{"id":19139,"date":"2025-07-13T10:32:02","date_gmt":"2025-07-13T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06634-01\/"},"modified":"2025-07-13T10:32:03","modified_gmt":"2025-07-13T08:32:03","slug":"06634-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06634-01\/","title":{"rendered":"\u00d6kologisch orientiertes Regionalmanagement in nieders\u00e4chsischen Landkreisen, am Beispiel des Landkreises Goslar"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Regionsentwicklungen werden derzeit von einer Vielzahl nicht koordinierter Einzelaktivit\u00e4ten bestimmt. Regionalmanagement als strategisches Handlungsmodell f\u00fcr eine \u00f6kologisch orientierte Kreisentwicklungspolitik soll anhand zentraler Probleme einer Region die Akteure in ihren darauf ausgerichteten Aktivit\u00e4ten enger koordinieren. Probleme sollen dabei positiv als Chance der Regionsentwicklung begriffen werden, deren Bew\u00e4ltigung in einem entsprechend weit gew\u00e4hlten L\u00f6sungsraum erfolgt (mehrdimensionale Problembearbeitung statt eindimensionaler L\u00f6sungssuche). Durch das gemeinsame Interesse an der L\u00f6sung von Kernproblemen soll die Verst\u00e4ndigung der relevanten Akteure auf regionale Entwicklungspfade erm\u00f6glicht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenProjektorganisation: Aufbau eines Gremienverbundes mit Fachleuten aus Verwaltung, Privatwirtschaft und Verb\u00e4nden der im Kreis einflu\u00dfreichen Institutionen (Expertengruppe=kreative Problembearbeitung), Repr\u00e4sentanten der Institutionen (Promotorengruppe=politisch-kritische Begleitung, Akzeptanzsicherung) und Vertretern der benachbarten Landkreise (Projektbeirat=Sicherung der Breitenwirksamkeit) Planungsproze\u00df: Durchf\u00fchrung von f\u00fcnf moderierten Expertenrunden, zwei Promotoren- und einer Beiratssitzung \/ Problembestimmung (Spannungsfeld: Verkehr-Tourismus-Nationalpark) und Abgrenzung des Planungsraumes \/ Identifikation der regionalen St\u00e4rken, Schw\u00e4chen und Entwicklungspotentiale \/ Bestimmung und Priorisierung von mittelfristigen, regionalen Entwicklungskorridoren, die das Problem mindern und gleichzeitig einen Beitrag zur \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Entwicklung des Kreises leisten \/ Sammlung und Konkretisierung von Detailprojekten und Projektverb\u00e4nden (Projektclustern) zur Operationalisierung der Entwicklungskorridore \/ Initiierung konsensuell ausgew\u00e4hlter Detailprojekte. Aufgaben des ILR: Veranstaltungsorganisation, Sitzungsdokumentation (Sekretariatsfunktion) \/ Erarbeitung von Vorlagen, wissenschaftliche Begleitung, Ideenentwicklung und -einspeisung in den Planungsproze\u00df (Braintrust-Funktion) \/ Nutzung der Wissenschaftsnetzwerke zur Einbeziehung des jeweils ben\u00f6tigten, aber regional nicht verf\u00fcgbaren Fachwissens (Wissenspool-Funktion) \/ Moderation der Experten- und Promotorenrunden (ca alle 2 bzw. 6 Monate) (Moderationsfunktion)<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Regionalmanagement (RM) soll die Bem\u00fchungen der Nds. Landesplanung unterst\u00fctzen, die Regionalplanung auf Kreisebene als Instrument der \u00f6kologischen Umsteuerung zu effektivieren und Regionalplanung in Richtung Vollzug zu erg\u00e4nzen. Die Fragestellung des Projektes richtete sich darauf,<br \/>\n1. ob RM auf Landkreisebene Beitr\u00e4ge zur \u00f6kologischen Umsteuerung leisten kann,<br \/>\n2. ob RM als problembezogene Form kommunikativer Planung leistungsf\u00e4hig ist resp. wie sie leistungsf\u00e4higer gemacht werden kann,<br \/>\n3. ob es sinnvoll ist, die Nds. Regionalplanung st\u00e4rker auf RM auszurichten.<br \/>\nIm Verlauf des Modellvorhabens wurde deutlich, da\u00df die Antworten darauf nicht einfach zu finden sind, da das Vorhaben kein crucial test, sondern nur ein Anwendungsbeispiel ist &#8211; das Projekt wurde stark von regionalen Kontextbedingungen mitbestimmt. Zwar erwies sich der Ansatz als wirksam zur konstruktiven Bearbeitung regionaler Kernprobleme, aber erst der Vergleich mit \u00e4hnlichen Ans\u00e4tzen lie\u00df Aussagen erwarten, ob RM ein besonders wirksames Verfahren ist. Aus diesem Grund wurden die wichtigsten Modelle in einer Art St\u00e4rke-Schw\u00e4chen-Analyse gegen\u00fcbergestellt (Internationale Bau-Ausstellung Emscher Park (IBA Emscher Park),das bayerische Teilraumgutachten, Regionale Entwicklungskonzepte (REK), Konzept der St\u00e4dtenetze). Aus dem Vergleich lie\u00df sich der Schlu\u00df ziehen, da\u00df die Methodik zur Bearbeitung regionaler Entwicklungsaufgaben einerseits vom Zweck des Methodeneinsatzes, zum ande-ren vom Problemfeld (bestimmt durch Thematik, Aktorenkonstellation und Institutionenrahmen) abh\u00e4ngt. RM steht dem Teilraumgutachten relativ nahe, ist jedoch nicht