{"id":18908,"date":"2023-07-13T15:10:05","date_gmt":"2023-07-13T13:10:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04197-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:06","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:06","slug":"04197-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04197-01\/","title":{"rendered":"Dauerhaft umweltgerechte Entwicklung in besiedelten Berg\u00f6kosystemen: Unternehmensorientierte Modellbeispiele und Umsetzungskonzepte im Alpen- und Voralpenraum f\u00fcr eine umweltgerechte Regionalpolitik"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens ist die Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten zur dauerhaft umweltgerechten Entwicklung in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr und Berglandwirtschaft. Im Teilprojekt Wirtschaft besteht das Ziel in einer kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes. Ziel des Teilprojektes Verkehr ist die Schaffung eines langfristig umweltgerechten Verkehrssystems im oberen Loisachtal. Ziel des Projektteils Landwirtschaft ist die Aufrechterhaltung und umweltgerechte Gestaltung der b\u00e4uerlichen Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen im s\u00fcdlichen Landkreis Berchtesgadener Land.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie grunds\u00e4tzliche Vorgehensweise des Projektes besteht in einer Analyse der wesentlichen Problembereiche, der Entwicklung von Konzepten f\u00fcr eine Verbesserung der Situation und ihrer gemeinsamen Umsetzung mit den betroffenen Personen und Institutionen unter Einbeziehung der relevanten Ebenen von Politik und Verwaltung.<br \/>\nIm Teilprojekt Wirtschaft orientiert sich die Projektarbeit an der Systematik der EG-\u00d6ko-Audit-Verordnung. Hierzu geh\u00f6ren die Formulierung und Verabschiedung der Umweltpolitik, eine umfassende Datenerhebung zur Erstellung von Input-\/Output-Bilanzen sowie die Implementierung eines Umweltmanagementsystems.<br \/>\nDie Methodik im Teilprojekt Verkehr besteht in der Definition von Zielen, der Feststellung von M\u00e4ngeln, dem Entwurf eines Leitbildes f\u00fcr ein umweltgerechtes Verkehrssystem im Oberen Loisachtal und von Ma\u00dfnahmen. Arbeitsgruppen formulieren die Anforderungen an das Verkehrssystem und bewerten die nachteiligen Wirkungen des Verkehrs. Die Ergebnisse flie\u00dfen in eine Agenda als zuk\u00fcnftige Handlungs- und Planungsgrundlage f\u00fcr die Kommunen im Oberen Loisachtal ein.<br \/>\nIm Teilprojekt Berglandwirtschaft werden im Rahmen von Arbeitsgruppen Umsetzungsteilprojekte konzipiert und anschlie\u00dfend durchgef\u00fchrt. Dies beinhaltet die inhaltliche Konzeption, die Organisation von Tr\u00e4gergruppen und das Ermitteln von bereitstehenden F\u00f6rdermitteln. Ber\u00fchrt werden hiervon sowohl die landwirtschaftliche Produktion, als auch die mit der Berglandwirtschaft in Verbindung stehenden Wirtschaftsbereiche wie Tourismus und Handwerk.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Teilprojekt Wirtschaft konnten bei drei Betrieben im Alpenraum erfolgreich Umweltmanagementsysteme eingef\u00fchrt und damit die wesentlichen Projektziele erreicht werden. Die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) ist europaweit die erste Bergbahn, die eine Zertifizierung nach DIN ISO 14.001 erhalten hat. Das M\u00fcllheizkraftwerk Rosenheim (MHKW) geh\u00f6rt bundesweit zu den ersten nach \u00d6ko-Audit-Verordnung validierten kommunalen Eigenbetrieben. Die Privatbrauerei Wieninger wurde als erste oberbayerische Brauerei validiert. Entsprechend der Vorgehensweise nach \u00d6ko-Audit-Verordnung ergreifen alle Betriebe Ma\u00dfnahmen zur Umweltentlastungen \u00fcber gesetzliche Vorgaben hinaus. Hierzu geh\u00f6ren:<br \/>\nBZB: erhebliche Reduktion der Restm\u00fcllmenge (zwischen 1994 und 1995 um 100 m\u00b3), Ersatz von Hochglanzbrosch\u00fcren durch Brosch\u00fcren aus Recyclingpapier, Vermarktung von Kombitickets (Bahn\/BZB, Regionalbus\/BZB), Sensibilisierung der Besucher f\u00fcr Umweltbelange durch Faltbl\u00e4tter, Schautafeln und Ausstellungen sowie der Beschlu\u00df f\u00fcr ein langfristiges Pistenmonitoring als Grundlage des Schutzes von Natur und Landschaft. MHKW Rosenheim: Reduzierung des Gesamt-Wasserverbrauchs von 1994 auf 1995 um fast 50 %, Installation eines Zyklons zur Emissionsreduktion im bypass-Betrieb, Steigerung des Wirkungsgrades durch ein Energiedatenerfassungskonzepts. Brauerei Wieninger: Einstellung der Abf\u00fcllung von Einweggebinden (Dosen), Reduzierung des Wasserverbrauchs um 2000 m3 durch Sensibilisierungsma\u00dfnahmen, Reduzierung des Energieverbrauchs und der Emissionen des Fuhrparks, st\u00e4ndige Pr\u00fcfung der Einsatzm\u00f6glichkeiten von Produkten aus \u00f6kologischem Anbau.