{"id":19190,"date":"2023-07-13T15:10:36","date_gmt":"2023-07-13T13:10:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05187-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:37","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:37","slug":"05187-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05187-01\/","title":{"rendered":"Reaktivierung einer Wasserkraftanlage zu Demonstrationszwecken"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei den erneuerbaren Energien stellt die Wasserkraftnutzung mit \u00fcber 95% den bedeutendsten Anteil in der Bundesrepublik Deutschland. Die historische Bedeutung der Wasserkraftnutzung kann heute noch eindrucksvoll an vielen Flie\u00dfgew\u00e4ssern der neuen Bundesl\u00e4nder beobachtet werden. Besonders an der Saale dokumentieren die Anfang unseres Jahrhunderts  von Karl Zeiss gebauten Wasserkraftwerke &#8211; die sogenannte Saalekaskade &#8211; die Bedeutung der Wasserkraftnutzung f\u00fcr die Industrialisierung Deutschlands. In diese historische Wasserkraftnutzung der oberen Saale reiht sich die Fernm\u00fchle als \u00e4lteste Wasserkraftanlage ein, deren Urspr\u00fcnge bis in das Jahr 1258 zur\u00fcckverfolgt werden k\u00f6nnen. Heute ist das Wasserkraftmuseum Ziegenr\u00fcck in den R\u00e4umen der Fernm\u00fchle untergebracht. Das Museum dokumentiert mit einer eindrucksvollen Ausstellung die Geschichte der Wasserkraftnutzung von der Vergangenheit bis in die Gegenwart und genie\u00dft Beachtung weit \u00fcber die Region hinaus.<br \/>\nZwar ist die historische Anlagentechnik der Wasserkraftanlage in der Fernm\u00fchle noch vorhanden, doch ist der Betrieb zur Energieerzeugung damit nicht mehr m\u00f6glich. Daher ist nunmehr beabsichtigt, eine der beiden vorhandenen Turbinen zu reaktivieren und die zweite Turbine f\u00fcr Ausstellungszwecke aufzubereiten. Das Vorhaben soll sich sinnvoll in das Museumskonzept eingliedern und dem Besucher sowohl die moderne Nutzung der Wasserkraft demonstrieren als auch einen Vergleich der modernen Technik mit der Technik aus den Anf\u00e4ngen unserer Industrialisierung erm\u00f6glichen. Insgesamt sind zur Reaktivierung der Wasserkraftanlage und der Einbindung in das Gesamtkonzept folgende Einzelma\u00dfnahmen geplant:<br \/>\n&#8211;\tReaktivierung einer Turbinenkammer und Modernisierung der Energieerzeugungstechnik;<br \/>\n&#8211;\tPC-gest\u00fctzte Visualisierung der modernen Wasserkraftnutzung;<br \/>\n&#8211;\tUmbau der zweiten Turbinenkammer zu Schauzwecken;<br \/>\n&#8211;\tAufbau einer Wasserraddemonstrationsanlage auf dem Freigel\u00e4nde.<br \/>\nDie teilweise Reaktivierung der Wasserkraftanlage erm\u00f6glicht einerseits die Nutzung einer erneuerbaren Energiequelle, andererseits gliedern sich die Ma\u00dfnahmen sinnvoll erg\u00e4nzend in das vorhandene Museumskonzept ein.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls starker und erfahrener Partner wurde die VEAG in das Projekt einbezogen. Das Arbeitsamt, die Denkmalschutzbeh\u00f6rde, der F\u00f6rderverein des Museums, aber auch Studenten der Hochschule f\u00fcr Technik, Wissenschaft und Kultur Leipzig und der Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft Mittweida erarbeiteten Vorschl\u00e4ge, halfen bei der Realisierung oder entwickelten die PC-gest\u00fctzte Visualisierung der modernen Wasserkraftnutzung als Diplomarbeit. Es bildeten sich Arbeitsgruppen, um Zeichnungen zu sichten, auszuwerten und zum Teil neu zu erarbeiten. Material wurde zusammengetragen und L\u00f6sungswege bei den Einzelma\u00dfnahmen aufgezeigt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die offizielle Inbetriebnahme der reaktivierten Wasserkraftanlage erfolgte am 4. Juli 1997. Mit einer durchschnittlichen Jahresleistung von etwa 400.000 kWh versorgt die Wasserkraftanlage des Museums statistisch gesehen rund 1\/3 aller Haushalte von Ziegenr\u00fcck. Dar\u00fcber hinaus wird der Kostenbetrag f\u00fcr den Strombezug des Museums wesentlich verringert. Auch wird der Flusslauf der Saale durch die Reinigung des Einlaufrechens mit etwa 15 m\u00b3 Schwemmgut pro Jahr an dieser Stelle gereinigt. F\u00fcr die Museumsbesucher ist ein Gr\u00f6\u00dfen- und Technikvergleich an der Anlage gut erkennbar.