{"id":19204,"date":"2023-07-13T15:08:26","date_gmt":"2023-07-13T13:08:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01481-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:28","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:28","slug":"01481-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01481-01\/","title":{"rendered":"Neuartige Technologie bei der Entschlammung des kleinen Heinersdorfer Sees"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Ergebnis der Entwicklung und Erprobung des Teichentschlammungsger\u00e4ts TEGF-2 (1988-1989) waren g\u00fcnstige Voraussetzungen gegeben, um dieses Ger\u00e4t durch Erweiterungen von Anlagenteilen f\u00fcr die Entschlammung von Seen einzusetzen. Hierdurch sollte eine Alternativl\u00f6sung zu der bestehenden Bagger- und Sp\u00fcltechnik f\u00fcr Seengr\u00f6\u00dfen bis zu 8 ha Wasseroberfl\u00e4che und Entnahmetiefen von max. 6 m bei gleichzeitiger Reduzierung der Eingriffe in Fauna und Flora sowie der Selbstkosten gefunden werden. Auf dem Kleinen Heinersdorfer See erfolgte ein praktischer Einsatz.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Entwicklungsprogramm umfasst Neuentwicklungen im Bereich der Schlammaufnahme und ?f\u00f6rderung, der Tiefensteuerung der Schlammaufnahme sowie des Schlammtransports. Die Firma NAFU Brandenburg erg\u00e4nzt diese Entwicklung um Untersuchungen der Wasserqualit\u00e4t. Weitere Kooperations-partner waren die FERRAL Metallbau Rechlin GmbH, Rechlin, die ELF\u00dc GmbH, F\u00fcrstenwalde,  die Hydraulik-Maschinen GmbH, Strausberg, und die AKS  GmbH &#038; Co. KG, Frankfurt\/O. Die Beurteilung des Ger\u00e4ts bez\u00fcglich Effektivit\u00e4t wird auf der Grundlage von Aufzeichnungen zum Versuchsbetrieb des Ger\u00e4ts, von Kalkulationen f\u00fcr den Einsatz im Ein- und Zweischichtbetrieb und von Einsch\u00e4tzungen der Be-einflussung von Fauna und Flora vorgenommen. So erfolgt eine vergleichende Bewertung zur Bagger- und Sp\u00fcltechnik, sowie das Aufzeigen wirtschaftlicher Grenzen f\u00fcr den Einsatz im Bereich der See-Entschlammung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit dem HSG &#8211; 93 wurde ein Ger\u00e4t entwickelt, das biotopschonend Seesanierungen, insbesondere Entschlammungen, auf Seen von < 10 ha und Entschlammungstiefen bis 6 m unter dem Wasserspiegel, durchf\u00fchrt. Das Ger\u00e4t als Prototyp bewies im Rahmen der Langzeiterprobung die umweltfreundliche Arbeitsweise und sicherte in diesem Zeitraum die Entschlammung des Kleinen Heinersdorfer Sees. Auf Grundlage des gew\u00e4hlten hydrodynamischen Verfahrens konnte nachgewiesen werden, dass das Ge-w\u00e4sser eine Ver\u00e4nderung in der qualitativen Beurteilung erfuhr, jedoch aber im Zeitraum der Entschlammung nie die Gefahr eines Fischsterbens bzw. einer Fischerkrankung (Kiemennekrose) auftrat. Entsprechend der Abfischergebnisse konnte im ber\u00e4umten Seebereich eine wesentliche Zunahme der Fischmasse gegen\u00fcber den Vorjahren erreicht werden. Weiterhin zeigt die Erprobung des Ger\u00e4ts die Gleichwertigkeit und \u00dcberlegenheit gegen\u00fcber der Baggertechnik bei Seenfl\u00e4chen von < 10 ha unter Beachtung umweltvertr\u00e4glicher Forderungen.