{"id":19016,"date":"2023-07-13T15:09:13","date_gmt":"2023-07-13T13:09:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03080-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:14","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:14","slug":"03080-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03080-01\/","title":{"rendered":"Untersuchungen und Entwicklung von mechanischen Pflegesystemen im Kartoffelbau zur herbizidfreien Unkrautregulierung unter Ber\u00fccksichtigung pflanzenbaulicher und qualit\u00e4tsbeeinflussender Aspekte"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Anbau von Kartoffeln in D\u00e4mmen bietet gute Voraussetzungen f\u00fcr eine herbizidfreie Unkrautregulierung. Ziel der praxisorientierten Untersuchungen war es, vier Ger\u00e4te zur mechanischen Kartoffelpflege hinsichtlich ihrer Arbeitsweise und Auswirkung auf den Ertrag und die Unkrautkontrolle im Vergleich zum kombinierten Einsatz von Pflegeger\u00e4t und Herbizid zu beurteilen. Weiterhin wurden neben qualit\u00e4tsbestimmenden Knolleninhaltsstoffen auch der Einflu\u00df der Ger\u00e4te auf die Stickstoffmineralisation im Boden untersucht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBei der Versuchsanstellung wurden in beiden Versuchsjahren die Parameter Standort, Sorte und Pflanzgutvorbereitung sowie die Pflegeverfahren bzw. -ger\u00e4te variiert. In den Versuchsjahren 1994 und 1995 wurden auf dem Standort Dethlingen (25 BP) in den Sorten Hansa (keimgestimmt bzw. vorgekeimt) und Solara (keimgestimmt) sowie auf dem Standort Holthusen (50 BP) in den Sorten Cilena (keimgestimmt) und Hela (keimgestimmt) Versuche zur Unkrautregulierung mit ausschlie\u00dflich mechanischen Pflegesystemen durchgef\u00fchrt. Auf beiden Standorten bildeten bei jeder Sorte und Pflanzgutvorbereitung das betriebs\u00fcbliche mechanisch-chemische Pflegeverfahren sowie eine Nullparzelle ohne chemische oder mechanische Unkrautregulierung die Referenzglieder. Es kamen die mechanischen Pflegeger\u00e4te H\u00e4ufler-Netzeggenkombination, H\u00e4uflerkombination, Sternhackger\u00e4t sowie Dammformblechger\u00e4t mit Winkelscharen zum Einsatz.<br \/>\nBei den Versuchen stand die grundlegende Frage im Vordergrund, ob die ausschlie\u00dflich mechanischen Pflegema\u00dfnahmen eine Alternative zum mechanisch-chemischen Pflegesystem darstellen. Dazu wurden in allen Varianten die folgenden Parameter untersucht: Bestandesentwicklung; Dammaufbau; Unkrautbesatz und -entwicklung; Mineralisationsverm\u00f6gen der B\u00f6den; Nitratgehalt der Pflanzen w\u00e4hrend der Vegetation; Bodenverdichtung in den Schlepperspuren; Ertrag und Sortierung des Erntegutes; Inhaltsstoffe der Knollen; Losschaligkeit, Besch\u00e4digungsempfindlichkeit und Neigung zur Schwarzfleckigkeit der Kartoffeln; Lagerungseignung; Verfahrenskosten und Deckungsbeitr\u00e4ge.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die mechanischen Verfahren erzielten in beiden Versuchsjahren ein tendenziell geringeres Ertragsniveau (87-97 %) als die mechanisch-chemischen Referenzglieder. Als Ursachen f\u00fcr die Ertragsminderungen der Versuchsjahre 1994 und 1995 k\u00f6nnen Unkrautkonkurrenz und Wurzelbesch\u00e4digungen angef\u00fchrt werden. Die H\u00f6he des zu erwartenden Ertragsausfalls ist vom standortbezogenen Ertragsniveau und von der Wasserversorgung abh\u00e4ngig.<br \/>\nDie ausschlie\u00dflich mechanischen Verfahren erzielten im Vergleich zur konventionellen mechanisch-chemischen Unkrautbek\u00e4mpfung einen geringeren Unkrautbek\u00e4mpfungserfolg. Dieser wird besonders von einer termingerechten mechanischen Unkrautbek\u00e4mpfung beeinflu\u00dft. Das Schadschwellenkonzept (5 dikotyle Pflanzen \/ m2) der Unkrautbek\u00e4mpfung mit Herbiziden kann nicht auf die mechanische Unkrautbek\u00e4mpfung \u00fcbertragen werden, da sich nur ein relativ guter Bek\u00e4mpfungserfolg gegen Samenunkr\u00e4uter einstellt, wenn sie bereits zwischen Keimung und Keimblattstadium bek\u00e4mpft werden.