{"id":18796,"date":"2023-07-13T15:14:03","date_gmt":"2023-07-13T13:14:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10610-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:05","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:05","slug":"10610-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10610-01\/","title":{"rendered":"Innovative Nahw\u00e4rmeversorgung durch Verbund eines Handwerksbetriebes mit kommunalen W\u00e4rmeabnehmern auf der Basis nachwachsender Rohstoffe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zum Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Biomasse haben wir uns entschlossen, eine Hackschnitzelheizanlage mit einem Nahw\u00e4rmeversorgungsnetz im Zusammenhang mit einer Holztrocknungsanlage, einschl. Beheizung unseres Betriebsgeb\u00e4udes zu erstellen. Somit k\u00f6nnen rund 248.000 l Heiz\u00f6l pro Jahr eingespart werden, entsprechend 790 t Kohlendioxid. Zur Befeuerung des Nahw\u00e4rmesystems in Donaueschingen, Stadtteil Wolterdingen, sollten lokal anfallende Wald- und S\u00e4gewerkstesth\u00f6lzer sowie unbehandelte Holzabf\u00e4lle der Zwick Holzbau GmbH und anderer Holzverarbeitungsbetriebe genutzt werden. \u00dcber ein Niedertemperatur-W\u00e4rmenetz sollten Ein- und Mehrfamilienh\u00e4user, \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude und Gewerbebetriebe mit W\u00e4rme versorgt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Heizzentrale wurde in einem unterirdischen Anbau an die Werkstatt der Firma Zwick Holzbau errichtet. Der Heizraum selbst hat eine Gr\u00f6\u00dfe von 47 qm, in der 2 Holzheizkessel sowie das Schubschneckensystem von der Fa. K\u00f6b &#038; Sch\u00e4fer KG eingebaut sind. Diese werden mit einem Schubschneckensystem automatisch beschickt. Je nach W\u00e4rmebedarf l\u00e4uft 1 Kessel oder beide Kessel. Die Leistung der beiden Kessel betr\u00e4gt 950 kW. Die Vorlauftemperatur f\u00fcr das Nahw\u00e4rmeversorgungsnetz betr\u00e4gt zwischen 80 und 95 Grad, f\u00fcr die Holztrocknungsanlage 105 Grad. Die R\u00fccklauftemperatur des Nahw\u00e4rmeversorgungsnetzes betr\u00e4gt zwischen 40 und 50 Grad, bei der Holztrocknungsanlage 50 bis 60 Grad. Das Hackschnitzellager ist unterirdisch an den Heizraum direkt angekoppelt und hat ein Gesamtvolumen von 600 m\u00b3, ausreichend bei 24 Std. Vollastbetrieb der Kessel f\u00fcr rund 20 Tage. Das im Bunker befindliche Brennmaterial wird \u00fcber ein doppeltes neuartiges Schubbodensystem der Fa. K\u00f6b &#038; Sch\u00e4fer KG bis zur Decke aufgeschichtet. Dies hat den Vorteil, dass der Bunker einen Bef\u00fcllungsgrad von 95 % erreicht. Die Bef\u00fcllung des Bunkers erfolgt \u00fcber einen oberirdischen Deckel, in dem ein kompletter Lastzug mit 75 m\u00b3 Raumvolumen entladen werden kann. Somit kann der gesamte Heizmaterialbedarf mit ca. 40 Lastz\u00fcgen abgedeckt werden.Das betriebseigene Heizmaterial wird mit einer Gro\u00dfraumschaufel von 3 m\u00b3 in die \u00d6ffnung eingebracht. Das Nahw\u00e4rmeversorgungsnetz ist mit PU isolierten Stahlrohren ausgef\u00fchrt. Die Rohre sind kunststoffummantelt mit einer St\u00e4rke von 5 mm.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach fast 1-j\u00e4hriger Betriebszeit der Heizanlage k\u00f6nnen folgende Ergebnisse vorgelegt werden: Die Heizanlage mit 2 Holzkesseln hat sich im Laufe des Winters als optimal konzipierte Anlage erwiesen. \u00dcber die gesamten Wintermonate waren beide Kessel in Betrieb, damit war eine durchgehende W\u00e4rmeversorgung an die Abnehmer gew\u00e4hrleistet. Bei Ausfall eines Kessels, was nicht oft vorkam, \u00fcbernahm der zweite Kessel dann die notwendige Arbeit. So konnte der von den Planern geforderte \u00d6lkessel eingespart werden. Das Heizmaterial konnte \u00fcber den ganzen Winter problemlos beschafft werden. Das Material wird gr\u00f6\u00dftenteils mit einer eigenen Schredderanlage aus Hecken- und Strauchschnitt sowie Waldrestholz wie Baumkronen, Astmaterial und nicht vermarktungsf\u00e4higen Stammendst\u00fccke aus der Starkholzernte erzeugt.