{"id":19025,"date":"2023-07-13T15:10:16","date_gmt":"2023-07-13T13:10:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04499-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:17","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:17","slug":"04499-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04499-01\/","title":{"rendered":"Untersuchungen \u00fcber Techniken zur Stimulierung des Wurzelwachstums und zur F\u00f6rderung der Regeneration gesch\u00e4digter Wurzeln bei physiologisch geschw\u00e4chten Stadtb\u00e4umen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Siedlungsbereich sind Geh\u00f6lze durch ihre extremen Standorte und vielf\u00e4ltige negative Umwelteinfl\u00fcsse oftmals in ihrer Vitalit\u00e4t stark gemindert und viele Wurzeln k\u00f6nnen ihre physiologischen Aufgaben nur sehr eingeschr\u00e4nkt erf\u00fcllen. Dabei wird i.d.R. bereits bei der Pflanzung durch Wurzelschnitt und\/oder Wurzelverletzungen die Vitalit\u00e4t stark gemindert. Beim adulten Stra\u00dfenbaum sind es neben den anthropogenen Einfl\u00fcssen vor allem Abgrabungen und Bauarbeiten, die die physiologischen Wurzelfunktionen der B\u00e4ume sehr stark beeintr\u00e4chtigen. Ziel des Projekts ist daher die Entwicklung geeigneter Substanzen und Methoden zur Stimulierung des normalen und regenerativen Wurzelwachstums zur Funktionssicherung der Stadtgeh\u00f6lze.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Untersuchungen wurden in drei Ebenen durchgef\u00fchrt, wobei zun\u00e4chst an 1 &#8211; 3-j\u00e4hrigen Jungpflanzen unter kontrollierten Bedingungen (in einem speziell zur Analyse von Spross- und Wurzelwachstum konzipierten Kultursystem) die Reaktionen von Pflanzen mit und ohne Wurzelschnitt auf Behandlungen mit Phytohormonen und\/oder Biostimulantien untersucht wurden. Das Wurzelwachstum wurde dabei periodisch erfasst und photographisch dokumentiert, wobei eine bildanalytische L\u00e4ngen- und Fl\u00e4chenmessung der Wurzelprojektionsbilder verl\u00e4ssliche Ma\u00dfzahlen f\u00fcr eine Absch\u00e4tzung von Wachstumsvorg\u00e4ngen im Wurzelbereich liefert. Nach Vorversuchen (Juli 1994 bis November 1994, Messintervall 21 Tage) wurden die Kulturversuche in der Vegetationsperiode 1995 mit ver\u00e4nderten Behandlungsvarianten (Messintervall 14 Tage) weitergef\u00fchrt und 1996 mit Untersuchungen zu optimalen Konzentrationen der Substanzen abgeschlossen. Neben den Kulturversuchen wurden im August 1994 an Jungb\u00e4umen unter halbkontrollierten Bedingungen Wurzeln von jeweils 4 B\u00e4umen pro Applikationsvariante mit einer 1 %-L\u00f6sung der in den Vorversuchen eingesetzten Substanzen behandelt und die Reaktionen auf die Behandlungen nach 20 Monaten analysiert. In einem weiteren Schritt wurde die Praxistauglichkeit verschiedener Applikationsformen, in Zusammenarbeit mit dem Gartenbauamt N\u00fcrnberg und dem Arbeitskreis S\u00fcddeutscher Baumpfleger, bei adulten Stra\u00dfenb\u00e4umen in N\u00fcrnberg getestet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Als oberstes Ziel zur Etablierung von Neupflanzungen bzw. zur Erhaltung von adulten B\u00e4umen muss als pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahme die Vermeidung von Wurzelverlusten gefordert werden. Sofern dies im Einzelfall nicht m\u00f6glich ist, muss es das Ziel sein, die negativen Auswirkungen des Wurzelverlusts soweit als m\u00f6glich zu begrenzen. Dies scheint durch die Stimulierung des regul\u00e4ren und regenerativen Wurzelwachstums zum Ausgleich der ern\u00e4hrungsphysiologisch aktiven Wurzeloberfl\u00e4che m\u00f6glich. Einen geeigneten Ansatz f\u00fcr die F\u00f6rderung des Wurzelwachstums bietet dabei der Einsatz von Biostimulantien. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen bei einer Applikation von Humins\u00e4uren in unterschiedlichen Konzentrationen an gekappten Wurzeln in den Spr\u00fchkulturversuchen einen eindeutigen das Wurzelwachstum stimulierenden Effekt, wohingegen f\u00fcr das Auxin-Analogum NAA und die getesteten Vitamine in der Spr\u00fchkultur kein deutlicher Effekt nachgewiesen werden konnte. F\u00fcr eine Auxinapplikation an gekappten Wurzeln ist allerdings, abh\u00e4ngig vom Applikationszeitpunkt und der Konzentration der eingesetzten L\u00f6sung, eine stimulierende Wirkung auf die Anlage von regul\u00e4ren und adventiven Seitenwurzeln zu erwarten.<br \/>\nDie \u00dcberpr\u00fcfung der Ergebnisse im Freiland an ca. 9-j\u00e4hrigen Jungb\u00e4umen (Quercus robur L.) unter halbkontrollierten Bedingungen sowie an adulten Stadtb\u00e4umen (Tilia spec., 25-  und 60-j\u00e4hrig) in N\u00fcrnberg zeigte im Gegensatz zu den Versuchen in der Spr\u00fchkultur nicht nur f\u00fcr Humins\u00e4uren sondern auch f\u00fcr das Auxin-Analogum NAA, ein Biostimulantiengemisch und bei den adulten Stadtb\u00e4umen f\u00fcr ein Humins\u00e4ure-NAA-Gemisch einen das Wurzelwachstum f\u00f6rdernden Effekt. Die positive Wirkung von NAA war dabei bei den 9-j\u00e4hrigen Jungb\u00e4umen allerdings nicht so deutlich wie vergleichbare Untersuchungen aus der Literatur erwarten lie\u00dfen. F\u00fcr die Vitamine B1, B6, C und D3 konnte weder im Kultursystem noch im Freiland