{"id":19038,"date":"2024-11-27T10:32:37","date_gmt":"2024-11-27T09:32:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05341-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:40","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:40","slug":"05341-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05341-01\/","title":{"rendered":"Konzept zur Entwicklung und Qualifizierung von Jugendreisen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Potential sanfttouristischer (Jugend)Reisen befindet sich in einem Wachstumsprozess (gesch\u00e4tzter Anteil derzeit ca. 20 &#8211; 30%). Bedenkt man zudem, dass das Reiseverhalten, wie auch das Verhalten im Allgemeinen, gerade in jungen Jahren besonders gepr\u00e4gt werden, kommt dem Jugendreisen hier eine wichtige Pionierfunktion zu. \u00dcberlegungen zur Entwicklung eines  Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr (Jugend)Reisen im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung waren daher dringend erforderlich.<br \/>\nDas Projektvorhaben setzte genau an dieser Stelle an. Ziel war die Entwicklung von Jugendreisemodellen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Die folgenden Anspr\u00fcche spielten dabei eine entscheidende Rolle:<br \/>\n\u00b7\tRessourcenschonung bzw. Umweltvertr\u00e4glichkeit im Sinne einer Sustainable Development<br \/>\n\u00b7\tDie Entwicklung von sozialvertr\u00e4glichen, zielgruppengerechten Wohlstands- bzw. Wohlf\u00fchlkonzepten<br \/>\n\u00b7\tVermittlung von Schl\u00fcsselerlebnissen im Sinne von \u00f6kologischer Handlungsf\u00e4higkeit, Selbstverantwortung, Kooperations- bzw. Teamf\u00e4higkeit, Stressbew\u00e4ltigung u.a.<br \/>\n\u00b7\t\u00d6konomische Machbarkeit f\u00fcr Reisende und Leistungsanbieter (Umweltschutz muss sich vom Kosten zum Nutzenfaktor entwickeln)Letztendliches Ergebnis sollte eine erh\u00f6hte Qualifikation und eine transparente Kennzeichnung (Qualit\u00e4tszeichen) im Bereich des sanften Tourismus sein, die alle \u00f6kologischen und sozialen Aspekten ber\u00fccksichtig.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projektvorhaben, dessen Projekttr\u00e4ger die AG-Jugendreisen mit Einsicht ist, basierte auf den Ber\u00fccksichtigungen der zwei wichtigsten Anspr\u00fcche auf Seiten der Reisenden: a) die Lust auf Genuss und Wohlf\u00fchlen, b) \u00f6kologisches Engagement. Das neue Leitbild Weniger verbrauchen, besser leben sollte aufgegriffen und in mehreren Arbeitsschritten modellhaft umgesetzt werden.<br \/>\nInsgesamt umfasste das Projekt sechs verschiedene Aktionsfelder, die von den Mitgliedsverb\u00e4nden der AG -Jugendreisen mit Einsicht geleitet aber mit enger Abstimmung mit dem Projektkoordinator (Deutsches Jugendherbergswerk) durchgef\u00fchrt wurden:<br \/>\n&#8211;\tEntwicklung von Qualit\u00e4tskriterien \/ Qualit\u00e4tszeichen (Arbeitstitel: TopTeamNaTour) (Leitung: ecotrans e.V.)<br \/>\n&#8211;\tInformationsvermittlung: Erstellung eines gemeinsamen Reisekatalogs; Einbindung in neue Informationssysteme; Pr\u00e4senz auf Messen (Leitung: Naturfreundejugend Deutschland e.V.)<br \/>\n&#8211;\tWettbewerb: Vergabe von Auszeichnungen f\u00fcr Reisen verschiedener Kategorien; Erh\u00f6hung des Bekanntheitsgrades des Qualit\u00e4tszeichen; Evaluation ausgew\u00e4hlter Reisen (Leitung: ecotrans e.V.)<br \/>\n&#8211;\tEvaluation von Reisen und Qualit\u00e4tskriterien: Begleitung &#038; Beobachtung der Reisen, Teilnehmerbefragung; Analyse &#038; Auswertung unter Ber\u00fccksichtigung der zuvor entwickelten Kriterien<br \/>\n&#8211;\tAus- &#038; Fortbildung: Ausbildung von m\u00f6glichst vielen Mitarbeitern von Veranstaltern und Unterk\u00fcnften des Jugendreisens &#8211; auch \/ besonders die nur wenig mit der Thematik vertrauten (Leitung: transfer e.V.)<br \/>\n&#8211;\tProjektkoordination inkl. Verhandlungen mit Kooperationspartnern und Sponsoren, Abschlussdokumentation, etc. (Leitung: Deutsches Jugendherbergswerk)<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Gesamtergebnis von TopTeamNaTour setzt sich aus den verschiedenen Teilergebnissen der einzelnen Aktionsfelder zusammen. Nachdem es in der Projektphase 1 (Qualit\u00e4tskriterien) zu der Entwicklung von Rahmenkonzeption, Pr\u00fcfbogen, Informations- und Bewertungsbl\u00e4ttern gekommen ist, konnten in den Projektphasen 2 und 3 (Wettbewerb) zwei Wettbewerbe ausgeschrieben und durchgef\u00fchrt werden. Die Zahl der Bewerbungen stieg dabei von 79 Bewerbungen im Wettbewerb I (1999) auf 110 im Wettbewerb II (2000) an. Aus jeweils 3 nominierten Reisen pro Kategorie wurden 1999 5 erste und 6 zweite Bundessieger ermittelt., 2000 waren es 4 Erste und 8 Zweite Bundessieger.