{"id":19170,"date":"2023-07-13T15:13:54","date_gmt":"2023-07-13T13:13:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10274-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:54","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:54","slug":"10274-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10274-01\/","title":{"rendered":"Umsetzung der AGENDA 21 im l\u00e4ndlichen Raum am Beispiel der Gemeinde D\u00f6rverden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Am Beispiel von D\u00f6rverden, einer Gemeinde im l\u00e4ndlichen Raum, soll eine AGENDA 21 aufgestellt und L\u00f6sungs- und Umsetzungsm\u00f6glichkeiten erarbeitet werden, die zur L\u00f6sung regionaler und globaler Probleme auf lokaler Ebene beitragen k\u00f6nnen. Dabei soll mit Hilfe der Erkenntnisse der Selbstorganisation und durch die Verankerung partizipativer Prozesse und einer kooperativen Verwaltung das Umweltbewusstsein der Bev\u00f6lkerung in D\u00f6rverden erh\u00f6ht werden. Ziel ist hierbei auch das Erkennen von Mustern und Regelhaftigkeiten, die auf andere Kommunen \u00fcbertragbar sind.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEinstieg in den Prozess durch B\u00fcrgerversammlung und zahlreiche Ak-Sitzungen, Informationsarbeit, Aktivierung, Ermittlung des Ist-Zustandes, Problemanalyse, Ideenfindung, L\u00f6sungsfindung, Priorit\u00e4tensetzung, Umsetzung. Erarbeitung bestehender Wechselbeziehungen, Kooperationen, F\u00f6rderung des vorhandenen Verst\u00e4ndnisses f\u00fcr die Inhalte, komplexe Systeme und Prozessentwicklung. Recherche, Analyse vorhandener systemtheoretischer und Agenda-21-bezogener Kenntnisse und pra-xisbezogene Anwendung zur Umsetzung, Aktivierung, Vernetzung und Partizipation bzw. Ausbau kooperativer Verwaltung sowie Erh\u00f6hung des Informationsstands der Bev\u00f6lkerung. Zur Zielorientierung auf nachhaltige Entwicklung wurde eine Ideen- und Projektkartei entwickelt, als strategisches Lenkungsinstrument. Den ganzen Prozess \u00fcber fand durchgehend intensive bundesweite, z.T. dar\u00fcber hinaus, \u00d6ffentlichkeitsarbeit statt. Methoden: ERHEBUNGEN: Befragungen (m\u00fcndlich, schriftlich) standardisierte Interviews, Kartierungen; QUALIFIZIERUNG: Trainings u. Fortbildungsveranstaltung, Vortr\u00e4ge, Artikel; INFORMATIONSARBEIT und AKTIVIERUNG: Ausstellungen, allgemeine \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Wurfsendungen, Brosch\u00fcren, Handzettel, Workshops, Veranstaltungen, ; PROZESSMANAGEMENT: Beratung, kreatives Probleml\u00f6sen, Regeln des vernetzten Denkens, Moderation und Konfliktmoderation, Anwendung systemischer Methoden (Fragetechniken, Reflexionsrunden (Beirat, Exkursionen, Workshops, open space), Ideen-\/Projektkartei, Strukturbildung (Aks, Vereine; EVALUATION: Zwischenbilanzen, standardisierte Interviews, Bewertungszielscheibe (Rang 1 bis 6) f\u00fcr Leitziele und Ma\u00dfnahmen, Ideen- und Projektkartei), Bilanzierungsgrundlagen erstellt, nicht verwendet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Initiierung eines sich selbst organisierenden lA-21-Prozesses ist in D\u00f6rverden aus der aktuellen Sicht