{"id":19179,"date":"2023-07-13T15:11:41","date_gmt":"2023-07-13T13:11:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06863-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:42","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:42","slug":"06863-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06863-01\/","title":{"rendered":"Demonstration der Wasserkraftnutzung im Hochgebirge"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Seit 1899 ist die Bergsteigerunterkunft Osnabr\u00fccker H\u00fctte im Gro\u00dfelend-tal\/\u00d6sterreich im Besitz der Sektion Osnabr\u00fcck des Deutschen Alpenvereins. Diese H\u00fctte im alpinen Gebiet Hohen Tauern in K\u00e4rnten\/\u00d6sterreich dient in den Sommermonaten Juli bis September mit ihren 65 Schlafpl\u00e4tzen als \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr Bergsteiger und Bergwanderer. Neben den j\u00e4hrlich etwa 1.400 \u00dcbernachtungen werden zus\u00e4tzlich t\u00e4glich bis zu 150 G\u00e4ste gez\u00e4hlt.<br \/>\nUm auch den zuk\u00fcnftigen Anforderungen gerecht zu werden, wurden die Abwasserbeseitigungs- und Trinkwasserversorgungsanlage modernisiert. Zum Betrieb dieser Anlagen ist elektrischer Strom erforderlich. Da die Region nicht \u00fcber eine \u00f6ffentliche Stromversorgung erschlossen ist, wurde daher der Bau eines eigenen Stromerzeugers erforderlich. Grunds\u00e4tzlich besteht an diesem Standort die M\u00f6glichkeit, die Elektrizit\u00e4t mittels eines kleinen Diesel-Aggregats oder einer Wasserkraftanlage zu erzeugen. Die Wasserkraftnutzung an diesem Standort ist m\u00f6glich, da sich die Osnabr\u00fccker H\u00fctte in unmittelbarer N\u00e4he zu einem Gebirgsbach &#8211; dem Fallbach &#8211; befindet.<br \/>\nAus Umweltgesichtspunkten entschied sich der Deutsche Alpenverein, Sektion Osnabr\u00fcck, f\u00fcr den Bau einer Kleinstwasserkraftanlage. Die Leistung der Wasserkraftanlage soll so dimensioniert sein, dass neben der Energieversorgung der biologischen Abwasserkl\u00e4rung und der Trinkwasseraufbereitung auch die Versorgung einer neu installierten elektrischen Beleuchtungsanlage und der K\u00fcchenger\u00e4te erm\u00f6glicht wird. Urspr\u00fcnglich wurde die H\u00fctte mit Gasleuchten, Kerzen und Taschenlampen beleuchtet, was eine nennenswerte Brandgefahr darstellt.<br \/>\nZielsetzung des gef\u00f6rderten Vorhabens ist der Bau einer Kleinstwasserkraftanlage, um damit die M\u00f6glichkeit einer umweltgerechten Energieversorgung zu demonstrieren. Aufgrund des besonderen Charakters der Osnabr\u00fccker H\u00fctte soll die Anlage insbesondere dazu dienen, den G\u00e4sten die M\u00f6glichkeiten der Wasserkraftnutzung &#8211; auch unter so extremen Bedingungen &#8211; aufzuzeigen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMit der Projektierung der Wasserkraftanlage wurde ein fachkundiger Planer beauftragt, der sp\u00e4ter auch die Bauleitung \u00fcbernahm. Der eigentliche Bau wurde nach Ausschreibung der Leistungen von \u00f6rtlichen Unternehmen ausgef\u00fchrt. Die Gesch\u00e4ftsstelle des Deutschen Alpenvereins stand der Sektion Osnabr\u00fcck w\u00e4hrend der Phase der Planung und Ausf\u00fchrung beratend zur Seite. Die Durchf\u00fchrung des gesamten Vorhabens wurde mit den zust\u00e4ndigen Genehmigungsbeh\u00f6rden abgestimmt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Kleinstwasserkraftanlage konnte weitestgehend entsprechend der urspr\u00fcnglichen Planung umgesetzt werden. Sie besteht im Wesentlichen aus einem Tiroler-Wehr