{"id":18950,"date":"2024-11-27T10:32:26","date_gmt":"2024-11-27T09:32:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02594-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:26","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:26","slug":"02594-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02594-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung: Wege zur umweltvertr\u00e4glichen Verwertung organischer Abf\u00e4lle"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die verschiedenen Wege der Behandlung und Verwertung organischer Abf\u00e4lle und Reststoffe sollten einander hinsichtlich ihrer technischen, \u00f6konomischen und umweltrelevanten Aspekte vergleichend gegen\u00fcbergestellt und bewertet werden. Auf die hierbei erkennbaren FuE-L\u00fccken sollte explizit hingewiesen werden, mit der Zielsetzung, bei der Forschungsf\u00f6rderung in diesem Themenbereich zu gewissen Schwerpunktsetzungen zu kommen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAusgangspunkt f\u00fcr diese systemanalytischen Untersuchungen war die Zusammenstellung umfangreicher Daten zum Aufkommen, zur Zusammensetzung und Schadstoffbelastung organischer Reststoffe und Abf\u00e4lle in Deutschland. Daran schlossen sich detaillierte Verfahrensbeschreibungen &#8211; aus technischer, \u00f6konomischer und umweltrelevanter Betrachtungsweise &#8211; f\u00fcr die Kompostierung und Biogasgewinnung und -verwertung an, erg\u00e4nzt um Verfahren zur thermischen Verwertung, zur Deponierung oder Verf\u00fctterung organischer Abf\u00e4lle. Die erkennbaren FuE-L\u00fccken wurden aufgezeigt. Zur Bewertung der Umweltaspekte bei diesen Verfahrensvergleichen wurden umfangreiche Bewertungshilfen geboten. Abschlie\u00dfend wurden f\u00fcr 11 Gruppen von organischen Reststoffen und Abf\u00e4llen die aus dieser Bewertung resultierenden, jeweils zu pr\u00e4ferierende Verwertungswege aufgezeigt.<br \/>\nDie Ergebnisse dieser Studie wurden abschlie\u00dfend hinsichtlich des abgeleiteten Handlungs- und Entscheidungsbedarfs, der zu pr\u00e4ferierenden Behandlungs- und Verwertungswege f\u00fcr organische Reststoffe und Abf\u00e4lle, der erkennbaren Entwicklungstendenzen und den anzustrebenden Richtungs\u00e4nderungen thesenartig zusammengefa\u00dft.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das j\u00e4hrliche Aufkommen an organischen Abf\u00e4llen in Deutschland liegt bei rd. 70 bis 90 Mio. t organischer Trockensubstanz (OTS), ca. zwei Drittel davon sind Reststoffe aus der Land-\/Forstwirtschaft, ein Drittel kommt aus den Bereichen Produzierendes Gewerbe und Hausm\u00fcll. Die Vielfalt der organischen Abf\u00e4lle hinsichtlich Zusammensetzung und Schadstoffbelastung er\u00f6ffnet teilweise sehr unterschiedliche Verwertungswege, von der Kompostierung, der Verwendung als Futtermittel, \u00fcber die thermische Verwertung in Heiz-\/Heizkraftwerken, der Gewinnung und Verwertung von Biogas bis hin zur Verbrennung in M\u00fcllverbrennungsanlagen (MVA). Die direkte Deponierung organischer Abf\u00e4lle wird derzeit zwar noch in gro\u00dfem Umfange praktiziert, ist jedoch ab 2005 nach der TA Siedlungsabfall untersagt.<br \/>\nDie derzeit in der \u00f6ffentlichen Diskussion im Vordergrund stehende Kompostierung erfa\u00dft bisher &#8211; mit weiter steigender Tendenz &#8211; rd. ein Drittel des potentiell kompostierbaren Abfallaufkommens von ca. 5 Mio. t OTS. Die zunehmenden Engp\u00e4sse bei der Vermarktung der anfallenden Kompostmengen deuten jedoch schon jetzt an, da\u00df die Realisierungsm\u00f6glichkeiten dieses Verwertungsverfahrens weniger von dem kompostierbaren Abfallaufkommen als vielmehr von den Absatzm\u00f6glichkeiten des produzierten Komposts begrenzt werden<br \/>\nDie Absch\u00e4tzungen zeigen, da\u00df gemessen