{"id":19032,"date":"2023-07-13T15:10:11","date_gmt":"2023-07-13T13:10:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04338-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:11","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:11","slug":"04338-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04338-01\/","title":{"rendered":"Modellvorhaben: Erhaltung von umweltgesch\u00e4digten Naturstein-Grabmalen auf der Grundlage neuester naturwissenschaftlicher Erkenntnisse im national wertvollen j\u00fcdischen Friedhof An der Strangriede in Hannover"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Hauptziel des Projektes ist die langfristige Erhaltung der umweltgesch\u00e4digten und teilweise einsturzgef\u00e4hrdeten Naturstein-Grabmale in der Grabreihe 93 des j\u00fcdischen Friedhof An der Strangriede in Hannover. Im Vordergrund stehen dabei die modellhafte Planung und Durchf\u00fchrung der notwendigen Erhaltungsma\u00dfnahmen auf der Grundlage neuester naturwissenschaftlicher Erkenntnisse.  und unter Ber\u00fccksichtigung der religi\u00f6sen Bedeutung j\u00fcdischer Grabst\u00e4tten.<br \/>\nDie kulturgeschichtlich besonders wertvollen Grabmale zeigten neben den schon bekannten Feuchte- und Salzsch\u00e4den ungew\u00f6hnlich verf\u00e4rbte Gesteinsoberfl\u00e4chen und Krustenbildungen, deren Ursachen und Schadenspotential gekl\u00e4rt werden sollte. Weiterhin galt es die restauratorischen Bearbeitungsm\u00f6glichkeiten im Sinne der nachhaltigen Substanzerhaltung umfassend zu pr\u00fcfen und kontrolliert umzusetzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBergung und Sicherung umgest\u00fcrzter und einsturzgef\u00e4hrdeter Grabmale sowie eine in Etappen gegliederte Untersuchung der Grabsteine im Sinne einer integralen Objekterfassung unter Ber\u00fccksichtigung kulturhistorischer, materialkundlicher und restauratorischer Gesichtspunkte; kombinierte Anwendung und die wiederholte Durchf\u00fchrung verschiedener zerst\u00f6rungsfreier Untersuchungsmethoden, insbesondere Ultraschall- sowie Wasseraufnahme- und Gaspermeabilit\u00e4tsmessungen;<br \/>\nObjektspezifische Anpassung der Konservierungs- und Restaurierungsma\u00dfnahmen sowie vertiefte Untersuchungen an 11 Modellobjekten zur Durchf\u00fchrung exemplarischer Erhaltungsma\u00dfnahmen (Pilotarbeiten); Konservierung und Restaurierung von insgesamt 62 Grabmalen der Reihe 93 sowie von einem besonders gef\u00e4hrdeten Gro\u00dfgrabmal der Reihe 94 auf der Grundlage der Pilotarbeiten; Erarbeitung der Grundlagen f\u00fcr die langfristige Wartung und Pflege der Grabmale anhand der Pilotobjekte.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>a)  Die Konservierung und Restaurierung der Grabmale erfolgte auf der Grundlage einer integralen Objekterfassung und anhand aktueller Verfahren der Schadensdiagnostik, die zur Feststellung der Schadensursachen sowie zur Festlegung der erforderlichen Ma\u00dfnahmen dienten;<br \/>\nb)  Das Hauptziel der Projektarbeit, die Sicherung und Erhaltung der gef\u00e4hrdeten Grabmale konnte daher in vollem Umfang erreicht werden;<br \/>\nc)  Die Untersuchung der Umweltsch\u00e4den und die Charakterisierung der Schadensbilder mittels zerst\u00f6rungsfreier Diagnostik (insbesondere Ultraschall) hat sich bew\u00e4hrt; in schwierigen F\u00e4llen ist allerdings die Kombination verschiedener Diagnoseverfahren erforderlich, um praxistaugliche Ergebnisse zu erzielen (Beispiel: Bestimmung von Festigkeitstiefenprofilen mittels Ultraschall- und Bohrwiderstandsmessung);<br \/>\nd)  Die Untersuchungen zur Feuchte- und Salzbelastung sowie die Begutachtung der Standsicherheit der Grabmale f\u00fchrten erst im Zuge der laufenden Projektarbeiten zu der Erkenntnis, dass die Friedhofsmauer entlang der Reihe 93 sowie die darin verankerten Gro\u00dfgrabmale in weit gr\u00f6\u00dferem Umfang instandgesetzt werden mussten als urspr\u00fcnglich angenommen; im Sinne der Nachhaltigkeit der aktuellen Erhaltungsma\u00dfnahmen mussten 51 der insgesamt 63 Grabmale zum Zwecke der Substanzsicherung entweder ganz oder teilweise abgebaut werden;<br \/>\ne)  