{"id":19195,"date":"2023-07-13T15:14:43","date_gmt":"2023-07-13T13:14:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11570-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:45","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:45","slug":"11570-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11570-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung von Weichschaumpolyol aus Weichschaumabf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Hauptmenge von Polyurethan-Weichschaumstoffabf\u00e4llen aus Produktionsprozessen und der Kfz-Demontage wird verbrannt oder deponiert. Ohne wesentliche Wertminderung sollen diese Abfallstoffe wieder in den Wirtschaftskreislauf zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Durch eine Kombination aus Glykolyse und Aminolyse sollen in einer einstufigen Reaktion Weichschaumpolyole hergestellt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Entwicklungen wurden in folgenden Arbeitsschritten durchgef\u00fchrt:<\/p>\n<p>&#8211; Grundlagenuntersuchungen unter Laborbedingungen mit verschiedenen Glykolen d Aminen im 5 l -Sulfierkolben mit R\u00fchrer<br \/>\n&#8211; Entwicklung und Herstellung eines 90 l und 150 l Edelstahlreaktors einschlie\u00dflich Konfiguration<br \/>\n&#8211; Auswahl von Varianten und Herstellung gr\u00f6\u00dferer Polyolmengen in den vorhandenen Anlagen und Reaktoren<br \/>\n&#8211; Bestimmung der Kenndaten durch potentiometrische Analyse, Gaschromatograph- Massenspektroskop, Rheovibron und Myrenne-Pendel<br \/>\n&#8211; Herstellung von PUR-Sch\u00e4umen mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften und elastischer Polyurethansysteme.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>&#8211;    Die Geschwindigkeit der Umsetzung wird wesentlich durch die Basizit\u00e4t des eingesetzten sekund\u00e4ren Amins und die Kettenl\u00e4nge des Glykols, aber auch durch die Reaktionsbedingungen bestimmt. Die Qualit\u00e4t der hergestellten Recyclatpolyole wird haupts\u00e4chlich durch die Reaktionsbedingungen, die Menge und Art des eingesetzten Glykols bestimmt. Die Wesentlichen Charakteristika sind dabei die Reaktivit\u00e4t der Hydroxylgruppen und die L\u00f6slichkeit der bei der Spaltung entstehenden Produkte, im wesentlichen der als Hartsegmente in den Polyurethanen vorliegenden Polyharnstoffe.<br \/>\n&#8211; Es wurden Reaktionstemperaturen zwischen 130 und 200oC erprobt. Die g\u00fcnstigste           Reaktionstemperatur wurde mit 165oC ermittelt.<br \/>\n&#8211;    Von den Glykolen erwiesen sich die Ethylenglykole als diejenigen mit der besseren L\u00f6slichkeit f\u00fcr die Polyharnstoffe. Die Reaktivit\u00e4t der Ethylenglykole ist jedoch so hoch, dass eine \u00fcberdurchschnittliche Reaktivit\u00e4t der Recyclat-Polyole erzeugt wird. Das Optimum von L\u00f6slichkeit und Reaktivit\u00e4t wurde beim Dipropylenglykol gefunden.<br \/>\n&#8211;   Nahezu gleiche Umsetzungen wurden beim n-Methylhexylamin und beim Di-n-butylamin erzielt. In Ansatzvarianten im 6l-Kolben, im 90l-Reaktor und im 150l-Reaktor wurde Polyethylenglykol 200 bzw. Dipropylenglykol als Glykolkomponente und Di-n-butylamin als sekund\u00e4res Amin erprobt.<br \/>\n&#8211;    Es wurden elastische Materialien wie halbharte Schaumstoffe im Dichtebereich zwischen 80 und 300 g\/l und Beschichtungen mit Shore-H\u00e4rten zwischen A 65 und D 45 hergestellt. Die gute Verarbeitbarkeit der Systeme und die hohe Qualit\u00e4t der halbharten Produkte veranlassten dazu, nicht mehr auf die Herstellung von Polyolen f\u00fcr Weichschaumstoffe,  sondern auf die Rezeptierung hochwertiger elastischer bzw. halbharter Polyurethansysteme zu orientieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211; Vortr\u00e4ge anl\u00e4sslich des Wildauer Workshops 1998 und 1999<\/p>\n<p>&#8211; Vortr\u00e4ge zur Tagung der Beckmann-Akademie in Wismar Juni 1999<\/p>\n<p>&#8211; Ver\u00f6ffentlichung in den Wildauer Beitr\u00e4gen II 1999<\/p>\n<p>&#8211; Poster auf der Polyurethanes EXPO `99 in Orlando (USA) September 1999<\/p>\n<p>&#8211; Deutsche Patentanmeldung zum PCT-Patent April 1999 <\/p>\n<p>&#8211; Pr\u00e4sentation mit mittelst\u00e4ndischen Unternehmen der Region Mai 1999<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die kombinierte Aminolyse\/Glykolyse k\u00f6nnen aus PUR-Weichschaum-Stoffabf\u00e4llen qualitativ hochwertige Recyclat-Polyole erhalten werden, die zu hochwertigen halbharten und elastischen Polyurethanen mit einer sehr wenig ausgepr\u00e4gten Phasenstruktur mit der Zielstellung halbharte Schaumstoffe und Beschichtungen verarbeitet werden k\u00f6nnen. Aus dem Ursprungsmaterial wird nicht wieder das gleiche Neumaterial hergestellt, sondern ein anderes, mit eventuell noch h\u00f6herer Wertsch\u00f6pfung. Damit wird f\u00fcr Recyclingtechnologien ein prinzipiell neuer Weg gewiesen, der auf Grund der erzielbaren Marktpreise zu einer besseren Akzeptanz der Recyclingprodukte und damit zu einer h\u00f6heren Wiederverwertungsrate von Kunststoffen f\u00fchren kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Hauptmenge von Polyurethan-Weichschaumstoffabf\u00e4llen aus Produktionsprozessen und der Kfz-Demontage wird verbrannt oder deponiert. Ohne wesentliche Wertminderung sollen diese Abfallstoffe wieder in den Wirtschaftskreislauf zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Durch eine Kombination aus Glykolyse und Aminolyse sollen in einer einstufigen Reaktion Weichschaumpolyole hergestellt werden. 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