{"id":19018,"date":"2023-07-13T15:09:21","date_gmt":"2023-07-13T13:09:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03297-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:21","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:21","slug":"03297-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03297-01\/","title":{"rendered":"Kurssystem zur Weiterbildung von Handwerkern: Installation, Wartung und Reparatur von regenerativen Energietechnologien"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens war die Konzipierung eines Kurssystems, um klein- und mittelst\u00e4ndische Handwerksbetriebe an den Bereich der Dienst- und Serviceleistungen bei regenerativen Energiekomponenten heranzuf\u00fchren. Gegenstand des Projektes war die Ausarbeitung und Erprobung von Kurzzeitkursen, die Handwerksbetrieben den Zugang zu lnstallations-, Wartungs- und Reparaturdienstleistungen erm\u00f6glichen. Dazu sollte der im artefact-Seminarzentrum errichtete Energielehrpark mit PV-Anlage, Solarthermie, Windkraft- und Biomassenutzung genutzt werden. Dabei lag ein besonderer Schwerpunkt auf der im Rahmen des Energielehrparks errichteten Biomasse-Vergasungsanlage.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Bereich der Biomasse-Vergasung sollte zun\u00e4chst eine Infrastruktur zu Versorgung, Verarbeitung und Lagerung der Biomasse werden, um den Betrieb der Schulungs-Anlage zu gew\u00e4hrleisten.<br \/>\nMit einer Reihe von Informationsveranstaltungen sollten Anwender und Handwerker \u00fcber die Einsatzm\u00f6glichkeiten regenerativer Energietechnik informiert werden.  Einen Schwerpunkt stellte dabei die Solartechnik dar.  Insbesondere die Handwerker sollten f\u00fcr die Teilnahme an umfangreicheren Weiterbildungsma\u00dfnahmen gewonnen werden.  Als Medium der Aus- und Weiterbildung von Handwerkern sollte ein Visualisierungssystem f\u00fcr den artefact-Energielehrpark entwickelt, aufgebaut und Ausbildungsunterlagen f\u00fcr Handwerker im Bereich der regenerativen Energienutzung ausgearbeitet werden. Dazu sollten die Erfahrungen aus durchzuf\u00fchrenden Weiterbildungsseminaren genutzt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zielgruppen des Projektes waren vor allem das Elektro- und das Heizung\/Sanit\u00e4r-Handwerk. Es erschien zun\u00e4chst sinnvoll, sich auf das Heizung\/Sanit\u00e4r-Handwerk zu konzentrieren. Hierbei handelt es sich im Kammerbezirk um etwa 400 Betriebe.  Thematisch konzentrierte sich das Projekt auf die Bereiche Solarthermie, Biomasse, BHKW und Photovoltaik.<br \/>\nWegen der angestrebten Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Flensburg war das Einzugsgebiet des Projektes weitgehend auf den Kammerbezirk der HWK Flensburg ausgerichtet.  Flensburg ist mit ca. 80.000 Einwohnern die gr\u00f6\u00dfte Stadt im Kammerbezirk.  Wegen der fast hundertprozentigen Versorgung des Stadtgebietes mit Fernw\u00e4rme sind die Bedingungen f\u00fcr die Verbreitung von solarthermischen Anlagen in Flensburg selbst ung\u00fcnstig.<br \/>\nEtwa 5-10 % der Betriebe im Kammerbezirk haben im Rahmen des Projektes am Themenbereich ,Regenerative Energie Interesse gezeigt, sei es durch das Zur\u00fccksenden eines Fragebogens, durch die Teilnahme an Abendveranstaltungen oder die Teilnahme an ein- oder mehrt\u00e4gigen Seminaren. Eine akzeptable Anzahl von Teilnehmern aus dem Handwerk konnte nur bei Abendveranstaltungen zur Solarthermie und mit einem Eintages-Seminar zum Thema Mini-BHKW erreicht werden. Mit durchschnittlich 11 Teilnehmern konnten etwa 3 % der angeschriebenen Handwerksbetriebe f\u00fcr die Teilnahme an Abendveranstaltungen gewonnen werden.  