<br \/>\nDie Ertragsminderungen entstanden nicht aufgrund der Verdichtung des Wurzelraumes durch die Vielzahl der mechanischen Pflegema\u00dfnahmen. Die Ertragserhebungen der Variante Fahrspur in den mechanisch-chemischen Parzellen auf beiden Standorten zeigten, da\u00df durch das Befahren mit dem Schlepper nur geringe Ertragsgr\u00fcckg\u00e4nge zu verzeichnen waren. Die Untersuchungen zur N-Mineralisierung und -mobilit\u00e4t der B\u00f6den ergaben auf dem Lehmstandort Holthusen, da\u00df die Mineralisation in den mechanisch-chemischen Varianten vergleichsweise hohe Werte gegen\u00fcber allen anderen Varianten aufwies. In Dethlingen konnten diese Unterschiede zwischen den Verfahren nicht festgestellt werden. Die Ergebnisse der N-Mineralisation waren in den beiden Versuchsjahren witterungsbedingt sehr unterschiedlich.<br \/>\nDie Analyse der Knolleninhaltsstoffe, d. h. Nitrat-, Vitamin C-, Trockensubstanz- und St\u00e4rkegehalt, ergab nur geringe Unterschiede zwischen den mechanischen und dem mechanisch-chemischen Verfahren. Die Knollen der mechanischen Varianten zeigten bei den Tests zur Besch\u00e4digungsempfindlichkeit h\u00f6here Besch\u00e4digungsraten als die Referenzparzellen der mechanisch-chemischen Pflege.<br \/>\n          Die betriebswirtschaftliche Analyse zeigt deutlich, da\u00df die mechanisch gepflegten Varianten durch das geringere Ertragsniveau in der Wettbewerbsf\u00e4higkeit eingeschr\u00e4nkt sind. Auf besserem Boden m\u00fcssen h\u00f6here Einbu\u00dfen hingenommen werden als auf dem leichteren Standort.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Artikel:<br \/>\nWesenberg, M. und B. Wulf:  Mechanische Unkrautregulierung. Kartoffelbau 46 (1995), H. 3, S. 100-103<br \/>\nWesenberg, M. und B. Wulf:  Mechanische Unkrautregulierung. Kartoffelbau 47 (1996), H. 4, S. 116-119<br \/>\nWulf, B. :                                    Ver\u00f6ffentlichungen in div. Wochenbl\u00e4ttern<\/p>\n<p>Vortr\u00e4ge:<br \/>\nWulf, B. :                                    Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis moderner Verfahrenstechnik in der mechanischen Unkrautbek\u00e4mpfung.                                                                                                                                          Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe, Kreisstelle Borken, 15. Febr. 1996, Reken<br \/>\nWesenberg, M. :                     Mechanische Pflegeverfahren bei Kartoffeln. Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft  e. V., Arbeitskreis       Integrierter Pflanzenschutz, Arbeitsgruppe Kartoffeln, 6. M\u00e4rz 1996, Braunschweig<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Untersuchungsergebnisse belegen, da\u00df die ausschlie\u00dfliche mechanische Kartoffelpflege aus pflanzenbaulicher Sicht eine Alternative zum herk\u00f6mmlichen mechanisch-chemischen Verfahren darstellen kann. Termingerechte Pflegema\u00dfnahmen bei g\u00fcnstigen Boden- und Witterungsverh\u00e4ltnissen verbessern den Bek\u00e4mpfungserfolg.<\/p>\n<p>Die betriebswirtschaftliche Beurteilung zeigt, da\u00df auf leichteren Standorten durch die relativ geringen Ertragsminderungen die mechanische Kartoffelpflege auch \u00f6konomisch eine Alternative darstellt, auf besseren B\u00f6den mu\u00df dagegen der finanzielle Verlust durch direkte Zuwendungen an die Landwirtschaft oder durch h\u00f6here Erzeugerpreise der herbizidfrei erzeugten Ware ausgeglichen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Anbau von Kartoffeln in D\u00e4mmen bietet gute Voraussetzungen f\u00fcr eine herbizidfreie Unkrautregulierung. 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