{"id":18893,"date":"2024-11-27T10:32:37","date_gmt":"2024-11-27T09:32:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05172-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:39","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:39","slug":"05172-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05172-01\/","title":{"rendered":"Umweltorientierte Unternehmensf\u00fchrung in kleinen und mittleren Unternehmen &#8211; Innovative Konzepte f\u00fcr die Praxis"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt VDI-OIKOS hatte sich zum Ziel gesetzt, ein f\u00fcr normale mittelst\u00e4ndische Unternehmen (KMU) anwendbares, praxisorientiertes Konzept der umweltorientierten Unternehmensf\u00fchrung zu entwickeln, zu erproben und zu verbreiten. Es sollte ein Arbeitsordner erstellt werden, der gerade KMU    &#8211; und hier insbesondere den technischen F\u00fchrungskr\u00e4ften &#8211; den Zugang zum Umweltmanagement erleichtert. Auf der Basis des wissenschaftlichen Kenntnisstandes \u00fcber organisationale Lern- und Implementationsprozesse sollte einerseits ein geeignetes Implementationskonzept erarbeitet, durch die Begleitung von f\u00fcnf mittelst\u00e4ndischen Betrieben beim Aufbau ihres Umweltmanagementsystems sollte andererseits das Konzept als auch die Materialien erprobt und weiterentwickelt werden. Da sich viele der bereits vorliegenden Konzepte lernorientierten Vorgehens im Umweltmanagement vornehmlich auf \u00d6ko-Pioniere konzentrieren, sollte sich dieses Projekt bewu\u00dft mit den Schwierigkeiten und Barrieren in normalen durchschnittlichen Unternehmen auseinandersetzen und f\u00fcr diesen Typus ein Konzept anbieten .<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt war als praxisorientiertes Gestaltungsprojekt angelegt und nicht auf wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung. Dies bedingte eine spezifische Vorgehensweise: Aus den drei wissenschaftlichen Diskussionskontexten zum Organisationslernen, zur Mikropolitik und zum strategischen Management wurden deduktiv Annahmen \u00fcber eine geeignete Implementationskonzeption abgeleitet. Gleichzeitig wurden durch die praktische Begleitung und Beratung von Unternehmen induktiv Vorgehensweisen und Materialien entwickelt. Durch mehrere iterative Schleifen &#8211; unter Einbeziehung des begleitenden Beirates von Experten und gesellschaftlichen Gruppen &#8211; wurde so eine theoretische Fundierung des empfohlenen Vorgehens beim Aufbau von Umweltmanagementsystemen als auch die Erstellung von in der Praxis erprobten und kontinuierlich verbesserten Arbeitsmaterialien sichergestellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Als Arbeitsergebnis des Projektes wurde Anfang 1998 die Publikation<\/p>\n<p>Volker M. Brennecke\/Sebastian Krug\/Claudia M. Winkler<br \/>\nEffektives Umweltmanagement<br \/>\nArbeitsprogramm f\u00fcr den betrieblichen Entwicklungsproze\u00df<br \/>\nHeidelberg\/Berlin (Springer-Verlag) ISBN 3-540-62904-1<\/p>\n<p>zum Preis von DM 168,- herausgegeben. Die Implementationskonzeption ist in Heft 2, Juni 1998 der Zeitschrift UmweltWirtschaftsForum (UWF) ver\u00f6ffentlicht worden.<\/p>\n<p>Als Ergebnis kann festgehalten werden, da\u00df die Voraussetzungen in KMU f\u00fcr ein lernorientiertes Vorgehen beim Aufbau eines Umweltmanagementsystems (UMS) nach EMAS als nicht g\u00fcnstig zu bezeichnen sind. Es mangelt den Unternehmen einerseits an konkreten Vorstellungen von der Funktionsweise eines UMS, andererseits aber auch von den eigenen M\u00f6glichkeiten. In vielen Unternehmen entstehen heute formalistische Systeme, die es den Unternehmen letztlich erschweren, die nach wie vor vorhandenen Freir\u00e4ume im betrieblichen Umweltschutz effektiv zu nutzen.  <\/p>\n<p>Die Konzeption von VDI-OIKOS fu\u00dft auf der Erkenntnis, da\u00df der Aufbau eines UMS nach EMAS seiner inneren Logik nach als ein organisationaler Lernproze\u00df interpretiert werden kann. Ein Unternehmen soll die F\u00e4higkeit erlangen, sich selbst zu kontrollieren (Umweltpr\u00fcfung), normative und strategische Ziele zu setzen (Umweltpolitik und -programm) und operative Routinen kontinuierlich verbessern zu k\u00f6nnen (Ablauf- und Aufbauorganisation). Dabei kann auf die Unterscheidung zwischen Anpassungslernen (single-loop-learning) und Ver\u00e4nderungslernen (double-loop-learning) verwiesen werden: Im ersten Fall pa\u00dft sich ein UMS nur an rechtliche Vorgaben an, w\u00e4hrend im zweiten Fall ein UMS die F\u00e4higkeit des Unternehmens unterst\u00fctzt, eigenst\u00e4ndig und selbstregulierend Ver\u00e4nderungsprozesse durchzuf\u00fchren. <\/p>\n<p>Das Ziel, das Niveau des Anpassungslernens zu \u00fcberwinden, stellt sich in normalen KMUs als ein sehr anspruchsvolles Ziel dar. Um diesen Proze\u00df einzuleiten und handhabbar zu machen, wurde ein Arbeitsprogramm entwickelt. Hierdurch soll erm\u00f6glicht werden, da\u00df das Unternehmen zum einen kontinuierlich einem roten Faden  folgen kann und zum andern durch sein Handeln Lerneffekte erzielt.<br \/>\nDas Arbeitsprogramm wurde in vier Phasen eingeteilt (vgl. Beitrag in der UWF), die jeweils die Elemente eines UM nutzen, um spezifische Funktionen im Lern- und Entwicklungsproze\u00df zu erf\u00fcllen:<br \/>\nErste Phase:  Strukturbildung, zweite Phase: Bestandsaufnahme und Selbstreflexion, dritte Phase: Zielbildung, vierte Phase: Ver\u00e4nderung<\/p>\n<p>Das Arbeitsprogramm wurde in einem Ordner umgesetzt, der zur Vermittlung alternativer organisationaler  Handlungstheorien das Mittel der Geschichte eines fiktiven Unternehmens Ganz &#038; Aehnlich nutzt, zur Bearbeitung in 10 Abschnitten jeweils konkrete Aufgaben benennt und dazu Beispiel- und Arbeitsmaterialien anbietet. Die Nutzung des Ordners soll dazu f\u00fchren, da\u00df im Unternehmen ein Entwicklungsproze\u00df eingeleitet wird.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Projektlaufzeit von VDI-OIKOS als auch im Anschlu\u00df wurde das Konzept sowohl innerhalb des VDI als auch in einschl\u00e4gigen Institutionen und Verb\u00e4nden (UGA, ASU, future, B.A.U.M. etc) verbreitet. Eine Fachtagung wurde dem Austausch \u00fcber geeignete Konzepte lernorientierten Vorgehens gewidmet, eine zweite der Verbreitung des Konzeptes und des Ordners speziell bei Vertretern von IHKn und Handwerkskammern. Der Springer-Verlag hat den Ordner als High-light  herausgebracht und bewirbt ihn entsprechend.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Erfahrungen und die Ergebnisse des Projektes verweisen auf den gro\u00dfen Bedarf an konzeptionellen Vorschl\u00e4gen KMU-geeigneter Konzepte und Vorgehensstrategien. Viele der vorliegenden Konzepte sind leider nicht auf durchschnittliche Unternehmen anwendbar. Es hat sich aber auch gezeigt, da\u00df insbesondere die beiden theoretischen Debatten zum Organisationslernen und zur Mikropolitik gen\u00fcgend Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr weitere praxisgerechte Operationalisierungen aufweisen. Die Integration wissenschaftlicher Konzepte, mit der Realit\u00e4t mittelst\u00e4ndischer Betriebe, hat sich in diesem Projekt zwar als au\u00dferordentlich schwierig, im Ergebnis aber f\u00fcr Wissenschaft und Praxis als gleicherma\u00dfen lohnend erwiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt VDI-OIKOS hatte sich zum Ziel gesetzt, ein f\u00fcr normale mittelst\u00e4ndische Unternehmen (KMU) anwendbares, praxisorientiertes Konzept der umweltorientierten Unternehmensf\u00fchrung zu entwickeln, zu erproben und zu verbreiten. 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