F\u00fcr das Seminar Mini BHKW, f\u00fcr das in zwei Gewerken geworben wurde (Elektro und Heizung\/Sanit\u00e4r), konnten ca. 2,5 % der Zielgruppe als Teilnehmer gewonnen werden, trotz eines fachlich und \u00f6konomisch f\u00fcr das Handwerk interessanten Themas, sehr gezielter Werbung (Mailing) und eines attraktiven Seminarprogramms mit sehr qualifizierten Referenten.  Gleiche Attraktivit\u00e4t des Themas f\u00fcr Handwerker vorausgesetzt, hie\u00dfe das, da\u00df f\u00fcr eint\u00e4gige Seminare zur Solarthermie mit maximal ca. 10 Teilnehmern gerechnet werden k\u00f6nnte. Die Zahl von 6 Teilnehmern an unserem 2 t\u00e4gigen Seminar zur Solarthermie unterst\u00fctzt diese Einsch\u00e4tzung.<br \/>\nF\u00fcr den Bereich der Photovoltaik und der Biomasse stellt sich die Situation eher noch schwieriger dar, da der Markt in diesem Bereich noch kleiner ist.<br \/>\nVoraussetzung f\u00fcr die Handwerkerweiterbildung ist die Verf\u00fcgbarkeit von Demonstrations- und Ausbildungsanlagen, die den Stand der Technik repr\u00e4sentieren.  Die Finanzierung des Unterhalts und die st\u00e4ndige Modernisierung solcher Anlagen erfordert wesentlich h\u00f6here Teilnehmerzahlen, zumal nach unserer Erfahrung Weiterbildungsangebote, die \u00fcber einen zeitlichen Umfang von 20-30 Stunden hinausgehen, kaum angenommen werden.  Dies insbesondere nicht von jungen, noch kleinen Betrieben, die besonders interessiert an der regenerativen Energietechnik sind.  F\u00fcr sie stellen umfangreichere Weiterbildungsangebote eine fast un\u00fcberwindbare H\u00fcrde beim Einstieg in den f\u00fcr sie schwer absch\u00e4tzbaren Markt der Solartechnik dar und sind damit kontraproduktiv f\u00fcr die Verbreitung der Technik.  Bei den genannten Teilnehmerzahlen und der m\u00f6glichen Kursdauer ist die Durchf\u00fchrung von Weiterbildungs-Veranstaltungen im Bereich der regenerativen Energie zur Zeit nur mit massiven Zusch\u00fcssen durchf\u00fchrbar. Dies zeigen auch die Kursgeb\u00fchren etablierter Weiterbildungsst\u00e4tten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen der durchgef\u00fchrten Seminare und Informationsveranstaltungen wurde auf die F\u00f6rderung durch die Bundesstiftung Umwelt hingewiesen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Wir halten es in der derzeitigen Situation f\u00fcr sinnvoll, die Weiterbildung von Handwerkern im Bereich der regenerativen Energie wesentlich st\u00e4rker zu zentralisieren.  Eine dezentrale Weiterbildung, z.B. auf der Ebene der Kammerbezirke, halten wir erst dann f\u00fcr machbar, wenn der Bereich der regenerativen Energie Bestandteil der beruflichen Erstausbildung und der Meisterausbildung ist und Ausbildungsanlagen  dadurch ausgelastet werden k\u00f6nnen. K\u00fcrzere lnformationsveranstaltungen, die keine besondere technische Ausstattung voraussetzen, sollten auch weiterhin dezentral, angeboten werden.  Dies geh\u00f6rt nach unserer Auffassung zum Aufgabenbereich der Handwerkskammer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens war die Konzipierung eines Kurssystems, um klein- und mittelst\u00e4ndische Handwerksbetriebe an den Bereich der Dienst- und Serviceleistungen bei regenerativen Energiekomponenten heranzuf\u00fchren. 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