{"id":18824,"date":"2024-11-30T10:32:25","date_gmt":"2024-11-30T09:32:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09748-01\/"},"modified":"2024-11-30T10:32:25","modified_gmt":"2024-11-30T09:32:25","slug":"09748-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09748-01\/","title":{"rendered":"\u00d6kologische Buchf\u00fchrung im Forstbetrieb"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt verfolgt das grunds\u00e4tzliche Ziel, dem Forstbetrieb Informationen zur Verf\u00fcgung zu stellen, mit deren Hilfe die Umweltrelevanz betrieblicher Entscheidungen abgesch\u00e4tzt und die Umweltwirkungen betrieblichen Handelns optimiert werden k\u00f6nnen. Ein besonderer Schwerpunkt der Untersuchung ist daher auf die vom Forstbetrieb unmittelbar zu beeinflussenden Handlungsoptionen zu legen, die ein gro\u00dfes, negatives wie positives Umweltwirkungspotenzial beinhalten.<br \/>\nUrspr\u00fcnglich bestand die Idee, eine betriebliche \u00d6kobilanzierung f\u00fcr den Forstsektor bzw. f\u00fcr Forstbetriebe in \u00dcbertragung bestehender Konzepte zu entwickeln, die die Besonderheiten der forstlichen Produktion (Langfristigkeit, Naturgebundenheit und Naturraumbeanspruchung der Produktion, Verbindung von technischer und biologischer Produktion, Identit\u00e4t von Produkt und Produktionsmittel, Erbringung umweltbezogener Leistungen) in ausreichendem Ma\u00dfe ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nGerade die Besonderheiten der forstlichen Produktion schlie\u00dfen aber eine Anwendung der \u00d6kobilanzsystematik auf den Forstbereich aus (s. u. Ergebnisse und Diskussion), so dass ein anderer Ansatz verfolgt werden muss.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMit Hilfe einer Fallstudie im St\u00e4dtischen Forstamt Freiburg sollen die \u00f6kologischen Auswirkungen der verschiedenen forstbetrieblichen T\u00e4tigkeiten exemplarisch erfasst werden. Anschlie\u00dfend soll auf Basis der in der praktischen Anwendung gewonnenen Erkenntnisse ein Methodenvorschlag f\u00fcr ein \u00f6kologisch ausgerichtetes, betriebliches Informations- und Entscheidungsunterst\u00fctzungsinstrument f\u00fcr den Forstsektor unterbreitet werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>), so dass ein anderer Ansatz verfolgt werden muss.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden<\/p>\n<p>Mit Hilfe einer Fallstudie im St\u00e4dtischen Forstamt Freiburg sollen die \u00f6kologischen Auswirkungen der verschiedenen forstbetrieblichen T\u00e4tigkeiten exemplarisch erfasst werden. Anschlie\u00dfend soll auf Basis der in der praktischen Anwendung gewonnenen Erkenntnisse ein Methodenvorschlag f\u00fcr ein \u00f6kologisch ausgerichtetes, betriebliches Informations- und Entscheidungsunterst\u00fctzungsinstrument f\u00fcr den Forstsektor unterbreitet werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung mit der Methodik der (betrieblichen) \u00d6kobilanz und den Besonderheiten der forstlichen Produktion hat gezeigt, dass die Methodik der betrieblichen \u00d6kobilanz sich nicht als \u00f6kologisch ausgerichtetes, betriebliches Informations- und Entscheidungsunterst\u00fctzungsinstrument f\u00fcr den Bereich der forstlichen Produktion eignet. Eine sinnvolle Erfassung und Gegen\u00fcberstellung der mit betrieblichen Ma\u00dfnahmen verbundenen Input- und Outputgr\u00f6\u00dfen ist aufgrund einer zeitlichen und funktio-nalen Entkopplung nicht m\u00f6glich.<br \/>\nDurch die Langfristigkeit der forstlichen Produktion findet eine vollst\u00e4ndige zeitliche Entkopplung von durchgef\u00fchrter Ma\u00dfnahme und dem damit verbundenen Input in Form von Stoffen und Energie auf der einen Seite der \u00d6kobilanz und dem Ergebnis der Ma\u00dfnahme bzw. dem erzielten Output in Form von Produkten auf der anderen Seite der \u00d6kobilanz statt. Die Ergebnisse einer betrieblichen \u00d6kobilanz und der Vergleich verschiedener Betriebe sind also ma\u00dfgeblich durch die momentane, historisch bedingte (naturale) Situation des Betriebs bzw. der Betriebe beeinflusst. Anders als z. B. in der (chemischen) Industrie, wo aufgrund von Rezepturen oder Reaktionsgleichungen der gleiche Input zu jeder Zeit und an jedem Ort zu dem gleichen Output gef\u00fchrt werden kann, f\u00fchrt der gleiche Input in einen Forstbetrieb zu einem anderen Zeitpunkt oder an einem anderen (Stand-)Ort zu einem g\u00e4nzlich unterschiedlichen Output.