{"id":19085,"date":"2023-07-13T15:12:01","date_gmt":"2023-07-13T13:12:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07398-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:04","slug":"07398-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07398-01\/","title":{"rendered":"Reaktivierung der Wasserkraftanlage Sch\u00f6nfeld-Frohnau an der Zschopau\/Sachsen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Reaktivierung der Wasserkraftanlage Sch\u00f6nfeld-Frohnau an der Zschopau\/Sachsen unter m\u00f6glichst umweltgerechten Gesichtspunkten. Dabei sollten nicht nur Faktoren der Wirtschaftlichkeit sondern be-sonders auch der \u00d6kologie ber\u00fccksichtigt werden.<br \/>\nGegenstand der F\u00f6rderung waren:<br \/>\n&#8211;\tSanierung des alten Untergrabens;<br \/>\n&#8211;\tPflanzen und Pflanzarbeiten;<br \/>\n&#8211;\tIntegration einer Fischtreppe in das bestehende Wehr;<br \/>\n&#8211;\tDokumentation.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Bauablauf wird kurz in Stichworten aufgelistet:<br \/>\n\u00b7\t09\/93 &#8211; 12\/94: Planung und Beh\u00f6rdeng\u00e4nge bis zur Genehmigung.<br \/>\n\u00b7\t01\/95: Bau einer Stahl-L\u00e4rchenholzbr\u00fccke \u00fcber die Zschopau, um zum k\u00fcnftigen Standort des Turbinenhauses zu gelangen.<br \/>\n\u00b7\t02\/95 &#8211; 05\/95: Verhandeln mit k\u00fcnftigen Lieferanten der Bau- und Anlagenteile.<br \/>\n\u00b7\t05\/95: Ing.-B\u00fcro: Einmessen der H\u00f6henpunkte des Gel\u00e4ndes f\u00fcr Tiefbau, Beginn der Tiefbauarbeiten.<br \/>\n\u00b7\t06\/95: M\u00fchlgraben, Aushub Turbinenhaus und Wasserschloss, Sauberkeitsschicht, Einrichten der Baustelle.<br \/>\n\u00b7\t07\/95: Baggerarbeiten am M\u00fchlgraben, Betonarbeiten am Wasserschloss.<br \/>\n\u00b7\t08\/95: Betonarbeiten am Wasserschloss und Turbinenhaus, Montage Druckrohr vom Wasserschloss und Turbinenhaus, Montage Stahlbetonrohre f\u00fcr \u00dcberschusswasser, Streichwehr im Wasserschloss.<br \/>\n\u00b7\t09\/95: Montage Turbine und Peripherieger\u00e4te, Tiefbauarbeiten M\u00fchlgraben, Montage Dachstuhl Turbinenhaus, Montage L\u00e4rchenholzbr\u00fccke \u00fcber Auslauf Turbinenhaus.<br \/>\n\u00b7\t10\/95: Montage Sch\u00fctzen am Wehr und Wasserschloss, Baggerarbeiten am M\u00fchlengraben, Baugruben verf\u00fcllen, Elektroarbeiten, Verlegen des Anschlusskabels zum neuen Einspeisepunkt, Ausbauarbeiten Turbinenhaus, ehemaligen Unterwassergraben ausgebaggert.<br \/>\n\u00b7\t11\/95: Montage Rechenreiniger, Montage Trafo und Komponenten, Befestigen der Wege mit Schotter, Installation von Telefon, Fax, EVS Z\u00e4hlerstandsfernabfrage, Installation der Schaltschr\u00e4nke, Fernabfrage, SPS-Steuerung.<br \/>\n\u00b7\t10\/95 bis 11\/95: Bau der Fischtreppe.<br \/>\n\u00b7\t28.11.95: Inbetriebnahme.<br \/>\n\u00b7\t04\/96: Restarbeiten und Bepflanzung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Energiegewinnung aus Wasserkraft hat eine Jahrhunderte alte Tradition. Viele der Kleinwasserkraftanlagen mussten jedoch in der Vergangenheit ihren Betrieb einstellen, da sie auf Grund der geringen Stromverg\u00fctungen der Energieversorger (EVU) nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben waren. Seit dem Inkrafttreten des Stromeinspeisegesetzes ist die Verg\u00fctung in Abh\u00e4ngigkeit vom Gewinn der EVUs festgelegt. Auf dieser Basis k\u00f6nnten einige Anlagen wieder in den Bereich der Wirtschaftlichkeit zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. An vielen Orten wird deshalb \u00fcber eine Reaktivierung der Anlagen nachgedacht, insbesondere in den neuen Bundesl\u00e4ndern. Dort wurden im Zuge der Energiepolitik der ehemaligen DDR be-sonders viele Wasserkraftanlagen stillgelegt.