<br \/>\nDie PC-gest\u00fctzte Visualisierung der modernen Wasserkraftnutzung kann \u00fcber einen Touchscreen per Fingertipp abgerufen werden. Das Programm steht den Besuchern als kleiner Film zur Verf\u00fcgung. Es zeigt sehr anschaulich das An- und Abfahren der Wasserkraftanlage und die dabei erforderlichen Abl\u00e4ufe der einzelnen Maschinengruppen. Weiter kann \u00fcber den Bildschirm abgerufen werden:<br \/>\n&#8211; \tdigitale Videosequenzen zum Bau der Hohenwarte-Talsperre;<br \/>\n&#8211; \tdie Geschichte der oberen Saale;<br \/>\n&#8211; \tWasserkraftnutzung an der oberen Saale;<br \/>\n&#8211; \tInformationen zur VEAG.<br \/>\nDas Programm besteht aus 4 Haupt- und 21 Untergruppen.<br \/>\nDer Umbau der zweiten Turbinenkammer zu Schauzwecken ist eine sehr gelungene Ma\u00dfnahme. Nur eine Sch\u00fctzentafel trennt an dieser Stelle den mit Wasser gef\u00fcllten M\u00fchlgraben von der Besucherturbinenkammer. Nachtr\u00e4glich sind zwei Sichtfenster in die Sch\u00fctzentafel eingesetzt worden. Mit etwas Gl\u00fcck k\u00f6nnen die Besucher gro\u00dfe Forellen sehen, die sich unmittelbar im Bereich des Sichtfensters aufhalten. Von der eigentlichen Turbine wurden eine der zwei Abdeckungen und einige Leitschaufeln entfernt, um das Laufrad und das Wasser des Untergrabens besser sehen zu k\u00f6nnen. Gut nachvollziehbar ist die Wirkungsweise der Turbine in deren Turbinenkammer. Auch k\u00f6nnen mit den Sinnesorganen der Besucher viele Eindr\u00fccke wahrgenommen werden. Hinterleuchtete Schautafeln geben in der Turbinenkammer Aufschluss \u00fcber die technischen Daten sowie auch zur Wirkungsweise der Turbine.<br \/>\nDie Wasserrad-Modellanlage wurde am 29. Juni 2001 eingeweiht. Lange Zeit herrschte Unklarheit \u00fcber den richtigen Standort und die Ausf\u00fchrung der Anlage. Nach einer Studienarbeit und einer \u00f6ffentlichen Vorstellung des Konzeptes begann der Bau der Anlage 2000. Die Modell-Wasserradanlage stellt mit 10 Wasserr\u00e4dern, einer Archimedischen Schraube, einem Sch\u00f6pfrad und einer Wasserpumpe eine lang ersehnte Erweiterung der Ausstellung Handwerk &#038; Wasserkraft dar. Durch die Zweiteilung der Anlage in einen aktiven und passiven Teil k\u00f6nnen die Besucher die Anlage einfach nur bestaunen oder in das Geschehen eingreifen. Verschiedene M\u00fchlenmodelle werden durch einzelne Wasserr\u00e4der angetrieben. Ein Hydraulischer Widder, der die Wasserversorgung f\u00fcr einen Springbrunnen in der Mitte der Anlage \u00fcbernommen hat, konnte ebenfalls eingebunden werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zur Einweihung der Wasserkraftanlage als auch der Wasserrad-Modellanlage wurde je eine Feier veranstaltet. Vertreter der Presse wurden eingeladen und waren vor Ort.<br \/>\nGeplant ist, von der Wasserrad-Modellanlage eine Postkarte herauszubringen und sie auch im Faltblatt des Museums zu pr\u00e4sentieren. Vorbereitet werden ebenfalls Arbeitsbl\u00e4tter f\u00fcr den Schulunterricht. Die Schule Ziegenr\u00fcck hat dazu Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert. Das Thema der Arbeitsbl\u00e4tter wird die Wasserkraftnutzung sein.<br \/>\nDie extra f\u00fcr die Reaktivierung der Wasserkraftanlage erarbeitete Brosch\u00fcre Die Wasserkraftnutzung in der Fernm\u00fchle wird den Besuchern im Museum angeboten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die Reaktivierung der Wasserkraftanlage und die Ma\u00dfnahmen<br \/>\n&#8211; \tPC-gest\u00fctzte Visualisierung der Wasserkraftanlage,<br \/>\n&#8211; \tSchauturbinenkammer und<br \/>\n&#8211; \tWasserradanlage<br \/>\nhat das Museum eine gro\u00dfe inhaltliche Bereicherung erhalten. Es wird gr\u00fcner Strom aus Wasserkraft erzeugt, die Kosten des Museums reduziert, der Fluss gereinigt, Menschen zum o.g. Thema informiert und zum Nachdenken angeregt. Das Museum hat sich dadurch zu einem der attraktivsten technischen Museen im Freistaat entwickelt, so der Vorsitzende des Museumsverbandes Th\u00fcringen, Herr Jakobson.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei den erneuerbaren Energien stellt die Wasserkraftnutzung mit \u00fcber 95% den bedeutendsten Anteil in der Bundesrepublik Deutschland. Die historische Bedeutung der Wasserkraftnutzung kann heute noch eindrucksvoll an vielen Flie\u00dfgew\u00e4ssern der neuen Bundesl\u00e4nder beobachtet werden. 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