{"id":19063,"date":"2024-11-27T10:32:57","date_gmt":"2024-11-27T09:32:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08765-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:33:01","modified_gmt":"2024-11-27T09:33:01","slug":"08765-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08765-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung (4): Bewertung und Koordinierung von Vorhaben zur Co-Fermentation von Bioabf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Koordinierung der von der DBU gef\u00f6rderten Projekte im Bereich Kofermentation beinhaltet u. a. die Betreuung der Projekte, die Organisation des Erfahrungsaustauschs zwischen den Projekten sowie die abschlie\u00dfende Gesamtdarstellung. Zwei Projekte werden wie folgt bewertet:<br \/>\n\u00b7\t\u00f6konomisch, mit dem Ziel der Analyse der bestimmenden Einflussfaktoren sowie kritischer Werte, welche die wirtschaftliche Basis bestimmen;<br \/>\n\u00b7\t\u00f6kologisch, mit dem Ziel der Minimierung von Umweltbelastungen durch den Vergleich der unterschiedlichen Modellvorhaben;<br \/>\n\u00b7\ttechnologisch, mit dem Ziel der Verfahrensoptimierung (Kooperationspartner FAL)<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Projektverlauf waren \u00c4nderungen der Zielsetzung erforderlich, da im F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt nicht die erwartete Anzahl von Projekten im Bereich Kofermentation durchgef\u00fchrt wurde. Aus diesem Grund konnte die vergleichende Bewertung verschiedener Anlagenkonzepte nicht anhand tats\u00e4chlich existierender Anlagen erfolgen, sondern wurde mit modellhaft zusammengestellten Anlagen durchgef\u00fchrt (\u00f6konomische und \u00f6kologische Bewertung). Die technologische Bewertung wurde f\u00fcr das Projekt Rhadereistedt (Rotenburger Konzept) und die Kofermentationsanlage auf der Insel Mainau (in Planung) durchgef\u00fchrt.<br \/>\nF\u00fcr drei Modelle der Kofermentation in einem Landkreis (zentral, dezentral, Rotenburger Konzept) wurden die Kosten von Sammlung und Transport, Kofermentation und landwirtschaftlicher Verwertung der G\u00e4rr\u00fcckst\u00e4nde sowie die Einnahmen durch Energieertrag und N\u00e4hrstoffzufuhr berechnet. Die wichtigsten Einflussparameter wurden identifiziert und in den Modellberechnungen variiert. Weiterhin wurden die drei Modelle \u00f6kologisch bewertet; es wurden jeweils der Kumulierte Energieaufwand abgesch\u00e4tzt und die energiebedingten Emissionen kalkuliert.<br \/>\nIm Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung wurden die Anlage Rhadereistedt sowie vier landwirtschaftliche Anlagen im Rotenburger Konzept technologisch bewertet, die G\u00e4rsubstrate der Anlagen Rhadereistedt und Mainau wurden hinsichtlich ihrer Verg\u00e4rungseigenschaften untersucht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Rotenburger Konzept zur zentralen Bioabfallaufbereitung und dezentralen landwirtschaftlichen Verwertung konnte in seiner urspr\u00fcnglich geplanten Form nicht realisiert werden. Um sich der ver\u00e4nderten Marktsituation anzupassen, wurden vermehrt schwer zu verarbeitende oder hygienisch bedenkliche Stoffe eingeworben. Die Anlage in Rhadereistedt wurde erweitert, um Speisereste aufnehmen zu k\u00f6nnen. Die installierte Anlagentechnik arbeitet nach Optimierung der einzelnen Verfahrensstufen zufriedenstellend. Bez\u00fcglich elektrischer und thermischer Energie arbeitet die zentrale Anlage autark. 1999 konnten ca. 70 % des erzeugten Stroms ins \u00f6ffentliche Netz eingespeist werden.<br \/>\nDie G\u00e4rversuche mit potentiellen Substraten der Biogasanlage auf der Insel Mainau zeigten, dass sich sowohl die Sommer- als auch die Wintermischung in einer einstufigen, mesophilen Nassverg\u00e4rung gut anaerob abbauen lassen. Das eingesetzte Material aus Pflegefl\u00e4chen tr\u00e4gt jedoch nur geringf\u00fcgig zur Biogasausbeute bei und ist besonders in der Wintermischung problematisch. Eine Substitution dieses Materials durch externes Flotatfett ist m\u00f6glich, ohne dass es zu Problemen im Prozess kommt.