{"id":18941,"date":"2024-11-27T10:32:34","date_gmt":"2024-11-27T09:32:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04779-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:36","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:36","slug":"04779-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04779-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer Untersuchungs- und Bewertungsstrategie zur Ableitung von Qualit\u00e4tskriterien f\u00fcr Komposte"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4tssicherung von Komposten im Hinblick auf Schadstoffgehalte beschr\u00e4nkt sich bislang schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf Schwermetalle. In Abh\u00e4ngigkeit von den Ausgangsmaterialien k\u00f6nnen Komposte jedoch auch organische Schadstoffe enthalten. Ziel des Vorhabens ist, die bestehenden Untersuchungsstrategien f\u00fcr Komposte im Hinblick auf Schadstoffgehalte zu \u00fcberpr\u00fcfen und ggf. erg\u00e4nzende Vorschl\u00e4ge zu erarbeiten. Hierf\u00fcr gliedert sich das Vorhaben in zwei experimentell zu bearbeitende Teilvorhaben.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenTeilvorhaben I:<br \/>\nErarbeitung von Untersuchungsmethoden zur Erfassung des Toxizit\u00e4tspotentials von Komposten und Charakterisierung verschiedener Kompostausgangsmaterialien und Komposte<br \/>\nArbeitsschritt 1:<br \/>\nErfassung der anorganischen und organischen Schadstoffbelastung \u00fcber Gesamtgehalte von verschiedenen Kompostausgangsmaterialien, von Frischkompost und Fertigkompost<br \/>\nArbeitsschritt 2:<br \/>\nErfassung der mobilen Schadstoffgehalte \u00fcber chemische und \u00f6kotoxikologische Analytik<br \/>\nTeilvorhaben II:<br \/>\nAussagen zur Umweltgef\u00e4hrdung durch organische Schadstoffe in Kompostausgangsmaterialien durch Untersuchungen zum Verhalten und der Wirkung von ausgew\u00e4hlten Kontaminationen w\u00e4hrend der Kompostierung und anschlie\u00dfenden Kompostnutzung<br \/>\nArbeitsschritt 1: Simulation der Kompostierung unter Zusatz von 14C-markierten Schadstoffen<br \/>\nArbeitsschritt 2: Untersuchungen zum Langzeitverhalten (Freilandlysimeter; Reaktoruntersuchungen)<br \/>\nDie Untersuchungen zum Verbleib und Wirkung von organischen Schadstoffen wurden durch chemische und \u00f6kotoxikologische Analytik sowie bodenbiologische Untersuchungen begleitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Arbeitspaket I: Kompostuntersuchungen<br \/>\nUntersucht wurden verschiedene Kompostierungsverfahren sowie einer Verg\u00e4rung, verschiedene Ausgangsmaterialien (Biotonne aus st\u00e4dtischem bzw. l\u00e4ndlichem Einzugsgebiet, Kl\u00e4rschlamm) sowie verschiedene Rottegrade (Kompostausgangsmaterial, Frischkompost, Fertigkompost).<\/p>\n<p>Die Gesamtgehalte sowohl an N\u00e4hrstoffen als auch an Schwermetallen lagen in der Mehrzahl der untersuchten Proben im unteren Bereich der im LAGA-Merkblatt 10 angegebenen Spannen. Im Hinblick auf die organischen Schadstoffgehalte wurden als Gesamtkonzentrationen f\u00fcr PAK\u00b4s, Phenole, BTEX und KWs Werte bis zum mg\/kg-Bereich erhalten. Die Gesamtgehalte f\u00fcr PCB, HCH und Konservierungsstoffe lagen im \u00b5g\/kg-Bereich. Der Gehalt an chlorierten Benzolen lag unter der Nachweisgrenze von 0,2 \u00b5g\/kg.