<br \/>\nIm Teilprojekt Verkehr konnten ebenfalls die wesentlichen Projektziele realisiert werden. Dies trifft zun\u00e4chst auf die Sensibilisierung der regionalen Entscheidungstr\u00e4ger f\u00fcr umweltgerechten Verkehr zu. Erreicht wurde dies durch die Erstellung und gemeindliche Verabschiedung eines Entwicklungsleitbildes Dauerhaft umweltgerechter Verkehr im Oberen Loisachtal, sowie eine Mobilit\u00e4tsstudie zum Verkehrsverhalten der Einwohner im Oberen Loisachtal, bei der bisher nicht bekannte mobilit\u00e4tsbedingte Ursachen f\u00fcr negative Auswirkungen des PKW-Verkehrs auf die Umwelt des oberen Loisachtales aufgedeckt wurden. An einzelnen Me\u00dfgr\u00f6\u00dfen l\u00e4\u00dft sich bereits eine Reduktion verkehrsbedingter Umweltbelastungen nachweisen. Eine erhebliche Reduktion ist zu erwarten, wenn die begonnenen Umsetzungsma\u00dfnahmen abgeschlossen sind. Hierzu geh\u00f6ren insbesondere die Umsetzung des Nahverkehrsplans f\u00fcr den Landkreis Garmisch-Partenkirchen sowie die Umsetzung des Radwegekonzepts im Ortsbereich von Garmisch-Partenkirchen und dem s\u00fcdlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Auch in diesem Projektteil wird damit bei der Umweltentlastung deutlich \u00fcber die gesetzlichen Vorschriften hinausgegangen.<br \/>\nDas Teilprojekt Landwirtschaft konnte vor allem durch die Schlie\u00dfung regionaler Stoffkreisl\u00e4ufe erhebliche Entlastungen der Umwelt erzielt und damit die wesentlichen Projektziele erreicht werden. Ein wesentlicher Projektschritt war dabei ein deutlicher Ausbau der Vermarktung b\u00e4uerlicher Produkte. Methodisch bedingt sind die damit verbundenen Umweltentlastungen schwer zu quantifizieren. Plausibel und qualitativ nachvollziehbar sind sie jedoch bei den nachfolgend genannten Teilergebnissen.<br \/>\nDurch die Einrichtung einer Holzhackschnitzelanlage im neuen Kur- und Freizeitbad Berchtesgaden (die Belieferung des Jahresbedarfs 850 t erfolgt im Rahmen einer 15-j\u00e4hrigen Abnahmegarantie bei ebenfalls garantierten Mindestpreisen durch die \u00f6rtliche Waldbauernvereinigung) erm\u00f6glicht die Einsparung fossiler Energietr\u00e4ger. Die Vermarktung weiterer b\u00e4uerlicher Produkte erfolgt \u00fcber neu aufgebaute Vermarktungsstrukturen. Insbesondere sind zu nennen der \u00f6rtlichen Bauernmarkt (Wiederbelebung nach \u00fcber 50 Jahren!), die Gr\u00fcndung des b\u00e4uerlichen Vereins zur F\u00f6rderung und Erhaltung der Bergbauern e.V., die Einrichtung eines Zerlege- und Lagerk\u00fchlraums im kommunalen Schlachthof Berchtesgaden und die professionelle Vermarktung \u00fcber die Hotellerie\/Gastronomie. Sekund\u00e4reffekte auf die Umwelt sind eine Verminderung der Verkehrsbelastungen durch Viehtransporte und die Aufrechterhaltung der umweltgerechten b\u00e4uerlichen Landbewirtschaftung durch Sicherstellung der produktbezogenen Einkommen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In allen drei Teilprojekten wurden durchgef\u00fchrt: Pressekonferenzen, Beh\u00f6rdeninformationen, Erstellung von Informations-Brosch\u00fcren, PR-Veranstaltungen mit politischen Entscheidungstr\u00e4gern (mehrfach mit Vertretern der Bayerischen Staatsregierung), Pr\u00e4sentation des Projektes auf Messen, Berichte in Rundfunk und Fernsehen, Pr\u00e4sentation bei Tagungen, Durchf\u00fchrung einer Fachtagung Nachhaltige Entwicklung im Alpenraum. Die Ergebnisse und Erfahrungen des Projektes wurden bereits bei zahlreichen Anl\u00e4ssen an Interessierte, Vertreter aus Politik, Verwaltung, klein- und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen weitergegeben, dort mit gro\u00dfem Interesse aufgenommen und zum Teil erfolgreich \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Von dem Projekt sind erhebliche positive Umweltwirkungen auf den Alpenraum ausgegangen. Die entwickelten Methoden konnten bereit mehrfach auf andere Regionen bzw. Unternehmen \u00fcbertragen werden. Das Projekt hat eine erhebliche \u00d6ffentlichkeitswirksamkeit erzielt und damit der in den F\u00f6rdergrunds\u00e4tzen der DBU enthaltenen Forderung nach Modellhaftigkeit umf\u00e4nglich entsprochen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens ist die Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten zur dauerhaft umweltgerechten Entwicklung in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr und Berglandwirtschaft. 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