{"id":18813,"date":"2023-07-13T15:09:18","date_gmt":"2023-07-13T13:09:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03270-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:20","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:20","slug":"03270-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03270-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung: Einflu\u00df des Beh\u00e4ltersystems und der Abfuhrintervalle auf die Hygiene und die  Geruchsemissionen bei der Sammlung kompostierbarer Stoffe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei der zunehmenden Einf\u00fchrung der getrennten Bioabfallsammlung stellt sich vermehrt die Frage nach der hygienischen und \u00e4sthetischen Bewertung der verschiedenen Systeme. Diese Untersuchung soll zur Kl\u00e4rung der derzeitigen Verunsicherungen bei der Auswahl des Beh\u00e4ltersystems und der Festlegung des Abfuhrrhythmus beitragen, wobei die Auswirkungen im Hinblick auf die Hygiene und die Geruchsemissionen f\u00fcr den Nutzer der Biotonne bewertet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einem st\u00e4dtischen Versuchsgebiet wurde der Einflu\u00df des Beh\u00e4ltersystems und der Abfuhrintervalle auf die Hygiene und die Geruchsemissionen bei der Bioabfallsammlung unter Ber\u00fccksichtigung verschiedener Einflu\u00dfgr\u00f6\u00dfen untersucht. Um die \u00dcbertragbarkeit der Ergebnisse auf die unterschiedlich strukturierten Kommunen zu gew\u00e4hrleisten, wurden die Untersuchungen in zwei verschiedenen Gebietsstrukturen mit den jeweils charakteristischen Abfallzusammensetzungen durchgef\u00fchrt: offene Mehrfamilienhausbebauung (GS 3) mit hohem K\u00fcchenabfallanteil sowie Ein- und Zweifamilienhausbebauung (GS 4) mit hohem Gartenabfallanteil.<br \/>\nIm Zeitraum von Februar bis November 1994 wurden auf die Jahreszeiten verteilt insgesamt vier Untersuchungskampagnen durchgef\u00fchrt, wobei bei jedem Durchgang jeweils dieselben Beh\u00e4lter mit acht Varianten beprobt wurden: zwei Gebietsstrukturen (GS 3 \/ GS 4), je zwei Beh\u00e4ltertypen (unbel\u00fcftet \/ bel\u00fcftet), je zwei Abfuhrrhythmen (w\u00f6chentlich \/ zweiw\u00f6chentlich). Insgesamt wurden 272 Biotonnen untersucht.<br \/>\nDie Untersuchungen erstreckten sich auf die Erfassung der abfallwirtschaftlichen Daten (Abfallmenge und -zusammensetzung; Fachhochschule M\u00fcnster), die Hygiene (Luft- und Substratkeimbelastung; Universit\u00e4t Hohenheim) sowie die Geruchsemissionen (olfaktometrische Bestimmung der Geruchsstoffkonzentration und der Intensit\u00e4t; Institut f\u00fcr Abfall- und Abwasserwirtschaft e. V.).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei den abfallwirtschaftlichen Untersuchungen wurde ein Einflu\u00df des Abfuhrrhythmus und des Beh\u00e4ltersystems auf die Bioabfallmenge und -zusammensetzung nicht festgestellt.<br \/>\nDie Hygiene-Untersuchungen ergaben, da\u00df beim ordnungsgem\u00e4\u00dfen Umgang mit der Biotonne f\u00fcr den Nutzer von keiner gesundheitlichen Gef\u00e4hrdung auszugehen ist. Auch eine Abfuhr nach einer Standzeit von zwei Wochen ist vertretbar und nicht mit einem erh\u00f6hten Gesundheitsrisiko verbunden. Es wurden zwar in der Regel nach zwei Wochen h\u00f6here Keimgehalte v. a. im Bioabfall festgestellt, es konnten aber bereits nach einer Woche vergleichbar hohe Keimgehalte ermittelt werden. Da der Benutzer zudem nicht direkt in Kontakt mit dem Bioabfall kommt, ist gegen eine zweiw\u00f6chentliche Abfuhr nichts einzuwenden. Die Luftkeimgehalte in der Umgebung bei \u00d6ffnung der Biotonnen, die f\u00fcr die Bewertung des gesundheitlichen Risikos f\u00fcr den Benutzer entscheidender sind, waren zwar h\u00f6her als die der Nullproben (Au\u00dfenluft), aber die Unterschiede bewegten sich innerhalb einer Zehnerpotenz und stellen somit keine Gef\u00e4hrdung f\u00fcr den Menschen bei der Benutzung der Biotonne dar. In Einzelf\u00e4llen wurden Werte erreicht, die die diskutierten Arbeitsplatz-Grenzwerte f\u00fcr Luftkeime geringf\u00fcgig \u00fcberschreiten. Da der Bef\u00fcllungsvorgang aber nur eine sehr kurze Zeitspanne in Anspruch nimmt, ist dies nicht von seuchenhygienischer Bedeutung.