{"id":19021,"date":"2026-02-16T10:32:03","date_gmt":"2026-02-16T09:32:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10350-01\/"},"modified":"2026-02-16T10:32:03","modified_gmt":"2026-02-16T09:32:03","slug":"10350-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10350-01\/","title":{"rendered":"Umweltgerechtes Verfahren zur R\u00fcckgewinnung von Kfz-Sto\u00dfd\u00e4mpfer\u00f6l"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der Bundesrepublik fallen j\u00e4hrlich ca. 3,8 Mio. Altautos zur Entsorgung an. Daraus resultiert eine Sto\u00dfd\u00e4mpferalt\u00f6lmenge von ca. 4,6 Mio. l pro Jahr, die derzeit verloren geht. Fehlende \u00d6labla\u00dfeinrichtungen und der nicht demontierbare Aufbau lassen keine Wiederverwertung der Sto\u00dfd\u00e4mpfer zu. Das Verpressen von Altautos sowie die Lagerung defekter und verschlissener D\u00e4mpfer ist immer durch unkontrollierten \u00d6laustritt gekennzeichnet.<br \/>\nSto\u00dfd\u00e4mpfer sind mit Einwegf\u00fcllungen versehen, wobei zwischen \u00d6l- und Gasf\u00fcllungen sowie entsprechenden Mischformen zu unterscheiden ist.<br \/>\nDer Zustand der \u00d6le l\u00e4\u00dft eine unkomplizierte \u00d6laufbereitung zu, die trockengelegten H\u00fcllen der D\u00e4mpfer sind ebenso problemlos einer Schrottverwertung zuf\u00fchrbar. Das Ziel des Vorhabens bestand darin, eine mobile sowie station\u00e4re Entsorgungseinheit zu konzipieren und zu testen, die es gestattet, Sto\u00dfd\u00e4mpfer umweltgerecht trockenzulegen, um diese einer stofflichen Verwertung zuf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Ausgangspunkt der Entwicklung bestand in der tiefgr\u00fcndigen Untersuchung der geometrischen Verh\u00e4ltnisse der Fahrzeuge in den Achsbereichen. Aus der Zusammenfassung der typenabh\u00e4ngigen Verschiedenartigkeiten wurden l\u00f6sungssystematisch die Konstruktionsbedingungen analysiert und f\u00fcr die nachfolgende Grobkonzepterarbeitung herangezogen.<br \/>\nSchwerpunkt bildete u.a. die Variantenerstellung bez\u00fcglich der Fixierm\u00f6glichkeiten der Entsorgungseinheit am eingebauten Sto\u00dfd\u00e4mpfer, da Platzverh\u00e4ltnisse und Anbauten wie Bremsleitungen, Aufh\u00e4ngungen etc. sehr variieren und somit pr\u00e4gnanten Einflu\u00df auf die Ger\u00e4tegestaltung aus\u00fcben. Die Ausf\u00fchrung als Handger\u00e4t erfordert die Realisierung einer konsequenten Leichtbauweise bei optimierten Ger\u00e4teabmessungen.<br \/>\nDer Einsatz entsprechender Leichtbauwerkstoffe, wie beispielsweise Aluminium, zieht Nachteile in den Gleiteigenschaften bewegter Ger\u00e4tekomponenten gegen\u00fcber konventionellen Stahlpaarungen mit sich. Durchgef\u00fchrte Tests lie\u00dfen zun\u00e4chst Funktionsm\u00e4ngel erkennen, die durch entsprechende Oberfl\u00e4chenmodifikationen und ge\u00e4nderte Dichtungskombinationen behoben wurden. Mit der Durchf\u00fchrung der Ger\u00e4tetestphasen konnte zun\u00e4chst die prinzipielle Funktionssicherheit nachgewiesen werden, dar\u00fcber hinaus fand eine Prototypoptimierung statt, mit der sowohl ein verbessertes Handling als auch eine Erh\u00f6hung des Wirkungsgrades erreicht werden konnte.