{"id":19080,"date":"2025-06-28T10:32:04","date_gmt":"2025-06-28T08:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09062-01\/"},"modified":"2025-06-28T10:32:05","modified_gmt":"2025-06-28T08:32:05","slug":"09062-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09062-01\/","title":{"rendered":"Erarbeitung eines Energieversorgungskonzeptes f\u00fcr die Stadt Benesov\/Tschechien unter besonderer Ber\u00fccksichtigung regenerativer Energiequellen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die f\u00fcr die Stadt Benesov ben\u00f6tigte W\u00e4rme f\u00fcr Raumheizzwecke, Warmwasserbereitung und technologische Prozesse wird z. Z. fast ausschlie\u00dflich auf Kohlebasis erzeugt. Die daf\u00fcr verwendete Braunkohle hat einen relativ hohen Schwefelgehalt (1,8 &#8211; 2,5 %) und f\u00fchrt zu erheblichen Umweltbelastungen. Die hohen Schadstoffkonzentrationen beeintr\u00e4chtigen die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung und sch\u00e4digen den S\u00e4chsisch-B\u00f6hmischen-Nationalpark. Ziel des Vorhabens ist daher die Erarbeitung eines umfassenden Energieversorgungskonzeptes unter Einbeziehung vorhandener regenerativer Energiequellen (Thermalwasser). Das Energieversorgungskonzept soll zum einen die technischen L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten aufzeigen und zum anderen als Vorschlag f\u00fcr die Strukturierung der Energieversorgung der Stadt (z. B. Kommunales Energieversorgungsunternehmen oder Energiedienstleistungsunternehmen) und der Einf\u00fchrung eines optimalen Energiemanagements dienen. Das Projekt soll Modellcharakter tragen, dessen Ergebnisse auf andere St\u00e4dte oder Kommunen in Tschechien \u00fcbertragbar sind.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBei dem zu erarbeitenden Energieversorgungskonzept von Benesov wird angestrebt, eine \u00f6kologisch, technisch und \u00f6konomisch optimale Gesamtl\u00f6sung zu finden. Die Ergebnisse des geplanten Vorhabens sollen im speziellen der Stadt Benesov und deren Umgebung dienen und im allgemeinen auf andere St\u00e4dte und Kommunen \u00fcbertragbar sein, damit dieses Vorhaben dem angestrebten Modellcharakter gerecht wird. Die Stadt Benesov ist bei der Bearbeitung des Projektes als Kooperationspartner aktiv eingebunden. Des weiteren ist f\u00fcr einen tschechischen Fachkollegen ein mehrmonatiges (ca. 4 Monate) Praktikum in den Stadtwerken Pirna geplant. Hier soll das organisatorische und betriebswirtschaftliche Know-how vermittelt werden, welches dann unter Beachtung der spezifischen \u00f6rtlichen Randbedingungen angewendet werden soll. Diese Ziele sollen durch folgende Arbeitsschritte erreicht werden:<br \/>\n1. Bestandsaufnahme;<br \/>\n2. Konzeptentwicklung;<br \/>\n3. Analyse der Konzeptvarianten;<br \/>\n4. Vergleich, Bewertung und Konzeptauswahl;<br \/>\n5. Umsetzungs-strategien, Einleitung von Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Umsetzung.<br \/>\nDie Bestandsaufnahme ist die Grundlage f\u00fcr alle weiteren Detailschritte und mu\u00df deshalb mit besonderer Sorgfalt und Akribie bearbeitet werden. Bei der Konzeptentwicklung werden die Handlungsspielr\u00e4ume und technischen M\u00f6glichkeiten ausgelotet. Eine Bestimmung der \u00f6kologischen, energetischen und \u00f6konomischen Faktoren erfolgt w\u00e4hrend der Analyse der Konzeptvarianten. Im Arbeitsschritt 4 mu\u00df entsprechend der Bewertungskriterien eine optimale Gesamtl\u00f6sung gefunden werden, um im n\u00e4chsten Arbeitsschritt durch die Erarbeitung einer entsprechenden Umsetzungsstrategie eine Verwirklichung der Vorzugsvariante vorzubereiten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach einer ausf\u00fchrlichen Analyse der M\u00f6glichkeiten zur Einsparung von Prim\u00e4renergie bzw. zur Umstellung auf umweltfreundliche Energietr\u00e4ger mit dem Ziel einer nachhaltigen Umweltentlastung  stellte sich heraus, da\u00df durch die Nutzung und Erweiterung eines vorhandenen Kesselhauses und Nahw\u00e4rmenetzes unter Einbeziehung der bereits erschlossenen Thermalwasserquelle eine \u00f6kologisch und \u00f6konomisch g\u00fcnstige L\u00f6sung realisierbar ist. F\u00fcr die Industriebetriebe und einen gro\u00dfen Teil der Altstadt mit einer relativ geringen W\u00e4rmelastdichte kann die thermische Nutzung der Thermalquelle oder anderer regenerativer Energiequellen aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden nicht empfohlen werden. Diese Abnehmer werden in n\u00e4chster Zeit durch den weiteren Ausbau des Erdgasnetzes erschlossen, was zu einer Abl\u00f6sung von Braunkohlefeuerungen f\u00fchren wird.<br \/>\nSchwerpunkt der Energieversorgungskonzeption bildet demzufolge der zus\u00e4tzliche Anschlu\u00df einiger Geb\u00e4ude im Stadtzentrum an das Nahw\u00e4rmenetz, welches gegenw\u00e4rtig eine Plattenbausiedlung mit 440 Wohnungen mit Raumw\u00e4rme und Trinkwarmwasser versorgt. Weitere Abnehmer, darunter eine Siedlung mit 18 Eigenheimen, k\u00f6nnen mit einem weiteren kosteng\u00fcnstig zu verlegenden Nahw\u00e4rmenetz direkt an die W\u00e4rmeerzeugungsanlage des Kesselhauses angeschlossen werden. Die Platzreserven in diesem Geb\u00e4ude erlauben die Unterbringung einer gasgefeuerten Absorptionsw\u00e4rmepumpe (AWP) mit einer thermischen Leistung von 1,25 MW. Mit Hilfe dieser AWP wird ein Teil der thermischen Energie des 26 \u00b0C warmen Thermalwassers zur Unterst\u00fctzung der W\u00e4rmeversorgung aller angeschlossenen Abnehmer verwendet. Das auf ca. 12 &#8230; 15 \u00b0C gek\u00fchlte Thermalwasser wird daraufhin in das Trinkwassernetz eingespeist und somit stofflich genutzt. Dar\u00fcber hinaus wird das im Kesselhaus anliegende Thermalwasser als Ausgangsmedium zur Trinkwarmwasserbereitung f\u00fcr die Plattenbausiedlung verwendet, womit der Energieaufwand f\u00fcr die Aufheizung sinkt.