{"id":18973,"date":"2023-07-13T15:11:29","date_gmt":"2023-07-13T13:11:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06583-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:32","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:32","slug":"06583-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06583-01\/","title":{"rendered":"Stoffstrommanagement f\u00fcr mittelst\u00e4ndische Filialunternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durchf\u00fchrung einer empirischen Stoffstromanalyse in einem mittelst\u00e4ndischen Filialunternehmen als Einstieg in das Stoffstrommanagement, Entwicklung einer Handlungsorientierung f\u00fcr Filialunternehmen zum Einstieg in das Stoffstrommanagement sowie Bereitstellen von branchenspezifischen Strukturinformationen und Daten (Referenzmodell) zur Reduzierung des Datenerhebungsaufwandes und als Mustervorlage f\u00fcr die Entwicklung von Stoffstrommodellen.<br \/>\nBetriebliche Stoffstromanalysen sind bislang im wesentlichen im produzierenden Gewerbe durchgef\u00fchrt worden. Aber auch die Logistiksystems von Handelsunternehmen haben erheblichen Einflu\u00df auf die Produktlebenszyklen, also auf die Kreislauff\u00e4higkeit von Produkten, auf die Wartungsfreundlichkeit und die Langlebigkeit.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBeim Handelsunternehmen Spinnrad ist eine empirische Untersuchung durchgef\u00fchrt worden mit dem Ziel, die durch die Handels- aktivit\u00e4ten des Unternehmens induzierten Stoffstr\u00f6me zu analysieren und Alternativen aufzuzeigen. Die Analyse konzentrierte sich auf die Transportsysteme des Unternehmens: Wareneingangstransporte (\u00dcbersee, Europa, Deutschland) und den Warenaustausch mit den Filialen. Daneben sind die Standorte (Zentrallager und exemplarisch eine Filiale) untersucht worden.<br \/>\nDatenerhebung und Etablierung eines Stoffstrommanagements konnten nicht unabh\u00e4ngig vom betrieblichen Umfeld durchgef\u00fchrt werden, es handelte sich um einen Proze\u00df organisatorischer Entwicklung, der beobachtet und &#8211; soweit m\u00f6glich &#8211; moderiert worden ist.<br \/>\nDie Phase der praxisnahen Zusammenarbeit hat 12 Monate gedauert.<br \/>\nParallel dazu sind die Methoden f\u00fcr betriebliche Stoffstromanalysen weiterentwickelt und den Anforderungen der Branche angepa\u00dft worden. Schwerpunkte waren hier die systematische Modellbildung und der Erarbeiten der Grundlagen f\u00fcr Referenzmodelle.<br \/>\nNach dem weitgehenden Abschlu\u00df der empirischen Untersuchung erfolgte die Verallgemeinerung in Form von Proze\u00dfmodulen und typischen Netzstrukturen. Proze\u00dfmodule und Netzstrukturen sind in Zusammenarbeit mit dem Institut f\u00fcr Umweltinformatik Hamburg und mit Hilfe der \u00d6kobilanzierungssoftware Umberto\u00ae erstellt worden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Stoffstromanalyse von Handelsunternehmen ger\u00e4t sehr schnell in den Zwischenbereich zwischen betriebsbezogener und produktbezogener \u00d6kobilanzierung. Ausgangspunkt im Projekt ist die betriebsbezogene Betrachtung gewesen. Zus\u00e4tzlich ergeben sich die Anforderungen, vernetzte Strukturen abzubilden und Elemente der Produkt\u00f6kobilanzierung in Form von Vor- und Nachketten einflie\u00dfen zu lassen (z.B. Dieselherstellung, Strommix, Abfallentsorgung Verpackungen).<br \/>\nAuf vorhandene Mittel sowohl der betrieblichen als auch der produktbezogenen \u00d6kobilanzierung konnte daher nicht zur\u00fcckgegriffen werden. Eher geeignet erschien der Ansatz der Stoffstromnetze, auf den sich dann auch die zum Einsatz gekommene Software st\u00fctzt.<br \/>\nVernetzte Strukturen sind zu modellieren, wenn die verschiedenen Optionen und Realisationen von Wareneingangstransporten analysiert und bewertet werden sollen. Sie sind aber vor allem von Bedeutung, wenn es darum geht, sinnvolle Strukturen f\u00fcr den Warenaustausch mit den Filialen und den Kunden zu finden. Diese Strukturen werden gerade durch Anforderungen des Umweltschutzes komplex: R\u00fccknahmen und R\u00fcckf\u00fchrung von Waren in den Wertsch\u00f6pfungsproze\u00df, Realisierung von Mehrwegsystemen, Mehrwegverpackungssysteme.