Die Konservierung und Restaurierung der kostbaren Grabsteine erfolgte durch qualifizierte Fachleute aus mehreren mittelst\u00e4ndischen Unternehmen in Zusammenarbeit mit Restauratoren und Lehrkr\u00e4ften der FH Hildesheim-Holzminden, Studiengang Restaurierung; die fallweise Einbindung externer Fachleute, insbesondere aus parallel laufenden F\u00f6rderprojekten der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Projektgruppe Berliner j\u00fcdische Friedh\u00f6fe und Projektgruppe Laserreinigung von Steinobjekten) f\u00fchrte nicht nur zu Synergieeffekten und zur Optimierung der Projektergebnissen, sondern zum Teil auch zu Kosteneinsparungen;<br \/>\nf)  Die vertiefte Untersuchung und besonders sorgf\u00e4ltige restauratorische Bearbeitung des Grabmals K\u00f6nigswarter (93-47) erfolgte weitgehend im Rahmen der praxisorientierten Ausbildung von Diplom-Restauratoren an der FH Hildesheim-Holzminden; der dadurch erzielte Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis war f\u00fcr das Gelingen der interdisziplin\u00e4ren Projektarbeit von gr\u00f6\u00dftem Nutzen;<br \/>\ng)  Die umfangreiche Dokumentation der Projektarbeiten und der materialkundlichen Untersuchungsergebnisse k\u00f6nnen als Grundlage f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Wartung und Pflege der Grabreihe 93 unmittelbar herangezogen werden; durch regelm\u00e4\u00dfige Nachkontrollen und Nachmessungen an definierten Referenzstellen k\u00f6nnen dar\u00fcber hinaus wertvolle Erkenntnisse zur langfristigen Wirksamkeit und Best\u00e4ndigkeit der verschiedenen Ma\u00dfnahmen gewonnen werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Publikationen allgemeiner Art<br \/>\na)  Modellvorhaben der DBU, J\u00fcdischer Friedhof in Hannover, Ursula Sch\u00e4dler-Saub, Restauro 6\/96, Seite 377.<br \/>\nb)  Zur Wartung und Pflege von Kulturdenkmalen &#8211; Die Erhaltung von Grabmalen auf dem j\u00fcdischen Friedhof An der Strangriede in Hannover. P. K\u00f6nigfeld und E. Stadlbauer, Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen, Heft 4\/96, S. 118.<br \/>\nTeilnahme an Fachtagungen mit Vortrag, Poster und\/oder Publikation<br \/>\na)  8th Int. Congress on Deterioration and Conservation of Stone, 30.09. &#8211; 04.10.1996 in Berlin;<br \/>\nb)  Int. Symposium World Cultural Heritage &#8211; A Global Challenge, 23.02. &#8211; 01.03.1997 in Hildesheim<br \/>\nAusrichtung einer eigenen Fachtagung Die Erhaltung von Grabsteinen auf j\u00fcdischen Friedh\u00f6fen in Berlin und Hannover am 14. und 15.10.1996 in der VHS in Hannover mit rund 100 Teilnehmern aus dem ganzen Bundesgebiet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Erhaltungsm\u00f6glichkeit des Friedhofs An der Strangriede hat sich seit der Stilllegung der unmittelbar westlich benachbarten Buntmetallh\u00fctte im Jahre 1985 deutlich verbessert. Messdaten des Nieders\u00e4chsischen Landesamtes f\u00fcr \u00d6kologie belegen au\u00dferdem, da\u00df die Schadstoffbelastung durch Staubimmission und durch den Sauren Regen in den vergangenen Jahren stetig r\u00fcckl\u00e4ufig ist. Dennoch kann die Nachhaltigkeit der Projektarbeit nur durch regelm\u00e4\u00dfige Wartung und Pflege der Grabreihe 93 sicher gestellt werden. Der Landesverband der J\u00fcdischen Gemeinden von Niedersachsen wird dabei im Rahmen von Patenschaften durch die FH Hildesheim-Holzminden, das Nieders\u00e4chsische Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege und das Norddeutsche Zentrum f\u00fcr Materialkunde von Kulturgut e.V. unterst\u00fctzt. Auf diese Weise sollen die fachlichen Grundlagen f\u00fcr die langfristige Erhaltung des nach wie vor bedrohten Kulturerbes auf dem Friedhof An der Strangriede einer fortlaufenden \u00dcberpr\u00fcfung und Aktualisierung unterzogen werden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Hauptziel des Projektes ist die langfristige Erhaltung der umweltgesch\u00e4digten und teilweise einsturzgef\u00e4hrdeten Naturstein-Grabmale in der Grabreihe 93 des j\u00fcdischen Friedhof An der Strangriede in Hannover. 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