\nVorteile: \n-\tgeringe Beeinflussung des vorhandenen Biotops im Bereich des aquatischen und amphibischen Raums;\n-\tEinsatz auch im Bereich von Landschafts- und Naturschutzgebieten, da nur auf kleinstem Raum eindirekter Eingriff in die Natur erfolgt und Slipanlagen nicht erforderlich sind;\n-\tVoraussetzung zum Einsatz in Flachwasserbereichen, weil die Schwimm- und bereits ab 0,30 m tiefer Freiwasserzone gew\u00e4hrleistet wird;\n-\tbreiter Einsatzbereich wie: stehende, nicht ablassbare Gew\u00e4sser, Entschlammung von Badestellen, Ber\u00e4umung von Schlammbecken und Abfischgruben.\nDie erzielten Ergebnisse beweisen, dass das Sanierungsger\u00e4t in der bestehenden Form eine gute Effektivit\u00e4t besitzt und als \u00f6kologische Alternative gegen\u00fcber der traditionellen Entschlammungstechnologie zu werten ist. Die kosten- und energiem\u00e4\u00dfig g\u00fcnstige L\u00f6sung sichert somit bei Seen mit einer Gr\u00f6\u00dfe < 10 ha und Teichen mit einer Wasserfl\u00e4che von > 0,25 ha eine gleichm\u00e4\u00dfige Ber\u00e4umung bis zu Tiefen von 6 m.<br \/>\nIm Ergebnis der \u00dcberpr\u00fcfung des Gew\u00e4ssers Kleiner Heinersdorfer See k\u00f6nnen folgende Resultate festgestellt werden:<br \/>\n&#8211;\tDie vor der Sanierung vorhandene mittlere Wassertiefe von rund 1,20 m wurde durch die Schlammentnahme im Mittel auf ca. 3,20 m vertieft.<br \/>\n&#8211;\tIn der Uferzone des Westufers erfolgte eine Vertiefung der Sohle von stellenweise 0,30 m auf durchschnittlich 1,50 m bis 2,10 m.<br \/>\n&#8211;\tDer Rinnenbereich des Gew\u00e4ssers wurde bis zu Wassertiefen von 5,50 m bis 6,00 m ber\u00e4umt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Um eine kontinuierliche Anwendung des Verfahrens und des Sanierungsger\u00e4ts nach dem gro\u00df-technischen Versuch und Abschlu\u00df der Ma\u00dfnahme zu gew\u00e4hrleisten, erfolgten folgende Aktivit\u00e4ten:<br \/>\n&#8211;\tTeilnahme am Innovationspreis Berlin-Brandenburg 1993,<br \/>\n&#8211;\tErarbeitung eines Prospekts f\u00fcr die \u00f6kologisch vertr\u00e4gliche Entschlammung von Gew\u00e4ssern,<br \/>\n&#8211;\tVersendung von ca. 140 Prospekten an potentielle Kunden im Raum Berlin und Brandenburg um Nachfolgeauftr\u00e4ge zu akquirieren,<br \/>\n&#8211;\tErarbeitung eines Abschlu\u00dfberichts mit: 26 Textseiten, 11 Anlagen (ca. 35 Seiten), Bericht \u00fcber sanierungsbegleitende Untersuchungen des Oberfl\u00e4chenwassers, Bilddokumentation \u00fcber die Erprobung des HSG-93 (12 Abb.).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Ergebnis des Langzeitversuchs und dessen Auswertung sollte die Herstellung einer Nullserie zur Sicherung einer breiten Anwendung des HSG-93 angestrebt  werden. Au\u00dferdem sollte an der Weiterentwicklung mit dem Ziel der technischen Vervollkommnung gearbeitet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Ergebnis der Entwicklung und Erprobung des Teichentschlammungsger\u00e4ts TEGF-2 (1988-1989) waren g\u00fcnstige Voraussetzungen gegeben, um dieses Ger\u00e4t durch Erweiterungen von Anlagenteilen f\u00fcr die Entschlammung von Seen einzusetzen. 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