{"id":18931,"date":"2026-01-31T10:32:02","date_gmt":"2026-01-31T09:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01852-01\/"},"modified":"2026-01-31T10:32:04","modified_gmt":"2026-01-31T09:32:04","slug":"01852-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01852-01\/","title":{"rendered":"Umsetzung der Transponder-Technologie am Beispiel der Funktions\u00fcberpr\u00fcfung von Fischwegen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Arbeiten im DVWK-Fachausschu\u00df 2.7 Fischaufstiegsanlagen haben ergeben, dass kaum verl\u00e4ssliche Informationen \u00fcber wasserbautechnische und biologische Anforderungen an Fischwege sowie \u00fcber ihre Funktionsf\u00e4higkeit verf\u00fcgbar sind sowie erhebliche methodische Probleme bei entsprechenden Funktions\u00fcberpr\u00fcfungen bestehen. Ziel dieses Projekts war die Entwicklung einer vollautomatischen Kontrollstation zur \u00dcberwachung der Fischbewegungen im Bereich von Fischp\u00e4ssen. Das entwickelte Verfahren stellt eine Methodik zur Funktions\u00fcberpr\u00fcfung, \u00f6kotechnischen Optimierung von Fischwegen und anderer Konstruktionen zur Gew\u00e4hrleistung der linearen Durchg\u00e4ngigkeit dar.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Arbeiten wurden in vier Phasen durchgef\u00fchrt:<br \/>\nI. \tAm Institut f\u00fcr Angewandte \u00d6kologie und am Zentrum f\u00fcr Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung in M\u00fcncheberg (ZALF) wurde eine Anpassung der Technik f\u00fcr den Freilandeinsatz unter folgender Gliederung vorgenommen: Erstellung eines Prototyps zur Erprobung der Technik unter Laborbedingungen; Erprobung der Anlage in der vorhandenen 20 m langen Versuchsrinne des ZALF; Funktions\u00fcberpr\u00fcfung der Datenvermittlung und -verarbeitung.<br \/>\nII.\tIn einer zweiten Phase erfolgte der Einsatz der Transponder-Technologie im Freiland. Untersucht wurde der Beckenpass (technische Fischaufstiegsanlage) am Kraftwerk Scheuerfeld an der Sieg nach folgender Gliederung: Schaffung der infrastrukturellen und genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen zur Durchf\u00fchrung des Projekts; Installation der Antennenanlage; Markierung der Fische; Durchf\u00fchrung der Erfolgskontrolle.<br \/>\nIII.\tIn einer dritten Phase erfolgte die weitere Erprobung im Freiland an dem naturnahen Umgehungsgerinne an der Dill in Sinn.<br \/>\nIV.\tIn der vierten Projektphase wurden die Ergebnisse ausgewertet, interpretiert und der Abschlu\u00dfbericht erstellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Freilandphase:<br \/>\nFolgende Ergebnisse der Freilanduntersuchungen an der Sieg und Dill liegen vor:<br \/>\nTechnische Ergebnisse:<br \/>\n\u00de\tDie Transponder-Technologie erwies sich f\u00fcr den Freilandeinsatz an beiden Fischaufstiegsanlagen als einsatzf\u00e4hig.<br \/>\n\u00de\tDie Antennenanlage funktionierte \u00fcber die jeweiligen Untersuchungszeitr\u00e4ume fehlerfrei (Sieg: 4,5 Monate, Dill: 2 Monate).<br \/>\n\u00de\tDurch Kombination von vier bzw. zwei Rahmenantennen lie\u00df sich an der Sieg eine 98%ige und an der Dill eine 96%ige \u00dcberwachungssicherheit der Fische erreichen.<br \/>\n\u00de\tDie Bewegungsrichtung der Fische l\u00e4sst sich hinreichend genau mit nur zwei Leseantennen erfassen.<br \/>\n\u00de\tDurch elektromagnetische St\u00f6rungen, die wahrscheinlich durch elektrische Einrichtungen am Wehr in Scheuerfeld hervorgerufen wurden, ergaben sich sogenannte Nonsense-codes w\u00e4hrend des Betriebs der Antennenanlage. Mittels Software konnten diese problemlos von den Identifikations-Codes der markierten Fische herausgefiltert werden. Der 10-stellige alphanumerische Code bewirkt eine 100-% Identifikation der markierten Individuen.