{"id":19140,"date":"2023-07-13T15:08:24","date_gmt":"2023-07-13T13:08:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01442-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:26","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:26","slug":"01442-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01442-01\/","title":{"rendered":"Grundwasserschonende Landnutzung im Kreis Neuss:  -Vergleich der Anbausysteme Organischer, Integrierter und Konventioneller Pflanzenbau  &#8211; Auswirkungen der Landnutzungsformen Ackerbau, Gr\u00fcnland und Aufforstung auf   Boden, Sickerwasser und Grundwasser"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zielsetzung ist die Neuausrichtung bisheriger Verfahren der Landnutzung hinsichtlich einer Minimierung der derzeit hohen Nitratbelastung des Grundwassers im Projektgebiet. Anla\u00df des Verbundprojektes mit Wasserwerk, Aufsichtsbeh\u00f6rde, Offizialberatung und Landwirten waren die kontroversen Vorstellungen \u00fcber eine grundwasserschonende Fl\u00e4chennutzung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenHauptarbeitsschwerpunkt bildet in Vergleichsuntersuchungen die Frage, inwieweit konventionelle Landnutzungsmethoden durch integrierte Verfahren akzeptabel zu verbessern sind, oder ob dem Organischen Landbau in besonders sensiblen Gebieten aufgrund seiner systemimmanenten umweltschonenden Bewirtschaftung der Vorzug zu geben ist. Basis sind zwei faktorielle Feldversuche zu dem Vergleich der Acker-Anbausysteme Organischer, Integrierter und Konventioneller Pflanzenbau zur Exakterfassung von Wasserhaushalts-Kenndaten, der Nitratgehalte in Boden und Bodenwasser sowie der Simulation der Pflanzenschutzmittel-Verlagerungspotentiale.<\/p>\n<p>Der zweite Arbeitsschwerpunkt auf Basis von faktoriellen Feldversuchen und Dauerbeprobungsstellen in Praxisschl\u00e4gen verfolgt die Frage, inwieweit jegliche Ackernutzung ausgeschlossen werden mu\u00df und Gr\u00fcnlandnutzung oder Aufforstung eine Alternative darstellen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Beibehaltung der bisherigen Ackernutzung ist unter Anpassung an die Erfordernisse der Wasserwirtschaft m\u00f6glich. Organischer Landbau stellt die landwirtschaftliche Ackernutzungsform mit den geringsten Nitrataustr\u00e4gen dar. Pflanzenschutzmittel-Eintr\u00e4ge sind ausgeschlossen. Die von der orts\u00fcblichen-konventionellen Landbewirtschaftung ausgehende hohe Grundwasserbelastung mit Nitrat konnte in den Feldversuchen durch Integrierten Landbau lediglich um 15% gemindert werden. Die alleinige Umstellung auf Integrierten Landbau kann die angestrebte Wasserqualit\u00e4t nicht sicherstellen. Um den Sanierungseffekt einer Umstellung auf Organischen Landbau mit einem Reduktionspotential der Nitrataustr\u00e4ge von 55% zu erreichen, w\u00e4ren bei Einf\u00fchrung des Integrierten Landbaus sch\u00e4tzungsweise 42% der Wasserschutzgebietsfl\u00e4che zus\u00e4tzlich stillzulegen.