mit nachgeschaltetem Sandfang, einer unterirdisch verlegten Druckleitung vom Wehr zum Krafthaus, einer Turbinen\/Generator-Anlage zur Erzeugung der elektrischen Energie und einem offenen Gerinne zur R\u00fcckleitung des entnommenen Wassers in den Fallbach. Das Tiroler Wehr und der Sandfang gew\u00e4hrleisten einerseits einen Schutz der Turbinenanlage, andererseits den nat\u00fcrlichen Geschiebetransport im Fallbach. Die Wehranlage ist so ausgef\u00fchrt, dass eine Restwassermenge von mindestens 150 l\/s im Fallbach verbleibt. Die maximale Entnahme zur Stromerzeugung betr\u00e4gt 80 l\/s.<\/p>\n<p>Auf Grund der ersten Betriebserfahrungen wird derzeit davon ausgegangen, dass j\u00e4hrlich etwa 6.000 bis 8.000 kWh Strom erzeugt werden. Dies entspricht einer Einsparung von etwa 2.500 bis 3.000 l Dieselkraftstoff, die alternativ ein Stromgenerator verbrauchen w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Um die G\u00e4ste in geeigneter Weise \u00fcber die Wasserkraftnutzung an diesem Standort informieren zu k\u00f6nnen, wurde in der H\u00fctte eine Schautafel angebracht, die die Gesamtanlage und die wesentlichsten technischen Gr\u00f6\u00dfen darstellt. Der Schaltschrank der Stromversorgungsanlage ist im \u00f6ffentlichen Bereich der Osnabr\u00fccker H\u00fctte aufgestellt. Er ist mit Anzeigeger\u00e4ten ausgestattet, die es den G\u00e4sten erlauben, Messgr\u00f6\u00dfen des gegenw\u00e4rtigen Anlagebetriebs abzulesen. Dar\u00fcber hinaus ist der Schaltschrank zus\u00e4tzlich mit einer LED-Anzeige ausger\u00fcstet, die die Jahresstromproduktion anzeigt. Schlie\u00dflich wurde eine kleine Brosch\u00fcre entworfen, die \u00fcber die Wasserkraftnutzung an der Osnabr\u00fccker H\u00fctte informiert. Diese Brosch\u00fcre steht den Besuchern in der H\u00fctte zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des 100-j\u00e4hrigen Bestehens der Osnabr\u00fccker H\u00fctte wurde u. a. die Wasserkraftanlage im Rahmen einer Festveranstaltung vorgestellt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Besucher der Osnabr\u00fccker H\u00fctte steht jeweils eine kleine Brosch\u00fcre zur Verf\u00fcgung, die \u00fcber die Wasserkraftnutzung an diesem Standort informiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Ergebnis konnte am Beispiel der Osnabr\u00fccker H\u00fctte demonstriert werden, dass eine umweltvertr\u00e4gliche Energieversorgung mittels der Wasserkraftnutzung auch an einem so extremen Standort m\u00f6glich ist. Dies insbesondere unter Ber\u00fccksichtigung der umweltrelevanten Aspekte. Insgesamt hat das Vorhaben &#8211; insbesondere unter Ber\u00fccksichtigung der hiermit einhergehenden M\u00f6glichkeiten zur Wasserreinigung und Trinkwasseraufbereitung &#8211; deutlich zur Verbesserung der Umweltsituation am Standort beigetragen. Es wurden geeignete Ma\u00dfnahmen getroffen, um die zahlreichen Besucher der Osnabr\u00fccker H\u00fctte \u00fcber das Konzept zur umweltgerechten Energieversorgung zu informieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Seit 1899 ist die Bergsteigerunterkunft Osnabr\u00fccker H\u00fctte im Gro\u00dfelend-tal\/\u00d6sterreich im Besitz der Sektion Osnabr\u00fcck des Deutschen Alpenvereins. Diese H\u00fctte im alpinen Gebiet Hohen Tauern in K\u00e4rnten\/\u00d6sterreich dient in den Sommermonaten Juli bis September mit ihren 65 Schlafpl\u00e4tzen als \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr Bergsteiger und Bergwanderer. 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