{"id":19220,"date":"2023-07-13T15:14:26","date_gmt":"2023-07-13T13:14:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11135-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:29","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:29","slug":"11135-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11135-01\/","title":{"rendered":"\u00d6ko-Audit in der mittelst\u00e4ndischen Praxis &#8211; Evaluierung und Ans\u00e4tze f\u00fcr eine Effizienzsteigerung von Umweltmanagementsystemen in der Praxis &#8211;"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aufgrund der umfangreichen Beteiligung deutscher Unternehmensstandorte am EMAS-System ist die Bundesrepublik Deutschland in besonderem Ma\u00dfe gefordert, die vorliegenden Erfahrungen auszuwerten und bei der \u00dcberpr\u00fcfung und Weiterentwicklung der EMAS-Verordnung einzubringen. Ziel der Untersuchung war es daher, die Erfahrungen der am \u00d6ko-Audit beteiligten Akteure &#8211; Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, Umweltexperten und Mitarbeiter &#8211; prim\u00e4r aus dem Bereich der mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft zu ermitteln. Dabei sollten die \u00d6koeffizienz, die Wirtschaftlichkeit und der mit dem System verbundene b\u00fcrokratische Aufwand analysiert und Ans\u00e4tze f\u00fcr eine Effizienzsteigerung erarbeitet werden. Aufbauend auf den Erfahrungen der Unternehmen sollte eruiert werden, welche Ma\u00dfnahmen ergriffen werden m\u00fc\u00dften, um die Teilnahmebereitschaft kleiner und mittlerer Unternehmen an formalisierten Umweltmanagementsystemen (UMS) wie dem EG-\u00d6ko-Audit zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Studie basiert im wesentlichen auf einer empirischen Analyse der Praxiserfahrungen kleiner und mittlerer Unternehmen mit UMS. In einem ersten Schritt wurde die Befragung als weitgehend standardisierte schriftliche Befragung durchgef\u00fchrt. Jedes der beteiligten Unternehmen erhielt drei Teilfragebogen, jeweils einen f\u00fcr den f\u00fcr Umweltschutz verantwortlichen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, f\u00fcr den operativ verantwortlichen Umweltmanager sowie f\u00fcr den Betriebsrat. Die Fragen stellten auf die Motivation zur Implementierung von UMS im allgemeinen, seiner Wirkungen und organisatorischen Umsetzung sowie auf die Erfahrungen mit der EMAS-Verordnung im speziellen ab. Im Nachgang zu den Antworten auf die im Rahmen der standardisierten schriftlichen Befragung gestellte offene Frage: Wo sollte Ihrer Meinung nach der Staat Erleichterungen f\u00fcr validierte Unternehmen gew\u00e4hren?, empfahl der das Projekt begleitende Fachkreis, zusammengesetzt aus Experten aus der Wirtschaft, dem Verbandswesen und der Umweltb\u00fcrokratie, eine erg\u00e4nzende Blitzumfrage bei Experten des betrieblichen Umweltschutzes durchzuf\u00fchren und sie um Gewichtung der eingegangen Vorschl\u00e4ge zu bitten. In einem dritten Befragungsschritt wurden zur Vertiefung der Erkenntnisse und Kl\u00e4rung noch offener Fragen insgesamt neun leitfadengest\u00fctzte Interviews mit Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern und Umweltexperten aus Unternehmen gef\u00fchrt. Auf einer Fachtagung im Dezember 1997 wurden die Untersuchungsergebnisse vorgestellt und mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Umweltb\u00fcrokratie diskutiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Insgesamt 756 Fragebogen aus 368 angeschriebenen Unternehmen wurden bis zum Ende des Befragungszeitraums (Juli 1997) zur\u00fcckgesandt, darunter 326 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer-Bogen, 258 Umweltmanager-Bogen und 172 Betriebsrats-Bogen. Aus 135 Unternehmen erhielt das UNI komplette Fragebogen-S\u00e4tze zur\u00fcck, die alle drei Teilfragebogen umfassen. Dar\u00fcber hinaus erreichten das UNI eine Vielzahl von R\u00fcckantworten, in denen die Unternehmen differenziert begr\u00fcndeten, warum sie sich nicht an der Umfrage beteilgen w\u00fcrden. Ber\u00fccksichtigt man alle Unternehmen, aus denen dem UNI eine Resonanz zuteil wurde einschlie\u00dflich der Teilnehmer des Pretests, so entspricht dies einer R\u00fccklaufquote von 10,8 % bei der standardisierten schriftlichen Unternehmerbefragung.