<br \/>\nDie Aufforstung von Ackerfl\u00e4chen in Wasserschutzgebieten im Rheinland sollte aufgrund mangelnder Kontrolle der Stickstoffakkumulation und Eingriffsm\u00f6glichkeiten in den Stickstoffkreislauf unterbleiben. Nitratgehalte im Boden (150 bis 600 kg Nitrat-N in 0 bis 150 cm Bodentiefe) und in der Sickerwasserzone (50 bis 1.150 mg Nitrat\/l) waren teilweise sehr hoch. Wiesennutzung hat die geringsten Nitrataustr\u00e4ge zur Folge, sollte aber in Ackerbauregionen auf hoch austragsgef\u00e4hrdete Areale begrenzt bleiben. Im Herbst war unter den sechs verschiedenen Wiesenvarianten trotz unterschiedlicher Nutzung und D\u00fcngung auf beiden Standorten kaum Nitrat im Boden nachweisbar. Auch die B\u00f6den langj\u00e4hriger Extensivwiesen ehemaliger Ackerfl\u00e4chen in Brunnenn\u00e4he enthielten im Gegensatz zu den Aufforstungsfl\u00e4chen im Herbst Nitratkonzentrationen im Bereich der Nachweisgrenze. Landwirtschaftlichen Nutzungszielen (Ertrag, Futterqualit\u00e4t) kann bei einer Wiesennutzung im Einklang mit Wasserschutzzielen hinsichtlich D\u00fcngung und optimaler Schnittzeitpunkte entsprochen werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Abschlu\u00dfbericht wurde im Verlag Dr. K\u00f6ster, Berlin unter dem Titel Grundwasserschonende Landnutzung: Vergleich der Ackernutzungsformen Konventioneller, Integrierter und Organischer Landbau, Vergleich der Landnutzungsformen Ackerbau, Gr\u00fcnland (Wiese) und Forst (Aufforstung) publiziert. Autoren: Guido Haas, Martin Berg, Ulrich K\u00f6pke:<br \/>\nwissenschaftliche Publikationen s. Homepage http:\/\/www.uni-bonn.de\/iol\/<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Ziel rascher Sanierungserfolge ist durch die St\u00e4dtischen Werke Krefeld im Projektgebiet der Organische Landbau einzuf\u00fchren. Die Landwirte sollten Marktchancen und Perspektiven der grundwasservertr\u00e4glichsten Ackerbauoption wie auch die Anforderung der Gesellschaft an eine Schonung der nat\u00fcrlichen Ressourcen n\u00fcchtern abw\u00e4gen und auch wahrnehmen. Im Kreis Neuss ist neben dem mittel- und langfristigen Ziel einer Steigerung des Anteils organisch wirtschaftender Betriebe gezielt in Wasserschutzgebieten mit hoher Gew\u00e4sserbelastung die Umstellung auf Organischen Landbau zu f\u00f6rdern. Der Begriff Integrierter Landbau, wenn er denn weiter Verwendung finden soll, ist von Seiten der Beratung inhaltlich auszuf\u00fcllen. Organischer Landbau sollte Bestandteil der Beratung in Wasserschutzgebieten sein. Der Pr\u00fcfstein f\u00fcr die Beratung liegt in der gemeinsam mit den Landwirten zu erarbeitenden Probleml\u00f6sungsstrategie, die im Projektgebiet die erforderliche Eintragsminderung absehbar und eindeutig sicherstellen l\u00e4\u00dft. Verbindliche Ziele und Fristen, ordnungsrechtliche Rahmensetzung, Kontrollen und Sanktionen (Qualit\u00e4tsmanagement) sollten in Nordrhein-Westfalen landesweit klare Vorgaben f\u00fcr Kooperationsvereinbarungen darstellen.<br \/>\nIn konstruktiver Atmosph\u00e4re wird eine zukunftsweisende, nachhaltige und gew\u00e4sserschonende Landbewirtschaftung auf Basis der Handlungsempfehlungen im Projektgebiet und landesweit umsetzbar sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zielsetzung ist die Neuausrichtung bisheriger Verfahren der Landnutzung hinsichtlich einer Minimierung der derzeit hohen Nitratbelastung des Grundwassers im Projektgebiet. Anla\u00df des Verbundprojektes mit Wasserwerk, Aufsichtsbeh\u00f6rde, Offizialberatung und Landwirten waren die kontroversen Vorstellungen \u00fcber eine grundwasserschonende Fl\u00e4chennutzung. 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