{"id":19225,"date":"2023-07-13T15:13:34","date_gmt":"2023-07-13T13:13:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09851-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:35","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:35","slug":"09851-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09851-01\/","title":{"rendered":"Beseitigung von Umweltsch\u00e4den am Ziegelmauerwerk des 19. Jahrhunderts der Kirche in Brodowin\/Brandenburg (Pilotobjekt: Ostgiebel)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Pilotsanierung des Ostgiebels der Kirche in der Dorfgemeinde Brodowin. Insbesondere auf die Sch\u00e4digung des neugotischen Backsteinmauerwerkes und seiner erg\u00e4nzenden Elemente durch die Witterungseinfl\u00fcsse des heutigen Klimas.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Ma\u00dfnahme wird durchgef\u00fchrt unter Begleitung durch das Landesdenkmalamt und die Untere Denkmalbeh\u00f6rde. Nach einer studienhaften Voreinsch\u00e4tzung des Umfanges und der Sch\u00e4den , wurde ein Steinrestaurator (Herr Thomas Schubert) hinzugezogen. Durch Ihn werden die physikalischen Kennwerte von Mauerstein, M\u00f6rtel und Betonanteilen ermittelt, Rezepturen und Sanierungsrichtlinien erarbeitet auf deren Basis Leistungsausschreibungen durch das Planungsb\u00fcro erstellt werden. Durch geeignete Firmen wird dann die Sanierung ausgef\u00fchrt. Dabei ist die Zielstellung nicht nur eine weitgehende Herstellung des Originalzustandes, sondern die Erarbeitung und Ausf\u00fchrung eines Schutz- und Konservierungskonzeptes, das einen Gesamterhalt des Mauerwerkes gew\u00e4hrleistet. Damit wird gleichzeitig eine Modellsanierung f\u00fcr Mauerwerk gleicher Entstehungszeit erarbeitet. Durch den Dipl. Restaurator Th. Schubert Berlin wurde eine Voruntersuchung erstellt und in einem Bericht zusammengefasst. Hier wurden Schadensbild, Ursachen und Sanierungsziele formuliert. Das auf Grund der Untersuchungsergebnisse erstellte Konzept sah eine Reihe von Ma\u00dfnahmen vor, die an unserer Probeachse, dem Ostgiebel der Dorfkirche zu Brodowin, durchgef\u00fchrt wurden. Dazu geh\u00f6rten eine schonende Reinigung mittels Hei\u00dfdampf, das manuelle Entfernen des desolaten Fugenmaterials und dessen Ersatz, eine vorsichtige Demontage der Abdeckung, nachdem die wiederverwendbaren Teile nummeriert wurden, um sie hernach erneut einsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Abtragen der Giebelabdeckung erwies sich als unbedingt erforderlich, da sich darunter v\u00f6llig desolate Biberschw\u00e4nze befanden. Nur auf diese Art und Weise war eine schonende Sanierung dieses Berei-ches m\u00f6glich. Es mussten au\u00dferdem Gesimssteine neu angefertigt u. Ziegel ersetzt werden. Des weiteren wurden neue Kreuzblumen u Krabben als Ersatz f\u00fcr die Fehlenden modelliert u. an den entsprechenden Fehlstellen montiert. Letztere mussten z. T., wenn sie lose od. Gesimssteine sehr desolat waren, nur demontiert u. nach den erforderlichen Eingriffen montiert werden. Der Materialersatz erforderte einige vorangehende Versuche. So musste die durch den Brennprozess zu erzielende Farbigkeit ermittelt werden, was das Herstellen v. Brennproben erforderte. Aus jener Musterpalette wurden verbindliche St\u00fccke ausgew\u00e4hlt. Nach diesen Vorbildern wurden die Ersatzst\u00fccke gefertigt.  