{"id":18866,"date":"2023-07-13T15:08:58","date_gmt":"2023-07-13T13:08:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02603-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:59","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:59","slug":"02603-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02603-01\/","title":{"rendered":"Ein vollwertiges Recycling- und Logistiksystem f\u00fcr Kleiderschutzh\u00fcllen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In Deutschland werden j\u00e4hrlich mehr als 450 Mio. Textilien versandt, die \u00fcberwiegend im Ausland gefertigt werden. H\u00e4ngend transportierte Kleidung tr\u00e4gt zum Schutz gegen Verschmutzungen und zum Anbringen von Versandinformationen beim Transport eine Schutzh\u00fclle (Einzelfolie bzw. Sammelfolie). Diese bestehen h\u00e4ufig aus Polyethylen (PE).<br \/>\nIn den Gesch\u00e4ften und Filialen des Einzelhandels, sowie auch bei den Textilversendern fallen die Verpackungen in gro\u00dfen Mengen an.<br \/>\nZiel des Projektes war es, die bestehende Logistik der Fa. Meyer &#038; Meyer, Osnabr\u00fcck zu nutzen und auszubauen, um die Schutzh\u00fcllen ohne Sonderfahrten nach Osnabr\u00fcck zu transportieren. Hier sollten aus den unsortierten Kunststoffen neue Transportverpackungen f\u00fcr Textilien  hergestellt werden. Da kein Kunststoffverarbeiter \u00fcber eine geeignete Verfahrenstechnik verf\u00fcgte, sollte diese mit Hilfe der Fachhochschule Osnabr\u00fcck entwickelt und aufgebaut werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZu Beginn des Projektes wurden umfangreiche Marktanalysen betrieben. So mu\u00dfte folgendes ermittelt werden:<\/p>\n<p>\u00b7 Welche Mengen Altfolien sind im Markt?<br \/>\n\u00b7 Wie setzten sich die Altfolien zusammen?<br \/>\n\u00b7 Welches Volumen ist zu bewegen?<br \/>\n\u00b7 Kann aus den gemischten Altfolien eine neue Folie hergestellt werden?<br \/>\n\u00b7 Akzeptiert der Markt die Recycling-Folien?<br \/>\n\u00b7 Welche St\u00f6rungen k\u00f6nnen auftreten?<br \/>\n\u00b7 Wie sieht eine geeignete Verfahrenstechnik aus?<\/p>\n<p>Nach den ersten sechs Monaten der Marktanalyse und Versuchen mit verschiedener  Maschinentechnik, wurde das Sammeln der Folien von Anfang an bereits betrieben. Sammelgebinde aus Polyethylen (PE) wurden zur R\u00fcckholung der Folien verwendet. Aus den Altfolien konnten bereits neue Musterfolien hergestellt und bei verschiedenen Versendern getestet werden.<br \/>\nIm weiteren Verlauf der F\u00f6rderung wurde auf dem Gel\u00e4nde der Fa. Meyer &#038; Meyer, Osnabr\u00fcck, nach eingehenden Versuchen bei Maschinenherstellern und an der Fachhochschule Osnabr\u00fcck, eine neuartige Recyclinganlage f\u00fcr gebrauchte Transportverpackungen aufgebaut.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Erst im Laufe der Zeit traten Probleme auf, die im Vorfeld nicht eindeutig erkannt wurden. Es zeigte sich schnell, da\u00df ein gro\u00dfer Teil der Transportverpackungen weiterhin unrechtm\u00e4\u00dfig \u00fcber den gelben Sack des Dualen Systems Deutschland entsorgt wurde. Dies geschah aus wirtschaftlichem Interesse oder aus Unwissenheit.