{"id":18933,"date":"2023-07-13T15:08:31","date_gmt":"2023-07-13T13:08:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01611-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:32","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:32","slug":"01611-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01611-01\/","title":{"rendered":"Untersuchungen \u00fcber die \u00f6kotoxikologische Wirkung von mit dem Fl\u00fcssigmist auf landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4chen ausgebrachten Resten von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln aus der Tierhaltung im Hinblick auf Boden und Grundwasser"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Desinfektion von Stallungen und tierischen Abg\u00e4ngen ist in der Tierseuchenbek\u00e4mpfung eine unbedingte Notwendigkeit. Im Seuchenfall m\u00fcssen u.U. gro\u00dfe Mengen an Fl\u00fcssigmist zur Verhinderung einer Verbreitung der Infektion vor deren Ausbringung auf landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4chen einer, meist chemischen Desinfektion unterzogen werden. \u00dcber die Auswirkung der Ausbringung von mit Desinfektionsmitteln versetzter G\u00fclle auf Boden und Pflanzenwuchs gibt es nur in ganz geringem Umfang Untersuchungen. Diese Arbeit soll dar\u00fcber hinaus Informationen dar\u00fcber geben, ob routinem\u00e4\u00dfig zur Stalldesinfektion eingesetzte Mittel \u00fcber die G\u00fclle negative Folgen in der Umwelt hervorrufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Kl\u00e4rung der o.g. Problematik ist das Forschungsvorhaben in die zwei Bereiche Feldversuche und zus\u00e4tzliche Laborversuche unterteilt.<br \/>\nInwieweit die Zugabe von Desinfektionsmitteln zur G\u00fclle bzw. G\u00fclle an sich eine toxische Auswirkung im speziellen auf die Bodenfauna hat, wurde im Freiland auf Dauergr\u00fcnlandparzellen unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe und an vier verschiedenen Standorten getestet. Neben den Desinfektionsmitteln Formaldehyd, \u00c4tznatron, Kalkhydrat und Peressigs\u00e4ure wurde ein handels\u00fcbliches Reinigungsmittel eingesetzt. Die Beprobung erfolgte nach der Ausbringung vom Fr\u00fchjahr bis zum Herbst in immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Zeitabst\u00e4nden mit einem speziellen Probennehmer aus den Tiefen 0-2 cm und 8-10 cm. Die auf den Versuchsfl\u00e4chen eingeholten Bodenproben wurden im Labor auf ihre bodenbiologische Aktivit\u00e4t hin untersucht. Zur Anwendung kamen als Biotest der Leuchtbakterientest und als Ma\u00df f\u00fcr die Mikroorganisment\u00e4tigkeit die Bestimmung der Dehydrogenaseaktivit\u00e4t und der CO2-Bildung. Um etwas \u00fcber die Auswirkung auf die Makrofauna zu erfahren, wurden zus\u00e4tzlich auf den Parzellen die Regenw\u00fcrmer im Fr\u00fchjahr und im Herbst quantitativ erfa\u00dft.<br \/>\nZur Pr\u00fcfung der akuten Toxizit\u00e4t der eingesetzten Substanzen wurden im Labor zwei unabh\u00e4ngige Testsysteme, n\u00e4mlich der Regenwurmtest mit dem Kompostwurm Eisenia foetida nach OECD-Richtlinie Nr. 207 und der Leuchtbakterientest nach Dr. Lange, angewandt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Dehydrogenaseaktivit\u00e4t (TTC-Reduktion) soll den Einflu\u00df der Behandlung der Pr\u00fcfparzellen auf die Mikroorganismen zeigen. Die Werte der mikrobiologischen Aktivit\u00e4t in der Bodenschicht von 8 &#8211; 10 cm sind dabei einheitlich niedriger als die Werte aus der Streuschicht von 0 &#8211; 2 cm.<br \/>\nDie Ergebnisse aus den Versuchen zur Bodenatmung beziehen sich wie bei der Dehydrogenaseaktivit\u00e4t auf die Mikroorganisment\u00e4tigkeit. Auch hier gibt es vorallem Unterschiede zwischen den Schichten, aus denen die Bodenproben stammen.