{"id":19096,"date":"2023-07-13T15:12:52","date_gmt":"2023-07-13T13:12:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08615-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:53","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:53","slug":"08615-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08615-01\/","title":{"rendered":"ECO-Integral: Der offene Standard f\u00fcr betriebliche Umweltinformationssysteme zur Verkn\u00fcpfung von \u00d6kologie und \u00d6konomie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Nutzung betriebswirtschaftlicher Standardsoftware f\u00fcr die Aufgaben und Instrumente des betrieblichen Umweltmanagements (\u00d6kobilanzierung, Umweltkostenrechnung, Umwelt-Controlling, Bewertungsverfahren, EMAS, ISO 14.031, umweltrechtliche Steuerung etc.). Damit wird die Effizienz und die Effektivit\u00e4t dieser Instrumente wesentlich erh\u00f6ht. Die fl\u00e4chendeckende Anwendung der Instrumente f\u00fchrt zu Umweltentlastungen und &#8211; durch nennenswerte Kosteneinsparungen im gewerblichen Bereich &#8211; zu einer St\u00e4rkung des Standortes Deutschland. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung und Evaluierung eines EDV-Modells, das den Anwendern und Softwareanbietern den Einstieg in die Entwicklung eines integrierten Umweltinformationssystems mit dem Schwerpunkt der Managementinformation erm\u00f6glicht. Der Umsetzungsaufwand soll dabei m\u00f6glichst gering gehalten werden um f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Verbreitung des Instrumentariums zu sorgen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst wurden die derzeitigen Informationsversorgungsinstrumente (\u00d6kobilanz, Umweltkostenmanagement, \u00d6ko-Controlling, EMAS, ISO 14.031, Umweltrechtliche Berichtsanforderungen etc.) des betrieblichen Umweltmanagements untersucht und in ein einheitliches Konzept der Umweltinformationsversorgung eingebracht. Der idealtypische Ablauf eines Umweltinformationsmanagements wurde als konzeptioneller Rahmen entwickelt. Darauf aufbauend wurde ein formalisiertes Konzept der Umweltinformationsversorgung unter ARIS (Architektur integrierter Informationssysteme) entwickelt. Dabei wurden Datenstrukturen und Proze\u00dfabl\u00e4ufe der einzelnen Instrumente in der Version 0.1 des Referenzmodells beschrieben. Die erste Version wurde in Zusammenarbeit mit 4 Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Gr\u00f6\u00dfen getestet. W\u00e4hrenddessen wurde das Modell schrittweise weiterentwickelt und ausdifferenziert. Nach Abschlu\u00df der Evaluierungsprojekte wurde das Referenzmodell inhaltlich erweitert und auf Konsistenz gepr\u00fcft. Die Version 1.0 wurde mit entsprechenden Grundlagen ausf\u00fchrlich als Projektbericht dokumentiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Referenzmodell ECO-Integral wurde in der EDV-nahen Sprache ARIS (Architektur Integrierter Informationssysteme) erstellt. Es beschreibt die wichtigsten Instrumente des Umweltmanagements (z.B. \u00d6kobilanz, Umweltkostenrechnung, Umweltkennzahlen, Umweltprogramm, umweltrechtliche Instrumente und Mikro-Makro-Link) und die Anforderungen an eine integrierte Datenbasis. Die Beschreibung ist derart, da\u00df sie von Software-Entwicklern als Erweiterung betriebswirtschaftlicher Softwaresysteme programmiert werden kann. Die Evaluierung in vier Industriefirmen erbrachte, zus\u00e4tzlich zu detaillierten konzeptionellen Inhalten, folgende Erkenntnisse:<br \/>\n\u00b7 Das Interesse der beteiligten Unternehmen an einem DV-gest\u00fctzten integrierten Umweltinformationsmanagement mit Material- und Energieflu\u00dfbezug ist hoch. Im Mittelpunkt steht dabei die durch das Informationssystem erm\u00f6glichte Mengen- und Kostentransparenz f\u00fcr das operative und strategische Management und m\u00f6gliche Kostensenkungen im Material- und Energiebereich. Der Ansatz des Materialflu\u00dfmanagements, unterst\u00fctzt durch die Umweltkostenrechnung (insbesondere Flu\u00dfkostenrechnung), hat sich als praxistauglich bei hohem \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Nutzen f\u00fcr Unternehmen erwiesen.