durch diesen Ansatz zu ersetzen, da Teilraumgutachten relativ schwach sind, wenn Kooperation als Proze\u00df gestaltet werden mu\u00df, in dem Gemeinsamkeiten und Handlungsorientierung noch gefunden werden sollen. Zu \u00fcberlegen w\u00e4re, ob man &#8211; aus Gr\u00fcnden h\u00f6herer Zeiteffizienz &#8211; den im Teilraumgutachten genutzten Ansatz, \u00fcber externe Gutachter Entscheidungsvorbereitungen erarbeiten zu lassen, \u00fcbernehmen k\u00f6nnte. Dagegen spricht jedoch, da\u00df die kollektive Suche nach Probleml\u00f6sungen sehr hohe integrative und konstruktiv-kooperative Wirkung hat und st\u00e4rker die kontextspezifischen Belange und Interessenlagen ber\u00fccksichtigt; somit der Zeitvorteil relativ zu sehen ist, sofern die externen Vorlagen mehrfach \u00fcberarbeitet werden m\u00fcssen.<br \/>\nEine weitere Ergebnislinie des Modellvorhabens bezieht sich auf die \u00dcberpr\u00fcfung und Weiterentwicklung der zugrunde gelegten Elemente des Verfahrens, der Methodik und der inhaltlichen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten. Bei der \u00dcberpr\u00fcfung des Verfahrens wurden Aussagen zur Kooperationsbereitschaft, zur Trennung in Experten und Promotoren, zur Auswahl und Zusammensetzung der Gruppen, zur Probleml\u00f6sungsf\u00e4higkeit der Expertengruppe und zur Verfahrensdramaturgie gemacht. Der Methodik-Vergleich von Soll und Ist enth\u00e4lt Hinweise zur inneren Gestaltung des Projekts, d.h. zur Projektinitiative, zur Problematik extern initiierter Netzwerke, zum Proze\u00df der Problemdefinition, zur Problemhistorie, zur Auswahl von Entwicklungskorridoren, zum Umsetzungsbezug und Zeithorizont, zu Regelsetzungen und zur Gremienvernetzung und zum Umgang mit der \u00d6ffentlichkeit. Sofern erforderlich, wurden f\u00fcr den jeweiligen methodischen Schritt daraus Schlu\u00dffolgerungen gezogen. Die Diskussion der inhaltliche Gestaltungsm\u00f6glichkeiten bezieht sich auf die Eigendynamik aus dem Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen eher deduktivem Managementkonzept und eher induktiv operierenden Gruppenprozesses. Die Eigendynamik hatte selektive Wirkung: Gestaltungsm\u00f6glichkeiten werden zwar theoretisch vom Kernproblem und identifizierten Entwicklungskorridoren bestimmt. Praktisch aber sind andere Faktoren h\u00e4ufig wichtiger, die selektiv wirken, worauf aber das Projektmanagement keinen Einflu\u00df hat. Zu unterscheiden waren (1) paradigmatisch-kognitive Begrenzungen (Ideen-Reservoir der Gruppe, paradigmatische Ausrichtungen der Akteure, zur\u00fcckhaltende Einstellung der Promotoren) (2) Kapazit\u00e4tsbegrenzungen (geringe Personalkapazit\u00e4t der Oberharzgemeinden, begrenzte Sekretariats-Kapazit\u00e4t des ILR) und (3) Entscheidungen im Vorfeld des Regionalmanagements. Auf solche Selektivit\u00e4ten ist R\u00fccksicht zu nehmen, da der Proze\u00df des RM kann nur entscheidungsvorbereitende Funktion haben kann und in der Wirksamkeit von den politischen Gremien abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Modellvorhaben bzw. die umgesetzten Teilprojekte wurden \u00fcber folgende Wege der (Fach-) \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert: Pressearbeit, Vortr\u00e4ge (u.a. Telearbeitssymposium, Vorstellung im Nds. MI), Arbeitsmaterialien \/ Projektbrosch\u00fcren, Ausstellungen (Detailprojekt St\u00e4dtebaulicher Wettbewerb Torfhaus), Einspeisung von Projekten in die REKs Harz und S\u00fcd-Ost-Niedersachsen, Ver\u00f6ffentlichung des Endberichtes (F\u00fcrst, D.; L\u00f6b, S. 1999: \u00d6kologisch Orientiertes Regionalmanagement.- Pro Universitate Verlag)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die in dem Projekt erzielten Ergebnisse zeigen, da\u00df RM ein erfolgversprechender Ansatz zur \u00f6kologischen Umsteuerung der Nds. Landkreise sein kann. Der Ansatz findet dort seine Grenzen, wo f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Projekte weder finanzielle Ressourcen noch die erforderliche Umsetzungskapazit\u00e4t in den zust\u00e4ndigen Institutionen zu finden sind. Da RM aus der Region selbst gestaltet werden mu\u00df, kann der Ansatz nur erfolgreich sein, wenn Kernprobleme wirklich als dr\u00e4ngend empfunden werden und die Bereitschaft f\u00fcr innovativere L\u00f6sungswege als Folge des Leidensdrucks ein gewisses Niveau erreicht hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Regionsentwicklungen werden derzeit von einer Vielzahl nicht koordinierter Einzelaktivit\u00e4ten bestimmt. Regionalmanagement als strategisches Handlungsmodell f\u00fcr eine \u00f6kologisch orientierte Kreisentwicklungspolitik soll anhand zentraler Probleme einer Region die Akteure in ihren darauf ausgerichteten Aktivit\u00e4ten enger koordinieren. 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