{"id":18944,"date":"2024-11-27T10:33:02","date_gmt":"2024-11-27T09:33:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09014-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:33:04","modified_gmt":"2024-11-27T09:33:04","slug":"09014-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09014-01\/","title":{"rendered":"Transfer umweltorientierter Unternehmensf\u00fchrungskonzepte in der Euroregion Neisse &#8211; Umweltschutzpotentiale in kleinen und mittleren Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch die Auswertung \u00f6konomischen Zahlenmaterials mit umweltpolitischer Relevanz \u00fcber die Euroregion Nei\u00dfe wurde deutlich, da\u00df bez\u00fcglich innovativer, interregionaler und interdisziplin\u00e4rer Projekte noch erheblicher Nachholbedarf besteht. Dieses Defizit bzw. die Anforderungen f\u00fcr gemeinsame Aktivit\u00e4ten werden noch erh\u00f6ht, wenn man die umweltrelevanten Aktivit\u00e4ten der mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft in den Vordergrund der internationalen Bem\u00fchungen stellt.<br \/>\nZur kurzfristigen Nutzung und Aktivierung von Umweltschutzpotentialen sollten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen motiviert werden. Unter Ber\u00fccksichtigung der Erfahrungen in Westdeutschland zu Fragestellungen des Umweltmanagements besteht der besondere Anspruch und die Herausforderung in diesem Projekt darin, die priorit\u00e4r wirtschaftlichen Interessen der in der Euroregion Nei\u00dfe ans\u00e4ssigen mittelst\u00e4ndischen Unternehmen mit den Restriktionen f\u00fcr eine umweltschonende Entwicklung vertr\u00e4glich und nachhaltig zu organisieren. Bei der Auswahl verl\u00e4\u00dflicher Kooperationspartner ist zu ber\u00fccksichtigen, inwieweit durch die Projektaktivit\u00e4ten noch ein bemerkenswerter Umweltnutzen erreicht werden kann. Ziel ist es, den Mitteleinsatz f\u00fcr das Projekt in Abh\u00e4ngigkeit von dem zu erzielenden Umweltgrenznutzen zu steuern. Es sollen insbesondere solche Unternehmen aktiviert werden, bei denen eine hohe Umweltentlastung mit einem geringstm\u00f6glichen Mitteleinsatz erreicht werden kann (\u00d6konomisches Prinzip). Durch diese Vorgehensweise sind Ergebnisse zu erwarten, die durch ihren repr\u00e4sentativen und unmittelbar umsetzungsf\u00e4higen Charakter kurzfristige und nachhaltige Effekte bewirken werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Projektablauf erfolgte in zwei Schritten:<br \/>\n1.\tAm Beispiel von f\u00fcr die Umweltschutzproblematik repr\u00e4sentativen Branchen in Polen und Tschechien war zu pr\u00fcfen, inwieweit der Umweltschutz bereits gegenw\u00e4rtig ein strategischer Faktor bei unternehmerischen Entscheidungen ist. Es sollten Branchen und repr\u00e4sentative Unternehmen benannt werden, in denen eine Aktivierung umweltentlastender Potenziale mittelfristig sowohl betriebswirtschaftlich als auch umweltrelevant Vorteile bringen k\u00f6nnte. Es sollten ideelle Kooperationen zwischen deutschen, polnischen und tschechischen Unternehmen entwickelt werden, um Ansatzpunkte f\u00fcr einen Know-How-Transfer im Sinne von Potenzialen und Defiziten zu finden.<br \/>\n2.\tDeutsche, polnische und tschechische Unternehmen waren dann f\u00fcr einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu motivieren, um Methoden und Anforderungen zur Integrationsf\u00e4higkeit des Umweltschutzes in die betriebliche Entscheidungsfindung zu formulieren. Die Projektkoordination hatte so zu erfolgen, dass sich zum Abschluss des Vorhabens mittelst\u00e4ndische Unternehmen repr\u00e4sentativer Branchen der Euroregion Neisse verbindlich bereit erkl\u00e4ren, die Einsatzm\u00f6glichkeiten innovativer Umweltschutztechnik, -verfahren und -konzepte zu erproben<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zu 1.)