<br \/>\n\u00de\tVoraussetzung f\u00fcr den Einbau und das Funktionieren der Rahmenantennen ist die Installation an nichtmetallischen Materialien.<br \/>\n\u00de\tBeim Betrieb der Antennenanlage ist daf\u00fcr zu sorgen, dass der Einlauf der Fischaufstiegsanlage und die Durchl\u00e4sse der Rahmenantennen nicht durch Treibgut verklausen.<br \/>\nBiologische Ergebnisse:<br \/>\n\u00de\tAn beiden Standorten wurde ein relativ hoher Anteil der ins Unterwasser eingesetzten, transpondierten Fische an der Antennenanlage registriert (R\u00fcckkehrerquote an der Sieg: 29%, an der Dill: 18%). Die gr\u00f6\u00dfte Aktivit\u00e4t war jeweils nach Versuchsbeginn zu beobachten.<br \/>\n\u00de\tDie Aktivit\u00e4t der Fische war in den Nacht- und Abendstunden am h\u00f6chsten.<br \/>\n\u00de\tIn der technischen Fischaufstiegsanlage (FAH) in Scheuerfeld zeigten die Fische in der Regel einfache Aktivit\u00e4tsmuster beim Durchschwimmen des Fischpasses, w\u00e4hrend sie im naturnahen Umgehungsgerinne in Sinn dynamischere und komplexere Aktivit\u00e4tsmuster entwickelten.<br \/>\n\u00de\tIn den FAH konnten Abwanderungsbewegungen festgestellt werden.<br \/>\n\u00de\tDie transpondierten Fische ben\u00f6tigten zum Durchwandern der FAH eine Zeitspanne von einigen Minuten bis einigen Stunden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Arbeiten wurden vom DVWK-Arbeitskreis (AK) Transponder des DVWK-Fachausschusses (FA) 2.7 Fischaufstiegsanlagen fachlich koordiniert und begleitet. FA und AK setzten sich aus mit dem Thema befassten Fachleuten kompetenter Fachinstitute, wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen und admi-nistrativer Einrichtungen zusammen. Auf einer im Oktober veranstalteten Arbeitskreissitzung wurden die ersten Ergebnisse der Freilandphasen einem breiten Kreis von Fachleuten vorgestellt. Der DVWK machte \u00fcberdies in entsprechenden Fachzeitschriften und in seiner Pressearbeit auf den Stand der Arbeiten des DBU-gef\u00f6rderten Projekts aufmerksam. Somit wurde eine fachkompetente Begleitung des Forschungsprojekts gesichert und eine breite Basis f\u00fcr die Verbreitung und Akzeptanz der erzielten Forschungsergebnisse gef\u00f6rdert. Die Ver\u00f6ffentlichung der Forschungsergebnisse erfolgt in einer der DVWK-Publikationsreihen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Laborphase und die beiden Freilandphasen an der Sieg und Dill wurden erfolgreich abgeschlossen. Damit steht eine vollautomatisierte Technologie zur Funktions\u00fcberpr\u00fcfung und zur Erarbeitung einer \u00f6ko-technischen Optimierung von Fischaufstiegsanlagen zur Verf\u00fcgung. Die Technologie bietet die M\u00f6glichkeit der individuellen Langzeitmarkierung von Fischen. Die Transponder-Technologie stellt eine f\u00fcr die fischbiologische Forschung neue Methode dar, mit der u.a. Fragen bez\u00fcglich der Wanderwege und des Wanderverhaltens von Fischen beantwortet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Arbeiten im DVWK-Fachausschu\u00df 2.7 Fischaufstiegsanlagen haben ergeben, dass kaum verl\u00e4ssliche Informationen \u00fcber wasserbautechnische und biologische Anforderungen an Fischwege sowie \u00fcber ihre Funktionsf\u00e4higkeit verf\u00fcgbar sind sowie erhebliche methodische Probleme bei entsprechenden Funktions\u00fcberpr\u00fcfungen bestehen. 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