Nach Abschluss der Arbeiten wurde ein Abschlussbericht erstellt. Dieser konstatierte den Erfolg der durchgef\u00fchrten Sanierung u. enth\u00e4lt Hinweise zur Optimierung der Steinqualit\u00e4t u. der M\u00f6rtelzusammensetzung bei der weiteren Sanierung. Frau Dr. Arnold vom Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege wurde zu Beginn der Leistung zur Abstimmung der Ziele der Sanierung eingebunden, erhielt st\u00e4ndig Zwischenberichte und fertigten. Schlussbegehung am 21.8.98 einen auf den Erkenntnissen des Schlussberichtes d. Restaurators fassendes Schreiben. Die Dokumentation f\u00fcr die Monufakt Datenbank wurde ebenfalls erstellt. Am Westgiebel der Kirche konnten die Arbeiten im Fr\u00fchjahr 2000 weitergef\u00fchrt werden. Bei den ausgef\u00fchrten Arbeiten konnte auf die bei der Bauma\u00dfnahme am Ostgiebel gemachten Erfahrungen zur\u00fcckgegriffen werden. Dies war um so erfolgreicher, da dieselben Firmen wie am Ostgiebel an der Bauausf\u00fchrung beteiligt waren. Auch bzgl. der Herangehensweise konnten die am Ostgiebel gemachten Erfahrungen genutzt werden. Sie erfolgte auf die gleiche Weise wie am Ostgiebel, d. h. nach dem Einr\u00fcsten wurden die einzelnen Schritte mit den Firmen festgelegt. Zuerst wurden zu entfernende Ziegel festgelegt, danach, welche Ziegel u. Gesimssteine erneut zu verwenden sind. Die hierbei gemachten Festlegungen erfolgten immer unter dem Aspekt der maximalen Erhaltung des noch vorhandenen Bestands. Im Vergleich zu den Arbeiten am Ostgiebel waren die Ziegel der Golem Formziegel GbR Sieversdorf in ihrer Farbigkeit und ihren physikalischen Eigen-schaften qualitativ besser. Die GbR hatte zun\u00e4chst verschiedene Ziegelmuster vorgelegt, die sie auf der Grundlage einer Vorabsprache mit dem Dipl.-Rest. Th. Schubert anfertigte. Die Vorabsprache erfolgte direkt am Bauwerk. Der GbR wurden Beispiele von Ziegeln mit verschiedener Farbigkeit am Bauwerk-angezeigt, die die Grundlage f\u00fcr entsprechende Muster bildeten. Dann wurden konkrete Ziegelmuster aussortiert bzw. als zu verwenden klassifiziert. Bei der sp\u00e4teren Lieferung der Ziegel zeigte sich, dass die geforderte Qualit\u00e4t eingehalten und die gestellten Anforderungen somit gut unterst\u00fctzt wurden. Die Denk-malpflege GmbH Prenzlau war wiederum f\u00fcr die Bauausf\u00fchrung verantwortlich und hat als solche die Demontage der Giebelabdeckungen u. der dazugeh\u00f6rigen Gesimse vorgenommen. Die Arbeiten erfolgten unter Einhaltung gr\u00f6\u00dfter Vorsichtsma\u00dfnahmen. Das Herausnehmen der Fugen verlief ohne Besch\u00e4digung der Ziegel bzw. der Ziegelflanken. Bei dem Verbau der Ziegel und der Montage der Gesimse wurde die originale Situation vollst\u00e4ndig zufriedenstellend beachtet. Dem Verfugen ging ein vorheriges Anlegen von Proben voraus. Es wurden dabei verschiedene Produkte mit entspr. Einf\u00e4rbung getestet. Die Auswahl erfolgte auf der Grundlage der in Voruntersuchungen festgestellten Anforderungen an das Produkt. Das dann im Ergebnis angewandte Produkt entspricht in seiner K\u00f6rnigkeit, F\u00e4rbung u. Ausf\u00fchrung der originalen Verfugung. Im Ergebnis kann festgestellt werden der  Teilabschnitt Westgiebel des Bauwerks in seiner Gesamtheit \u00e4sthetischen Anspr\u00fcchen wieder gerecht wird u. die dabei verwendeten Materialien sich dem alten Ziegelbestand in ihren physikalischen Eigenschaften anpassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Pilotsanierung des Ostgiebels der Kirche in der Dorfgemeinde Brodowin. Insbesondere auf die Sch\u00e4digung des neugotischen Backsteinmauerwerkes und seiner erg\u00e4nzenden Elemente durch die Witterungseinfl\u00fcsse des heutigen Klimas. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Ma\u00dfnahme wird durchgef\u00fchrt unter Begleitung durch das Landesdenkmalamt und die Untere Denkmalbeh\u00f6rde. 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