<br \/>\nVon den angewandten aquatischen \u00f6kotoxikologischen Testsystemen (Daphnien, Algen, Leuchtbakterien) zur Erfassung der mobilen Schadstoffgehalte wies der Daphnientest die geringste St\u00f6ranf\u00e4lligkeit auf. Aufgrund der Empfindlichkeit f\u00fcr h\u00f6here Salzgehalte erwies sich der terrestrische \u00d6kotox-Test mit dem Kompostwurm Eisenia fetida nur bedingt geeignet.<\/p>\n<p>Arbeitspaket II: Untersuchungen zum Langzeitverhalten organischer Schadstoffe in Freilandlysimetern unter landwirtschaftlicher Praxis sowie in Reaktoruntersuchungen zur Stimulation der mikrobiellen Aktivit\u00e4ten im  Hinblick auf den Abbau bzw. Umbau von organischer Substanz (Humus).<\/p>\n<p>Kompostierung<br \/>\n1. Der Hauptabbau fand in der Hei\u00dfrotte der Kompostierung statt.<br \/>\n2. Leicht wasserl\u00f6sliche, abbaubare Kontaminanten waren nach der Kompostierung nicht mehr nachweisbar.<br \/>\n3. Schwerer l\u00f6sliche, stark sorbierende Stoffe wurden zum Teil w\u00e4hrend der Kompostierung mineralisiert bzw. festgelegt. Die Ausgangssubstanzen waren noch in Spuren nachweisbar.<br \/>\n4. Schwerer l\u00f6sliche, stark sorbierende, schwer abbaubare Stoffe wurden nur zu einem geringen Teil w\u00e4hrend der Kompostierung mineralisiert bzw. festgelegt. Die Ausgangssubstanzen waren noch nachweisbar.<br \/>\n5. Eine signifikante Bildung von wasserl\u00f6slichen Abbauprodukten war nicht zu beobachten (keine Grundwassergef\u00e4hrdung).<br \/>\n6. Ein Teil der Schadstoffe wurde als NER (nicht-extrahierbare R\u00fcckst\u00e4nde) festgelegt.<\/p>\n<p> Kompostnutzung<br \/>\n7. Der Abbau der verbliebenen Ausgangssubstanzen und die Festlegung schritt weiter fort.<br \/>\n8. Eine erneute Schadstoff-Freisetzung in nennenswertem Ausma\u00df wurde weder \u00fcber chemische Analytik noch \u00fcber \u00f6kotoxikologische Testsysteme beobachtet.<br \/>\n9. Eine signifikante Schadstoffaufnahme in Pflanzen fand nicht statt.<br \/>\n10. Eine negative Beeintr\u00e4chtigung der untersuchten Bodenorganismen wurde nicht festgestellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden bislang auf verschiedenen nationalen Tagungen durch vier Vortr\u00e4ge und zwei Poster vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die in diesem Projekt erzielten Ergebnisse zeigen, da\u00df organische Schadstoffe in Komposten kein Umweltproblem darstellen, wenn keine Hinweise auf spezifische Kontaminationen der Ausgangsmaterialien bestehen. Eine Ausweitung der geforderten routinem\u00e4\u00dfig durchzuf\u00fchrenden Schadstoffanalysen wird als nicht notwendig erachtet. Auch die routinem\u00e4\u00dfige Einbindung von \u00f6kotoxikologischen aquatischen Testsystemen zur Erfassung von mobilen Schadstoffgehalten erscheint aufgrund der geringen Schadstoffkonzentrationen als nicht notwendig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Qualit\u00e4tssicherung von Komposten im Hinblick auf Schadstoffgehalte beschr\u00e4nkt sich bislang schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf Schwermetalle. In Abh\u00e4ngigkeit von den Ausgangsmaterialien k\u00f6nnen Komposte jedoch auch organische Schadstoffe enthalten. Ziel des Vorhabens ist, die bestehenden Untersuchungsstrategien f\u00fcr Komposte im Hinblick auf Schadstoffgehalte zu \u00fcberpr\u00fcfen und ggf. erg\u00e4nzende Vorschl\u00e4ge zu erarbeiten. 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