{"id":19142,"date":"2023-07-13T15:11:48","date_gmt":"2023-07-13T13:11:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07091-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:51","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:51","slug":"07091-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07091-01\/","title":{"rendered":"Aufbau einer bundesweiten Artenschutzschule"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Biologische Institut Metelen arbeitet seit 1980 \u00fcber regionalen und nationalen Artenschutz, seit 1984 wird zus\u00e4tzlich ein sog. Schutzzentrum f\u00fcr beh\u00f6rdlich beschlagnahmte Tiere betrieben. Fragen des Artenschutzes, insbesondere auch des internationalen Artenschutzes, des Handels mit gef\u00e4hrdeten Tier- und Pflanzenarten und der Unterbringung beschlagnahmter Tiere sto\u00dfen vermehrt auf \u00f6ffentliches Interesse. Eine neu einzurichtende Artenschutzschule soll hier f\u00fcr ein breites Zielgruppenspektrum Wissen in ad\u00e4quat aufbereiteter Form verf\u00fcgbar machen, Betroffenheit nutzen und Verhaltens\u00e4nderungen bewirken. Ihre Angliederung an das bestehende Schutzzentrum bietet als bundesweites Modellvorhaben au\u00dfergew\u00f6hnlich gute Anschauungsm\u00f6glichkeiten und Praxisn\u00e4he.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der Artenschutzschule soll eine problembezogene Behandlung der facettenreichen Thematik Artenschutz erfolgen, und zwar auf regionaler, nationaler und insbesondere internationaler Ebene. Das Ver-anstaltungsangebot ist in Themen-Module gegliedert, deren Dauer zwischen halbt\u00e4gigen bis mehrt\u00e4gigen Kursen, Seminaren und Exkursionen variiert. \u00dcber die Vermittlung kognitiven Wissens (z. B. Artenkenntnis, Wissen \u00fcber gesetzliches Instrumentarium) hinaus, sollen Zusammenh\u00e4nge erarbeitet werden und ein Ansprechen auf der emotionalen Ebene erfolgen. Dies gilt gleicherma\u00dfen f\u00fcr Grundsch\u00fcler und Konsumenten wie f\u00fcr erfahrene Zollbeamte oder Staatsanw\u00e4lte. Nur so l\u00e4sst sich Wissen nachhaltig verankern und das notwendige umweltbewusste Handeln und Entscheiden beeinflussen. Am Lernort und in der Lernumgebung ist daher eine unmittelbare Begegnung mit der Natur oder den Tieren im Schutzzentrum m\u00f6glich. Die Bildungsarbeit in der Artenschutzschule wird von den Wissenschaftlern und Mitarbeitern des Instituts, in erheblichem Umfang aber von Gastdozenten vor allem aus der Reihe der Kooperationspartner (s. o.), durchgef\u00fchrt. Bezogen auf das Zielgruppenspektrum wird dabei in der Artenschutzschule ein zweigleisiger Weg beschritten: Zum einen wird Personen, die im praktischen Artenschutz und mit der Umsetzung g\u00fcltiger Rechtsvorschriften besch\u00e4ftigt sind (z. B. Beh\u00f6rdenvertreter aus dem Artenschutzvollzug), die M\u00f6glichkeit zur Fortbildung in Fachveranstaltungen geboten. Zum anderen soll gleichzeitig Wert auf Basisarbeit im Sinne von Aufkl\u00e4rung des Normalb\u00fcrgers gelegt werden, z. B. f\u00fcr Schulklassen, Vereine, Z\u00fcchterverb\u00e4nde, Tierh\u00e4ndler und Multiplikatoren wie Journalisten, Lehrer und Reiseleiter.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Fortbildungs-, Tagungs- und Umweltbildungsarbeit der Bundesweiten Artenschutzschule stie\u00df durchweg auf eine gute Resonanz. Es gelang, die verschiedensten Zielgruppen mit einem vielf\u00e4ltigen Angebot an Veranstaltungen f\u00fcr den Artenschutz zu interessieren. Das Veranstaltungsspektrum umfasste Vortr\u00e4ge, Exkursionen, Naturerlebnisangebote, Workshops, Seminare und Tagungen. Die Dauer der Veranstaltungen variierte von 1 bis 2 Stunden bis zu mehrt\u00e4gigen Fachveranstaltungen wie z. B. wissenschaftlichen Tagungen. Behandelt wurden Themen aus den Bereichen regionaler, nationaler und internationaler Artenschutz. Die multidisziplin\u00e4re Umweltbildung konnte eine L\u00fccke in der Bildungslandschaft schlie\u00dfen.<br \/>\nIn der Region und \u00fcberregional erreichte die Bildungseinrichtung einen hohen Bekanntheitsgrad. Die Veranstaltungsteilnehmer kamen zu Fachseminaren oder zu wissenschaftlichen Tagungen aus ganz Deutschland, Europa (\u00fcberwiegend Mitteleuropa) und sogar den USA. Auch Schulen, Kinderg\u00e4rten und Jugendgruppen aus der Region nahmen das Angebot in relativ kurzer Zeit an.<br \/>\nIm Zeitraum der Projektf\u00f6rderung stieg j\u00e4hrlich die Anzahl der angebotenen Veranstaltungen (Jahresprogramm: 34 in 2000, 64 in 2004) und die Anzahl der Teilnehmer. Alleine die j\u00e4hrlich erstellten Programme umfassten insgesamt mehr als 230 Veranstaltungen (einschlie\u00dflich bis Ende 2004). Hinzu kamen zahlreiche weitere Angebote f\u00fcr Schulklassen und andere Gruppen, z. B. Naturerlebnisangebote oder Ferienaktionen.