<br \/>\n\u00b7 F\u00fcr die Umsetzung des integrierten Ansatzes ECO-Integral ist die Unterst\u00fctzung der F\u00fchrungsebenen der Bereiche Produktion und Controlling sowie der EDV sicherzustellen. Es sollten jedoch auch das Umweltmanagement und Qualit\u00e4tssicherung\/Arbeitsschutz beteiligt sein. Das Umweltmanagement bzw. die Umweltbeauftragten allein besitzen in vielen F\u00e4llen weder die notwendige Sachkompetenz noch die erforderlichen Entscheidungsbefugnisse.<br \/>\n\u00b7 In den Unternehmen fehlt meist eine durchg\u00e4ngige, konsistente Datenbasis bezogen auf tats\u00e4chliche Material- und Energieflu\u00dfmengen. Insbesondere R\u00fcck- und Reststofffl\u00fcsse (Produktretouren, Produktionsausschu\u00df, Anfahrausschu\u00df, etc.) sowie deren Zuordnung auf Entstehungsgr\u00fcnde sind in den betrieblichen Informationssystemen nicht abgebildet. H\u00e4ufig ist aber auch der direkte, d.h. gewollte Materialflu\u00df (z.B. Verpackungsaufwand, Lagerbewegungen, Produktlieferungen, standort\u00fcbergreifende Lieferverflechtungen, etc.) der Produktherstellung und des Vertriebs unvollst\u00e4ndig und fehlerhaft abgebildet.<br \/>\n\u00b7 Weiterhin sind die Zusammenh\u00e4nge zwischen Mengen- und Finanzdaten im betrieblichen Informationssystem nicht transparent. Die EDV-Grundlage f\u00fcr ein systematisches Steigern der Materialeffizienz durch Kostenkontrolle ist in vielen F\u00e4llen ungen\u00fcgend. Analysen zeigen hier betr\u00e4chtliche M\u00e4ngel und sto\u00dfen auf gro\u00dfes Interesse in der Praxis.<br \/>\n\u00b7 In Unternehmen, in denen Konzept und Umsetzungsweise von ECO-Integral nicht bekannt sind, werden der Nutzen von Umweltinformationssystemen untersch\u00e4tzt und die Kosten der Umsetzung \u00fcberbewertet.<br \/>\nDas Ziel der Entwicklung eines umfassenden Refernzmodells wurde damit erreicht. Das Interesse vieler Firmen (Anwender und Softwareproduzenten) beweist die Praxisrelevanz der Ergebnisse.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Referenzmodell ECO-Integral wurde im Projektendbericht an die DBU umfassend dokumentiert. Eine Buchver\u00f6ffentlichung ist geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Insgesamt hat sich in den Firmenprojekten die Grundidee von ECO-Integral best\u00e4tigt: Die Umweltmanagement-Instrumente k\u00f6nnen zwar von den in den Unternehmen bereits vorhandenen Datenbasen teilweise mit erforderlichen Mengen- und Finanzdaten versorgt werden. Gleichwohl m\u00fcssen die Datenbasen gezielt erg\u00e4nzt und von Inkonsistenzen bereinigt werden. Um diesen Schritt zu erleichtern, wurde das Referenzmodell so gestaltet, da\u00df keine tiefgreifende \u00c4nderungen der bestehenden Systemstrukturen erforderlich sind (insbesondere PPS-Systeme sowie Rechnungswesen). Vielmehr steht die verbesserte Nutzung der schon in den Unternehmen vorhandenen Daten im Vordergrund. Als Fazit der durchgef\u00fchrten Modellierungsarbeiten und Firmenprojekte l\u00e4\u00dft sich festhalten:<br \/>\nDer Nutzen des EDV-gest\u00fctzten, offensiven und material- bzw. energieflu\u00dfbezogenen Umweltmanagements steht durch ECO-Integral in einem g\u00fcnstigen Verh\u00e4ltnis zum Umsetzungsaufwand. Die Umsetzung erweist sich in vielen F\u00e4llen als betriebswirtschaftlich rentabel.<br \/>\nMit der Entwicklung des Referenzmodells ist der erste Schritt in Richtung einer datenm\u00e4\u00dfigen, funktionellen und \u00f6konomischen Integration des Umweltmanagements in betriebliche Informationssysteme getan. Bislang liegt jedoch noch keine laufende Software vor, die von den Unternehmen genutzt werden k\u00f6nnte. Pilotprojekte zur Umsetzung des Referenzmodells ECO-Integral stellen deshalb den notwendigen n\u00e4chsten Schritt zur weiteren Verbreitung eines systematischen Umweltinformationsmanagements dar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Nutzung betriebswirtschaftlicher Standardsoftware f\u00fcr die Aufgaben und Instrumente des betrieblichen Umweltmanagements (\u00d6kobilanzierung, Umweltkostenrechnung, Umwelt-Controlling, Bewertungsverfahren, EMAS, ISO 14.031, umweltrechtliche Steuerung etc.). Damit wird die Effizienz und die Effektivit\u00e4t dieser Instrumente wesentlich erh\u00f6ht. 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