<br \/>\nUnter den 4 betrachteten Auslegungsvarianten kristallisierte sich eine Variante mit der o. g. AWP, den zus\u00e4tzlichen Abnehmern und der Nachr\u00fcstung aller Wohnungen der Plattenbausiedlung mit W\u00e4rmez\u00e4hlern heraus. Nach der Realisierung dieser Ma\u00dfnahmen (einschlie\u00dflich der Nutzung des Thermalwassers f\u00fcr die Trinkwarmwasserbereitung der Plattenbausiedlung sind mit dem Einsatz der AWP j\u00e4hrliche Einsparungen von 568 000 m3 Erdgas bzw. eine Reduktion der CO2-Emission von 990 000 kg\/a m\u00f6glich. Weiterhin k\u00f6nnen Erl\u00f6se von 1 110 000 Kc\/a erwirtschaftet werden.<br \/>\nDer Verkauf des gek\u00fchlten Thermalwassers an die Betreiber des Trinkwassernetzes kann zus\u00e4tzliche Einnahmen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 1 Mio. Kc\/a bringen.<br \/>\nDem gegen\u00fcber ergab eine Wirtschaftlichkeitsberechnung unter den gegenw\u00e4rtigen finanziellen Voraussetzungen, da\u00df die j\u00e4hrlichen Kosten einer Fassadensanierung der Plattenbausiedlung (einschlie\u00dflich neuer Fenster) von den Einsparungen durch verringerten Energieverbrauch nicht kompensiert werden und demzufolge nicht zu empfehlen sind.<br \/>\nDurch den Ausbau des vom Kesselhaus versorgten Nahw\u00e4rmenetzes steigt die maximale thermische Leistung aller Abnehmer von 1,92 MW (Plattenbausiedlung mit W\u00e4rmez\u00e4hlern) auf 3,6 MW. Somit bestehen k\u00fcnftig bei ver\u00e4nderten Energiepreisen (Abbau der Subventionen) und preiswerter Anlagentechnik gute Voraussetzungen, um im Kesselhaus eine Anlage zur Nutzung der Kraft-W\u00e4rme-Kopplung in Verbindung mit der AWP zu betreiben, womit weitere Erdgaseinsparungen und eine Reduktion der CO2-Emission realisierbar sein werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Studie und insbesondere die allgemeing\u00fcltigen Aussagen zu den \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Effekten werden 1999 in einer Fachzeitschrift ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der quantitativen Untersuchungen zeigen, da\u00df die thermische und stoffliche Nutzung der Thermalquelle in Verbindung mit einem erweiterten Nahw\u00e4rmenetz positive \u00f6kologische und \u00f6konomische Effekte bringt. Nachdem zus\u00e4tzliche Abnehmer ihre Bereitschaft zum Anschlu\u00df an das Kesselhaus erkl\u00e4rt haben und wettbewerbsf\u00e4hige Preise f\u00fcr die zu liefernde W\u00e4rmeenergie vereinbart sind, sollten umgehend Planungsarbeiten zur Realisierung des vorgeschlagenen Konzeptes beginnen, um einen Beitrag zur Erdgaseinsparung und Reduktion der CO2-Emission zu leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die f\u00fcr die Stadt Benesov ben\u00f6tigte W\u00e4rme f\u00fcr Raumheizzwecke, Warmwasserbereitung und technologische Prozesse wird z. Z. fast ausschlie\u00dflich auf Kohlebasis erzeugt. Die daf\u00fcr verwendete Braunkohle hat einen relativ hohen Schwefelgehalt (1,8 &#8211; 2,5 %) und f\u00fchrt zu erheblichen Umweltbelastungen. Die hohen Schadstoffkonzentrationen beeintr\u00e4chtigen die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung und sch\u00e4digen den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[1266,47,51,52,53],"class_list":["post-19080","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-grenzueberschreitend","tag-klimaschutz","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"09062\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-09062.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"78.626,47","dbu_projektdatenbank_firma":"Technische Universit\u00e4t Dresden\nFakult\u00e4t Maschinenwesen\nInstitut f\u00fcr Energietechnik\nProfessur f\u00fcr Geb\u00e4udeenergietechnik und W\u00e4rmeversorgung","dbu_projektdatenbank_strasse":"Helmholtzstr. 14","dbu_projektdatenbank_plz_str":"01069","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Dresden","dbu_projektdatenbank_p_von":"1997-03-18 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"1999-09-03 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 6 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0351\/4633-2145","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Grenz\u00fcberschreitend","dbu_projektdatenbank_foerderber":"7","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19080","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19080\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32083,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19080\/revisions\/32083"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19080"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19080"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19080"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}