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Sto\u00dfd\u00e4mpfer sind hinsichtlich des mechanischen Aufbaus in Einrohr- und Zweirohrsysteme zu gliedern, wobei die letztgenannte Bauform den \u00fcberwiegenden Anteil darstellt.<br \/>\nDer durch das innere und \u00e4u\u00dfere Rohr gebildete D\u00e4mpferzwischenraum dient der Pufferung der \u00d6lf\u00fcllung w\u00e4hrend des D\u00e4mpfungsvorganges. Die \u00d6lmenge und damit die H\u00f6he des \u00d6lspiegels im Innenrohr und im Zwischenraum ist von der Stellung des Arbeitskolben abh\u00e4ngig.<br \/>\nDer Abstand der Wandungen betr\u00e4gt typenabh\u00e4ngig ca. 3 mm bis 5 mm. Die Kopplung des D\u00e4mpferinnenraumes mit diesem Zwischenraum erfolgt mittels Kolben- und Bodenventil, deren Kanalausbildung die Federeigenschaften bestimmt.<br \/>\nF\u00fcr die Entleerung von Sto\u00dfd\u00e4mpfern ist es erforderlich, einen Durchbruch vom Umfang des \u00e4u\u00dferen H\u00fcllrohres bis in das Zentrum des Innenrohres zu schaffen, um die Wirkung der vorab genannten Ventile zu eliminieren, da diese das Ausstr\u00f6mverhalten w\u00e4hrend des Entleerungsvorganges negativ beeinflussen.<br \/>\nAufgrund der gro\u00dfen Schwankungsbreite der Sto\u00dfd\u00e4mpferabmessungen und der sich z.T. stark voneinander unterscheidenden Anbauten, wie Befestigungslaschen, \u00d6sen etc., ist keine einheitliche Basis f\u00fcr die Fixierung des Handger\u00e4tes am Sto\u00dfd\u00e4mpfer definierbar. Dar\u00fcber hinaus sind die Achs- und Unterbodenverh\u00e4ltnisse sehr variabel, so da\u00df mit einem flexiblen Spannmechanismus sowohl Durchmesserbereiche als auch typenabh\u00e4ngige Umbauten zu \u00fcberbr\u00fccken sind.<br \/>\nEine erste getestete M\u00f6glichkeit besteht darin, die Ger\u00e4tefixierung mittels Hakenspanner, der manuell verspannt wird, durchzuf\u00fchren. Dies stellt in mechanischer Hinsicht eine sehr unkomplizierte L\u00f6sung dar, die jedoch in den Einsatzm\u00f6glichkeiten Einschr\u00e4nkungen erfordert. Die rahmenf\u00f6rmig geschlossene Bauweise erm\u00f6glicht nur in einem begrenzten Rahmen die \u00dcberbr\u00fcckung von Laschen und \u00d6sen am Fahrzeug, da eine relativ exakte Voreinstellung des Spanners f\u00fcr einen sicheren Sitz erforderlich ist. Parallel wurde ein pneumatisch ausgef\u00fchrter Spannarm getestet, durch dessen Hub der notwendige Spannbereich abzudecken ist. Die kragarmf\u00f6rmige Ausbildung gestattet ein seitliches Ansetzen des Ger\u00e4tes am D\u00e4mpfer, wobei derzeit vorhandene Einschr\u00e4nkungen in der Zug\u00e4nglichkeit durch eine Optimierung zu beseitigen sind. Die prinzipielle Funktionst\u00fcchtigkeit konnte hierzu zweifelsfrei nachgewiesen werden.<br \/>\nMit der Durchf\u00fchrung von Testreihen konnte festgestellt werden, da\u00df die Materialqualti\u00e4ten der Sto\u00dfd\u00e4mpferrohre sich sehr voneinander unterscheiden. Gravierende Materialunterschiede sind insbesondere typenabh\u00e4ngig festzustellen, dar\u00fcber hinaus sind h\u00e4ufig Inhomogenit\u00e4ten innerhalb eines Sto\u00dfd\u00e4mpfers vorhanden.