ein wachstumsf\u00f6rdernder Effekt best\u00e4tigt werden. Die Ergebnisse bez\u00fcglich des eingesetzten Biostimulantiengemischs zeigten dahingegen im Kultursystem einen geringen und im Frei-land einen deutlich stimulierenden Effekt. Sofern unter Freilandbedingungen kein direkter Synergismus zwischen den Vitaminen und dem Auxin-Analogum NAA bzw. der eingesetzten Humins\u00e4ure besteht, kann daher angenommen werden, dass NAA und Humins\u00e4uren die wachstumsf\u00f6rdernden Komponenten des Biostimulantiengemischs darstellen. NAA f\u00f6rdert dabei abh\u00e4ngig von der Konzentration und dem Applikationszeitpunkt vornehmlich die Anlage von Seitenwurzeln und Humins\u00e4uren stimulieren ebenfalls konzentrationsabh\u00e4ngig die Anlage und das Differenzierungswachstum der Wurzeln. F\u00fcr einen Einsatz in der Praxis zur Stimulierung des regul\u00e4ren und regenerativen Wurzelwachstums an Jungb\u00e4umen nach der Verpflanzung bzw. an adulten Stadtb\u00e4umen nach Wurzelverletzungen w\u00e4re somit die Applikation von Humins\u00e4uren oder Humins\u00e4ure\/Auxingemischen Erfolg versprechend. Als limitierender Faktor f\u00fcr eine Stimulierung von Regenerationsprozessen an verletzten bzw. gekappten Wurzeln muss allgemein jedoch  angenommen werden, dass die F\u00e4higkeit zur Wurzelneubildung neben genetischen Vorgaben auch vom Ort und Zeitpunkt der Verletzung sowie vom Alter und Durchmesser der besch\u00e4digten Wurzeln abh\u00e4ngig ist. Eine sinnvolle Behandlung von Wurzelverlusten darf daher nicht nur auf eine F\u00f6rde-rung der Adventivwurzelbildung beschr\u00e4nkt werden, sondern muss bei der Stimulierung des gesamten Wurzelsystems ansetzen, was durch eine Applikation von Humins\u00e4ure bzw. Humins\u00e4ure\/ Auxingemischen m\u00f6glich erscheint.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tAugsburger Baumpflegetage 1997 (18. &#8211; 20. M\u00e4rz 1997); Posterbeitrag auf dem Messestand des Kooperationspartners<br \/>\nArbeitskreis S\u00fcddeutscher Baumpfleger<br \/>\n&#8211;\tOsnabr\u00fccker Baumpflegetage (2. und 3. September 1997); Vortrag<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die ausgesprochen positiven Ergebnisse bez\u00fcglich des Einsatzes von Humins\u00e4uren und Humins\u00e4ure-NAA-Gemischen zur Stimulierung des normalen und regenerativen Wurzelwachstums bed\u00fcrfen vor einer Etablierung der entwickelten Methode f\u00fcr den Praxiseinsatz einer intensiven \u00dcberpr\u00fcfung an Neupflanzungen und adulten Stadtb\u00e4umen unter extremen Standortbedingungen. Es ist dabei zu kl\u00e4ren, ob die bisher gewonnenen Erkenntnisse problemlos auf \u00e4ltere B\u00e4ume und verschiedene Baumarten \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen. Weiterhin muss der jahreszeitliche Einfluss auf eine Wurzelverletzung und den m\u00f6glichen Behandlungserfolg mit Biostimulantien analysiert werden. Nach Abschluss dieser erg\u00e4nzenden Praxistests w\u00e4re eine abgesicherte und umfassende Empfehlung f\u00fcr den Einsatz der entwickelten Methode in der Praxis m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Siedlungsbereich sind Geh\u00f6lze durch ihre extremen Standorte und vielf\u00e4ltige negative Umwelteinfl\u00fcsse oftmals in ihrer Vitalit\u00e4t stark gemindert und viele Wurzeln k\u00f6nnen ihre physiologischen Aufgaben nur sehr eingeschr\u00e4nkt erf\u00fcllen. Dabei wird i.d.R. bereits bei der Pflanzung durch Wurzelschnitt und\/oder Wurzelverletzungen die Vitalit\u00e4t stark gemindert. Beim adulten Stra\u00dfenbaum sind es neben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[1404,47,2425,2422,50,51,52],"class_list":["post-19025","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-alte-und-neue-bundeslaender","tag-klimaschutz","tag-kulturgueter","tag-landnutzung","tag-naturschutz","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"04499\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-04499.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"96.084,53","dbu_projektdatenbank_firma":"Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t FreiburgInstitut f\u00fcr Forstbotanik und BaumphysiologieProfessur f\u00fcr Forstbotanik","dbu_projektdatenbank_strasse":"Bertoldstr. 17","dbu_projektdatenbank_plz_str":"79085","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Freiburg","dbu_projektdatenbank_p_von":"1994-07-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"1997-04-30 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 10 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0761\/203-3649","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Alte und Neue Bundesl\u00e4nder","dbu_projektdatenbank_foerderber":"9","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19025","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19025\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32028,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/19025\/revisions\/32028"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19025"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19025"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19025"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}