<br \/>\nDie Naturgebundenheit der forstlichen Produktion, d. h., die Abh\u00e4ngigkeit der forstlichen Produktion von der Natur und ihren komplexen, nicht vorhersehbaren Wirkungszusammenh\u00e4nge, kann neben der o. a. zeitlichen Entkopplung aufgrund der langen Produktionszeitr\u00e4ume zu einer Entkopplung von Ursache und Wirkung (= funktionale Entkopplung) f\u00fchren. Es besteht nicht zwingend ein schl\u00fcssiger funktionaler Zusammenhang zwischen einer forstbetrieblichen Ma\u00dfnahme und einem sich (zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt) daraus ergebenden Ergebnis\/Zustand. Wird aber in einer betrieblichen \u00d6kobilanz der mit der Durchf\u00fchrung von Ma\u00dfnahmen verbundene stoffliche und energetische Input einem bestimmten Ergebnis in Form von Produkten auf der Outputseite gegen\u00fcbergestellt, so muss hier ein funktionaler Zusammenhang bestehen. Ansonsten f\u00fchrt eine betriebliche \u00d6kobilanz zu beliebigen Ergebnissen, die weder zeitlich noch \u00fcberbetrieblich miteinander verglichen werden k\u00f6nnen.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich lassen sich die Schwierigkeiten der Anwendung betrieblicher \u00d6kobilanzen bzw. generell der \u00f6kologischen Bewertung betrieblichen Handelns im Forstbereich vereinfachend auf folgende Punkte reduzieren:<br \/>\n\u00b7\tsinnvolle Gegen\u00fcberstellung von Input- und Outputgr\u00f6\u00dfen, insbesondere die Erfassung der Outputgr\u00f6\u00dfen<br \/>\n\u00b7\tErfassung der nat\u00fcrlichen Input- und Outputgr\u00f6\u00dfen der biologischen Produktion<br \/>\nDie Schwierigkeiten bei der Erstellung von betrieblichen \u00d6kobilanzen f\u00fcr den Forstbereich treten also nicht erst bei der Zusammenfassung der Ergebnisse der Sachbilanz zur Wirkungsbilanz oder der sich anschlie\u00dfenden Bilanzbewertung auf, sondern bereits auf der Stufe der Sachbilanz kommt es zu un-\u00fcberwindlichen Problemen, die eine Verwendung der \u00d6kobilanzsystematik f\u00fcr den Forstbereich ausschlie\u00dfen.<br \/>\nUm dennoch zu einer pragmatischen L\u00f6sung zu kommen, wie sich umweltrelevantes Handeln im Forstbetrieb erfassen und ggf. steuern l\u00e4sst, erscheint es daher aus den o. a. Gr\u00fcnden unumg\u00e4nglich zu sein, sich bei einer derartigen Erfassung und Steuerung ausschlie\u00dflich auf den k\u00fcnstlichen, d. h. den anthropogen verursachten Input an Materie und Energie zu beschr\u00e4nken. Umweltvertr\u00e4gliches Wirtschaften wird somit mit einer Minimierung des anthropogen verursachten Inputs gleichgesetzt. Durch diese Beschr\u00e4nkung wird der gesamte Bereich der biologischen Produktion und die damit verbundenen Schwierigkeiten der Erfassung der tats\u00e4chlichen Stoffstr\u00f6me aus der Betrachtung ausgeblendet. Letztendlich ist dies nichts anderes, als die Anwendung des \u00f6konomischen Prinzips in seiner Formulierung als Minimalprinzip: ein (gegebenes) Ziel mit einem minimalen Aufwand zu erreichen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die \u00dcberlegungen zur Gestaltung eines \u00f6kologisch ausgerichteten Informations- und Entscheidungsunterst\u00fctzungsinstruments gehen in Richtung einer Umweltbelastungsrechnung als \u00f6kologisches Gegenst\u00fcck zur Kostenrechnung im \u00f6konomischen Bereich. Erg\u00e4nzend zum \u00f6konomisch (in Geldeinheiten) bewerteten, sachzielbezogenen Verbrauch von Produktionsfaktoren wird der stoffliche und energetische Input erfasst. Vergleichbar der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostentr\u00e4gerrechnung wird eine Um-weltbelastungsarten-, Umweltbelastungsstellen- und Umweltbelastungstr\u00e4gerrechnung eingef\u00fchrt werden. Erhoben werden der direkte Energie- und Materieinput, die durch menschliche Aktivit\u00e4ten verursacht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt verfolgt das grunds\u00e4tzliche Ziel, dem Forstbetrieb Informationen zur Verf\u00fcgung zu stellen, mit deren Hilfe die Umweltrelevanz betrieblicher Entscheidungen abgesch\u00e4tzt und die Umweltwirkungen betrieblichen Handelns optimiert werden k\u00f6nnen. 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