<br \/>\nDie hier beschriebene Anlage liegt an der Zschopau in Sachsen an der Ortschaft Sch\u00f6nfeld-Frohnau. Der Betreiber dieser Anlage hat alle zum Betrieb notwendigen Fl\u00e4chen erworben und die Reaktivierung durchgef\u00fchrt.Die Anlage geh\u00f6rt zur Klasse der Ausleitungskraftwerke. Das Triebwasser wurde fr\u00fcher \u00fcber ein Steinwehr mit Holzaufsatz in den Triebwasserkanal geleitet. Dieser f\u00fchrte am linken Talrand entlang. In einem Wasserschloss begann der Kraftabstieg durch eine auf Steinsockeln gelagerte freiliegende Druckrohrleitung aus Stahl quer \u00fcber die Talaue zum Krafthaus, das sich in einer Holzschleiferei auf der rechten Talseite befand. Von dort f\u00fchrte ein ca. 100 m langer Untergraben das Wasser wieder zur Zschopau zur\u00fcck.Das Ausleitungswehr und der Triebwasserkanal befanden sich noch in einem relativ guten Zustand, so dass hier nur eine Sanierung und die Installation einer Fischaufstiegsanlage am Ausleitungswehr notwendig war. Das Krafthaus und die Druckrohrleitung waren jedoch nicht reaktivierbar. Im Zuge der Reaktivierung wurde deshalb ein neues Krafthaus auf der linken Talseite erbaut und die Druckrohleitung unterirdisch verlegt. Auf diese Weise konnte die das Landschaftsbild sehr stark beeintr\u00e4chtigende Druckrohrleitung entfernt werden. Ein besonderes Highlight der Reaktivierung ist die Umgestaltung des alten Betriebsgrabens zu einer Stillwasserzone, die eine deutliche Aufwertung der Biotopvielfalt in der Region darstellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Vorfeld der Planung und w\u00e4hrend der Bauma\u00dfnahmen wurden die Anlieger und die entsprechenden Fachverb\u00e4nde bereits fr\u00fchzeitig integriert. Auf diese Weise konnten Missverst\u00e4ndnisse vermieden wer-den sowie die W\u00fcnsche der Einzelnen entsprechend ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der Reaktivierung der Anlage und der damit einhergegangenen Modernisierung der Anlagentechnik ist ein sehr sch\u00f6nes Gesamtensemble entstanden, das die Vorteile der Ressourcen schonenden Wasserkraft bei gleichzeitig m\u00f6glichst geringer Beeintr\u00e4chtigung der Umwelt demonstriert. Bei einer Ausbauleistung von 150 kW soll die Anlage eine Jahresstromerzeugung in H\u00f6he von 570.000 kWh erreichen und tr\u00e4gt so zu einer betr\u00e4chtlichen CO2-Einsparung bei.Die Verbindung der durch das Wehr getrennten Biotope mittels einer Fischaufstiegsanlage stellt eine deutliche Aufwertung dar. Am Krafthaus selbst ist eine Fischaufstiegsm\u00f6glichkeit wegen der gro\u00dfen Fallh\u00f6he von 9 m nur sehr schwer m\u00f6glich. Wanderwillige Fische erkennen die Anlage jedoch als Hindernis und haben die M\u00f6glichkeit \u00fcber das Mutterbett auf- bzw. abzusteigen.<br \/>\nDie Anlage kann als gutes Beispiel f\u00fcr die Gestaltung der Durchg\u00e4ngigkeit dienen. Die Wiederherstellung des Betriebsgrabens sowie die Einrichtung von Fischunterst\u00e4nden, Stillwasserzonen und einem Teich verbessern dieses Bild weiter. Ebenso ist die Restwasserproblematik unter Einbeziehung der gegebenen Umst\u00e4nde sehr gut gel\u00f6st. Der optische Eindruck der Ausleitungsstrecke l\u00e4sst keine Beeintr\u00e4chtigung der Bioz\u00f6nose vermuten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Reaktivierung der Wasserkraftanlage Sch\u00f6nfeld-Frohnau an der Zschopau\/Sachsen unter m\u00f6glichst umweltgerechten Gesichtspunkten. Dabei sollten nicht nur Faktoren der Wirtschaftlichkeit sondern be-sonders auch der \u00d6kologie ber\u00fccksichtigt werden. Gegenstand der F\u00f6rderung waren: &#8211; Sanierung des alten Untergrabens; &#8211; Pflanzen und Pflanzarbeiten; &#8211; Integration einer Fischtreppe in das bestehende Wehr; &#8211; Dokumentation. 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