{"id":18888,"date":"2026-02-14T10:32:04","date_gmt":"2026-02-14T09:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04413-01\/"},"modified":"2026-02-14T10:32:04","modified_gmt":"2026-02-14T09:32:04","slug":"04413-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04413-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung von Verfahren und der erforderlichen Infrastruktur zur Verwertung von \u00d6labscheiderinhalten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Gegenstand des Projektes war die Entwicklung eines mobilen Verfahrens, durch das in einem Fahrzeug zur Entsorgung der Inhalte von Leichtfl\u00fcssigkeitsabscheidern selektiv Feststoffe von Wasser getrennt und klassiert werden k\u00f6nnen. Damit sollte das von \u00d6l und Schlamm gereinigte Abwasser in den Abscheider zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Die Separation der Feststoffe mit gleichzeitiger Entw\u00e4sserung sollte M\u00f6glichkeiten der direkten Weiterverwertung der Reststoffe er\u00f6ffnen und die bei der derzeitigen Entsorgungsmethode anfallenden Abfallmengen besonders im Einklang mit den Anforderungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes reduzieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt wurde in folgende Arbeitsschritte unterteilt:<br \/>\n\u00b7 Aktuelle Genehmigungsanforderungen f\u00fcr die mobile Entsorgung: Auf Grund der sich schnell \u00e4ndernden technischen, aber auch politischen Randbedingungen f\u00fcr das Vorhaben wurde eine Bestandsaufnahme bez\u00fcglich regionaler als auch \u00fcberregionaler gesetzlicher Anforderungen durchgef\u00fchrt, um eine bundesweite Genehmigung der mobilen Anlage sicherzustellen.<br \/>\n\u00b7 Durchf\u00fchrung von Adsorptionsversuchen im Laborma\u00dfstab: Um die notwendigen Parameter f\u00fcr die sp\u00e4tere Entwicklung der mobilen Pilotanlage zu erhalten, wurden Adsorptionsversuche durchgef\u00fchrt. Hierbei wurden die Adsorptionsleistung, die Beladungskapazit\u00e4t und weitere wichtige Parameter zur Konzeption des Braunkohlefilters ermittelt. Basierend auf den in den Versuchen ermittelten Gr\u00f6\u00dfen wurde die Dimension des Filters konzipiert.<br \/>\n\u00b7 Ger\u00e4tekonzeption und -entwicklung: Das Gesamtsystem der mobilen Pilotanlage zur Verwertung von \u00d6labscheiderinhalten wurde f\u00fcr die Konzeption in einzelne Teilsysteme untergliedert, die entsprechend verfahrenstechnischem Einsatz, Betriebssicherheit, Wartungsaufwand, Robustheit, Einbauma\u00df und Kosten optimal an das Gesamtsystem zu adaptieren waren.<br \/>\n\u00b7 Realisierung und labortechnische Erprobung: Mit dem Bau einer mobilen Pilotanlage wurden die einzelnen L\u00f6sungen der Teilsysteme realisiert und integriert. Dabei sollte eine mobile Einheit f\u00fcr die Entsorgung von \u00d6labscheidern entstehen, die die Leerung von \u00d6labscheidern mit den entwickelten Verfahren erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Projekt liegt der umfassende Abschlussbericht von September 2000 vor. <\/p>\n<p>Durch die Entwicklung der mobilen Pilotanlage k\u00f6nnen die Nachteile der bisher am Markt arbeitenden Behandlungsanlagen, wie hohe Investitionskosten, komplizierte Anlagentechnik, \u00dcberbreiten und \u00dcberl\u00e4ngen der Fahrzeuge sowie die Verwendung chemischer Hilfsmittel zur Einhaltung von Grenzwerten im Brauchwasser deutlich verbessert werden.<br \/>\nIm Vergleich zu anderen auf dem Markt befindlichen mobilen Behandlungsanlagen werden durch die selektive Entnahme der Abscheiderinhalte und geeignete physikalische Behandlungsverfahren, ohne Einsatz von chemischen Hilfsmitteln, wieder verwertbare Reststoffe und Brauchwasser erreicht. Durch die ebenfalls neu entwickelte Adsorptionsfiltration kann die Einhaltung der Brauchwassergrenzwerte auch bei Vorhandensein von Emulsionen gew\u00e4hrleistet werden. Durch den Einsatz der Adsorptionsfiltration in Kombination mit einer Ent\u00f6lung im Koaleszenzabscheider konnte auch bei sehr hohen \u00d6lanteilen im Ab-wasser der Grenzwert von 20 mg\/l MKW unterschritten werden. Insgesamt wurden mit der Pilotanlage sehr gute Trenn- und Reinigungsergebnisse erzielt. Vor allem wurde nachgewiesen, dass auch bei den Pilotversuchen durch den Einsatz der Adsorptionsfiltration der geforderte Reinigungserfolg gew\u00e4hrleistet und somit eine sichere Einhaltung der Grenzwerte ohne chemische Hilfsmittel erm\u00f6glicht wird.