<br \/>\nDie Ergebnisse der Stoffstromanalysen erlauben es, die verschiedenen Gestaltungsoptionen der Transportsysteme \u00f6kologisch zu beurteilen. W\u00e4hrend es bei den einzelnen Transportmitteln zu der klaren Rangfolge Schiff, Bahn, LKW, Flugzeug kommt, sind kombinierte Verkehre nicht mehr einfach absch\u00e4tzbar. Insbesondere die Kombination Flugzeug, Schiff, LKW ist f\u00fcr Handelsunternehmen sehr interessant, weil sie ganz neue und vor allem flexible Zeitfenster er\u00f6ffnet.<br \/>\nW\u00e4hrend bei kombinierten Verkehren die Wareneingangstransporte mit recht einfachen Netzstrukturen modelliert werden k\u00f6nnen, sind die Parameter der Spezifikation des Warenaustausches mit Filialen komplexer. Es gehen Wechselwirkungen ein zwischen Transportsystem und (Transport-) Verpackungen, R\u00fccknahmen und Mehrwegsysteme.<br \/>\nF\u00fcr die \u00f6kologische Beurteilung der Gestaltungsoptionen sind verschiedene Referenzmodelle entwickelt worden mit dem Ziel, die Einarbeitung der Mitarbeiter und den Modellierungsproze\u00df zu unterst\u00fctzen. Daraus haben sich neue, sinnvolle Anforderungen an eine \u00d6kobilanzierungssoftware ergeben. Die Arbeit mit der vorhandenen Software hat gezeigt, da\u00df die Nutzung einer Proze\u00dfbibliothek von gro\u00dfem Wert ist und die Modellierung erst m\u00f6glich gemacht hat. Die Erg\u00e4nzung der Funktionalit\u00e4t zum Umgang mit Referenzmodellen d\u00fcrfte ein weiterer wesentlicher Schritt hin zu einem \u00f6kologischen Rechnungswesen in (Handels-) Unternehmen sein.<br \/>\nDie Einf\u00fchrung des Stoffstrommanagements in einem Handelsunternehmen ist allerdings nicht allein ein Modellierungsproblem, das mit EDV-Unterst\u00fctzung \u00fcberwunden werden kann. Vielmehr stellt die Einf\u00fchrung auch einen organisatorischen Ver\u00e4nderungsproze\u00df dar, der &#8211; das hat die empirische Untersuchung deutlich gezeigt &#8211; nicht untersch\u00e4tzt werden darf. Es haben sich drei Schwerpunkte ergeben: Die mit dem Ausbau des betrieblichen Umweltschutzes verbundenen Ver\u00e4nderungen in den Arbeitsabl\u00e4ufen, Gestaltungs- fragen der EDV-Landschaft (betriebliche Umweltinformationssysteme) und der Kommunikationsbedarf mit Lieferanten und Kunden.<br \/>\nZum Aufbau eines Stoffstrommanagements in Handelsunternehmen ist daher ein Leitfaden entwickelt worden, der sowohl die Modellierungsaspekte als auch die Aspekte der organisatorischen Ver\u00e4nderungen umfa\u00dft. Erg\u00e4nzt wird der Leitfaden durch Bewertungskriterien zum Softwareeinsatz bei der Stoffstromanalyse sowie das \u00d6ko-Audit f\u00fcr Filialunternehmen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>M\u00f6ller, A., H\u00e4uslein, A., Rolf, A.: \u00d6ko-Controlling in Handelsunternehmen &#8211; Ein Leitfaden f\u00fcr das Stoffstrommanagement, Berlin, Heidelberg, New York 1997: Springer-Verlag (enth\u00e4lt auch den Leitfaden zum Aufbau des Stoffstrommanagements in Handelsunternehmen)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt zeigt, da\u00df die \u00d6kobilanzierung auf Handelsunternehmen \u00fcbertragbar ist und sich daher nicht auf Produktions- unternehmen beschr\u00e4nkt sein mu\u00df.<br \/>\nDie Entwicklung von Referenzmodellen f\u00fcr typische vernetzte Strukturen hat sich bei den Transportsystemen von Handels- unternehmen als sinnvoll erwiesen, was sich nach Abschlu\u00df des Projektes bei der Nutzung in anderen Unternehmen best\u00e4tigt hat.<br \/>\nDie Entwicklung von derartigen Referenzmodellen sollte sich allerdings nicht auf Transportsysteme beschr\u00e4nken. Auch bei der Abbildung vieler anderer Wertsch\u00f6pfungsketten reduziert ihr Einsatz sowohl die Einarbeitung der Mitarbeiter als auch die direkte Modellierungs- und Datenerhebungsarbeit.<br \/>\n\u00d6kobilanzierungssoftware sollte in der Lage sein, mit Referenzmodellen umzugehen. Hier sind noch Defizite zu verzeichnen. Zwar enthalten g\u00e4ngige Systeme zur Produkt\u00f6kobilanzierung sogenannte Proze\u00dfbibliotheken. Nicht enthalten sind aber Muster vernetzter Strukturen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durchf\u00fchrung einer empirischen Stoffstromanalyse in einem mittelst\u00e4ndischen Filialunternehmen als Einstieg in das Stoffstrommanagement, Entwicklung einer Handlungsorientierung f\u00fcr Filialunternehmen zum Einstieg in das Stoffstrommanagement sowie Bereitstellen von branchenspezifischen Strukturinformationen und Daten (Referenzmodell) zur Reduzierung des Datenerhebungsaufwandes und als Mustervorlage f\u00fcr die Entwicklung von Stoffstrommodellen. 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