{"id":19213,"date":"2023-07-13T15:12:16","date_gmt":"2023-07-13T13:12:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07894-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:20","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:20","slug":"07894-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07894-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Konservierung umweltgesch\u00e4digter Sandsteinreliefs des Steinernen Albums in Gro\u00df-Jena (Sachsen-Anhalt)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel: Sicherung und Erhaltung der Felsreliefs STEINERNES FESTBUCH (1722) bei Naumburg.<br \/>\nDie Felsreliefs sind durch verschiedene negative Umwelteinfl\u00fcsse der letzten Jahrzehnte stark gesch\u00e4digt. Die Besonderheit ist, da\u00df diese Bildwerke in den anstehenden Buntsandstein gearbeitet wurden, was eine besondere Vorgehensweise der Sicherung und Erhaltung verlangt. Ziel ist die Erprobung ge-eigneter Methoden zur Rettung der Felsreliefs und deren Erhaltung auf lange Zeit. Der Anla\u00df ergibt sich aus dem gro\u00dfen Interesse der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr diese in einem privaten Grundst\u00fcck befindlichen Kunstwerke und deren Popularisierung. Die barocken Felsreliefs stellen eine f\u00fcr den mitteleurop\u00e4ischen Raum einzigartige Kulturleistung dar, die regionalen Weinbau und christliche Themen verbinden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenKartierung und Fotografische Dokumentation des Zustandes seit1993\/95<br \/>\nLithologische Kartierung<br \/>\nSchadenskartierung\/Fotodokum.<br \/>\nSchadstoffuntersuchung und Auswahl geeigneter Methoden<br \/>\nErprobung m\u00f6glicher Methoden und Werkstoffe<br \/>\nAnwendung der modifizierten Restaurierungsmaterialien<br \/>\n(Steinfestigung durch Infusionen, Sicherungsarbeiten mit Steinerg\u00e4nzungsm\u00f6rteln)<br \/>\nRetuschearbeiten<br \/>\nBeobachtung und Auswertung der vorangeg. Arbeiten<br \/>\nZusammentragen historischer Materialien und deren Aufarbeitung<br \/>\nDie Arbeiten an den insgesamt 12 z.T. \u00fcberlebensgro\u00dfen Bildwerken, die in die Buntsandsteinb\u00e4nke gemei\u00dfelt wurden, erwies sich als sehr komplex. Die Schadenssituation verlangte eine Herangehensweise, die an m\u00f6glichst vielen Problemstellen gleichzeitig sinnvoll war (Notsicherungen). Zur gleichen Zeit begann die Untersuchung der Sch\u00e4den, Analyse der sandsteinzerst\u00f6renden Salze und die Auswahl und Erprobung geeigneter Sicherungsmethoden.<\/p>\n<p>Als sinnvoll hat sich f\u00fcr die Steinfestigung mit KSE die Infusionsmethode gezeigt. Dazu werden in die Reliefs d\u00fcnne L\u00f6cher von 20-30 cm Tiefe gebohrt und \u00fcber Trichter Steinfestiger eingef\u00fcllt. Der KSE breitet sich frei nach allen Seiten aus, keine Gefahr der \u00dcberfe-stigung und die so behandelten Stellen (gro\u00dfe Teile der Reliefs) weisen eine gute Festigkeit auf.<br \/>\nDie anschlie\u00dfenden M\u00f6rtelarbeiten dienen zum Schlie\u00dfen von groben Fehlstellen und zur Sicherung, sowie Bildberuhigung. Dennoch werden die Reliefs nach der Restaur. fragmentarisch bleiben. Als M\u00f6rtel kommen Salzspeicherputz und speziell modifizierte SEM (Remmers-FUNCOSIL) zum Einsatz. Nach den folg. Retuschen mit Pigmenten weisen die Reliefs einen deutlich besseren Zustand auf<br \/>\nund Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bisherige Ergebnisse: stark br\u00f6ckelnde Reliefs konnten gefestigt werden und durch M\u00f6rtelarbeiten (Salzspeicherm\u00f6rtel und spezielle SEM) konnte an den Reliefs Nr.6-12 entscheidend die Erkennbarkeit der Bilder verbessert werden. An R.1-5 sind f\u00fcr 1999 diese Arbeiten geplant.<br \/>\nEine abschlie\u00dfende Bewertung steht noch aus, doch k\u00f6nnen die bisherigen Methoden in Anbetracht des ansonsten sehr raschen weiteren Verfalls als durchaus gelungen betrachtet werden.<br \/>\nBesonders die angepa\u00dften SEM haben sich f\u00fcr die gefestigten Bereiche als gut erwiesen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Arbeiten und im Vorfeld wurde ein st\u00e4ndiger Kontakt zur \u00f6rtlichen Presse gepflegt. Das Denkmal ist \u00fcberregional von gro\u00dfem \u00f6ffentlichen Interesse. TV und Rundfunksender berichteten \u00fcber die Felsbilder und die Erhaltung. Eine Einbeziehung der \u00d6ffentlichkeit und Information w\u00e4hrend und nach der Restaurierung ist sinnvoll und wird beibehalten. 1997 wurde ein kleiner Faltprospekt herausgegeben. In den Sommermonaten sind die Reliefs des STEINERNEN FESTBUCHES von gro\u00dfem touristischen Interesse.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die durch die DBU Unterst\u00fctzung ausgel\u00f6ste F\u00f6rderung durch Landkreis und Land Sachsen-Anhalt erm\u00f6glichte eine Gesamtrestaurierung der Felsreliefs die Ende 1999 wahrscheinlich abgeschlossen werden kann. Weiterhin brachte die DBU- gef\u00f6rderte Forschung nach geeigneten Methoden und Materialien die Gew\u00e4hr der Ermittlung und Anwendung geeigneter Materialien.<br \/>\nDie vorgenommenen Arbeiten basieren auf dem in diesen Fragen aktuellsten und f\u00fcr die Anwendung sinnvollsten Erkenntnisstand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel: Sicherung und Erhaltung der Felsreliefs STEINERNES FESTBUCH (1722) bei Naumburg. Die Felsreliefs sind durch verschiedene negative Umwelteinfl\u00fcsse der letzten Jahrzehnte stark gesch\u00e4digt. 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