<br \/>\nDie Pilotanlage wurde bereits auf einem Dreiachser-Fahrgestell montiert, die Sedimentations- und Filterstufen, wie auch die Ent\u00f6lung in einer Koaleszenzstufe sind betriebsbereit. Durch die Konzeption der ineinander gebauten Behandlungskammern stehen ausreichende Speicherkapazit\u00e4ten zur Verf\u00fcgung. Durch die installierte Vakuumanlage k\u00f6nnen die Ansaug- und Entleerungsvorg\u00e4nge wie auch eine R\u00fccksp\u00fclung der Filtermatten und evtl. die Beladung und Entladung der Adsorptionsfilterkonsolen ohne zus\u00e4tzliche Einrichtungen durchgef\u00fchrt werden. Der Kostenvergleich zwischen der heutigen Entsorgung durch Komplettentleerung und der geplanten selektiven Entsorgung und Abwasserr\u00fcckf\u00fchrung zeigt deutlich, dass es f\u00fcr den Betreiber auf Grund der Gesamtmengenreduzierung eine Kostensenkung bis zu 50 % bedeutet. Die gesch\u00e4tzten Entsorgungskosten f\u00fcr den Betreiber ergeben etwa 241,5 DM\/ t f\u00fcr eine Komplettentleerung mit anschlie\u00dfender Behandlung in einer CPB-Anlage und etwa 121,42 DM\/ t f\u00fcr eine selektive Entsorgung mit anschlie\u00dfender Abwasserr\u00fcckgabe.<br \/>\nBetrachtet man das gesch\u00e4tzte Gesamtabfallaufkommen aus den Abscheideranlagen der Bundesrepublik Deutschland von etwa 280 000 &#8211; 360 000 t\/ Jahr, resultieren durch die Abwasserr\u00fcckgabe (etwa 72 %) und die Weiterverarbeitung der Feststoffe in der keramischen Industrie (27 %) anstatt Transport und Entsorgung deutliche Vorteile, die auch einen wichtigen Schritt zur Erf\u00fcllung der Anforderungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes bedeuten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit: Die Ergebnisse des Projektes wurden bereits auf Konferenzen und in entsprechenden Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlicht. Im Jahr 2001 sollen sie auf verschiedenen Messen pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die angestrebten Projektziele wurden voll erf\u00fcllt. Die umfangreichen, modellhaften und sehr qualifiziert durchgef\u00fchrten Untersuchungen best\u00e4tigten, dass durch die selektive Vorgehensweise im Vergleich mit heutigen Behandlungsverfahren erstmals eine einfachere Aufbereitung der Abscheiderinhalte m\u00f6glich ist. Die Sandfanginhalte k\u00f6nnen entweder direkt oder nach einer Aufbereitung in einer Bodenwaschanlage verwertet werden. Die \u00d6lschl\u00e4mme eignen sich f\u00fcr den Einsatz als Sekund\u00e4rbrenn- und -rohstoffe in der Zementindustrie, wie begleitende Untersuchungen best\u00e4tigten. <\/p>\n<p>Die Versuchsergebnisse wurden von Herrn Wiedemann, dem auf Grund der jahrelangen eigenen Entwicklungen von Entsorgungseinheiten f\u00fcr seine Fahrzeuge (z. B. Kanalsp\u00fcleinrichtungen) ein au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00dfer Erfahrungsschatz zur Verf\u00fcgung steht, konstruktiv praxisnah und in erfolgreicher Weise umgesetzt. Insofern ergaben hier die Forschungsseite\/FhG und der Praktiker\/Firma Wiedemann ein geradezu ideales Gespann.<br \/>\n\u00dcber die bisher gewonnenen Erkenntnisse hinaus identifizierten die Projektbeteiligten jedoch noch weitere Forschungs- und Entwicklungsschritte, die hinsichtlich eines Praxisbetriebes f\u00fcr den Einsatz der mobilen Behandlungsanlage vor Ort abgearbeitet werden m\u00fcssten. Dieses schlie\u00dft auch die erforderliche Messtechnik ein. Diese Untersuchungen k\u00f6nnten durch die direkte Kopplung der noch fehlenden Adsorptionsstufe mit der vorhandenen mobilen Behandlungseinheit durchgef\u00fchrt werden. Den \u00dcberlegungen zur stofflichen Verwertung, die jeweiligen Filterf\u00fcllungen den \u00d6lschl\u00e4mmen zuzuschlagen und sie gemeinsam einer Verwertung im Zementwerk zuzuf\u00fchren, m\u00fcsste ebenfalls nachgegangen und entsprechende Versuche m\u00fcssten durchgef\u00fchrt werden. Vor diesem Hintergrund fassen die Projektpartner ein &#8211; nach der derzeitigen fachlichen Einsch\u00e4tzung sehr sinnvolles &#8211; Folgeprojekt ins Auge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Gegenstand des Projektes war die Entwicklung eines mobilen Verfahrens, durch das in einem Fahrzeug zur Entsorgung der Inhalte von Leichtfl\u00fcssigkeitsabscheidern selektiv Feststoffe von Wasser getrennt und klassiert werden k\u00f6nnen. Damit sollte das von \u00d6l und Schlamm gereinigte Abwasser in den Abscheider zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. 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