<br \/>\nDie wichtigsten Untersuchungsergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:<br \/>\n\u00b7 Umweltmanagement wird auch von kleinen und mittleren Unternehmen professionell gehandhabt. Die Erfahrungen der Unterneh- men mit Umweltmanagementsystemen sind durchweg eher positiv.<br \/>\n\u00b7 Deutliche Erfolge sind in Bezug auf die \u00f6kologische Effizienz zu verzeichnen. Bei den bereits erzielten Umweltentlastungen stellen die Befragten mit deutlichem Abstand Erfolge bei der Verringerung von Abf\u00e4llen in den Vordergrund (46%), gefolgt von Erfolgen bei Reduktionen im Bereich Wasser\/Abwasser (31,6%), bei der Reduzierung des Energieeinsatzes (25,9%) und bei der Emissions- minderung (21,6%). Die zahlreichen in Planung befindlichen Ma\u00dfnahmen lassen f\u00fcr die Zukunft weitere bedeutende, von der Imple- mentierung von UMS induzierte umweltentlastende Effekte erwarten.<br \/>\n\u00b7 Umweltmanagement erweist sich unter \u00f6konomischen Kriterien als \u00e4u\u00dferst wirtschaftlich. Knapp die H\u00e4lfte der Befragten berichten von Einsparungen \u00fcber 100.000 DM und erreichen damit &#8211; bezieht man diese Effekte auf die durchschnittlich aufzuwendenden Kosten der Einrichtung des UMS (160.680 DM) &#8211; Amortisationszeiten von durchschnittlich weniger als 1,5 Jahren.<br \/>\n\u00b7 Positive Effekte werden im Zusammenhang mit der Organisationsentwicklung und der Motivation der Mitarbeiter gesehen. Diese weichen Faktoren spielen im Umweltmanagement eine den harten wirtschaftlichen und technischen Fakten gleichgewichtige Rolle.<br \/>\n\u00b7 Die Integration der Managementsysteme f\u00fcr Qualit\u00e4t und Umwelt wird zum state of the art; die Einbeziehung der Arbeitssicherheit ist abzusehen.<br \/>\n\u00b7 Um den Zugang zum \u00d6ko-Audit zu erleichtern, werden Vereinfachungen in der EG-Verordnung, aber auch eine umfassende Lichtung des Regulierungsdickichts im Umweltbereich angemahnt. \u00dcberhaupt scheinen die Hindernisse f\u00fcr eine z\u00fcgige weitere Verbreitung eher im administrativen Bereich der Beh\u00f6rden und beim Gesetzgeber zu liegen. Zus\u00e4tzliche Nachpr\u00fcfungen seitens der Beh\u00f6rden, wie in der ASU-Umfrage von 1996 festgestellt, scheinen keinen relevanten Umfang angenommen zu haben. Gleichzeitig wird aber auch keine signifikante Verbesserung im Verh\u00e4ltnis zu Beh\u00f6rden konstatiert.<br \/>\n\u00b7 Die Unternehmen akzeptieren die hohen Umweltstandards in Deutschland. Sie kritisieren jedoch die Verzettelung der Zust\u00e4ndig- keiten, die Vielfalt und Uneinheitlichkeit der Berichts- und Informationspflichten. Die insbesondere von Umweltpolitikern im Kontext der sog. Deregulierungsdebatte bef\u00fcrchtete Aufweichung der hohen deutschen Umweltstandards im Gefolge einer Erf\u00fcllung von Deregulierungsw\u00fcnschen aus der Wirtschaft findet in den in der Befragung artikulierten Forderungen der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen keine Grundlage.