gelungen. Verwaltungsspitze und der im Dezember 2000 gegr\u00fcndete Verein Forum Zukunft e.V. haben f\u00fcr die Zukunft eine Kooperation zur gemeinsamen weiteren Fortf\u00fchrung des lA-21-Prozesses verabredet. Die Gemeinde unterst\u00fctzt das Forum j\u00e4hrlich mit 200 \u0080. Der Verein Forum Zukunft e.V. setzt sich zur Zeit aus folgenden Mitgliedern zusammen: Vertreter der evangelischen Kirche D\u00f6rverden, des Arbeitskreises (AK) Kultur, des Ak Unsere Schulen, des Ak Fremdenverkehr, G\u00e4stef\u00fchrer, der Ak Alles rund ums Pferd, Heimatverein Westen, AK D\u00f6rverdens D\u00f6rfer, Initiative Rettet den Standort, DGB Ortskartell, Vereinig. d. Selbst\u00e4ndigen, Tagungshaus Dr\u00fcbberholz, weitere Einzelpersonen sowie ein Vertreter der Landwirtschaft (Marktbeschicker\/Direktvermarktung). Auf den \u00f6ffentl. Sitzungen ist i.d.R. auch ein Verwaltungsvertreter anwesend. Das Forum Zukunft e.V. gilt als offiz. Vertreter des lA-21-Prozesses in D\u00f6rverden. F\u00fcr die Arbeit in D\u00f6rverden hat das Training f\u00fcr Moderation und Prozessmanagement, an dem rd. 20 AkteurInnen aus D\u00f6rverden teilgenommen haben, bewirkt, dass die einzelnen AkteurInnen n\u00e4her zusammenr\u00fcckten, f\u00fcr ein systemisches Grundverst\u00e4ndnis des Umgangs mit komplexen Systemen und der nachhaltige Entwicklung qualifiziert wurden. Neue Leitlinien und -ziele sowie Ma\u00dfnahmen wurden in den Bereichen Prozessentwicklung, eine Welt, Kultur und Soziales sowie gemeindliches Han-deln erarbeitet und entsprechende Ma\u00dfnahmen umgesetzt. Weitere Ma\u00dfnahmen gab es in den Bereichen Nachhaltige Landnutzung, Gewerbe, Tourismus, Siedlungsentwicklung, gemeindliches Handeln, Soziales\/Kultur, Ressourcenschutz, Eine Welt vor Ort, Prozessentwicklung. F\u00fcr die Erarbeitung eines Evaluationssets gab es keine Unterst\u00fctzung der AkteurInnen. Allgemeine Erkenntnisse des lokalen Agenda 21-Prozesses aus D\u00f6rverden: Menschen tun nur das, was sie mit Sinn f\u00fcr sich verbinden. Sinn im doppelten Sinn (Sinne und inhaltlicher Sinn) ist die Basis f\u00fcr Bewusstseinsbildung und Kommunikation. Die F\u00e4higkeit zu kommunizieren, spielte f\u00fcr die Entwicklung des lA21-Prozesses eine bedeutende Rolle. (Wenn wir davon ausgehen, dass menschliche Wirklichkeit in den Menschen konstruiert wird und Kommunikation dazu dient, diese Konstruktionen (Ideen, Bilder und Erinnerungen) zu vermitteln, entsteht eine emergente Wirklichkeit im Dialog und im Multilog. Selbstvertrauen und die Frage, wie sich die AkteurInnen in das Geschehen selbst hineindefinierten, entschieden \u00fcber Intensit\u00e4t und Erfolg ihrer Aktivit\u00e4ten. Vor allem Fehlertoleranz, immer wieder aufeinander zugehen k\u00f6nnen und die Akzeptanz der anderen in ihrer Meinungsbildung waren notwendige Lernprozesse, die die dauerhafte Fortsetzung des lA-21-Prozesses erm\u00f6glichten. Aufgrund von Organisation bilden sich Muster\/Strukturen (Aufbau-\/Ablauforganisation) z.B. formale B\u00fcrgerbeteiligung, informelle Arbeitskreise, Vereine, u.a.. Die Muster- und Regelbildung war abh\u00e4ngig vom Bewusstseinsstand der Handelnden, ihrer