<br \/>\nInsgesamt besuchten rund 10.000 Teilnehmer Veranstaltungen der Artenschutzschule. Dies waren Teilnehmer von Angeboten aus den regul\u00e4ren Jahresprogrammen, von F\u00fchrungen durch das Schutzzentrum, das Biologische Institut und die Artenschutzschule sowie Teilnehmer von Naturerlebnisangeboten. Weitere rund 10.000 Besucher lernten die Artenschutzschule im Rahmen von erlebnisorientierten Gro\u00dfveranstaltungen (Ausstellungen u. a.) kennen.<br \/>\nAn den Veranstaltungen der Artenschutzschule nahmen Familien, Sch\u00fcler, Studenten, Lehrer, Beh\u00f6rdenmitarbeiter von Bundes-, Landes- und Kommunalbeh\u00f6rden, Mitarbeiter von Biologischen Stationen, Naturschutz- und Artenschutzvereinen, Planungsb\u00fcros, Multiplikatoren wie Journalisten und Politiker sowie viele andere Zielgruppen teil. Mit mehr als 40 Kooperationspartnern, beispielsweise aus Beh\u00f6rden, Vereinen und anderen Bildungseinrichtungen, gelang es zusammen mit dem eigenen wissenschaftlichen Institutspersonal, j\u00e4hrlich ein attraktives Bildungsangebot zu erstellen.<br \/>\nMehrw\u00f6chige Gro\u00dfveranstaltungen mit Erlebnischarakter erreichten in besonderem Ma\u00dfe die breite \u00d6ffentlichkeit. Der Neubau der Artenschutzschule konnte dabei, wie auch bei vielen anderen (Fach)Veranstaltungen, in idealer Weise genutzt werden.<br \/>\nAls entscheidend f\u00fcr die Akzeptanz und die Etablierung der Artenschutzschule in der Bildungslandschaft best\u00e4tigten sich die stand\u00f6rtlichen Gegebenheiten. Praxisn\u00e4he und gute Anschauungsm\u00f6glichkeiten zeichnen den attraktiven Standort aus. Die Tierh\u00e4user des Artenschutzzentrums, das 10 Hektar gro\u00dfe Au\u00dfengel\u00e4nde des Biologischen Instituts mit verschiedenen Musterbiotopen und der benachbarte Vo-gelpark Metelener Heide wurden in die Arbeit integriert.<br \/>\nDie Arbeits- und Zeitpl\u00e4ne wurden eingehalten, ebenso die urspr\u00fcngliche Kostenkalkulation. Die urspr\u00fcnglich geplante personelle Ausstattung der Artenschutzschule erwies sich als zu gering. Um die anfallenden Arbeiten personell besser bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, wurde ein Volontariat Umweltbildung im Artenschutz eingerichtet. Dazu wurden Projektmittel nach vorheriger Genehmigung umgeschichtet.<br \/>\nBei insgesamt positivem Projektverlauf stie\u00dfen einzelne Veranstaltungen auf ein geringeres Interesse als erwartet. Auch die Rekrutierung geeigneter Gastdozenten f\u00fcr anspruchsvolle Fachveranstaltungen erwies  sich als schwierig, wenn f\u00fcr die Themen bundesweit nur wenige Fachleute vorhanden sind. Vor allem bei den Angeboten mit dem Schwerpunkt internationaler Artenschutz besteht weiterer Ausbaubedarf und eine engere Zusammenarbeit mit ma\u00dfgeblichen Fachstellen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im F\u00f6rderzeitraum fand eine umfangreiche \u00d6ffentlichkeitsarbeit statt: Regelm\u00e4\u00dfige Pressemitteilungen, Berichte in Funk und Fernsehen, Jahresprogramme, Faltbl\u00e4tter zu gr\u00f6\u00dferen Fachveranstaltungen, Artikel in (Fach)Zeitschriften und Brosch\u00fcren, Informationsst\u00e4nde, Vortr\u00e4ge und eine Internetpr\u00e4senz.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aufbauend auf den gemachten Erfahrungen, kann das Konzept der Artenschutzschule, bestehend aus Fortbildung in Fachveranstaltungen und Basisarbeit im Sinne von Aufkl\u00e4rung des Normalb\u00fcrgers, in den kommenden Jahren fortgef\u00fchrt werden. Dabei sollte der Bereich internationaler Artenschutz noch st\u00e4rker ausgebaut werden. Die Hauptziele der Artenschutzschule, die multidisziplin\u00e4re Schulung und Weiterbildung aller im Artenschutz T\u00e4tigen und die Sensibilisierung der breiten \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr das Thema Artenschutz sind nach wie vor aktuell.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Biologische Institut Metelen arbeitet seit 1980 \u00fcber regionalen und nationalen Artenschutz, seit 1984 wird zus\u00e4tzlich ein sog. Schutzzentrum f\u00fcr beh\u00f6rdlich beschlagnahmte Tiere betrieben. Fragen des Artenschutzes, insbesondere auch des internationalen Artenschutzes, des Handels mit gef\u00e4hrdeten Tier- und Pflanzenarten und der Unterbringung beschlagnahmter Tiere sto\u00dfen vermehrt auf \u00f6ffentliches Interesse. 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