{"id":19171,"date":"2023-07-13T15:14:52","date_gmt":"2023-07-13T13:14:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11782-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:52","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:52","slug":"11782-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11782-01\/","title":{"rendered":"Modell einer universit\u00e4r-kommunalen Partnerschaft zur Realisation einer Lokalen Agenda 21"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des gemeinsamen Projekts der Technischen Universit\u00e4t Darmstadt und der Gemeinde Riedstadt war die Ausarbeitung des Modells einer universit\u00e4r-kommunalen Partnerschaft zur Realisation einer Lokalen Agenda 21, das auf andere Universit\u00e4ten und Gemeinden \u00fcbertragbar ist. Das Modell sollte die Kooperationsstrukturen darstellen, mit denen eine Universit\u00e4t theoretische Konzepte und konkrete Projektbeitr\u00e4ge f\u00fcr eine nachhaltige kommunale Entwicklung im Dialog von Politik, Verwaltung und B\u00fcrgern erarbeiten und in den lokalen Agenda 21 &#8211; Prozess einbringen kann. Es sollte dar\u00fcber hinaus aufzeigen, wie aus einer solchen Kooperation Arbeits-, Lehr- und Forschungsformen resultieren k\u00f6nnen, die an der Universit\u00e4t die Bildung f\u00fcr eine nachhaltige<br \/>\nEntwicklung f\u00f6rdern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Vorhaben war gepr\u00e4gt durch die intensive Verkn\u00fcpfung des Lokale Agenda 21 &#8211; Prozesses mit der Ausarbeitung des Partnerschaftsmodells. Zwischen der Gemeinde und der Universit\u00e4t detailliert abgestimmte Arbeitsschritte waren:<br \/>\n1.\tAufbau der gemeinsamen Prozesssteuerung durch die Gemeinde bzw. die Universit\u00e4t;<br \/>\n2.\tGr\u00fcndung jeweils einer Koordinationsgruppe f\u00fcr die Gemeinde bzw. die Universit\u00e4t;<br \/>\n3.\tEtablieren von acht thematischen Agendagruppen in der Gemeinde bzw. Identifikation, Bearbeitung und Koordination von wissenschaftlichen Fachbeitr\u00e4gen in Form von Forschungsprojekten, Studien-, Diplom- und Vertieferarbeiten sowie Lehrveranstaltungen durch die Universit\u00e4t;<br \/>\n4.\tVerabschiedung des Handlungsprogramms f\u00fcr das 21. Jahrhundert, der Lokalen Agenda 21, durch die Gemeindevertretung und Umsetzung der erarbeiteten Leitlinien und Ziele in konkreten kommunalen Projekten.<br \/>\nDas Vorhaben ist der experimentell-empirischen Sozialforschung zuzuordnen, wobei die universit\u00e4ren Akteure weniger Beobachter als vielmehr Mitgestalter des lokalen Agendaprozesses waren. Im Rahmen einer Netzwerkanalyse wurden die Aufgaben der beteiligten Akteursgruppen und die Intensit\u00e4t ihrer  Interaktionen detailliert erhoben. Erg\u00e4nzend erfolgte eine begleitende Evaluierung des Kooperationsvorha-bens.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Etwa 60 wissenschaftlich-fachliche Beitr\u00e4ge, darunter eine Dissertation, in den Bereichen Klimaschutz, Siedlungsentwicklung, Verkehrsplanung, Naturschutz, Direkt- und Regionalvermarktung und Gemeinwesen wurden durch die 26 beteiligten sozial-, natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fachgebiete erarbeitet und in den kommunalen Agendaprozess, die Politikberatung und den Verwaltungsvollzug eingespeist. Die im Agenda 21-Prozess einge\u00fcbten Diskurs- und Beteiligungsverfahren wurden fester Be-standteil des kommunal-politischen Handelns der Gemeinde Riedstadt. Zur Vernetzung der kommunalen und universit\u00e4ren Akteure wurden folgende Organisationseinheiten gebildet:<br \/>\n1.\tEine zentrale Koordinierungsstelle an der Universit\u00e4t, die als Ansprechpartner f\u00fcr die Kommune Kontakte zu Projektpartnern kn\u00fcpft, wissenschaftliche Beitr\u00e4ge b\u00fcndelt, sichert und vermittelt.<br \/>\n2.\tEin Agendab\u00fcro, das an zentraler Stelle in der Kommune (z.B. Stabsstelle) die verwaltungsinternen und politischen Aktivit\u00e4ten zur Lokalen Agenda 21 abstimmt, den Agenda-Prozess koordiniert und als zentraler Ansprechpartner f\u00fcr die Universit\u00e4t fungiert.<br \/>\n3.\tDie zentrale Koordinationsgruppe, die aus Vertretern der Koordinierungsstelle (1) und des Agen-dab\u00fcros (2)  besteht und die Kooperation hinsichtlich Inhalt und Organisation abstimmt.<br \/>\n4.\tEin Arbeitskreis Agenda 21 an der Universit\u00e4t, der unter Federf\u00fchrung der universit\u00e4ren Koordinierungsstelle (1) die Beitr\u00e4ge der beteiligten Fachbereiche abstimmt und die interdisziplin\u00e4re Projektbearbeitung und den f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Austausch f\u00f6rdert.