Entscheidung, was sinnvoll ist und was nicht, ihrem Informationsstand und ihrer F\u00e4higkeit zur Selbstreflexion sowie der Bereitschaft, daraus zu lernen. Die sozialen, emotionalen und methodischen Kenntnisse und Fertigkeiten, Informationen in den Lebens- und Entscheidungsalltag einbinden zu k\u00f6nnen, zu wollen und die Zeit, sich mit den Informationen zu befassen, bestimmten Umsetzungsgeschwindigkeit, -menge und -qualit\u00e4t der Ma\u00dfnahmen. Die \u00dcbernahme von Verantwortung f\u00fcr neue Strukturen und Akteure zur Zielerreichung ben\u00f6tigte eine Evaluation durch Kommunikation innen und Au\u00dfen, brauchte Transparenz, um das Handeln der anderen zu \u00fcberblicken und die F\u00e4higkeit der Selbstreflexion. Lebensumst\u00e4nde und F\u00e4higkeiten, mit mehreren Rollen gleichzeitig umgehen zu k\u00f6nnen, spielten f\u00fcr das jeweilige Verhalten der einzelnen eine gro\u00dfe Rolle. Besonders hervorhebenswert f\u00fcr lA-21-Prozesse ist der TRANSPARENTE Umgang mit Er-wartungen, unausgesprochenen Abmachungen sowie die gemeinsame Bewertung der Aktivit\u00e4ten und Ziele. In diesen Bereichen bestehen u.E. gro\u00dfe Chancen f\u00fcr den Erfolg der Umsetzung lA-21-Prozesse. Die Menschen sind im Hinblick auf die kommunale Entwicklung in ihrer Entscheidung zwar Individuen, trotz allem aber eingebunden in ein soziales Netzwerk aus Berufssituation, Familienstand, Kinderzahl, Schulbildung, Gesundheitszustand usw. und beeinflusst durch ihre eigene Geschichte und den damit verbundenen Erfahrungsschatz.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Ausstellungen, Pressearbeit, Radio\/Fernsehen, sechs Agenda-Infos, Zwischenberichte, B\u00fcrgerbrosch\u00fcre, Veranstaltungen, Vortr\u00e4ge, Fortbildungsveranstaltungen, Trainings, Wurfzettel; Zwischenbilanzen, intuitive Bewertungsrunden, Exkursionen in D., Ver\u00f6ffentlichungen, Workshops.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr erfolgreiche Umsetzung der LA 21 und Umweltbewusstseinsbildung ist die F\u00e4higkeit der Menschen, das evolution\u00e4re Lernen zu erkennen, zu reflektieren und immer wieder anzuregen. Menschen entscheiden autonom, aber aufgrund ihrer eigenen Struktur, Qualifikation, Bef\u00e4higung. Hier muss in Zukunft vermehrt angesetzt werden. Systemtheoret. Wissen ist f\u00fcr die Umsetzung LA-21-Proz. sehr hilfreich. LA-21-Prozes im l\u00e4ndlichen Raum ben\u00f6tigen v. a. Qualifikation, Bef\u00e4higung und regelm\u00e4\u00dfige Informationsbereitstellung, in einem den Menschen angemessenen Ma\u00df sowie Beratung, da ihnen daf\u00fcr notw. Strukturen h\u00e4ufig fehlen, w\u00e4hrend intensive Beziehungsgeflechte vorhanden sind. LA 21 und Systemtheorien sollten in Zuk. Bestandteil von Aus-, Weiter-, Fortbildung in ALLEN Bereichen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Am Beispiel von D\u00f6rverden, einer Gemeinde im l\u00e4ndlichen Raum, soll eine AGENDA 21 aufgestellt und L\u00f6sungs- und Umsetzungsm\u00f6glichkeiten erarbeitet werden, die zur L\u00f6sung regionaler und globaler Probleme auf lokaler Ebene beitragen k\u00f6nnen. 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