u00fcglich geeignet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch Eindringen von Schlammassen waren der historische Hasestollen und Teile des Haseschachtes am Piesberg seit einigen Jahrzehnten nicht mehr begehbar. Die zur ehemaligen Zeche Piesberg geh\u00f6renden Grubenbauten sollten vom Schlamm befreit &#8211; aufgew\u00e4ltigt- und somit wieder begehbar gemacht werden. 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