<br \/>\nAuf der R\u00fccktour der Auslieferungsfahrzeuge wurde das frei gewordene Ladevolumen zur R\u00fcckf\u00fchrung der Sammelgebinde genutzt. Die darin enthaltenen  Folien schwankten stark in Ihrer Zusammensetzung, waren jedoch meist sehr sauber. Ca. 70 % der zur\u00fcckgenommenen Folien bestanden aus PE-LD (Polyethylen low density) ca. 25 % aus PE-HD (high density) und ca. 5 % bestanden aus Polypropylen. Andere Kunststoffe konnten vernachl\u00e4ssigt werden.<br \/>\nDer Verbrauch liegt, durch mehrmaliges Ver- und Umpacken der Textilien, bei ca. 900 Mio. Schutzh\u00fcllen f\u00fcr den h\u00e4ngenden Versand von Textilien. Dies lie\u00df bei einem Durchschnittsgewicht von ca. 25 g pro Verpackung auf ein Gewicht von 22.500.000 kg Verpackungen im Jahr schlie\u00dfen.<br \/>\nDies entspricht einem ungepre\u00dften Volumen von ca. 642.800 m3, oder einer Menge von 12.800 LKW-Ladungen.<br \/>\nIn vielen Versuchen an der Fachhochschule wurden mit vorhandener und geliehener Verfahrenstechnik Musterfolien hergestellt, die beim Versender getestet wurden. Nur Langsam stieg die Akzeptanz der Recyclingfolie am Markt, die sich durch eine leichte Verstippung auszeichnet.<br \/>\nLediglich die Papieretiketten, die den Altfolien als Versandinformation anhafteten, sorgten beim Recycling f\u00fcr eine Tr\u00fcbung und Geruchsbildung der Folie, die die Kunden nicht tolerieren konnten. Papieretiketten k\u00f6nnen durch Etiketten aus Polyethylen ersetzt werden. Hierdurch w\u00e4re eine Vereinheitlichung der Werkstoffe gegeben, die das Recycling erheblich erleichtern w\u00fcrde. Allerdings spielen auch hier wirtschaftliche Interessen eine gro\u00dfe Rolle, da PE-Etiketten geringf\u00fcgig teurer sind im Vergleich zu Papier.<br \/>\nDie Verschmutzung der Folien mit Papier macht eine aufwendige Separier- und Filtertechnik notwendig.<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Osnabr\u00fcck konnten im Labor f\u00fcr Kunststofftechnik alle wichtigen Maschinenteile im kleinen Ma\u00dfstab getestet werden.<br \/>\nDer Aufbau der Anlage auf dem Gel\u00e4nde der Fa. Meyer &#038; Meyer, Osnabr\u00fcck, zu dem auch der Aufbau einer technischen Infrastruktur innerhalb eines internationalen Speditionsbetriebes geh\u00f6rte, wurde ausschlie\u00dflich von Studenten und Absolventen des Fachbereiches Werkstoffe und Verfahren realisiert.<br \/>\nIm September 1996 wurde dann eine Anlage zum werkstofflichen Recycling von Kleiderschutzh\u00fcllen in Betrieb genommen. Diese Anlage produziert zur Zeit monatlich 40.000 kg Kleiderschutzh\u00fcllen aus Altfolien der Textilindustrie (Stand 6\/98). Im ganzen Bundesgebiet werden Folien gesammelt und auch Recyclingfolien in den Kreislauf zur\u00fcckgef\u00fchrt.<br \/>\nSeit geraumer Zeit arbeitet die Abteilung erfolgreich als eigenst\u00e4ndiges Profitcenter.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>In diesem Projekt konnte ein sinnvoller Kreislauf geschlossen werden. Das werkstoffliche Recycling der Kleiderschutzh\u00fcllen wurde erst durch die bestehende Logistik der Fa. Meyer &#038; Meyer Internationale Spediteure GmbH &#038; Co. KG m\u00f6glich.<br \/>\nNeue Arbeitspl\u00e4tze wurden geschaffen, und die Umwelt wurde entlastet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In Deutschland werden j\u00e4hrlich mehr als 450 Mio. Textilien versandt, die \u00fcberwiegend im Ausland gefertigt werden. 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