an den &#8211; nach Abzug der Erl\u00f6se &#8211; verbleibenden Kosten pro Tonne OTS, die dem jeweiligen Verfahren zugef\u00fchrt wird, die Verbrennung von Bioabf\u00e4llen in MVA mit rd. 1500 bis 2400 DM\/t OTS am teuersten ist, gefolgt von den Verfahren zur Bioabfallkompostierung und Bioabfallverg\u00e4rung. Sofern organische Abf\u00e4lle aufgrund ihrer Konsistenz und geringen Schadstoffbelastung dazu geeignet sind, sollten sie folglich aus \u00f6konomischer Sicht der Kofermentation, der Kompostierung oder der Verbrennung in Biobrennstoffanlagen (sind nicht wie MVA nach der 17. BImSchV zu genehmigen) zugef\u00fchrt werden.<br \/>\nDie Biogasgewinnung und thermischen Verfahren zur Abfallbehandlung k\u00f6nnen einen deutlichen Beitrag zur Entlastung der Treibhausgasbilanz leisten, der bei -0,5 bis -2,4 t CO2-\u00c4quivalente liegen kann, bezogen auf die Tonne OTS, die dem jeweiligen Verfahren zugef\u00fchrt wird.<br \/>\nBei den modernen Verfahren der Kompostierung und der Biogasgewinnung sind gegen\u00fcber den thermischen Verfahren &#8211; durch die Ausbringung des Kompostes bzw. G\u00e4rr\u00fcckstandes &#8211; Umweltvorteile hinsichtlich der M\u00f6glichkeit zur Verbesserung der Bodenstruktur und des N\u00e4hrstoffhaushalts zu sehen. Diese Vorteile werden bisher allerdings eher im Landschaftsbau als in der Landwirtschaft genutzt, da die schwierige Einsch\u00e4tzbarkeit der N\u00e4hrstoffverf\u00fcgbarkeit aus Komposten oder G\u00e4rr\u00fcckst\u00e4nden einen gro\u00dfen Nachteil darstellt, neben dem Risiko zus\u00e4tzlicher Schadstoffeintr\u00e4ge (z. B. Schwermetalle).<br \/>\nDie biologischen Verfahren (Kompostierung, Biogasgewinnung) sind im Gegensatz zu den thermischen Verfahren nicht geeignet, die je nach Abfallart mehr oder weniger bedenklichen Schwermetallgehalte sowie die Gehalte an organischen Schadstoffen (z.B. Dioxine\/Furane, PCB) zu verringern oder in weniger bedenkliche Formen zu \u00fcberf\u00fchren. Bei der thermischen Behandlung wird beispielsweise der gr\u00f6\u00dfte Teil der Schwermetalle in der Asche aufkonzentriert bzw. durch Filter zur\u00fcckgehalten und kann einer gesonderten Behandlung und Deponierung zugef\u00fchrt werden. <\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von Fragen der Wertbeimessung macht die Studie deutlich, da\u00df die Bewertung der Wichtigkeit der verschiedenen Umweltkriterien, der Wettbewerbsf\u00e4higkeit oder der Gew\u00e4hrleistung der Entsorgungssicherheit, die mit den verschiedenen Behandlungs- und Verwertungswegen f\u00fcr organische Abf\u00e4lle einhergehen, ma\u00dfgeblich von regionalen Gegebenheiten bestimmt wird. Die in dieser Studie bei der Bewertung praktizierte Trennung der Diskussion um Sachverhalte von der Diskussion um Wertbeimessungen sollte die zugrunde gelegten Abw\u00e4gungsprozesse transparenter gestalten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Studie wurde ver\u00f6ffentlicht in:<br \/>\nWintzer, D., L. Leible, Chr. R\u00f6sch, R. Br\u00e4utigam, B. F\u00fcrni\u00df und G. Sardemann, 1996: Wege zur umweltvertr\u00e4glichen Verwertung organischer Abf\u00e4lle. Schriftenreihe Abfallwirtschaft in Forschung und Praxis, Band 97, Erich Schmidt Verlag, Berlin, 373 S.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die verschiedenen Wege der Behandlung und Verwertung organischer Abf\u00e4lle und Reststoffe sollten einander hinsichtlich ihrer technischen, \u00f6konomischen und umweltrelevanten Aspekte vergleichend gegen\u00fcbergestellt und bewertet werden. Auf die hierbei erkennbaren FuE-L\u00fccken sollte explizit hingewiesen werden, mit der Zielsetzung, bei der Forschungsf\u00f6rderung in diesem Themenbereich zu gewissen Schwerpunktsetzungen zu kommen. 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