<br \/>\nAuf Basis einer f\u00fcr Deutschland, Polen, Tschechien sowie die jeweiligen Teile der Euroregion Neisse durchgef\u00fchrten Wirtschaftsbereichs- und Branchenstrukturanalyse wurden \u00f6konomisch ma\u00dfgebliche Branchen von nicht ma\u00dfgeblichen Branchen im internationalen Vergleich abgegrenzt. In den erarbeiteten \u00f6konomisch ma\u00dfgeblichen Branchen wurden in 20 deutschen, 21 tschechischen und 19 polnischen Unternehmen Interviews zum Anwendungsstandard der umweltorientierten Unternehmensf\u00fchrung durchgef\u00fchrt. Untersuchungsziel dieser Pilotstudie war es, erste Tendenzen, Bedingungen, Chancen und Risiken der umweltorientierten Unternehmensf\u00fchrung in regionalen deutschen, tschechischen und polnischen Unternehmen zu ermitteln. Auf dieser Basis kam es zu einem Austausch zwischen den Erfahrungen deutscher, polnischer und tschechischer Unternehmen, da die Unternehmen jeweils zu den Befragungsergebnissen informiert wurden. Aus den Kennzeichen des Umsetzungsstandes der umweltorientierten Unternehmensf\u00fchrung wurden folgende Handlungsbereiche f\u00fcr einen internationalen Know-How-Transfer abgeleitet:<br \/>\n\u00a7\tKonkretisierung des Transferpotenzials durch branchenbezogene Marktanalysen.<br \/>\n\u00a7\tEinf\u00fchrung von Umweltmanagementsystemen, v. a. in polnischen und tschechischen Unternehmen.<br \/>\n\u00a7\tSchaffung der Grundlagen f\u00fcr eine Umweltkostenrechnung.<br \/>\nZu 2.)<br \/>\nEs wurden nachfolgende Projektgruppeneins\u00e4tze in Unternehmen repr\u00e4sentativer Branchen durchgef\u00fchrt. Die Themen lehnten sich dabei an die bei den Interviewbefragungen erarbeiteten Bereiche f\u00fcr einen internationalen Know-How-Transfer an:<br \/>\n1.\tKonkretisierung des Transferpotenzials durch branchenbezogene Marktanalysen (Durchf\u00fchrung einer Marktanalyse zur Erarbeitung von Transferm\u00f6glichkeiten umweltorientierten Know-Hows f\u00fcr die Errichtung von Tankstellen in Polen.<br \/>\n2.\tEinf\u00fchrung von Umweltmanagementsystemen in polnischen und tschechischen Unternehmen (PROJEKT A: Durchf\u00fchrung des \u00d6ko-Audits am polnischen Standort zur Vorbereitung auf die Einf\u00fchrung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS; PROJEKT B: Durchf\u00fchrung interner Audits zur Schaffung der Voraussetzungen f\u00fcr eine Zertifizierung nach ISO 14001).<br \/>\n3.\tSchaffung der Grundlagen f\u00fcr eine Umweltkostenrechnung (Schaffung der Voraussetzungen f\u00fcr die Einf\u00fchrung der \u00d6kobilanzierung).<br \/>\nAufgrund der im Rahmen der Projektbearbeitung gesammelten Erfahrungen kann festgestellt werden, dass die Projektidee der Transformation von umweltorientiertem Know-How von deutschen, polnischen und tschechischen Unternehmen gleicherma\u00dfen sehr positiv aufgenommen wurde. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind einerseits ein bestehendes Defizit an Umweltmanagementwissen sowie andererseits fehlende Erfahrungen bei der Verkn\u00fcpfung von \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Interessen.<br \/>\nIm Rahmen der Projektgruppeneins\u00e4tze wurde neben Zustandsbeschreibungen auch Ma\u00dfnahmenvorschl\u00e4ge zur Umsetzung einer umweltorientierten Unternehmensf\u00fchrung erarbeitet, durch die es gelungen ist, die Unternehmen zur Umsetzung einer umweltorientierten Unternehmensf\u00fchrung zu motivieren. Die Ausdehnung der \u00fcberregionalen Betrachtungsweise ergab sich aufgrund der Erfordernis, gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Effekte f\u00fcr den Know-How-Transfer zu erzielen. Aufgrund der wirtschaftlichen Umstrukturierungsprozesse in Polen und Tschechien sind gegenw\u00e4rtig, v. a. bezogen auf die Gr\u00f6\u00dfenstrukturen der Unternehmen, keine vergleichbaren Bedingungen wie in gewachsenen Marktwirtschaften (z. B. Westdeutschland) vorhanden. Es dominieren Gro\u00dfunternehmen, die sich immer noch in einer Umstrukturierungsphase befinden.<br \/>\nIm Rahmen der Projektlaufzeit wurden enge Kooperationen zu Multiplikatoren v. a. in Polen und Tschechien gekn\u00fcpft (z. B. Cleaner Production Centren in Prag und Wroclaw, Czech Environmental Management Centre Prag und IHK\/AHKs), die in die Projektumsetzung eingebunden wurden. Die Projektergebnisse wurden regelm\u00e4\u00dfig in Publikationen aufbereitet, auf verschiedenen Tagungen pr\u00e4sentiert und den Multiplikatoren zur Verf\u00fcgung gestellt. \u00dcber diese Multiplikatoren ist eine Verbreitung der Projektergebnisse in kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen der Euroregion Neisse gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch die Auswertung \u00f6konomischen Zahlenmaterials mit umweltpolitischer Relevanz \u00fcber die Euroregion Nei\u00dfe wurde deutlich, da\u00df bez\u00fcglich innovativer, interregionaler und interdisziplin\u00e4rer Projekte noch erheblicher Nachholbedarf besteht. 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