<br \/>\nDer gro\u00dfe Vorratsbunker hat sich als sehr positiv erwiesen. Durch die lange Verweildauer der frischen, feuchten Hackschnitzel im Bunker bildet sich durch biologische Umsetzungen des Materials eine relativ hohe Eigenw\u00e4rme, bis zu 80\u00b0C, die die Hackschnitzel von unter her ohne Fremdenergie trocknen l\u00e4sst. Auf den Schub\u00f6den war somit st\u00e4ndig trockenes Material. Nachteilig war, dass im Bunker ein Ventilator zu installieren war, um die kondensierte Luft abzusaugen und wieder in die Atmosph\u00e4re abzugeben.<br \/>\nDie angeschlossenen Kunden \u00e4u\u00dfern sich zur Nahw\u00e4rmeversorgung sehr zufrieden. Besonders erw\u00e4hnenswert ist, dass auch die Schule und die Turnhalle sowie das Schwimmbad angeschlossen wurden. Durch die kombinierten \u00dcbergabestationen Heizung\/Warmwasserbereitung konnten in den H\u00e4usern Warmwasservorhalteboiler wegfallen. Durch die Warmwassererw\u00e4rmung in den Durchlauferhitzern der \u00dcbergabestationen kann eine Legionellengefahr ausgeschlossen werden.<br \/>\nAn das Nahw\u00e4rmenetz sind neben der Zwick Holzbau GmbH mit Holztrocknungsanlagen bislang 8 Einfamilienh\u00e4user, 4 Doppelh\u00e4user und 3 Mehrfamilienh\u00e4user sowie \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude (Schule, Festhalle, Vereinsheim, Kindergarten) angeschlossen sowie eine G\u00e4rtnerei. Durch den Anschluss des der Fa. Zwick gegen\u00fcberliegenden Freibades soll der niedrige W\u00e4rmebedarf der Haushalte in den Sommermonaten ausgeglichen werden im Hinblick auf einen effizienten und emissionsarmen Betrieb der Holzfeuerungsanlagen. Als Brennstoff werden Waldrestholz, Gr\u00fcn-\/Baum-\/Strauchschnitt, S\u00e4gewerksresth\u00f6lzer und unbelastetes Altholz eingesetzt.<br \/>\nDie Hackschnitzelheizanlage wird in der \u00d6ffentlichkeit sehr positiv gesehen und akzeptiert. Von den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden wurden wir bei der Planung und dem Bau der Anlage gro\u00dfz\u00fcgig unterst\u00fctzt. Nach Vorlage der Emissionsmessergebnisse beim Staatl. Gewerbeaufsichtsamt Villingen wurde uns eine hervorragende Verbrennungstechnik bescheinigt. Also hat sich die hier eingesetzte Technik auch umwelttechnisch bew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die in der so konzipierten Hackschnitzelheizanlage erzielten Ergebnisse zeigen, dass auch ohne einen Zusatz\u00f6lkessel ein reibungsloser Betrieb m\u00f6glich ist.Umweltrelevante Auswirkungen der Heizanlage, insbesondere die Verringerung der Kohlendioxidemission von 86 % pro Jahr sowie die Einsparung von fossilen Brennstoffen gegen\u00fcber Einzelheizungen in den Geb\u00e4uden sind eindeutig nachweisbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zum Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Biomasse haben wir uns entschlossen, eine Hackschnitzelheizanlage mit einem Nahw\u00e4rmeversorgungsnetz im Zusammenhang mit einer Holztrocknungsanlage, einschl. Beheizung unseres Betriebsgeb\u00e4udes zu erstellen. Somit k\u00f6nnen rund 248.000 l Heiz\u00f6l pro Jahr eingespart werden, entsprechend 790 t Kohlendioxid. 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