<br \/>\nEine zentrale Erkenntnis aus der Jurysitzung war, dass die Bewertung von Kinder- und Jugendreisen im Hinblick auf Nachhaltige Entwicklung sehr schwer f\u00e4llt, da sie aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen werden kann und Bewertungsspielr\u00e4ume vorhanden sind. F\u00fcr das Qualit\u00e4tszeichen ist es somit von besonderer Bedeutung, m\u00f6glichst viele, messbare Kriterien aufzustellen.Im Rahmen der Informationsvermittlung konnte eine sehr positive Resonanz auf die Beratung von Unterk\u00fcnften \/ Beherbergungsbetrieben verzeichnet werden. Gezielte Programmangebote (Attraktivit\u00e4tssteigerung) stehen hier im Vordergrund des Interesses. Diese Nachfrage soll als eine besondere Chance f\u00fcr das TopTeamNaTour genutzt werden &#8211; die Erweiterung des Qualit\u00e4tszeichens f\u00fcr Jugendreisen auf Kinder- und Jugendunterk\u00fcnfte muss angestrebt werden.<br \/>\nDie Steuerungsgruppe der AG Aus- und Fortbildung hat sich innerhalb des Projektraums elf Mal getroffen und konnte verschieden Fortbildungsangebote konzipieren und durchf\u00fchren. Besonders die Zusatzqualifikationen f\u00fcr Trainer sind hierbei von einem besonderen Erfolg gekr\u00f6nt worden: dem Aufbau eines TrainerInnen Pools unter der Bezeichnung Reisen 21. Reisen 21 will auch forthin interessierte Organisationen zu TopTeamNaTour beraten und qualifizieren.<br \/>\nDie AG Aus- und Fortbildung hat beschlossen, auch nach Projektablauf weiterhin Zusatzqualifikationen im Sinne einer Nachthaltigen Entwicklung f\u00fcr TeamerInnen und TrainerInnen durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts wurde auf verschiedene Mittel der \u00d6ffentlichkeitsarbeit und der Pr\u00e4sentation zur\u00fcckgegriffen, u.a. die oben beschrieben Wettbewerbe.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus stand die Erstellung, die Herausgabe und der Vertrieb von zwei Reisekatalogen (Auflage: 10.000 \/ Jahrgang) im Mittelpunkt der \u00f6ffentlichkeitswirksamen Aktivit\u00e4ten. Die Kataloge wurden Zeitungen, Zeitschriften und elektronischen Medien vorgestellt und beworben.<br \/>\nDas Projekt TopTeamNaTour erhielt mit der Internetadresse http:\/\/www.topteamnatour.de seine eigene Domain, die sich einer stark wachsenden Beliebtheit erfreute. W\u00e4hrend im ersten Monat (Januar 1999) 20 Besucher verzeichnet wurden, lag die Zahl schon ein Jahr sp\u00e4ter bei 500-600 Besuchern pro Tag. Im Januar 2001 variierten die Zahlen zwischen 800 und 5.000 Besuchern \/ Tag.<br \/>\nZwischen Januar 1999 und Oktober 2000 war TopTeamNaTour auf 8 Messen pr\u00e4sent .<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Vieles ist in diesen mehr als drei Jahren auf den Weg gebracht worden. Zahlreiche Diskussionen und Gespr\u00e4che, Arbeitsgruppensitzungen, Pr\u00e4sentationen vor Gremien und Aussch\u00fcssen und nicht zuletzt die gemeinsam mit zahlreichen Partnern durchgef\u00fchrten Veranstaltungen (Messen, Foren, Fortbildungen) sowie die begleitende \u00d6ffentlichkeitsarbeit haben die Auseinandersetzung mit den Qualit\u00e4tszielen von TopTeamNaTour gef\u00f6rdert. Es wurden Kontakte erm\u00f6glicht und intensiviert, Vernetzungen geschaffen und zahlreiche neue Handlungsperspektiven er\u00f6ffnet (vgl. z.B. den inzwischen vom Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt abgelehnten Folgeantrag mit dem Schwerpunkt Beratung von Unterk\u00fcnften). An dieser Stelle besonders hervorzuheben ist die bis heute im Bereich Kinder- und Jugendreisen einmalige enge Zusammenarbeit von f\u00fcnf Organisationen, die trotz bisweilen auftretender Schwierigkeiten, im Hinblick auf die entstandenen Synergieeffekte insgesamt als Erfolg bezeichnet werden kann. Es bleibt die Hoffnung, dass die Idee von TopTeamNaTour nicht nur die aktuelle Qualit\u00e4tsdebatte im Kinder- und Jugendreisen mit beeinflusst, sondern auch einen allgemeinen Beitrag im Rahmen der Bem\u00fchungen um eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft leisten kann und wird. Die Vergabe und Vermarktung der mittlerweile eingetragenen Marke TOPTEAMNaTOUR bedarf aber auch in Zukunft einer \u00f6ffentlichen Unterst\u00fctzung. Zur Zeit werden die M\u00f6glichkeiten im Rahmen einer Kooperation mit Viabono gepr\u00fcft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Potential sanfttouristischer (Jugend)Reisen befindet sich in einem Wachstumsprozess (gesch\u00e4tzter Anteil derzeit ca. 20 &#8211; 30%). 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