{"id":19221,"date":"2023-07-13T15:14:03","date_gmt":"2023-07-13T13:14:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10620-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:06","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:06","slug":"10620-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10620-01\/","title":{"rendered":"Umweltberatung f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen der Textilindustrie in Tschechien, Polen und Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt zielt darauf ab, das Umweltmanagement in Textilbetrieben Tschechiens und Polens zu verbessern. Hauptzielgruppe sind Mitarbeiter von kleinen und mittleren Textilbetrieben dieser L\u00e4nder, die f\u00fcr betriebliche Umweltprobleme und L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten sensibilisiert werden sollen. Hintergrund des Vorhabens sind die starken Umweltbeeintr\u00e4chtigungen im Drei-L\u00e4nder-Eck Tschechien \/ Polen \/ Deutschland (Sachsen), an der die Textilindustrie in erheblichem Ma\u00dfe beteiligt ist. Ein besonders gro\u00dfes Problem stellt die Abwasserverschmutzung durch tschechische und polnische Textilbetriebe dar. Im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf die angestrebte Mitgliedschaft in der EU wird der enorme Anpassungsaufwand der tschechischen und polnischen Textilindustrie an das (west)europ\u00e4ische Niveau des Umweltschutzes deutlich. Neben den materiellen Voraussetzungen fehlt es vor allem den Klein- und Mittelbetrieben am erforderlichen Know-how, um diese Anpassung zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Erreichung des o. g. Ziels sollen spezifisch auf die Textilindustrie zugeschnittene Schulungs- und Beratungsma\u00dfnahmen zugunsten ausgew\u00e4hlter Betriebe in Tschechien und Polen durchgef\u00fchrt werden. Erfahrungen s\u00e4chsischer Textilbetriebe bei der Anpassung an deutsche und EU-Umweltnormen sollen modellhaft tschechischen und polnischen Textilbetriebe vermittelt werden.<br \/>\nIm ersten Projektabschnitt werden durch Vorbereitungsworkshops und Seminare tschechische und polnische Teilnehmer ausgew\u00e4hlter Betriebe \u00fcber grundlegende branchenspezifische Inhalte zu Umweltschutz und Umweltmanagement in der Textilindustrie informiert und in die Identifizierung und Bearbeitung von Umweltproblemen in den einzelnen Unternehmen eingewiesen. Schlie\u00dflich sollen die Teilnehmer konkrete Projektvorschl\u00e4ge f\u00fcr die Umweltschutzberatung in ihren Betrieben erarbeiten.<br \/>\nWenn von mindestens je drei Unternehmen aus Tschechien und Polen solche Vorschl\u00e4ge vorgelegt werden, wird das Projekt fortgesetzt. Aufbauend auf den erarbeiteten Beratungsprofilen startet dann der zweite Projektabschnitt, in dem detaillierte Beratungsfahrpl\u00e4ne f\u00fcr die Unternehmen erstellt und unter Einsatz deutscher Kurzzeitexperten einzelbetriebliche Beratungen durchgef\u00fchrt werden. Zum Abschluss des Projektes ist vorgesehen, die Beratungsergebnisse zu dokumentieren und bei einer \u00fcber den Kreis der Projektteilnehmer hinausgehenden Zahl von Unternehmen der Textilbranche bekannt zu machen,  u. a. in Form eines Abschlusssymposiums in Liberec\/Tschechien. Dadurch soll \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg ein umfassender Erfahrungsaustausch f\u00fcr die L\u00f6sung von Umweltproblemen innerhalb einer Branche angeregt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich war das am 01.01.1999 gestartete Projekt auf die Umweltberatung der Textilindustrie in Polen und Tschechien ausgerichtet. Vor dem Hintergrund der besonders schwierigen \u00f6konomischen Situation der tschechischen Textilindustrie stie\u00df das Beratungsangebot des Projektes bei dortigen Betrieben nur auf geringe Resonanz. Mit Einverst\u00e4ndnis der DBU wurde daher entschieden, das Projekt nur mit polnischen Partnern durchzuf\u00fchren. Durch diese Startschwierigkeiten und die Neuausrichtung des Projektes traten Verz\u00f6gerungen ein, die zu seiner Verl\u00e4ngerung bis zum 30.06.2001 f\u00fchrten.<br \/>\nZur Realisierung des Projektziels, das Umweltmanagement in Textilbetrieben Polens zu verbessern, wurden folgende Ergebnisse angestrebt:<br \/>\n&#8211;\tMitarbeiter von KMU sowie Verbandsvertreter aus dem Textilsektor Polens sind f\u00fcr die Umweltprobleme ihrer Branche sensibilisiert worden und haben einschl\u00e4gige Kenntnisse \u00fcber L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten erworben.