{"id":18843,"date":"2023-07-13T15:14:31","date_gmt":"2023-07-13T13:14:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11207-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:32","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:32","slug":"11207-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11207-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer Dosieranlage zur kontinuierlichen Herstellung von Farbl\u00f6sungen aus Farbfl\u00fcssigkonzentraten, Wasser und Hilfsmitteln"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Reduzierung von Umweltbelastung durch Farb- und Chemikalienreste beim kontinuierlichen F\u00e4rben von Textilien durch eine automatisierte Dosierung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden- Erarbeiten des Konzepts der neuen Dosieranlage.<br \/>\n&#8211; Untersuchungen der Anforderungen an die neue Dosiertechnik.<br \/>\n&#8211; Zubereitung der Farbstamml\u00f6sungen.<br \/>\n&#8211; Messung und Fortschreibung der Farbst\u00e4rke\u00e4nderungen.<br \/>\n&#8211; Rezeptdefinition und Umrechnung auf aktuelle Farbst\u00e4rken.<br \/>\n&#8211; Konstruktive Auslegung der Versuchseinrichtung.<br \/>\n&#8211; Test der Versuchseinrichtung.<br \/>\n&#8211; Erstellung eines Konstruktionsentwurfs f\u00fcr den Prototyp.<br \/>\n&#8211; Preiskalkulation des Prototyps.<br \/>\n&#8211; Anforderungen an das modifizierte Dosierkonzept.<br \/>\n&#8211; Beschreibung des modifizierten Dosierkonzepts.<br \/>\n&#8211; Aufbau der Dosieranlage bei unserem Partner KBC &#8211; Untersuchung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Entwickelt wurde ein neuartiges Dosierverfahren. Alle Farbstoffe eines F\u00e4rberezeptes werden gleichzeitig mit hoher Dosiergenauigkeit dosiert. Eine Dosieranlage muss mehrere Foulards &#8211; bis zu 4 Maschinen &#8211; mit Farbflotte beliefern k\u00f6nnen. Der Preis der Dosieranlage f\u00fcr 8 Farbstoffe, Wasser und 1 Hilfsmittel soll TDM 600 nicht \u00fcbersteigen. Die erwarteten Verbesserungen bez\u00fcglich anfallender Farbreste und bez\u00fcglich der Sp\u00fclwasserersparnis sollen sich in gleicher H\u00f6he erzielen lassen.<\/p>\n<p>Die Forderung, mehrere Foulards mit einer Dosieranlage zu versorgen, bedeutete in der Konsequenz, dass wir das urspr\u00fcnglich geplante Prinzip der direkten kontinuierlichen Dosierung in die Foulards aufgeben mussten. Wir entschieden uns f\u00fcr ein sehr schnelles Batch-Dosiersystem. Alle Produkte sind auf einen gemeinsamen Dosierkopf gef\u00fchrt, wo jedes Produkt ein eigenes Abgabeventil besitzt. Der Dosierkopf ist verfahrbar auf 4 Abgabepositionen. In jeder Abgabeposition befindet sich ein fest installierter Mischbeh\u00e4lter, der einem Foulard fest zugeordnet ist. Alle Produkte eines Rezepts werden im Kreisbetrieb auf eine feste Dosiermenge eingestellt. Nach etwa 10 Sekunden sind alle Dosiermengen konstant eingestellt. Jetzt werden die Dosierventile gleichzeitig auf Abgabe umgestellt. Sobald die individuell berechneten Rezeptmengen geflossen sind, schlie\u00dfen die Ventile; der Kopf f\u00e4hrt in die n\u00e4chste Position. Die Komponenten werden in dem empfangenden Beh\u00e4lter schon w\u00e4hrend des Dosiervorgangs verr\u00fchrt. Kurz nach Ende der Dosierung ist der Ansatz verbrauchsbereit. Bei gr\u00f6\u00dferen Partien macht die Dosierstation mehrere Ans\u00e4tze nacheinander. W\u00e4hrend der F\u00e4rbung l\u00e4uft eine Verbrauchsmessung. Die letzte Dosierung wird so bemessen, dass kein Ansatzrest \u00fcbrig bleibt.<\/p>\n<p>Die Dosiergenauigkeit erf\u00fcllt die Erwartungen. Damit ist die wichtigste Voraussetzung f\u00fcr die Anwendung des Dosierverfahrens erf\u00fcllt. Im Vergleich zu herk\u00f6mmlicher Ansatztechnik ist die neue Dosiertechnik um den Faktor 5 schneller. Mit der neuen Dosieranlage k\u00f6nnen Fl\u00fcssigfarbstoffe in Lieferkonzentration verarbeitet  werden, ein gro\u00dfer Vorteil gegen\u00fcber verd\u00fcnnten Stamml\u00f6sungen. Das gesetzte Ziel, Farb- und Chemikalienreste deutlich zu reduzieren und dadurch auch die Kosten der Reste zu verringern, wird mit dem Prototyp erreicht. Pro F\u00e4rbepartie werden rund 20 l Farbflottenrest vermieden. Pro F\u00e4rbemaschine und Tag werden bis zu 15 Partien gef\u00e4rbt. Die Dosieranlage versorgt 4 F\u00e4rbemaschinen mit Farbflotte. Das Einsparpotential liegt damit bei 1.200 l Farbflotte t\u00e4glich. <\/p>\n<p>Zur Zeit werden noch Optimierungen am Prototyp in Zusammenarbeit mit den Partnern DyStar und KBC vorgenommen. Die Anlage eignet sich auch zur Herstellung von Streichpasten aus PVC und Farbpigmenten. In der Beschichtung mit Kunststoffpasten sind Pastenreste ein noch viel gravierenderes Umweltproblem. Eine Dosieranlage ist seit Beginn dieses Jahres sehr erfolgreich im Einsatz. Eine weitere Dosieranlage dieses Typs wird zur Zeit f\u00fcr die Kunststoffindustrie gebaut. F\u00fcr die neue Dosiertechnik werden gute Anwendungsm\u00f6glichkeiten \u00fcber die Textil- und Kunststoffindustrie hinaus gesehen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Ergebnis wurde auf der Internationalen Textilmaschinenausstellung ITMA 1999 in Paris als Dosieranlage ausgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Ziel der deutlichen Verminderung von Farbflottenresten und Sp\u00fclwasser in der Textilf\u00e4rbung wurde erreicht. Es steht eine flexible Dosiertechnik f\u00fcr den praktischen Einsatz zur Verf\u00fcgung. <\/p>\n<p>Das Ergebnis ist nicht nur f\u00fcr die Textilindustrie hoch interessant, sondern kann auch in anderen Industrien wie Kunststoffindustrie, Lackindustrie zur Verringerung von Resten\/Umweltbelastung beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Reduzierung von Umweltbelastung durch Farb- und Chemikalienreste beim kontinuierlichen F\u00e4rben von Textilien durch eine automatisierte Dosierung. 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