<br \/>\nDie Kosten f\u00fcr Sammlung und Antransport der Bioabf\u00e4lle liegen in den drei untersuchten Modellkonzepten (dezentral, zentral, Rotenburger Konzept) bei ca. 140 DM\/t Bioabfall. Dabei haben die Besiedelungsstruktur, die effektive Nutzlast der Sammelfahrzeuge und insbesondere der Sammelrhythmus einen gro\u00dfen Einfluss auf die Kosten.<br \/>\nF\u00fcr die gew\u00e4hlte Gr\u00f6\u00dfenordnung von 6.000 t Bioabf\u00e4llen pro Jahr liegen die Vollkosten der Aufbereitung und Kofermentation der Bioabf\u00e4lle &#8211; f\u00fcr die den Modellen zugrunde liegenden, hinsichtlich ihrer Kosten weitgehend optimierten Kofermentationsanlagen &#8211; zwischen 59 DM\/t Bioabfall und 65 DM\/t Bioabfall. Wird ein in der Praxis nicht ungew\u00f6hnlicher, um 60 % h\u00f6herer Investitionsbedarf angesetzt, so belaufen sich die Vollkosten auf 102 &#8211; 117 DM\/t Bioabfall.<br \/>\nDen gr\u00f6\u00dften Kostenfaktor bei der Aufbereitung und Kofermentation der Bioabf\u00e4lle stellen in allen drei Modellen die Kapitalkosten dar. Entsprechend gro\u00df ist der Einfluss der Investitionssumme auf die Gesamtkosten des Verfahrens. Weitere Parameter mit gro\u00dfem Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Kofermentationsanlagen sind die j\u00e4hrliche Arbeitszeit und der Jahresdurchsatz an Bioabf\u00e4llen.<br \/>\nInsgesamt betragen die Kosten f\u00fcr die Verwertung von Bioabf\u00e4llen im Modelllandkreis 207 DM\/t (dezentrales Modell), 211 DM\/t (zentrales Modell) bzw. 225 DM\/t Bioabfall (Rotenburger Konzept). Die etwas h\u00f6heren Kosten des Rotenburger Konzepts werden u.a. durch die h\u00f6heren Transport- und Ausbringungskosten bedingt. Bei 60 % h\u00f6heren Investitionen der Kofermentationsanlagen (s.o.) w\u00fcrden die Gesamtkosten der Bioabfallverwertung im Modelllandkreis auf 247 DM\/t (dezentrales Modell), 258 DM\/t (zentrales Modell) bzw. 278 DM\/t Bioabfall (Rotenburger Konzept) ansteigen.<br \/>\nBei der \u00f6kologischen Bewertung der Modelle hinsichtlich ihrer energiebedingten Emissionen von fossilem CO2, SO2 und NOx und ihrer Prim\u00e4renergiebilanz zeigte sich, dass die Ergebnisse stark von den unterschiedlichen Gesamtmengen an G\u00e4rsubstraten in den Modellen bestimmt werden. Daher hat das Rotenburger Konzept einen deutlich h\u00f6heren Energieertrag und wegen des dadurch h\u00f6heren Z\u00fcnd\u00f6lverbrauchs der Blockheizkraftwerke auch einen h\u00f6heren Verbrauch an fossiler Energie und damit die h\u00f6chsten ener-giebedingten Emissionen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Diverse Ver\u00f6ffentlichungen und Vortr\u00e4ge (DECHEMA-, VDLUFA-, VDI-MEG-, AgEnergy-Tagung u. a.), Pr\u00e4sentation auf dem DBU-Stand bei der Gr\u00fcnen Woche 2001<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Kofermentationsanlagen k\u00f6nnen technisch sicher die Aufbereitung und Verwertung von Bioabf\u00e4llen er-m\u00f6glichen. Neue agroindustrielle Kosubstrate bed\u00fcrfen einer Untersuchung hinsichtlich Gasertr\u00e4gen und Verg\u00e4rbarkeit. Gegen\u00fcber Angeboten f\u00fcr die Entsorgung von Bioabf\u00e4llen von unter 80 DM\/t k\u00f6nnen Ent-sorgungskonzepte mit landwirtschaftlicher Kofermentation bez\u00fcglich der Kosten kaum konkurrieren. Dennoch kann die landwirtschaftliche Kofermentation hinsichtlich \u00d6kologie und Arbeitspl\u00e4tzen Vorteile f\u00fcr einen Landkreis bieten. Die Datenbasis f\u00fcr Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Kofermentationsanlagen ist unzureichend; insbesondere hinsichtlich des Investitionsbedarfs, des Arbeitszeitbedarfs und der Auf-wendungen f\u00fcr Wartung und Reparatur besteht die Notwendigkeit, gezielt Daten zu erheben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Koordinierung der von der DBU gef\u00f6rderten Projekte im Bereich Kofermentation beinhaltet u. a. die Betreuung der Projekte, die Organisation des Erfahrungsaustauschs zwischen den Projekten sowie die abschlie\u00dfende Gesamtdarstellung. 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