<br \/>\n&#8211;\tMindestens 3 ausgew\u00e4hlte Textilunternehmen Polens sind modellhaft beraten und in die Lage versetzt worden, selbst\u00e4ndig Konzepte zur L\u00f6sung spezieller Umweltprobleme im eigenen Betrieb zu entwickeln.<br \/>\nDiese Ergebnisse konnten durch einen Vorbereitungsworkshop in Polen, 2 Umweltseminare in Sachsen, modellhafte intensive Beratung von 4 Firmen und ein Abschlusssymposium in Polen erreicht werden. Bei den Betriebsberatungen wurden als Kernprobleme M\u00e4ngel bei der Abwasserreinigung sowie ein hoher Wasser- und Energieverbrauch identifiziert. Mit allen 4 Firmen konnten technische L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten in diesen Bereichen erarbeitet werden, die von den Firmenleitungen unterst\u00fctzt werden. Bei ihrer Implementierung ist mit einer erheblich geringeren Verschmutzung der betrieblichen Abw\u00e4sser und einer signifikanten Senkung des Wasser- und Energieverbrauchs der Firmen zu rechnen. Insbesondere bei der Abwasserreinigung ist von einer deutlich verringerten Schadstoffbelastung mit Farbr\u00fcckst\u00e4nden und Chemikalien auszugehen, die in die Fl\u00fcsse und schlie\u00dflich in die Ostsee gelangen. Hinzu kommen Kostenvorteile in der Produktion durch geringeren Verbrauch von Wasser und Energie.<br \/>\nBei den Beratungen wurden auch Empfehlungen zur Einbindung der L\u00f6sungskonzepte in den gesamten betrieblichen Ablauf entwickelt. Bei einer beratenen Firma, die bereits nach DIN ISO 9001 zertifiziert ist, k\u00f6nnen die gefunden L\u00f6sungen in ein bereits vorhandenes Umweltmanagementsystem integriert werden. Die dabei gewonnenen Erfahrungen k\u00f6nnen f\u00fcr andere polnische Textilbetriebe nutzbar gemacht werden.<br \/>\nDurch die Umweltseminare und das Abschlusssymposium wurden unmittelbar 15 polnische Textilbetriebe vom Projekt erreicht. Eine weitere Verbreitung der aus dem Projekt gezogenen Erkenntnisse ist vor allem \u00fcber den polnischen Kooperationspartner, das Textilinstitut TRICOTEXTIL in Lodz, m\u00f6glich. Wichtiges Instrument daf\u00fcr ist der Leitfaden Umweltmanagement in der Textilindustrie, der im Rahmen eines von der DBU gef\u00f6rderten Projektes der s\u00e4chsischen Textilindustrie 1994 erarbeitet wurde. Dieser Leitfaden wurde unter Anpassung an die polnischen Bedingungen ins Polnische \u00fcbersetzt und steht prinzipiell allen Textilunternehmen in Polen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit war kein ausgewiesener Arbeitsbereich des Projektes. Dennoch konnten mit dem Abschlusssymposium in Lodz (27.-28.06.01), an dem 37 Personen teilnahmen, \u00fcber 30 Vertreter aus der polnischen Textilbranche erreicht und somit eine gewisse \u00d6ffentlichkeitswirkung in Fachkreisen erreicht werden. Alle Teilnehmer erhielten die polnische Fassung des o. g. Umweltleitfadens. Dar\u00fcber hinaus wurden die Materialien des Symposiums in einem Tagungsband zusammengefasst.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die angestrebten Ergebnisse des Vorhabens wurden voll erreicht. Multiplikatorwirkung und Nachhaltigkeit des Projektes k\u00f6nnen insbesondere \u00fcber die polnische Partnereinrichtung TRICOTEXTIL sichergestellt werden.<br \/>\nIn der Projektdurchf\u00fchrung hat sich die Vorgehensweise bew\u00e4hrt, in Seminaren die Vermittlung theoretischen Wissens mit Praxisteilen (Besuche von Textilbetrieben und -facheinrichtungen in Deutschland) zu koppeln und aus den Seminaren heraus intensive einzelbetriebliche Beratungsma\u00dfnahmen zu entwickeln und vorzunehmen.<br \/>\nW\u00fcnschenswert w\u00e4re, wenn sich mit Unterst\u00fctzung der DBU eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der polnischen Textilindustrie zur vertieften Behandlung von Schwerpunktthemen des Projektes realisieren lie\u00dfe. Ausgehend von den Erkenntnissen der durchgef\u00fchrten Beratungen w\u00e4re das Thema rationeller Energie- und Wassereinsatz &#8211; Vergleich und Optimierung der Verbrauchswerte polnischer und deutscher Textilbetriebe ein Ansatzpunkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt zielt darauf ab, das Umweltmanagement in Textilbetrieben Tschechiens und Polens zu verbessern. Hauptzielgruppe sind Mitarbeiter von kleinen und mittleren Textilbetrieben dieser L\u00e4nder, die f\u00fcr betriebliche Umweltprobleme und L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten sensibilisiert werden sollen. 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