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Am 9. Dezember 1997 wurden die Untersuchungsergebnisse auf einer Pressekonferenz in Bonn der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt und auf einer sich anschlie\u00dfenden Fachtagung mit Umweltexperten aus Wirtschaft, Verb\u00e4nden, Wissenschaft und Politik kritisch er\u00f6rtert. Bundesumweltministerium sowie die Umweltministerien der L\u00e4nder wurden aufgefordert, die Untersuchungsergebnisse in ihre Beratungen zur Effektivierung, Entschlackung und Entb\u00fcrokratisierung zahlreicher ordnungsrechtlicher Bestimmungen des Umweltrechts sowie zur Novellierung der EMAS-Verordnung einfliessen zu lassen. Im akademischen Raum erhielten Hochschul- lehrer und Forschungsinstitute mit den Arbeitsschwerpunkten Umwelt\u00f6konomie und betrieblicher Umweltschutz eine Zusammen- fassung der UNI-Studie. Ferner wurden die Ergebnisse der Untersuchung vor dem Arbeitskreis Umweltmanagement in der Schmalenbach-Gesellschaft\/ Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Betriebswirtschaft e.V. vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Spektakul\u00e4re Ergebnisse waren aufgrund des Forschungsgegenstandes nicht zu erwarten. Allerdings konnte gegen\u00fcber fr\u00fcheren Untersuchungen die Datenbasis bedeutend erweitert werden, so da\u00df die Verl\u00e4\u00dflichkeit der Aussagen zur \u00d6koeffizienz, der Wirtschaftlichkeit und dem b\u00fcrokratischen Aufwand von Umweltmanagementsystemen deutlich erh\u00f6ht hat. Die UNI-Untersuchung ist von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Umweltb\u00fcrokratie positiv aufgenommen worden. Das Anliegen, einen n\u00fctzlichen Beitrag sowohl zum allgemeinen Wissen um die Verbreitung und die Auswirkungen von Umweltmanagementsystemen zu leisten und diesen Systemen in der Praxis zu gesteigerter Wirksamkeit und Verbrei-tung zu verhelfen, sowie die politischen Instanzen zu unterst\u00fctzen, die die Aufgabe haben, Umweltpolitik in Europa k\u00fcnftig nicht nur effektiver zu gestalten, sondern auch deren Akzeptanz in der Wirtschaft und der Bev\u00f6lkerung insgesamt zu verbessern, scheint damit erf\u00fcllt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aufgrund der umfangreichen Beteiligung deutscher Unternehmensstandorte am EMAS-System ist die Bundesrepublik Deutschland in besonderem Ma\u00dfe gefordert, die vorliegenden Erfahrungen auszuwerten und bei der \u00dcberpr\u00fcfung und Weiterentwicklung der EMAS-Verordnung einzubringen. Ziel der Untersuchung war es daher, die Erfahrungen der am \u00d6ko-Audit beteiligten Akteure &#8211; Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, Umweltexperten und Mitarbeiter &#8211; prim\u00e4r aus [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[65,2423],"class_list":["post-19220","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-nordrhein-westfalen","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"11135\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-11135.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"86.178,25","dbu_projektdatenbank_firma":"Unternehmerinstitut e. V.","dbu_projektdatenbank_strasse":"Postfach 20 01 54","dbu_projektdatenbank_plz_str":"53131","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Bonn","dbu_projektdatenbank_p_von":"1997-01-15 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2001-07-16 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"4 Jahre und 6 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0228\/95459-0","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Nordrhein-Westfalen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"1","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19220","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19220\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32223,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19220\/revisions\/32223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19220"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19220"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19220"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}