{"id":18909,"date":"2023-07-13T15:13:30","date_gmt":"2023-07-13T13:13:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09714-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:31","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:31","slug":"09714-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09714-01\/","title":{"rendered":"Wiedererrichtung von Bauten aus gebrauchten, gepr\u00fcften und neuen Betonbauelementen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Beim Recycling von Baumaterialien sollte das gesamte Spektrum der m\u00f6glichen Recyclingschritte, von der Wiederverwendung bis zur Ver-wertung, in sinnvoller Kombination Anwendung finden. Im Projekt waren die Ansatzpunkte f\u00fcr eine weitere Entwicklung in Richtung einer \u00f6konomischen und \u00f6kologisch vertr\u00e4glichen Baut\u00e4tigkeit in der recycling-, umwelt- und r\u00fcckbaugerechten Projektierung, Errichtung und Sanierung von Geb\u00e4uden, sowie dem selektiven und verwendungsorientierten R\u00fcckbau zu sehen.<\/p>\n<p>Konkretes Ziel des Projektes war die Erarbeitung wirtschaftlich sinnvoller Wiedererrichtungstechnologien aus r\u00fcckgebauten Bauelementen. In der Umsetzung der Technologien am konkreten Objekt sollte der Eignungsnachweis f\u00fcr diese Techniken erbracht werden. Im Ergebnis des Projektes sollte eine Halle aus gebrauchten und gepr\u00fcften Bauelementen, komplettiert mit neuen Bauelementen entstehen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt wurde in 5 Arbeitspakete gegliedert, welche die Themen Baustellenvorbereitung, Demontage, Aufarbeitung, Abnahme und Auswertung sowie den Transfer der Ergebnisse beinhalteten. Ausgangspunkt f\u00fcr die Wiedererrichtung des Geb\u00e4udes war die Erarbeitung der genehmigungsrechtlichen Grundlagen. Parallel dazu wurden an ausgew\u00e4hlten tragenden Bauteilen (St\u00fctzen) umfangreiche Matetrialpr\u00fcfungen an der BTU Cottbus durchgef\u00fchrt. Nach der Baustellenvorbereitung erfolgte die Sichtung und der Transport der r\u00fcckgebauten Elemente, an die sich eine Grundreinigung anschloss. <\/p>\n<p>Die Begutachtung der einzelnen St\u00fctzen vor Einbau war mit einer Aufarbeitung und Endabnahme durch einen zugelassenen Statiker verbunden. Schwerpunkt bei der Errichtung des Rohbaus war die erneute Zusammenf\u00fcgung der Verbindungselemente. Nach der Freigabe des Rohbaus erfolgte der weitere Ausbau und die Aufbereitung der wiedereingesetzten Bauteile. Bei der Aufbereitung wurden geringf\u00fcgige Oberfl\u00e4chenm\u00e4ngel beseitigt, Fugen abgedichtet und die Fassade hergerichtet. Es entstand ein Geb\u00e4ude, welches von seinem Erscheinungsbild her mit einem Neubau ebenb\u00fcrtig ist. Abschlie\u00dfend fand die Abnahme durch die Genehmigungsbeh\u00f6rde statt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Projekt liegt der ausf\u00fchrliche Bericht vom Juli 2000 vor.<br \/>\nDas Ergebnis des Projektes zeigt, dass der Einsatz gebrauchter, gepr\u00fcfter und aufgearbeiteter Bauteile in Kombination mit Neu-elementen technisch ohne Schwierigkeiten durchf\u00fchrbar ist. Der technische Zustand der wiederverwendeten Teile entsprach &#8211; geeignete Demontagetechnologien vorausgesetzt &#8211; nahezu denen von Neuteilen. Alle bauphysikalischen Anforderungen werden erf\u00fcllt. Aufarbeitungsnotwendigkeiten ergaben sich in erster Linie aus Montageanforderungen (Justage) sowie aus \u00e4sthetischer Sicht. <\/p>\n<p>Nach umfangreichen planerischen konzeptionellen und technologischen Vorarbeiten wurde der Bauantrag f\u00fcr die Errichtung der Halle aus r\u00fcckgebauten gepr\u00fcften und neuen Bauelementen ohne zus\u00e4tzliche Auflagen genehmigt. Damit gibt es einen beispielhaften Pr\u00e4zedenzfall im Land Brandenburg, an den sich zuk\u00fcnftige Genehmigungen anlehnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die erarbeitete Montagetechnologie orientiert sich stark an den Technologien f\u00fcr die Montage von Flachbauten. Sie wurde durch die Aufbereitung der r\u00fcckgebauten Elemente vor und nach dem Einbau erweitert. Die Montagetechnologie erwies sich in der Umsetzung als in der Praxis geeignet, technische Probleme waren nicht zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Der Materialeinsatz f\u00fcr das Referenzobjekt konnte durch den Einsatz der aufgearbeiteten Teile um etwa 80 % reduziert werden. Lediglich die St\u00fctzenfundamente, die Sockelwandplatten und die Fenster sind Neuteile. Alle anderen verbauten Elemente waren Altteile.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>F\u00fcr die Pr\u00e4sentation des Projektes und seiner Ergebnisse wurde am 23.06.1999 ein Workshop mit Vertretern der mittelst\u00e4ndischen Bauindustrie durchgef\u00fchrt. Die Projektergebnisse flossen in das Telematic-Service-Center Niederlausitz in eine Bauteiledatenbank ein. Damit wurden die Aspekte des nachhaltigen \u00f6kologischen Bauens gem\u00e4\u00df den aktuellen Geb\u00e4udepasskriterien mit Telematicplanungsmodulen, Umweltkommunikation, Qualit\u00e4tscoaching (Euregiohaus\/Sachsenhaus), Umweltinformationsvermittlung und Umweltbildung verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Ziel des Projektes, die Eignung gebrauchter und ge-pr\u00fcfter Bauelemente\/Stahlbetonskelettteile in Kombination mit neuen Bauelementen f\u00fcr die Wiedererrichtung von Geb\u00e4uden nachzuweisen, wurde erreicht. Der wiederverwendungsorientierte R\u00fcckbau von Bauelementen mit dem Ziel der erneuten Errichtung von Geb\u00e4uden in anderer Form, zum anderen Zweck und an einem anderen Ort war in der Praxis bisher nicht \u00fcblich. Insofern kann die IfN GmbH in Brandenburg durch das Projekt auf ein beispielhaftes Referenz- und Demonstrationsobjekt verweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Beim Recycling von Baumaterialien sollte das gesamte Spektrum der m\u00f6glichen Recyclingschritte, von der Wiederverwendung bis zur Ver-wertung, in sinnvoller Kombination Anwendung finden. 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