{"id":19155,"date":"2023-07-13T15:09:37","date_gmt":"2023-07-13T13:09:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03791-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:39","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:39","slug":"03791-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03791-01\/","title":{"rendered":"Oxidative Schlammbehandlung mit N\u00e4hrstoffestlegung in hocheutrophen flachen K\u00fcstengew\u00e4ssern der Ostsee (Mecklenburg-Vorpommern)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die f\u00fcr die K\u00fcste Mecklenburg-Vorpommerns typischen Bodden und Haffe sind \u00c4stuare mit einer naturgegebenen hohen Selbstreinigungskapazit\u00e4t und haben so f\u00fcr den Schutz der Ostsee eine gro\u00dfe Bedeutung. \u00dcber lange Zeit anhaltende hohe N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge haben \u00fcber den Proze\u00df der Eutrophierung zu einer gro\u00dfen Schlammakkumulation gef\u00fchrt. Diese organischen Substanzen beeinflussen \u00fcber die Sauerstoffzehrung und die N\u00e4hrstoffgehalte die Wasserbeschaffenheit der Boddengew\u00e4sser negativ. Gro\u00dffl\u00e4chige Schlammentfernungen als Sanierungs \/ Restaurierungsstrategie sind un\u00f6kologisch und un\u00f6konomisch und auch technisch schwierig l\u00f6sbar. \u00dcber den Proze\u00df der nat\u00fcrlichen Schlamman-sammlung in k\u00fcnstlichen Sedimentationsr\u00e4umen durch Str\u00f6mungen und Turbulenzen und die vom F\u00fcllungsgrad abh\u00e4ngige Schlammentnahme aus diesen kann eine langsame Verbesserung der Wasserbeschaffenheit erwartet werden. Mit Hilfe der oxidativen Schlammbehandlung sollen negative Wirkungen auf die Wasserqualit\u00e4t im Zeitraum der Schlammansammlung vermieden werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Untersuchungen gliedern sich in Arbeiten zur Sammlung der oxidativ zu beeinflussenden Frischsedimente und in solche zur optimalen Festlegung von N\u00e4hrstoffen (Phosphat) durch Calcium- und Eisenionen sowie zur chemischen Oxidation frischer, reaktiver Schlammanteile durch Nitratgabe (in Anlehnung an das f\u00fcr die Seensanierung \u00fcbliche RIPLOX-Verfahren). Die Chemikaliendosierung sollte nicht wesentlich von den nat\u00fcrlichen Salzgehaltsbedingungen abweichen (Gew\u00e4sserschutz, Naturschutz \/ Nationalpark). Die folgenden Arbeitsschritte kamen zur Anwendung:<br \/>\n&#8211; Untersuchungen zur Schlammakkumulation in Sedimentationsr\u00e4umen und Kennzeichnung der<br \/>\n  Sedimentqualit\u00e4ten (Sediment-Hydroakustik, \u00fcbliche Sedimentmethoden)<br \/>\n&#8211; Laborversuche zur Optimierung der Behandlungsbedingungen<br \/>\n&#8211; Bau einer im Gel\u00e4nde einsetzbaren Technik<br \/>\n&#8211; In situ-Versuche zur Schlammbehandlung<br \/>\n&#8211; Bewertung der Methodik.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>&#8211; Mit den in den Bericht eingearbeiteten Ergebnissen zur Schlammakkumulation in k\u00fcnstlichen Sedimentationsr\u00e4umen konnte der Beweis \u00fcber deren Wirkung erbracht worden. Nicht unwesentlich waren die Ergebnisse, die m\u00f6glich wurden seit Anwendung der modernen Sedimentechographie. Die Sedimentationsr\u00e4ume sind mit einem d\u00fcnnfl\u00fcssigen Material, reich an organischen Substanzen und P &#8211; Verbindungen, gef\u00fcllt.<\/p>\n<p>&#8211; Die Untersuchungen konzentrierten sich auf 3 Ebenen der Versuchstechnik: Laborma\u00dfstab, kleintechnischer Ma\u00dfstab au\u00dferhalb des Gew\u00e4ssers und Gew\u00e4sserma\u00dfstab.<\/p>\n<p>&#8211; Laborma\u00dfstab: Es konnte gezeigt werden, da\u00df in einem geschlossenen System (ohne Wasseraustausch) mit noch gew\u00e4sservertr\u00e4glichen Konzentrationen an Ca &#8211; nitrat und Fe &#8211; sulfat die erwarteten Reaktionen stattfanden, d.h. P &#8211; Bindung und damit Elimination aus der w\u00e4\u00dfrigen Phase und Abbau der Sauerstoffzehrung \u00fcber Denitrifikation.<\/p>\n<p>&#8211; Die Anwendung des kleintechnischen Ma\u00dfstabes (1,3 m3 Reaktor, gebaut vom Kooperationspartner IMG Rostock) ergab ebenfalls positive Ergebnisse.<\/p>\n<p>&#8211; Gew\u00e4sseruntersuchungen mit einem Siebrechen (5 m breit, erbaut vom Partner IMG) ergaben keine brauchbaren Ergebnisse unter den speziellen Bedingungen des Boddenschlammes: keine gesicherte F\u00fchrung des Ger\u00e4tes, kein gleichm\u00e4\u00dfiger Chemikalieneintrag in den oberen Sedimenthorizont.<\/p>\n<p>&#8211; Die Gew\u00e4sseruntersuchungen mit der station\u00e4ren Injektionsplatte (ebenfalls erbaut vom Partner IMG) ergaben ebenfalls keine besseren Ergebnisse. Das abgelagerte organische Material ist so leicht aufwirbelbar, da\u00df keine Reaktion im Sedimenthorizont gesichert werden kann. Die Ergebnisse wurden wieder gest\u00fctzt durch die Methode der Sedimentechographie.<\/p>\n<p>&#8211; Die Schlammstabilisierung mit P &#8211; Festlegung in der k\u00fcnstlichen Sedimentationsrinne ist unter den speziellen Sedimentbedingungen kein gangbarer Weg.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projektes wurden unmittelbar f\u00fcr die Erarbeitung einer machbaren und nachhaltig wirkenden Sanierungs- \/ Restaurierungskonzeption f\u00fcr die Dar\u00df-Zingster Boddenkette genutzt (Auftraggeber: Landesumweltministerium und STAUN Stralsund). Die Zwischenergebnisse sind in ver-schiedene Publikationen zum Gew\u00e4sserschutz an der Ostseek\u00fcste eingeflossen. Die Ergebnisse sind ein Teilaspekt zum besseren Ostseeschutz (Helsinki-Konvention). Der ausf\u00fchrlicher angelegte Bericht gestattet jede Art von Nachnutzung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Wenn auch die erwarteten Ergebnisse nicht erreichbar waren, sind doch wesentliche Hinweise f\u00fcr die Durchsetzung eines praktikablen Gew\u00e4sserschutzes m\u00f6glich geworden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die f\u00fcr die K\u00fcste Mecklenburg-Vorpommerns typischen Bodden und Haffe sind \u00c4stuare mit einer naturgegebenen hohen Selbstreinigungskapazit\u00e4t und haben so f\u00fcr den Schutz der Ostsee eine gro\u00dfe Bedeutung. \u00dcber lange Zeit anhaltende hohe N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge haben \u00fcber den Proze\u00df der Eutrophierung zu einer gro\u00dfen Schlammakkumulation gef\u00fchrt. 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