<br \/>\n5.\tEin Koordinationskreis der Lokalen Agenda 21, der der Abstimmung der Agenda-Aktivit\u00e4ten und der Unterst\u00fctzung des Agendab\u00fcros (2) dient und in dem der Austausch zwischen den vier zentralen Akteursgruppen Verwaltung, Gemeindevertretung, Agenda-Gruppen und Universit\u00e4t erfolgt.<br \/>\n6.\tProjektgruppen an der Universit\u00e4t, die die wissenschaftlich-fachlichen Beitr\u00e4ge erarbeiten.<br \/>\n7.\tAgenda 21-Arbeitsgruppen in der Kommune, die Probleme, Ziele und Ma\u00dfnahmen benennen bzw. ausarbeiten und Projekte gemeinsam mit der Politik konzipieren, mit der Verwaltung umsetzen und dabei die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit einbeziehen.<br \/>\nDie Projektgruppen (6) und die Agenda 21-Arbeitsgrupen (7) repr\u00e4sentieren hierbei die inhaltliche Ebene der universit\u00e4r-kommunalen Partnerschaft, w\u00e4hrend die Koordinationsgruppe (3) die prozessual-organisatorische Ebene darstellt. F\u00fcr die gelungene Kooperation lassen sich u.a. folgende Erfolgs- und Gestaltungskriterien benennen:<br \/>\n1.\tAbschluss eines Kooperationsvertrages zwischen Universit\u00e4t und Gemeinde;<br \/>\n2.\tMittelfristige Bearbeitungsdauer, gesicherte Finanzierung der Moderation und der Projektarbeit sowie Bereitstellung von jeweils einer halben Stelle f\u00fcr wissenschaftliches Personal auf beiden Seiten;<br \/>\n3.\tAufbau eines institutionen\u00fcbergreifenden Netzwerkes mit hoher Dichte;<br \/>\n4.\tKoordination an den zentralen Schnittstellen von Universit\u00e4t und Kommune;<br \/>\n5.\tAufstellen von Regeln f\u00fcr die Interaktion von B\u00fcrgerschaft, Politik und Verwaltung;<br \/>\n6.\tOffenheit der Gemeinde gegen\u00fcber Partizipationsprozessen;<br \/>\n7.\tErt\u00fcchtigung der Universit\u00e4t als gesellschaftlicher Akteur;<br \/>\n8.\tErarbeitung von fachlich breit gestreuten universit\u00e4ren Beitr\u00e4gen v. a. mit konzeptionellem Charakter;<br \/>\n9.\tSynchronisation der universit\u00e4ren Beitr\u00e4ge mit der Kommunalpolitik &#8211; wof\u00fcr sich Studien- bzw. Diplomarbeiten und das interdisziplin\u00e4re Projektseminar als besonders geeignet erwiesen haben;<br \/>\n10.  Vermittlung der wissenschaftlichen Ergebnisse an die kommunalen Akteure.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit diente der Binnensteuerung des Agenda-Prozesses, der Information und Einbindung der Bev\u00f6lkerung sowie der wissenschaftl. Reflexion des Projekts. Wesentliche Aktivit\u00e4ten waren:<br \/>\n1.\t200 Artikel im Laufe von f\u00fcnf Jahren in der Lokal- und Regionalpresse;<br \/>\n2.\tFachtagung Strategien nachhaltiger Entwicklung zu Erfolgsfaktoren und Hemmnissen von Lokale Agenda 21-Prozessen, Darmstadt, 14. Nov. 2000;<br \/>\n3.\tAuszeichnung des Modellvorhabens als ein Beispiel f\u00fcr best-practice auf dem BLK-Kongre\u00df Zukunft lernen und gestalten &#8211; Bildung f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung, Osnabr\u00fcck, 12.\/13. Juni 2001;<br \/>\n4.\tVer\u00f6ffentlichungen in Monographien und Fachzeitschriften;<br \/>\n5.\tInternetauftritt Lokale Agenda 21-Prozess Riedstadt (www.zit.tu-darmstadt.de\/ riedstadt\/index.htm)<br \/>\n6.    Internetauftritt UNIKOMM 21-Modellvorhaben (www.zit.tu-darmstadt.de\/ unikomm\/start.html).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Modell der universit\u00e4r-kommunalen Partnerschaft zur Realisation einer Lokalen Agenda 21  zwischen der TU Darmstadt und der Gemeinde Riedstadt ist grunds\u00e4tzlich auf andere Universit\u00e4ten und Gemeinden \u00fcbertragbar, sofern die o.g. Erfolgs- und Gestaltungskriterien zumindest ansatzweise erf\u00fcllt sind. Die gew\u00e4hlte Form der Zusammenarbeit ist geeignet, Bildung f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung in Hochschulen und Kommunen gleicherma\u00dfen zu etablieren und das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung umzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des gemeinsamen Projekts der Technischen Universit\u00e4t Darmstadt und der Gemeinde Riedstadt war die Ausarbeitung des Modells einer universit\u00e4r-kommunalen Partnerschaft zur Realisation einer Lokalen Agenda 21, das auf andere Universit\u00e4ten und Gemeinden \u00fcbertragbar ist. 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