<br \/>\nAufgrund dieser Materialunterschiede ist das Anbohren der Sto\u00dfd\u00e4mpfer als optimale L\u00f6sung anzusehen, da auch dieses Verfahren zum Stand der Technik z\u00e4hlt und daher werkzeugseitig die gr\u00f6\u00dften Auswahlm\u00f6glichkeiten bietet.<br \/>\nAlternative Technologien wie Lochen auf pneumatischer bzw. hydraulischer Basis sind prinzipiell m\u00f6glich, Funktionsunsicherheiten ergeben sich jedoch durch die erw\u00e4hnten Materialunterschiede und insbesondere durch die zum gr\u00f6\u00dften Teil doppelwandige Ausf\u00fchrung der D\u00e4mpfer.<br \/>\nDer freie \u00d6lablauf durch die ge\u00f6ffneten Sto\u00dfd\u00e4mpferwandungen ist, bedingt duch die Viskosit\u00e4t der \u00d6le, sehr zeitintensiv und stellt dar\u00fcber hinaus eine wesentliche Umweltgefahr durch eventuell unkontrolliert ausstr\u00f6mendes \u00d6l und Nachtropfen von Restmengen dar. Aus diesem Grund wurde u.a. die M\u00f6glichkeit getestet, durch eine alternierende Druckbeaufschlagung diesen Vorgang zu beschleunigen und durch geeignete Dichtelemente zwischen Handger\u00e4t und Sto\u00dfd\u00e4mpferwandung dieses Umweltrisiko zu beseitigen. Die durchgef\u00fchrten Versuchsreihen lassen dabei einen Wirkungsgrad von 90% bis 95% erkennen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Aufgrund der aktuellen Situation der in Kraft gesetzten Verordnung der Altautoverwertung per 01.04.1998 besteht reges Anwenderinteresse. Der erreichte Entwicklungsstand wurde auf der Entsorgerfachmesse Entsorga in K\u00f6ln im Mai d. J. pr\u00e4sentiert. Neben der Durchf\u00fchrung marktstrategischer Ma\u00dfnahmen wurden Kontakte zu verschiedenen Redaktionen von Fachzeitschriften sowie zu Medienstationen hergestellt, die f\u00fcr eine weitere Ergebnisverbreitung zur Verf\u00fcgung stehen. Neben der Pr\u00e4sentation im Rahmen eigener Hausmessen befinden sich weitere Ausstellungen auf regionaler und Landesebene in Vorbereitung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die in dem Projekt erzielten Ergebnisse zeigen, da\u00df eine Entleerung von PKW-Sto\u00dfd\u00e4mpfern im ein- und ausgebauten Zustand m\u00f6glich ist.<br \/>\nUmweltrelevante Risiken sind durch konstruktiv und fertigungstechnisch zu realisierende Ma\u00dfnahmen vermeidbar, insbesondere der \u00d6ffnungs- und Entleerungsvorgang von Sto\u00dfd\u00e4mpfern ist ohne Leckverluste realisierbar, setzt jedoch eine korrekte Nutzung der Apparaturen voraus. Entsprechend der Entsorgungsrichtlinien zur Kfz-Trockenlegung sind in die Sto\u00dfd\u00e4mpfer eingebrachte \u00d6ffnungen dicht zu verschlie\u00dfen, um nachtr\u00e4glich unkontrollierten \u00d6laustritt beim weiteren Handling der Kfz zu vermeiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der Bundesrepublik fallen j\u00e4hrlich ca. 3,8 Mio. Altautos zur Entsorgung an. Daraus resultiert eine Sto\u00dfd\u00e4mpferalt\u00f6lmenge von ca. 4,6 Mio. l pro Jahr, die derzeit verloren geht. Fehlende \u00d6labla\u00dfeinrichtungen und der nicht demontierbare Aufbau lassen keine Wiederverwertung der Sto\u00dfd\u00e4mpfer zu. 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