<br \/>\nVor den Freilandversuchen wurden im Labor mit dem Leuchtbakterientest die EC-50 -Werte der eingesetzten Desinfektionsmittel erfa\u00dft. Der EC-50-Wert gibt dabei an, welche Konzentration in Prozent der einzelnen Mittel das bakterielle Leuchten um genau 50% hemmt. Formalin liegt hier bei 0,0016%, PES 15 bei 0,0001%, NaOH bei einem Schwellenwert von 0,1%.<br \/>\nDie Ergebnisse des Leuchtbakterientests mit Bodenproben von den Feldversuchen schwanken in Bereichen, die auch in der Literatur beschrieben sind. Dabei gilt zu beachten, da\u00df f\u00fcr einzelne Werte enorme Schwankungsbreiten (-20 %) gegeben sind. Die Ergebnisse der Feldversuche zeigen eine geringe Toxizit\u00e4t der Desinfektionsmittel im Boden. Der mit dem Desinfektionsmittel behandelte Fl\u00fcssig-mist wird nach der Ausbringung durch Niederschl\u00e4ge verd\u00fcnnt. Stark fl\u00fcchtige Desinfektionsmittel gehen teilweise in die Gasphase \u00fcber. Au\u00dferdem kann eine Bindung an Bodenaggregate, sowie eine Zersetzung in Metabolite erfolgen. Diese Faktoren tragen dazu bei, da\u00df die Toxizit\u00e4t im Boden stark abnimmt. Bei keiner Probe konnt der EC-50-Wert gemessen werden.<br \/>\nIn der Laborpr\u00fcfung zur Ermittlung der akuten Toxizit\u00e4t nach OECD-Richtlinie Nr. 207 zeigen sich Unterschiede zwischen den verwendeten Bodenarten arificial soil und LUFA-Boden 2.3. Beim lehmigen LUFA-Boden 2.3 reagieren die eingesetzten Tiere empfindlicher auf das jeweilige Desinfektionsmittel, bzw. Reinigungsmittel als beim k\u00fcnstlichen Substrat.<br \/>\nDie bisher erfa\u00dften Daten zum Regenwurmfreilandversuch lassen keine Tendenz bez\u00fcglich der Sch\u00e4digung durch die eingesetzten Mittel erkennen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>B\u00f6hm, R., Schamper, B. , Beck, A. (Stuttgart): \u00d6kotoxikologische Untersuchungen zur Desinfektionsmittelanwendung im Tierseuchenfall. Bericht des 21. Kongre\u00dfes der Deutschen Veterin\u00e4rmedizinischen Gesellschaft DVG in Bad Nauheim vom 21. bis 24. M\u00e4rz 1995, Teil 2: Poster<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Labor- und Freilandversuche ergaben, da\u00df der Leuchtbakterientest als abwasserrelevanter Biotest nicht sensibel genug f\u00fcr die Bodenpr\u00fcfung ist. Die Dehydrogenase- Aktivit\u00e4t und die Bodenatmung dienen der Ermittlung der mikrobiellen Aktivit\u00e4t. Die Erfassung der Regenwurmpopulation soll die Auswirkung auf die Makrofauna  wiedergeben.<br \/>\nKeines der eingesetzten Mittel erzielte einen so starken Effekt, da\u00df die Werte nicht mehr tolerierbar w\u00e4ren.<br \/>\nObwohl begleitende chemische Analysen zeigten, da\u00df Formaldehyd noch nach vier Monaten Lagerung nachweisbar war, konnten keine l\u00e4ngerfristigen graviereden \u00f6kotoxikologischen Sch\u00e4den nachgewiesen werden.<br \/>\nKalkmilch ist \u00f6kologisch am unbedenklichsten zu bewerten, sie dient gleichzeitig als D\u00fcnger f\u00fcr leicht saure B\u00f6den.<br \/>\nBeim Reinigungsmittel ist zu beachten, da\u00df nach gr\u00fcndlichem Einweichen des Schmutzes sparsam dosiert werden sollte.<br \/>\nAn durch Industrie und Verwaltung umsetzbaren Ergebnissen ist festzuhalten: Es besteht kein Grund aus \u00f6kotoxikologischen Gr\u00fcnden auf die tierseuchenrechtlich vorgeschriebenen Desinfektionsma\u00dfnahmen zu verzichten oder diese nur eingeschr\u00e4nkt durchzuf\u00fchren. Zur Erf\u00fcllung der Vorgaben der Biozid-Richtlinie der EU im Hinblick auf die Auswirkung von Bioziden auf Nichtzielorganismen sind f\u00fcr Mittel zur Reinigung und Desinfektion in der Tierhaltung \u00f6kotoxikologische Testverfahren mit aquatische Organismen nicht geeignet. Derzeit kaum nur die Pr\u00fcfung des Dehydrogenase-Aktivit\u00e4t und der Bodenatmung in diesem Zusammenhang empfohlen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Desinfektion von Stallungen und tierischen Abg\u00e4ngen ist in der Tierseuchenbek\u00e4mpfung eine unbedingte Notwendigkeit. 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