<br \/>\nUnterschiede bei den Keimgehalten in bezug auf die beiden untersuchten Beh\u00e4ltersysteme (konventionelle und bel\u00fcftete Ausf\u00fchrung) konnten nicht eindeutig festgestellt werden.<br \/>\nVon den Geruchsemissionen bei der Biotonne geht keine direkte Gesundheitsgef\u00e4hrdung aus. Hier handelt es sich eher um hygienisch-\u00e4sthetische Gesichtspunkte bzw. um ein m\u00f6gliches Bel\u00e4stigungspotential. Die im Rahmen dieser Untersuchung in den Beh\u00e4ltern ermittelten Geruchspegel lagen im Mittel nach einer Standzeit von zwei Wochen h\u00f6her als nach einer Woche. Die maximalen Geruchspegel k\u00f6nnen dagegen auch nach einer Woche bereits hohe Werte erreichen und \u00fcber den Durchschnittswerten der zweiw\u00f6chigen Standzeit liegen.<br \/>\nDie Konzentrations- und Intensit\u00e4tsmessungen haben in Verbindung mit einer modellhaften Verd\u00fcnnungsbetrachtung Abst\u00e4nde von maximal 6 &#8211; 8 m vom Beh\u00e4lter ergeben, in denen bei kurzzeitigem \u00d6ffnen des Deckels und schwachen Windverh\u00e4ltnissen deutlich wahrnehmbare Ger\u00fcche auftreten k\u00f6nnen. Die Dauer der jeweiligen Geruchseinwirkung ist f\u00fcr den Benutzer sehr kurz und deshalb &#8211; solange es sich nicht um ekel- bzw. \u00fcbelkeitsausl\u00f6sende Ger\u00fcche handelt &#8211; vertretbar. Es wurde aber auch deutlich, da\u00df neben dem Standzeiteinflu\u00df die jahreszeitlich bedingte Au\u00dfentemperatur sowie die Abfallzusammensetzung einen starken Einflu\u00df auf die Geruchsentwicklung in der Biotonne besitzen und den Standzeiteinflu\u00df \u00fcberlagern k\u00f6nnen.<br \/>\nUnterschiede beim Geruchsbel\u00e4stigungspotential in bezug auf die beiden untersuchten Beh\u00e4ltersysteme (bel\u00fcftet \/ unbel\u00fcftet) konnten nicht eindeutig festgestellt werden.<br \/>\nAls wesentliche Einflu\u00dfkriterien scheinen sich, neben der Standzeit, die Abfallzusammensetzung (verbunden mit der Siedlungsstruktur) und die Art der Bef\u00fcllung sowie die Standplatzbedingungen der Beh\u00e4lter herauszustellen, wobei diese Zusammenh\u00e4nge in der hier dargestellten Untersuchung im einzelnen nicht vollst\u00e4ndig zu erfassen waren. Es wurde jedoch bei allen untersuchten Aspekten deutlich, da\u00df Probleme in der warmen Jahreszeit am ehesten in der Mehrfamilienhausbebauung auftreten, in der sich der Bioabfall aufgrund der fehlenden Gartenfl\u00e4che im wesentlichen aus K\u00fcchenabf\u00e4llen ohne Strukturmaterial (Strauchschnitt etc.) zusammensetzt. Zus\u00e4tzlich bewirkt hier die Nutzung von Gemeinschaftsbeh\u00e4ltern einen weniger bewu\u00dften und durch den einzelnen B\u00fcrger weniger zu beeinflussenden Umgang mit der Biotonne.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Studie liegt als Ver\u00f6ffentlichung vor (GALLENKEMPER, B., BECKER, G. (Hrsg.); Einflu\u00df des Beh\u00e4ltersystems und der Abfuhrintervalle auf die Hygiene und die Geruchsemissionen bei der Sammlung kompostierbarer Stoffe; Fachhochschule M\u00fcnster, Labor f\u00fcr Abfallwirtschaft\u00b7Siedlungswasserwirtschaft\u00b7 Umweltchemie, Band 9, M\u00fcnster 1995) und kann beim Bewilligungsempf\u00e4nger bezogen werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die durchgef\u00fchrten Hygiene- und Geruchsuntersuchungen best\u00e4tigen somit grunds\u00e4tzlich die Zul\u00e4ssigkeit einer 14-t\u00e4gigen Leerung f\u00fcr den Bioabfall, die damit als Regell\u00f6sung empfohlen werden kann. Um die Akzeptanz des Systems zu erh\u00f6hen, wird oft \u00fcber eine Verk\u00fcrzung des Leerungsintervalls insbesondere w\u00e4hrend der Sommermonate auf einen w\u00f6chentlichen Rhythmus diskutiert, was jedoch zu organisatorischen Problemen und Mehrkosten bei der Bioabfallsammlung f\u00fchrt. Auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse wurde eine entsprechende Empfehlung erarbeitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei der zunehmenden Einf\u00fchrung der getrennten Bioabfallsammlung stellt sich vermehrt die Frage nach der hygienischen und \u00e4sthetischen Bewertung der verschiedenen Systeme. 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